Ich bin sehr unselbstständig kann ich trotzdem ein Auslandsjahr machen?

7 Antworten

Wie genau äußert sich denn deine Unselbstständigkeit?

Ich kann nur aus eigener Erfahrungen sagen, dass solche Beurteilungen manchmal nicht ganz richtig sind. Wenn man geboren wird, ist man ja erstmal komplett hilflos, und diese Hilflosigkeit besteht in weiten Teilen ja jahrelang weiter. Auch ein 10-Jähriger kann sich zum Beispiel in der Regel noch nicht selbstständig ernähren (weder vorausplanend dafür einkaufen, noch einen Ernährungsstil pflegen, der nicht nur nach Geschmack, sondern auch nach Nährstoffen geht, noch für Essenszeiten Spielzeiten unterbrechen etc.). Derartige Selbstständigkeit entwickelt sich in aller Regel erst in der Pubertät und dann auch nur Stück für Stück. Und hier besteht die Gefahr, dass Eltern ihre heranwachsenden Kinder unterschätzen, und oft auch gar nicht wahrhaben wollen, dass ihre Kinder nun allmählich älter werden.

Du hast dich selbstständig mit der Idee deines Austauschjahres auseinander gesetzt, und hätten deine Eltern nichts gesagt, würdest du auch nicht denken, dass du zu unselbstständig dafür bist. Unabhängig davon, ob du es vielleicht wirklich bist, kann es einfach sein, dass du es bist, weil deine Eltern es sagen und du unbewusst deren Annahme erfüllst.

Bei mir war es zum Beispiel so, dass alle gesagt haben, ich sei zu schüchtern. Als ich dann weg war, stellte sich heraus: Bin ich nicht. Das stellte sich aber auch nur heraus, weil ich auf einmal unter Menschen war, die nicht die ganze Zeit sagten „du traust dich ja x nicht und machst ja y nicht, weil du zu schüchtern bist“. Auf einmal gab es keine vorherbestimmenden Kommentare mehr von außen, er voilà konnte ich endlich das werden, was ich wirklich bin.

Was mir bei meinem Auslandssemester so gut gefallen hat, ist, dass ich eben so selbstständig und reif geworden bin. Du bist im Ausland auf dich alleine gestellt, bist also quasi gezwungen, gewisse Dinge alleine zu bewerkstelligen. Eine andere Sache ist das Heimweh. Wenn du ein Mensch bist, der sehr an der Heimat mitsamt der Familie und Freunden hängst, ist Kanada natürlich eine große Umstellung. Da kannst du nicht eben einmal heimfahren, wenn du traurig bist, und auch Skype/Facetime etc. sind ein schwacher Trost. An sich bergen Auslandsjahre aber tolle Erfahrungen und Eindrücke und ich würde mein Semester auch nicht missen wollen, selbst wenn es nicht immer leicht war. :-) (Ich war aber auch schon 20, als ich ins Ausland gegangen bin!)

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Hallo kleinesBrokkoli

wer unsicher ist, ob ein Auslandsaufenthalt passt, sollte eine Probelauf machen: In den Ferien in einem Sprachcamp zB in England oder auf Malta kannst du in zwei, drei Wochen sehen, wie du damit zurecht kommst.Das ist auch von den Kosten her überschaubar.

Viele Grüße

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

wenn du es dir zutraust dann kannst du es auch schaffen

man lernt nur dann schwimmen, wenn man sich traut ins Wasser zu springen! ;-)

Hm, ich hab's gelernt, indem ich in einer Gruppe unter Aufsicht langsam vom Nichtschwimmer ins Schwimmerbecken gestrampelt bin ... :)

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