Ich bin schwul. Wie soll ich mich outen bzw es meinen eltern sagen?

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10 Antworten

https://de.wikipedia.org/wiki/Coming-out#Comics


Um deine Frage zu beantworten, fehlen weitere Informationen:

1. Was verstehst du unter Coming out?
2. Aufgrund welcher Situation wäre eine Offenbarung anderen gegenüber erforderlich?

Die Homosexuellen wollen überall akzeptiert und als normal angesehen werden. Gesellschaftliche Akzeptanz ist das Ziel.

Demzufolge sollte sich das Coming out eines Homosexuellen auch nicht groß von dem eines Heterosexuellen unterscheiden, oder?

Wie outen sich Heteros?
Das ist zugegebener Maßen etwas schwer wahrzunehmen, weil es zu alltäglich ist, als das man dem noch besondere Beachtung schenkt, wie man es bei Homosexuellen noch tut.

Aber Heteros outen sich auch, bei Jungs zum Beispiel indem sie Mädchen hinterher gucken oder pfeifen, entsprechende Bemerkungen fallen lassen. Wenn schon eine Beziehung besteht, Händchen halten, küssen, umarmen.


Das fällt alles unter outing. Es bedarf also nicht unbedingt Worten um sich zu outen.

Der Trick ist, und leider ist der nicht ganz einfach, zu sein wie man ist, also sich so zu geben wie man fühlt, dass zu tun, wonach dir ist, ohne dich zu verstellen, um nach Außen einen anderen Eindruck von dir zu vermitteln.

Wenn du das schaffst, outest du dich automatisch.

Ein Poster in deinem Zimmer auf dem sich zwei Männer küssen sagt vielleicht schon mehr als tausend Worte. Es kann auch eine Regenbogenfahne sein.


Es kann sich auch durch persönliches Angagement zeigen. Oder wenn du dich einer schwulen Jugendgruppe anschließt, um einen Freund zu finden oder einfach etwas gemeinsam zu unternehmen.


Du siehst, es gibt keine einfache Antwort auf deine Frage, es ist immer Situationsbedingt und kommt sehr darauf an, von welchen Grundvoraussetzungen du ausgehst.

Wepster 09.11.2015, 09:32

Es ist schade dass man dieses Szenario des "Coming Out" thematisieren muss. Für die allgemeine Akzeptanz sollte eine Akzeptanz einfach bestehen, erzwungen durch die einfach Präsentation der Tatsache an sich.

Es ist so (ohne es zu sagen), kommt damit zurecht (weil ihr es akzeptiert).

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Je länger Du wartest umso schwieriger wird Dein Versteckspiel aufrecht zu erhalten. Es ist immer schwer jemanden einen Rat zugeben, wenn man nie weiß, wie alt derjenige ist. Vielleicht sagst Du es einfach so Papa. Mama ihr bekommt  noch einen weiteren Sohn dazu. 

Ich denke du solltest dich fragen, ob es dich überhaupt belastet, dass keiner deine sexuelle Orientierung kennt. Man sieht oft, wie sich Leute outen, dabei geht das auch ganz ohne, solange man damit zufrieden ist. Wenn du dich in einem sehr toleranten Umfeld befindest solltest du dir keine Sorgen machen. Wenn du fühlst, als müsstest du dich mitteilen, dann ist das in Ordnung und heutzutage keine große Sache mehr. Es besteht aber keineswegs eine art "Pflicht" sich dahingehend mitzuteilen. Wie gesagt, in einem toleranten Umfeld kann man das mit Sicherheit auch für sich behalten, wenn man keinen Grund sieht sich zu outen. Wenn man irgendwann eine Beziehung aufbaut und man möchte seinen Freund vorstellen kann man sich ganz einfach "outen" in dem man den Freund vorstellt wie man eine Freundin vorstellen würde. Schwul sein ist normal.

Anders ist das natürlich, wenn du nicht weißt, wie deine Familien zu dem Thema stehen oder du weißt, dass sie generell nichts davon hören wollen. Du kannst dich natürlich, wenn du es eben nicht weißt an das Thema rantasten und vielleicht beim Abendessen oder so ein Thema anschneiden, das damit zu tun hat (z. B. irgendeine Nachricht oder aktuelles Geschehen)... die Reaktionen darauf kannst du dann hoffentlich deuten. 

Haben deine Eltern denn in der Vergangenheit abfällige Bemerkungen gemacht oder weißt du mit Sicherheit, dass sie nicht positiv reagieren werden? Was steht "auf dem Spiel"? (es gibt ja durchaus Familien, bei denen man damit rechnen muss aus dem Haus geworfen zu werden... traurig.) 

Streamer 09.11.2015, 06:16

Gerade nochmal meine Antwort gelesen und festgestellt, dass es so klingt als möchte ich dir empfehlen, es für dich zu behalten. So wollte ich das nicht rüberbringen.
Der Punkt, den ich eigentlich vermitteln wollte war, dass du dich damit auseinandersetzen solltest, ob du dich selber outen möchtest (weil du dich fühlst als kannst du nicht du selbst sein oder weil es dich belastet ein Geheimnis mit dir herumzutragen etc.) oder ob du dich outen möchtest, weil du das Gefühl hast, du müsstest unbedingt ("weil man das halt so macht wenn man schwul ist"). Höre auf dein Herz. 

Allgemeine Tips zum coming out sind halt relativ schlecht zu geben, wenn man nicht mal das Alter oder die Familiensituation kennt. Ich bin nicht gegen coming outs, ich 

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es besteht ueberhaupt keine notwendigkeit, deine sexuelle orientierung anderen gegenueber zu thematisieren. wenn du jemanden triffst, an dem du interessiert bist und der auch an dir interessiert ist oder du dir zumindest die hoffnung machst, dann ist die richtige gelegenheit, darueber zu reden.

ein coming out ist nach meinem dafuerhalten etwas, das vor allem heterosexuelle von homosexuellen erwarten, weil viele glauben, dass sie quasi ein anrecht darauf haben, dass man ihnen das mitteilt. das sehe ich anders.

Hast du es schon einer anderen Vertrauensperson (bester Freund etc) bisher erzählt? Und wenn ja, wie haben diese reagiert?

sundown93 10.11.2015, 00:01

Nein, noch nicht. Aber ich werde es meiner schwester als erstes sagen, denke ich.

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OpheliaThanatos 13.11.2015, 10:16
@sundown93

ok, sie wird dich ja dann sicher unterstützen und ihre positive Reaktion wird dir bestimmt kraft geben. Frag sie doch ob sie beim Gespräch mit deinen Eltern dabei sein kann :)

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Homosexualität ist kein Verbrechen. Keiner wird dich umbringen wenn es rauskommt. Sei stolz auf das was du bist und lass dir nix einreden. Du bist nicht der einzige da draußen selbst ich hab bisexuelle Züge und wenn mans akzeptiert dann soll man damit leben und sich nicht Gedanken drum rum machen wie andere reagieren. Gut die Eltern sind n Spezialfall das dene schonend beizubringen aber erst wenn du es selber vollkommen akzeptierst dann kannst du auch vernünftig mit deinen Eltern drüber reden

Du musst dich gar nicht outen. In der heutigen Gesellschaft werden andere sexuelle Orientierungen als völlig normal angesehen , und wenn sich ein hetero nicht outen muss , warum dann du??

Die erste Frage ist:

"Bist du wirklich homosexuell bzw. schwul?"

Die Frage besteht aus folgenden Grund. Sicherlich hat jeder die freie Entscheidung darüber was ihn sexuell oder menschlich interessiert. Dennoch ist es eine Frage der Sinnmäßigkeit für das weitere Leben des Menschen ob man schwul sein "will" oder nicht. Ist es das "wollen"? Wenn man homosexuell sein will wird eine Fortpflanzung schwierig, das gilt für alle Homosexuellen. Und Fortpflanzung ist der, weitgehend sinnvollste Weg des Lebens. 

Die Frage also nochmal anders, warum man schwul ist, wird oder sein will?

Dabei habe ich nichts dagegen, soll jeder machen wie er will, aber ich finde es grundsätzlich sehr interessant. Ich weiß sehr wohl das gewisse hormonelle Unterschiede dazu führen sich anders zu orientieren oder auch geschlechtsspezifisch anders zu sein (also körperlich) als nur Mann oder Frau, ebenso die Erziehung. Es gibt da sehr viel Aspekte zwischen dem gängigen Dualismus-Denken. Danke für eine Erklärung und Entschuldigung falls ich Anstößig wurde.

Grüße

Garlond 09.11.2015, 08:10

Man sucht sich seine sexuelle Orientierung genauso wenig aus, wie seine Augenfarbe, aber du hast natürlich Recht, man kann die Augenfarbe ja auch mit Kontaktlinsen verändern.
Eigentlich stellst du deine These schon selbst in Zweifel; Warum sollte man sich für etwas entscheiden, dass einem schadet? Und die Fortpflanzung ist dabei noch das geringste Übel.

Man könnte auch fragen warum haben sich so viele Menschen während der Appartheid dafür entschieden schwarz zu werden.

Warum man schwul ist, ist einfach noch nicht klar, aber das negiert ja nicht, dass es das gibt. An anderer Stelle schreien die Religionsvertreter doch auch immer "Gottes Wege sind unergründlich". Es muss auch gar keinen Grund geben, man muss andere Menschen einfach in Ruhe lassen und ihnen nicht irgendein Weltbild aufdrängen, das angeblich das einzig richtige ist.

Wer sagt denn, dass das gängige Dualismus-Denken das richtige ist? Vielleicht sind einfach die vielen Aspekte dazwischen richtig. Es gibt selten etwas das sich in ein klassisches Schwarz/Weiß Muster einordnen lässt.

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Wepster 09.11.2015, 09:27
@Garlond

Man "kann" sich seine Orientierung aussuchen, vielleicht nicht immer keine Ahnung, es ist nicht "bewiesen" dass dies unumgänglich vorgegeben ist. Angedeutet habe ich ja auch die Erziehung, und hormonelle Veränderungen. Und spezielles Wissen wurde mir in der Schule vor 20 Jahren auch nicht vermittelt. Aber es interesssiert mich eben.

Schaden? Sagte ich jedoch nicht...Ich fragte aus neugier und mangels tieferem Wissen. Das gängige Model ist eben Mann und Frau und ich meinte damit nicht es sei richtig nur weil es natürlicher Weise notwendig ist. Ich bin kein Freund des selektiven Dualismus aber er ist auch notwendig, bis wir was anderes kennen. Das Umdenken welches aus reiner Akzeptanz besteht ist so weit weg wieder Mond.

Das Argument mit der Apartheit würde aber voraussetzen das im Umkehrschluss die Partei der Homosexuellen nicht gemocht werden aus Ideologischen Gründen. Davon war aber nie die Rede. Es ist jedoch ein gängiges Bild, welches mangels Wissen entsteht.

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Garlond 09.11.2015, 11:12
@Wepster

Da man nicht genau weiß, wodurch Homosexualität hervorgerufen wird, kann man sich seine Orientierung auch nicht aussuchen.
Allerdings, geht dieser Gedanke auch wieder von einem Dualismus aus, "Homo oder Hetero". Sehr viel wahrscheinlicher ist es, das es zwischen Homo und Hetero unendliche Abstufungen von Bi gibt, und reine Homo- bzw. Heterosexualität eher die Ausnahmen sind. Als Bisexueller hat man natürlich die Möglichkeit zu wählen, aber es muss auch nicht jedem bewusst sein, ob er bisexuell ist.
Ich halte es auch wahrscheinlicher, dass eine Konditionierung in der Frage der Sexualität, hauptsächlich in Richtung Heterosexualiät statt findet, den unsere Gesellschaft ist immer noch so geprägt. Umso unwahrscheinlicher wird es, dass sich jemand der sich als Homosexuell erkannt hat (und das trotz der eher ablehnenden Umwelt, diesem Thema gegenüber) einfach umentscheiden kann.
Und bezüglich der Apartheid, Homosexuelle gehören zu einer Gruppe, nicht zu einer Partei (den eine Partei kann man sich wiederrum aussuchen) - aus welchen anderen, als ideologischen Gründen sollten Homosexuelle denn sonst nicht gemocht werden. Ob Homosexuelle oder Schwarze, sie werden aufgrund einer Andersartigkeit nicht gemocht, die sie nicht ändern können.
Klar können sich Schwarze weiß anmalen und auch Homosexuelle (oder Bisexuelle, mit überwiegend homosexuellem Anteil) können vorgeben heterosexuell zu sein. Aber das entspricht nun mal nicht der Natur desjenigen, sondern entspringt den Erwartungen der anderen ihm gegenüber.
Und das ist eben der springnde Punkt, es gibt keinen Grund jemandem zu verwehren, nach seiner Natur zu leben, solange es keinem anderen schadet.

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Wepster 09.11.2015, 18:39
@Garlond

Da man nicht genau weiß, wodurch Homosexualität hervorgerufen wird, kann man sich seine Orientierung auch nicht aussuchen.

Also könnte man es sich aussuchen wenn man es wüsste? So ein Unsinn :D Das heißt theoretisch wenn man wüsste das es durch nichts ausgelöst wird als vom eigenen Denken und Handeln, könnte an es sich doch aussuchen. Nicht wissen heißt dann alles wäre möglich.

Dualismus: Ja das stimmt wohl, denn mit Mann und Frau ist das ähnlich. Es gibt mehrere Abstufungen und jeder wäre an dem Östrogen oder Testosteron gemessen, win bisschen von beidem.

Wir verzetteln und glaub zu sehr in das Wesen der Homosexualität von daher....OT. Wie ich weiter oben schon schrieb:

Es ist schade dass man dieses Szenario des "Coming Out" thematisieren muss. Für die allgemeine Akzeptanz sollte eine Akzeptanz einfach bestehen, erzwungen durch die einfach Präsentation der Tatsache an sich.

Es ist so (ohne es zu sagen), kommt damit zurecht (weil ihr es akzeptiert).

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Die merken das schon wenn du ihnen deinen Freund vorstellst

Geh auf den Mount Everest und stell die Bunte Schwullheitsflagge drauf. Schrei dabei ich bin homosexuell und beschließe dabei eine Homoehe in Amerika haha
Nein Spaß
Meine Freundinn schreibt dir jetzt mal was
Geh zu deinen eltern und rede mit denen. Sie werden es verstehen!

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