Ich bin kurz davor mich selbst umzubringen hilfe bitte?

Support

Liebe/r svekkitu,

Deine Situation klingt besorgniserregend. Aber auch wenn es hier um einen guten Rat geht, ist es schwierig Dir einen zu geben, ohne Deine tatsächliche Situation genauer zu kennen. Sprich bitte mit einem Menschen darüber, dem Du vertraust. Das kann ein guter Freund, ein Verwandter oder auch eine Vertrauensperson aus der Schule sein.

Du kannst Dich zudem jederzeit an die Telefonseelsorge wenden. Dort ist rund um die Uhr jemand erreichbar und Du hast die Möglichkeit, ein anonymes und vertrauliches Gespräch zu führen. Telefon: 0800/1110111 oder 0800/1110222 (gebührenfrei aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz).

Herzliche Grüße

Klara vom gutefrage.net-Support

19 Antworten

Hallo svekkitu,

das, was Du hier ansatzweise beschreibst, könnte auf eine Hochbegabung hindeuten. Hast Du Dich darauf hin schon einmal untersuchen lassen? Das würde sicher so manches erklären. Das ist aber wirklich nur eine Vermutung meinerseits; es könnte ja auch etwas ganz anderes dahinterstecken. Wie dem auch sei, vielleicht bringen Dich nachfolgende Gedanken etwas weiter. Ich möchte Dir drei Gründe nennen, die dafür sprechen, weiterzuleben, auch dann, wenn Deine Lebensumstände bei Dir gerade sehr schwierig sind.

Ein erster Grund: Deine Umstände können sich ändern

Denke immer daran, dass sich belastende Situationen, egal wie ausweglos sie im Moment erscheinen, ändern können und sich sogar plötzlich zum Besseren wenden. Selbst wenn das nicht so schnell geschieht, wie man sich das wünscht, sollte man nicht versuchen, alle Probleme auf einmal zu lösen, sondern jeden Tag für sich zu sehen.

Natürlich gibt es auch immer Umstände, die sich nicht so schnell ändern lassen, wie auch in Deinem Fall. Doch auch dann kann man etwas tun: Die eigene Einstellung ändern. Man kann entweder dem unabänderlich Geschehenen endlos nachtrauern oder aber sich innerlich damit abfinden. Dann gelingt es besser, die eigene Situation positiver zu sehen. Auch hält man eher danach Ausschau, wie man mit der Situation klarkommen kann, statt mit drastischen Mitteln allem ein Ende zu machen. So kommt man an den Punkt, wo man einer Situation, die unveränderlich erscheint, nicht mehr völlig hilflos ausgeliefert ist.

Du solltest auch folgendes niemals vergessen: Kann man einen Berg nicht auf einmal ersteigen, dann schafft man es vielleicht in mehreren Etappen— also Schritt für Schritt. Dasselbe gilt für die meisten Hindernisse im Leben, ganz gleich wie riesig sie einem vorkommen.

Du kannst auch eines sofort tun: Mit jemandem über die Situation reden, zum Beispiel mit einem Freund, einem Familienangehörigen oder einem professionellen Berater.Vielleicht kann er oder sie Dir helfen, die Lage nicht mehr ganz so schwarz zu sehen.

Ein zweiter Grund für ein Ja zum Leben: Es gibt Hilfe!
Eine Hilfe können Menschen sein, denen Du am Herzen liegst. Das könnten Angehörige, Freunde und auch andere sein, die persönlich an Dir interessiert sind. Wenn sie auch nicht immer von selbst auf Dich zukommen mögen, so kannst Du sie vielleicht ansprechen und in einem vertraulichen Gespräch Dein Herz ausschütten.

Dann ist da ja auch noch professionelle Hilfe, die man bei Selbstmordgedanken unbedingt in Anspruch nehmen sollte. Oft steckt hinter diesen Gedanken eine schwere Depression, für die sich niemand schämen muss, genauso wenig wie man sich für eine körperliche Krankheit schämen muss. In einem Buch wird die Depression als „Schnupfen“ unter den psychischen Erkrankungen bezeichnet. Rein theoretisch kann sie jeder bekommen— und es gibt Behandlungsmöglichkeiten. Sind Deine Selbstmordgedanken sehr stark oder anhaltend, solltest Du Dich informieren, wo Du Hilfe erhalten kannst, vielleicht bei Notfall-Hotlines oder anderen Beratungsstellen für Suizidprävention. Sie sind mit geschultem Personal besetzt. Hier sind einige Anlaufstellen, an die Du Dich wenden könntest:

- Telefonseelsorge unter der Nummer 0800-1110111 oder 0800-1110222.
Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge hören Dir gut zu, nehmen an Deinen Problemen Anteil und können Dich bei Bedarf auch an entsprechende Einrichtungen verweisen. Du kannst Dich hier zu jeder Tages- und Nachtzeit anonym beraten lassen.

- Für Kinder und Jugendliche gibt es eine spezielle Telefonnummer: 0800-1110333 unter der Beratungseinrichtungen verschiedener Art, vor allem solche vom Kinderschutzbund, genannt werden.

- Dann gibt es in jeder Gemeinde den Sozialpsychiatrischen Dienst, der Menschen in psychischen Krisen Beratung und auch weitergehende Hilfen bietet. Oft findest Du diesen Dienst im Gesundheitsamt oder kannst Adresse und Telefonnummer über das Gemeindeamt erfragen.

- In den Städten und Gemeinden gibt es auch Beratungsstellen der Jugendämter, Erziehungsberatungsstellen und Ehe-, Familien-, Lebensberatungsstellen

- Eine Online-Beratung für suizidgefährdete junge Menschen gibt es hier: www.das-beratungsnetz.de .

Vergiss bitte nicht, dass Du aus einer schweren seelischen Krise nicht allein wieder herauskommst, aber wenn Dich jemand unterstützt, kannst Du es schaffen! Vielen hilft auch eine ambulante Therapie, um wieder mehr Selbstvertrauen zu entwickeln und Strategien zur Bewältigung der Probleme zu finden. Wichtig ist es auch, jemanden zu haben, zu dem man Vertrauen hat und bei dem man immer sein Herz ausschütten kann.

Hier noch ein dritter Grund, weiterzuleben: Es gibt Hoffnung!
Auch wenn Du schon lange an Deine Grenzen gestoßen bist, heißt das nicht, dass nicht irgendwann ein Hoffnungsstrahl aufleuchtet. Wie bereits gesagt, ändern sich Situationen, es bleibt nicht für immer alles gleich trost- und hoffnungslos. Deine Krankheit kann wie ein langer dunkler Tunnel sein, dessen Ende Du im Moment noch nicht sehen kannst. Denke jedoch daran, dass irgendwann auch der längste Tunnel zu Ende ist und man wieder das Tageslicht erblickt. Vielen vor Dir ist es schon so ergangen, und so kann es auf in Deinem Fall sein! Auch wenn es schwer ist, mache Dir jedoch eines zum Motto: "Aufgeben ist keine Option". Diese Einstellung kann Dir dabei helfen, niemals die Hoffnung zu verlieren, egal wie dunkel es um Dich herum gerade aussieht.

Außer diesen praktische Hinweisen, möchte ich Dir zum Schluss auch noch einen kleinen Tipp aus der Bibel geben. Ich fand einmal einen sehr schönen Text in den Psalmen, der zeigt, dass wir uns mit unseren Sorgen und Problemen jederzeit an Gott wenden können. Der Text lautet: " O Hörer des Gebets, ja zu dir werden Menschen von allem Fleisch kommen." (Psalm Kapitel 65, Vers 2) Ich selbst habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Gebete nicht einfach ins Leere gehen. Gott kann einem helfen, auch wenn er nicht durch ein Wunder unsere sämtlichen Probleme beseitigt.

Ich wünsche Dir sehr, dass Du es mit der Hilfe und Unterstützung anderer schaffst, Dein schlimmes seelisches Tief zu überwinden und Du die Entdeckung machst, dass es sich auch in Deinem Fall lohnt, weiterzuleben. Alles Gute!

LG Philipp

Das wäre schon recht vermessen, wenn sich hier jemand herausnehmen würde zu behaupten, dass er dir mit einer einfachen Antwort helfen kann...

Insgesamt finde ich es eigentlich überhaupt nicht schlimm, wenn man keine oder wenig gleichaltrigen Freunde hat. Vielleicht ist es ungewöhnlich, aber nicht schlimm. 
Viele meiner Freunde sind 10 oder bis zu 20 Jahre älter als ich - im Erwachsenenalter ist das eigentlich ganz normal und fällt nur während der "Jugend" so extrem auf. Ich denke also, du solltest dir einfach wirklich die Freunde suchen, die zu dir passen - ganz egal, was für ein Alter im Personalausweis steht!

Wenn man jedoch solche ernsthaften seelischen Probleme hat, sollte man sich in meinen Augen unbedingt zusätzlich professionelle Hilfe holen. Daran ist überhaupt nichts verwerfliches, es zeugt viel mehr von Stärke und nebenbei erfährt man auch noch eine ganze Menge über sich selbst...

Da (je nach Bundesland) die Wartezeiten für eine Psychotherapie unfassbar lang sind, würde ich es im Zweifel in einer Tagesklinik ambulant versuchen. Dort bekommst du in der Regel sehr schnell (innerhalb von Tagen) Hilfe für die ersten Schritte und einen leichteren Übergang in eine anschließende Therapie.
Das mag jetzt vielleicht drastisch klingen, aber sich das Leben nehmen zu wollen ist eben auch eine sehr drastische (und im Zweifel endgültige) Maßnahme - das darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Auch wenn du nur ein winziges Staubkorn in den unendlichen Weiten des Universums ist: Dir ist ein Leben geschenkt worden - mach das Beste draus! :-)

Eigentlich willst du doch überhaupt nicht...

Ich bin kurz davor mich selbst umzubringen hilfe bitte?


Ich erkenne in der Art wie du schreibst eine grosse Wut und frustration. Aber willst du wirklich so weit gehen und dich erschiessen? Willst du den Menschen die dich zu Aussenseiter gemacht haben jetzt auch noch die genugtuung geben dich aus deinem Leben verdrängt zu haben?

Ich denke das du es eigentlich innerlich überhaupt nicht willst, dich aber dazu genötigt fühlst es zu tun. Und letztlich kann dich keiner davon abhalten es zu tun - wir können nur immer wieder auf dich einreden und dir mut zusprechen. Denn was du jetzt erlebst ist eine Phase deines Lebens. Sie wird vorbeigehen. Du steht mit deinem Alter noch völlig am Anfang des grossen und ganzen und kannst den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Deine Zeit ist vielleicht nicht jetzt, aber sie wird kommen. Du wirst deinen Abschluss machen eventuell studieren gehen. Dort wirst du dann auf Leute treffen denen es sicherlich auch schon einmal so ging wie dir.

Du wirst einen Beruf finden den du mit Leidenschaft jeden Tag neu entdeckst. Glaube miralles wird noch. Du machst dir für den moment einfach viel zu viel druck über das was noch kommen wird.

Nimm das Leben so wie es kommt.


Lg, Anduri87

Was möchtest Du wissen?