Ich bin kreativer künstlerischer Freigeist und studiere Business. Wie kann ich meine Kommilitonen aushalten?

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5 Antworten

Ich habe mir deinen Text jetzt zweimal durchgelesen und habe hin und her überlegt, ob ich überhaupt antworte. Denn was du beschreibst, ist natürlich mit einem Beitrag hier kaum aufzuarbeiten und es ist schwer, aus der Ferne und ohne tatsächliche Kenntnis des Menschen eine dennoch passende Antwort zu schreiben.

Was mich als erstes aufmerksam gemacht hat, war die Tatsache, dass du die Studenten an deiner Uni als homogene Masse beschreibst, mit der du nichts anfangen kannst. Daraus schließe ich, dass du an einer recht kleinen Hochschule bist, deren Fächerauswahl auch nicht sehr breit ist. Denn die Unis, an denen ich mich so herumgetrieben habe und noch herumtreibe, haben in der Regel eine sehr verschiedene und auch kulturell/kreative-aktive Studierendenschaft. Kein Mensatisch ohne Flyer von Kunst- und Literaturprojekten, Protestaktionen, studentischen Theateraufführungen.

In Leipzig hat es ja anscheinend geklappt. Du beschreibst zwar auch da einen Misserfolg, aber sowas kommt eben vor. Besonders, wenn man neu zu einer bereits bestehenden Gruppe hinzukommt. Das hat wahrscheinlich weniger wegen deiner Person nicht geklappt, sondern einfach weil es eben nun mal nicht immer passt.

Hast du denn schon versucht, selbst aktiv zu werden? Irgendeine Art von künstlerischem Projekt ins Leben gerufen oder dich irgendwo angeschlossen? Selbst wenn die Uni klein sein sollte, es gibt in jeder Stadt und jeder Region aktive Künstler/Kreative, die immer auf der Suche nach neuen Leuten sind.

Und wenn ich noch fragen darf: Warum ein zweiter Master? Vielleicht wäre die Lösung von dem Kosmos Universität ja auch keine schlechte Idee. Natürlich ist der Übergang ins Berufsleben auch eine Herausforderung, aber er ist ebenso eine Chance.

Zu guter Letzt noch ein kleiner Rat: Wenn der Leidensdruck bei dir zu hoch wird (und dass du hier einen ziemlich langen Post über dein Gefühlsleben hineinsetzt, zeigt, dass der schon recht hoch ist), dann hab keine Scheu und denke darüber nach, zu einer psychologischen Beratung zu gehen. Das ist keine Schande und auch keine Niederlage, aber du bekommst da sicher noch ein paar zielführende Reflexionen, als von einem Laienpublikum wie dieser Community.

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Ich habe es wirklich oft versucht, Freunde zu finden

Wie genau hat sich das gestaltet wenn du gleichzeitig schreibst: "Ich versuche den anderen Business-Studenten so weit es geht aus dem Weg zu gehen"? Ich denke, dass man auch das was man empfindet in gewisser Weise ausstrahlt. Wenn du mit einer solchen Anti-Haltung den Kommilitonen entgegen trittst kannst du keine Jubelschreie erwarten. Was dich eventuell ein Stück weiterbringen könnte wäre Akzeptanz für andere Lebensweisen.

Du kannst dich nicht weiterentwickeln wenn du mit Scheuklappen, stur eine Richtung fährst. Versuche dich zu öffnen für andere Denkweisen. Du wirst dich wundern was man da alles lernen kann.


72 Projekte sind angefangen und nie zuende gebracht.

Wenn ich so etwas lese in Kombination mit "Das Schlimmste für mich sind die Gruppenarbeiten. 4 ordentliche Strukturdenker und dann bin da ich: Kreatives Chaos im Kopf." kann ich mir auch vorstellen wo die Probleme liegen. Nun frage ich mich auch, wenn du im Business Bereich dein Geld verdienen möchtest und in der Freizeit deiner Kreativität nachgehen: Wie genau hast du dir das vorgestellt? Wie möchtest du einen Business-Job ausüben mit nur Chaos im Kopf? Die Firma wird sich bedanken wenn man einen Chaoten am Schreibtisch sitzen hat der hinten und vorne nicht mehr durchblickt und speziell in dem Bereich wirst du mit ganz vielen unkreativen Menschen zu tun haben. Ich könnte mir vorstellen, dass du in diesem Bereich völlig fehl am Platz bist und tatsächlich in einer kreativen Richtung besser aufgehoben wärst. In jedem Fall würde ich aber dazu raten das Studium unbedingt abzuschließen (so lange hast du ja nicht mehr) und dich hinterher nochmal neu orientieren.

Ich selbst gehöre auch zu den analytisch denkenden, strukturierten Menschen und wenn ich mir vorstelle ich müsste zb. Kunststudium absolvieren das wäre absolut schrecklich.

Wäre das vllt. etwas für dich?

https://www.alanus.edu/

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Kommentar von Niais
14.11.2016, 22:35

Danke für deine Tipps. Bei der Akzeptanz für andere Lebensweisen gebe ich dir auf jeden Fall Recht, da muss ich an mir arbeiten. 

Dann wiederum, löst das leider nicht mein Problem. Ich habe ja oft versucht die Leute besser kennenzulernen bevor die Isolation angefangen hat, und gemerkt dass es einfach völlig unterschiedliche Interessen, Hobbies, Meinungen etc. sind. Von daher bleibt es bei Smalltalk, nie entsteht tiefgründige Freundschaft. Dafür fehlt einfach die Basis.

Und beim Zweiten muss ich dir widersprechen. Viele innovative Entrepreneure wie z.B. Walt Disney waren kreative Köpfe ohne Händchen für Menschen. Wir leben in einem Zeitalter in dem strukturiert und ordentlich geführte Unternehmen ohne Innovationskraft sukzessive in Konkurs gehen und ersetzt werden.

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Oha.. Das ist ja eher tiefgründig.. Und um ehrlich zu sein weiß ich such nicht wirklich, was ich antworten sollte.. Das Studium nach 7 Jahren hinzuwerfen wäre vielleicht nicht so cool.. Und einfach so weitermachen hört sich nach deiner Beschreibung auch nicht grad toll an..
Das mit dem Kreativen.. Du könntest einfach ne Blockade haben.. Aber ich glaube der psychische Zustand wirkt sich auch auf das Kreative und insgesamt die Motivation etc. aus.. Ich würde versuchen neue Kontakte mit denselben Interessen zu knüpfen..

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zunächst einmal bist du genau die Sorte von Mensch, nach denen sich die Unternehmen in diesem Jahrhundert reißen werden :-)

Was Freunde betrifft, solltest du lernen, wie man Smalltalk betreibt, das ist sehr wichtig.

Ansonsten kann ich dir nicht weiterhelfen, nur Mut zusprechen LG

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Kommentar von BlueBubble99
14.11.2016, 20:37

Na ja, wenn man sich nicht für das gleiche interessiert und dann Smalltalk führt ist das vll nicht gerade besser als nichts sagen.. Ich persönlich mag Smalltalk nicht und finde das ist eher eine leere Unterhaltung..

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Du studierst seit 7 Jahren und bist im 2. Semester vom Master? Oder machst jetzt deinen 2. Master?

Was hast du nach dem Studium vor? Hast du einen genaueren Plan als "Business-Job"?

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Kommentar von Niais
14.11.2016, 20:42

Jetzt mach ich den 2. Master. 

Nach dem Studium kann ich mir nur vorstellen in einer kleinen Firma zB Start-up zu arbeiten. Das ist zwar furchtbar anstrengend, aber wenn das Team zu groß ist, werde ich wahrscheinlich wieder introvertiert und einsam. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen langfristig bei einer Firma zu bleiben. Wenn ich zu lange (~1 Jahr) an einem Ort mit denselben Menschen bin krieg ich die Krise.

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