Ich bin keinem was wert und belaste alle nur, was soll ich tun?

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8 Antworten

Guten Tag Neutralis,

da hast du ja schon wirklich sehr viel versucht. Ich kann verstehen, dass man nach so vielen Misserfolgen ein wenig verzweifelt.

Das Problem an der Sache ist, dass dir andere Personen nur teilweise "Wert" geben können. Du musst dir selbst etwas Wert sein. Du bist die einzige Person, die sich wirklich um dich selbst kümmern kann.

Es scheint als hättest du ein sehr negatives Selbstbild entwickelt. Wenn man sich verstellt um es anderen recht zu machen und um zu gefallen, dann bekommt man meist nur für die Fassade Bestätigung und Anerkennung. Diese Bestätigung tut zwar kurzfristig gut, fließt aber wie durch ein Loch im Löffel in den man Wasser gießt einfach durch. Das "wahre Selbst" wird nicht gesehen. Negative Kommentare und Kritik dagegen werden meist wie ein Schwamm aufgesaugt und gespeichert. Hierdurch wird das innere negative Selbstbild bestätigt, als solches verfestigt und gespeichert. Diese Unausgewogenheit beim inneren Bilanzieren führt ständig zu einem Minus auf dem "Selbst-Wertschätzungs-Konto".

Wie könntest du das Minus auf diesem Konto loswerden? Dies ist oft ein langer Prozess, der aber sehr viel Spaß machen kann. Finde Dinge, für die du dich selbst Loben kannst, Dinge die dir an dir gefallen. Anfangs mag es vielleicht seltsam erscheinen, wenn man sich selbst sagt: Ich bin stolz auf mich, weil ich heute Frühstück gemacht habe. Oder (z.B.): Ich mag meine Leidenschaft für Animes. Oft ist der innere Kritiker so groß, dass er sofort darauf Dinge sagt wie: Ja toll, aber dafür is alles andere Sche*ße... Es gilt diesem inneren Kritiker etwas entgegen zu setzen.

Haben dir die Psychologenbesuche nicht geholfen? Waren dies einmalige Besuche oder längere Behandlungen? Eine Psychotherapie würde dir sicher gut tun und dir auf dem Weg zu mehr Selbstachtung helfen. Ich kann dir auch noch zur Unterstützung ein gutes Buch empfehlen: Alice Miller - Das Drama des begabten Kindes.

Ich hoffe ich konnte dir mit meiner Antwort ein paar hilfreiche Anregungen geben und wünsche dir gutes Gelingen

Mit freundlichen Grüßen

Raphael Duque, Online-Psychologe bei Instahelp                    (https://instahelp.me/at/?utm\_campaign=RaphaelDuque)

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Hallo Neutralis,

es ist wirklich sehr bedrückend, wenn man sich in einer solchen anscheinend ausweglosen Lage befindet. Da Du schon so vieles erfolglos ausprobiert hast, kann ich verstehen, dass Du inzwischen ziemlich mutlos geworden bist. Dennoch glaube ich, dass Du noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft hast.

Hast Du Dich eigentlich schon einmal im Hinblick auf Deine Depression körperlich gründlich durchchecken lassen? Es kann für eine Depression nämlich auch rein körperliche Ursachen geben, die nur ein Arzt feststellen kann. Sollte das bei Dir der Fall sein, ist es natürlich verständlich, dass Klinikaufenthalte und Antidepressiva bisher nichts gebracht haben. Das ist jedoch lediglich eine Vermutung, der Du einmal nachgehen könntest.

Du kannst allerdings auch selbst einiges tun, um Deine Depression zu bekämpfen. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es nicht leicht für Dich ist, aktiv zu werden, da die Depression sicher Deine Kräfte lähmt. Sich überhaupt zu irgendetwas aufzuraffen erfordert enorme Kraftanstrengungen, doch Du wirst sehen, es lohnt sich! Es gehört eben zum Wesen einer Depression, das Gefühl zu haben, nicht in der Lage zu sein, in irgendeiner Weise aktiv zu werden. Doch höre nicht auf Dein Gefühl! Dieses Gefühl betrügt dich, da es Dich nur noch tiefer in die Depression treibt. Fang doch mit ganz kleinen Schritten an, z.B. mit einem kurzen Spaziergang.

Es ist ganz verständlich, dass Du so schnell wie möglich wieder aus Deiner Depression herauskommen willst und Du machst Dir womöglich Vorwürfe, dass Du nicht mehr so leistungsfähig bist wie früher. Vielleicht sagst Du Dir innerlich immer öfter: "Ich bin doch zu nichts mehr zu gebrauchen". Doch mit solchen Selbstvorwürfen raubst Du Dir nur Dein Selbstwertgefühl und Du verschlimmerst Deine Depression. Ganz wichtig ist es gerade jetzt, dass Du nachsichtig und geduldig mit Dir selbst bist. Mach Dir immer wieder klar, dass es eben Zeit braucht, aus Deinem Tief wieder herauszukommen und dass eine Depression nicht ewig dauert. Du kannst sie überwinden und wieder völlig gesund werden! Vergiss das nie!

Da die Depression vorübergehend Deine Leistungsfähigkeit hemmt, solltest Du Dir nie zu viel an einem Tag vornehmen. Lerne es, immer nur kleine Aktivitäten durchzuführen und belohne Dich , wenn Du sie geschafft hast. Habe bitte Verständnis für Dich selbst, da Depressionen eine wirklich kräfteraubende Krankheit ist.

Wenn man eine Depression hat, dann saugt man negative Gedanken quasi wie ein Staubsauger in sich auf. Außerdem drehen sich Deine Gedanken wahrscheinlich ständig um Deine eigene schlimme Situation und immer wieder kommt Dir Negatives in den Sinn. Was könntest Du gegen die Negativspirale tun, in der Du gefangen bist? Versuche doch einmal ganz bewusst über Folgendes nachzudenken: Gibt es etwas in Deinem Leben, wofür Du dankbar sein kannst? Welche Menschen sind für Dich da und lieben Dich? Gibt es weitere Menschen, die Dir helfen könnten? Gibt es etwas, was Dir guttun würde, um Dich für eine gewisse Zeit von Deinen negativen Gedanken abzulenken?

Manchen hilft es, wenn sie im Laufe des Tages mehrmals etwas Schönes und Angenehmes tun und es ganz bewusst wahrnehmen. Ein Beispiel: die geliebte Tasse Tee oder Kaffee in Ruhe trinken und versuchen, die damit verbundene Freude bewusst wahrzunehmen. Oder: In einer sonstigen angenehmen Situation verweilen und das Schöne daran eine ganze Zeitlang bewusst auf sich wirken lassen. Das wirkt wie Streicheleinheiten für Deine Seele! Probiere es doch einmal aus!

Bei der Behandlung einer Depression hat es sich sehr bewährt, sich möglichst mehrmals am Tag körperlich zu bewegen. Anfangs kann das ein kurzer Spaziergang sein, den Du im Laufe der Zeit etwas ausdehnen könntest. Das Laufen schafft das Gefühl, etwas geleistet zu haben und baut Dein Selbstwertgefühl auf. Ganz abgesehen davon, was die frische Luft und das Licht in Deinem Körper bewirken, wirst Du feststellen, dass beim Laufen Deine Grübeleien über Negatives nachlassen oder sogar ganz verschwinden. Andere Möglichkeiten der Bewegung wären z.B. Radfahren, Schwimmen oder Gartenarbeiten. Auch wenn es Dich anfangs große Überwindung kostet Dich in Bewegung zu setzen, wirst Du feststellen, dass sich Deine Stimmung mehr und mehr aufhellt.

Wenn man depressiv ist, dann sucht man verständlicherweise Hilfe und Trost bei anderen. Leider sind in unserer hektischen Zeit viele mit ihren eigenen Problemen und Sorgen beschäftigt und haben nicht immer die Gedanken frei, einem anderen mitfühlend und geduldig zuzuhören. Wenn Du das schon erlebt hast, dann kann das für Dich sehr verletzend sein. Da ich in meinem Leben auch schon viele schlimme Dinge erlebt habe und nicht immer jemand da war, der mir hilfreich zur Seite stand, konnte ich dennoch erfahren, dass es jemanden gibt, der um den Schmerz des Herzens weiß und auf jeden Fall mit den Leidenden mitfühlt. Ja, ich spreche von Gott. Heutzutage haben viele den Gedanken an ihn verloren und erwarten keine Hilfe aus dieser Richtung. Wenn man sich jedoch mit seinem Wort, der Bibel, ein wenig beschäftigt, findet man dort viele sehr trostreiche Gedanken, die einem echt wieder Auftrieb geben können.

Ein Text, der mir besonders gut gefällt und mir sehr zu Herzen geht ist dieser: "Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Blicke nicht gespannt umher, denn ich bin dein Gott. Ich will dich stärken. Ich will dir wirklich helfen. Ja, ich will dich festhalten mit meiner Rechten der Gerechtigkeit" (Jesaja 41:10). Ja, wenn man Gott als Freund hat, dann gibt das einem im Leben großen Halt und Sicherheit. Darüber hinaus besteht gem. der Bibel die Aussicht, dass eines Tages sämtliche Krankheiten, wozu natürlich auch Depressionen gehören, sowie alle andere Leid für immer verschwinden werden. Dieser Gedanke hat schon Millionen von Menschen sehr getröstet, vor allem dann, wenn sie mit Dingen zu kämpfen haben, die sich trotz aller Anstrengungen einfach nicht verbessern oder beseitigen lassen.

Ich wünsche Dir im Kampf gegen Deine Depressionen viel Kraft! Probiere die Tipps doch einfach mal aus und gib bitte niemals auf! Alles Gute und viel Erfolg! Für weitere Fragen stehe ich Dir gern zur Verfügung.

LG Philipp

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Vielleicht solltest du anfangen dich von diesen Aussagen etwas zu distanzieren. Wer dir sagt, dass du störst, ihn belastest oder ähnliches - hat selbst ein Problem - du bist nur der einfache Weg nichts daran tun zu müssen. Man schiebt es auf Andere.
Hör einfach nicht hin, wenn dir so etwas entgegenschlägt. Zieh dich zurück und versuch einen klaren Kopf zu bewahren. Es ist nicht dein Problem wenn Andere mit dir nicht umgehen können. Verstell dich nicht. Betrachte das Ganze als würdest du der Situation selbst zusehen und versuch, ob du das Ganze von DIR als Person ablenken kannst.
Versuch dich außerdem, dich von Menschen fern zu halten, die dir nicht gut tun. Das mag Ängste vorm Alleinsein auslösen - versuch einen Therapieplatz zu bekommen (Psychotherapie nicht Psychiater) - Gesprächstherapie - vielleicht am Besten tiefenpsychologisch.
Du brauchst Platz für Menschen die dich verstehen wollen. Ich kann das leider nicht besser erklären. Ich weiß nur, dass viele Menschen übergriffig sind und in ihrer Welt oft vergessen, was ihr eigenes Problem ist und was das des Anderen.
Es gibt auch noch das Mittel dir selbst immer zu sagen "Dass ich schlechte Dinge denke, fühle heißt NICHT dass ich ein schlechter Mensch BIN". Zu denken und zu handeln sind 2 völlig verschiedene Dinge und Sätze wie "Du bist dumm" tun mehr weh als ein Satz wie "Du tust schon manchmal dumme Dinge". Der erste Satz steckt dich in eine Schublade und man kommt sich ungesehen und klein vor. Der zweite Satz sagt das was real ist - du hast Mist gebaut - deswegen wertet man dich als Mensch aber nicht ab. Versuch den Unterschied zu begreifen, dann fällt es auch wesentlich leichter, solche Aussagen von dir als Person abzulenken und als das zu sehen was sie sind. Das Problem des Anderen.

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Das mit den Geschwistern ist relativ normal. Bei deiner Mutter kann es ebenfalls mit Stress zusammenhängen auch wenn die ihre Art in diesem Fall wirklich nicht gerecht ist.

 

Zu dem zweiten Teil rate ich dir, eine Beschäftigung zu suchen, welche dich ablenkt, Spaß macht und legal ist. Wenn du 16 bist, kannst du dir ja einen kleinen Nebenjob suchen. Deine Auswahlmöglichkeiten sind groß :)

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Familie ist immer so ein kompliziertes Thema. Meist ist es so, dass ihr Handeln etwas damit zu tun hat, dass sie Probleme mit sich selbst haben und nicht mit dir. Zumindest habe ich diese Erfahrung bei meiner Familie gemacht.

Was spricht dagegen dir Leute zu suchen, bei denen du dich nicht verstellen musst? Die dich genau so nehmen wie du bist.

Manches braucht einfach Zeit. Mit der Familie und Freunden.
Vlt versuchst du dich mal mit deiner Familie zusammenzusetzen und zu reden. Vlt kann sich einiges klären. Und besser werden:)

Alles Gute

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Du die gleichen Gedanken hatte ich aber auch , habe an mir gearbeitet und war der Meinung das ich sehr Stark bin um damit fertig zu werden.
Sei Du nur Du selbst

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Überdenke deine Frage peinlich genau, ob du wirklich keinem was wert bist und ob du wirklich alle belastest. Lasse dir viel Zeit dazu. Am besten schriftlich, stichpunktartig vorgehen. Schreibe dir also  alle Tatsachen, auch die kleinsten, auf, die deine o.g. Annahme bestätigen aber auch widerlegen. Denn es gibt bestimmt Fakten, die dir zeigen, dass du für manche Leute da und dort doch ein wertvoller Zeitgenosse bist und dass du deswegen nicht nur eine Belastung für alle sein kannst. Selbst ein schwerstbehinderter, nur im Bett liegender Mensch ist für seine Angehörigen oder für die ganze Gesellschaft nicht nur eine Belastung. Wie jeder Kranke oder auch Schwerstkranke, sichert  auch er das Einkommen von Ärzten und Pflegekräften..

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Keine Angst 😊 aber mach dir keine Hoffnungen

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Kommentar von Neutralis
31.10.2016, 11:20

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