Ich bin im Rentenverfahren vorm Sozialgericht, ich bin im Frühjahr 1960 gebohren. Der erlernte Beruf ist Dreher. EM Rente ist nur zu 50% bewilligt?

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6 Antworten

Das Kriterium für eine Erwerbsminderungsrente ist aber, ob du im ALLGEMEINEN Arbeitsmarkt noch beschäftigt werden kannst. Das ist scheinbar der Fall. Du kannst noch zwischen 3 und 6 Stunden täglich arbeiten.

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Das Gutachten sagt, dass du wg Berufsschutz eine halbe EM Rente bekommst.Ansonsten wärest du noch in der Lage, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch mehr als 6 Std täglich irgendeine Beschäftigung ausüben kannst

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Kommentar von ralfpaul
03.03.2017, 21:32

das soll heißen das es die volle EM Rente nicht gibt ???

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Hallo ralfpaul,

Sie schreiben unter anderem:

Ich bin im Rentenverfahren vorm Sozialgericht, ich bin im Frühjahr 1960 gebohren. Der erlernte Beruf ist Dreher. EM Rente ist nur zu 50% bewilligt?

Antwort:

Wer vor dem 2.1.1961 geboren ist, hat in der DRV Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit, wenn die Leistungsfähigkeit im allgemein anerkannten und ausgeübten Beruf auf Dauer, auf 3 bis unter 6 Stunden abgesunken ist!

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

Es stellt sich nun die Frage:

Wurde Ihnen diese teilweise Erwerbsminderungsrente wegen Berufsunfähigkeit bewilligt, weil Ihre Leistungsfähigkeit in Ihrem allgemein anerkannten und ausgeübten Beruf auf 3 bis unter 6 Stunden pro Arbeitstag abgesunken ist oder steht diese teilweise Erwerbsmindeurngsrente in keinem Zusammenhang mit Ihrem ausgeübten Beruf?

Haben Sie den Beruf als Dreher bis zuletzt ausgeübt?

Sollte dies so der Fall sein, könnten Sie ggf. ergänzend einen Antrag auf volle Erwerbsminderungsrente wegen verschlossenem Teilzeitarbeitsmarkt bei Ihrer zuständigen DRV-Rentenanstalt geltend machen!

Wurde der Beruf als Dreher nicht bis zuletzt ausgeübt, wird die DRV dies als Gegenargument ins Feld führen und ablehnen!

Stichwort: "Arbeitsmarkt-Rente!"

Die Krux bei der Sache ist ggf. daß die DRV versuchen wird, Ihnen einen Verweisungsberuf zuzumuten, weil ggf. die eine oder andere Auslegung ins Feld geführt wird!

Das Gutachten besagt das ich die zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr ausüben kann und darf.( Gesichtsfeldausfall u.li.beidseitig, KHK, nur noch kurze Wegstrecken 200m dann erst mal Pause, GDB 80% "G", keine Bedienung irgend welcher Fahrzeuge.) Im Gutachten steht des weiteren das keine Bildschirmtätigkeit, keine Tätigkeit unter Zeitdruck, kein Ständiges gehen, kein Ständiges sitzen aber vollschichtig einsetzbar bin. Wie soll ich das alles verstehen ????

Antwort:

Um allen Eventualitäten entgegenzutreten wäre es sehr hilfreich, wenn Sie in Ihrer eigenen Krankenakte glasklar und sehr detailliert nachweisen können, daß Ihre Leistungsfähigkeit dauerhaft, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, auf unter 3 Stunden pro Arbeitstag abgesunken ist!

Sicherlich wird Ihnen Ihr Rechtsbeistand hier mit Rat und Tat weiterhelfen können, hier hat niemand Einblick in Ihre Akten!

Auch dieses von Ihnen zitierte Gutachten muß noch nicht der Weißheit letzter Schluß sein, die Uhr dreht sich weiter und wenn Sie mit dem Inhalt dieses Gutachtens (vermutlich von der Gegenpartei in Auftrag gegeben) nicht einverstanden sind, dann können Sie ggf. weitere Arztberichte organisieren und/oder beim Sozialgericht ein Gutachten nach § 109 SGG beantragen!

https://www.gesetze-im-internet.de/sgg/__109.html

Auszug:

(1) 

Auf Antrag des Versicherten, des behinderten Menschen, des Versorgungsberechtigten oder Hinterbliebenen muß ein bestimmter Arzt gutachtlich gehört werden. 

Die Anhörung kann davon abhängig gemacht werden, daß der Antragsteller die Kosten vorschießt und vorbehaltlich einer anderen Entscheidung des Gerichts endgültig trägt.

(2) 

Das Gericht kann einen Antrag ablehnen, wenn durch die Zulassung die Erledigung des Rechtsstreits verzögert werden würde und der Antrag nach der freien Überzeugung des Gerichts in der Absicht, das Verfahren zu verschleppen, oder aus grober Nachlässigkeit nicht früher vorgebracht worden ist.

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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Kommentar von Dickie59
05.03.2017, 20:24



Wurde der Beruf als Dreher nicht bis zuletzt ausgeübt, wird die DRV dies als Gegenargument ins Feld führen und ablehnen!

Wenn die Facharbeitertätigkeit aufgegeben wurde, weil sie nicht mehr gesundheitlich auszuüben war und der Versicherte das nachweisen kann (ärztliche Behandlungen, Atteste), dann muss die DRV die Leistungsfähigkeit für diesen Beruf prüfen, wenn die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine Anlerntätigkeit (ohne berufliche Qualifikation) war.

Wie es aber aussieht, bekommt der Versicherte die halbe Erwerbsminderungsrente, da er sicherlich verwiesen werden konnte.

Beste Grüße

Dickie59

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Hallo,

wichtig ist, das du nachweisen kannst, das die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine Facharbeitertätigkeit ist, für die du einen Qualifikationsnachweis nach Berufsbildungsgesetz mit Prüfung hast.

 Wenn es der Dreher ist, dann ist gut, ist es nicht der Dreher, ist es aussichtslos, nach altem Rentenrecht für vor 1961 geborene Versicherte geprüft zu werden.

Dann wird nur nach

neuem Rentenrecht

geprüft, wie viel Stunden kannst du irgendeine Tätigkeit, 5 Tage die Woche ausüben.

Wenn du aber nachweisen kannst, das du den Dreher aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben hast, dann muss die DRV diesen Beruf (Dreher) prüfen.

Mit den jetzigen Leistungsbild kannst du nicht mehr an einer Drehmaschine arbeiten, somit hast du auf alle Fälle Anspruch auf halber Erwerbsminderung.

Ich denke zu mehr wird es dann nicht reichen.

Die Wegstrecke 200m ist enorm.

Dein Rechtsbeistand sollte oben genanntes genau prüfen.

Beste Grüße

Dickie59 

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Kommentar von Dickie59
05.03.2017, 20:28

Ergänzung. du bekommst aber die halbe Erwerbsminderungsrente, demzufolge muss dein rechtsbeistand nachweisen, das du nur unter 3 Stunden irgendeine Tätigkeit machen kannst.

Die Wegstrecke wegzubekommen geht wohl nicht, ich kenne auch nicht die  Verweisungstätigkeit und was du zuletzt gemacht (Beruf) hast.Gib mal noch den Hinweis.

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Die Rentenversicherung hat nun einen Vergleich zur vollen Rente mit Befristung von 09/16-09/17 angeboten und ist der Meinung das sich die Verschlechterung beim Gehen (150-250m) erst seit Erstellung des Gutachtens nachweisen lassen und dies durch einen medizinischen Eingriff, der nicht duldungspflichtig ist, behoben und die Gefälligkeit bessern lässt. Beim Hausarzt hatte ich dies schon Anfang 2016 zum Thema gemacht. Das Gericht erwartet nun mit Monatsfrist eine Stellungname durch den HA. Würdet Ihr annehmen ? Beginnt dann alles von vorne wieder oder wie ist der Weg ??

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die Aussage bezieht sich auf deinen Beruf, das du DIESE Tätigkeit nicht mehr ausüben kannst, darfst oder wie auch immer.
Es sagt aber nichts über deine Leistungsfähigkeit im Allgemeinen aus.
Deine gesundheitlichen Einschränkungen lassen dennoch zu, seitens der DRV, dass du noch einer Arbeit nachgehen kannst die mehr als 3 Std. pro Tag beinhaltet.
Was genau schreibt denn die DRV was du 

noch machen darfst?
Es ist ein Gutachten, was noch lange nicht sagt, das es für die DRV bindend ist.

Wichtig ist aber erst einmal, das du gesundheitlich wieder auf die Füße kommst und ich dir dazu alles Gute wünsche.
Und mach dich jetzt nicht verrückt, was die EMR betrifft. Im Moment kannst du nichts ändern, nur abwarten.
Viel Glück wünsche ich dir

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