Ich bin faul viel zu faul, was kann ich machen?

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4 Antworten

Okay, deine Gehaltsvorstellungen sind ja mal drollig. 

Davon abgesehen: Du hast ein Problem erkannt. Nun überlege, was du dagegen machen kannst. Deine Lösung heißt: Tagesablauf verändern, Gewohnheiten schaffen, Disziplin antrainieren. Das kann man in ganz kleinen Schritten schaffen und über dieses Thema gibt es viele Webseiten, Videos und Bücher (Bücherei). Schau dich mal um. Fang mit youtube an, suche nach Videos zum Thema Disziplin, Arbeiten, Effizienz. Es gibt auch Videos zum Thema Schlafrhythmus ändern, Schlafdauer reduzieren, produktiver arbeiten, sich mehr merken, sich besser konzentrieren.

Großes Thema: Gewohnheiten ändern.

Fange mit einem ganz kleinen Schritt an. Das sollte etwas sein, dass du leicht in deinen Tagesablauf einbauen kannst. Entweder ist das etwas, das du gleich morgens machst oder bevor du ins Bett gehst oder immer, wenn oder bevor du etwas Bestimmtes machst. Z.B. "Vor dem Zocken lese ich eine Seite im Schulbuch und merke mir 5 Fakten daraus." Oder: "Vor dem Zocken mache ich eine halbe Stunde Hausaufgaben.

Mache eine Liste von allem, was du ändern solltest und überlege, wie man das in kleinen Portionen in den Tagesablauf einbauen kann. Also statt "Zimmer aufräumen" > "jeden Tag 10 min Zimmer aufräumen; am ersten Tag Müll sammeln und Staub wischen, am zweiten Tag staubsaugen und Schreibtisch aufräumen/ leer räumen" etc. Darüber gibt es auch einige Videos online. Erstelle den Plan so, dass jede Aufgabe regelmäßig gemacht wird und Aufgaben, die öfter anfallen - Müll rausbringen, Staubsaugen etc. - jeden Tag oder jeden zweiten Tag. Stelle dir dazu einen Küchenwecker oder Handytimer auf eine kurze Zeit - 5 bis 15 min; fange mit 2 bis 5 min an - und mache in dieser Zeit konsequent eine Aufgabe. Anfangs kann das auch sein "2 min Kniebeugen oder Seilspringen" oder "2 min Geschirr in den Geschirrspüler einsortieren". 2 min ist besser als gar nichts. Später kannst du Aufgaben so aufteilen, dass Teilaufgaben wenig Zeit verschlingen, z.B. "2 min Geschirr zusammen stellen, 5 min Geschirr in die Küche bringne, 10 min Geschirrspüler ausräumen, 5 min Geschirrspüler einräumen". Wenn es schwer fällt, verteile Aufgaben über den Tag (z.B. morgens Geschirrspüler einräumen, abends wieder ausräumen; morgens Müll rausbringen, abends staubsaugen etc.). 

Gewöhne dir an, kurze Aufgaben vor dem Entspannen anzugehen, z.B. "nach dem Heimkommen Flur (oder dein eigenes Zimmer) saugen", "vor dem Schlafengehen lüften und Boden frei räumen", "nach dem Hausaufgabenmachen Schreibtisch leer räumen", "während des Duschens eigenes Zimmer lüften" etc.

Erstelle dir für Netflix einen Zeitplan. Jeden oder jeden zweiten Tag darfst du von __ bis __ Uhr die und die Serie schauen und zwar so und so viele Folgen (z.B. zwei bis drei Folgen). Wenn es mehrere Folgen sind, ist es sinnvoll, eine als Belohnung nach getaner Arbeit aufzuheben. Mache danach etwas Sport oder dusche heiß, so dass du müde wirst und schläfst. Eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen sollte man nicht mehr auf den Bildschrim schauen. Das wäre z.B. eine gute Zeit, um zu überlegen und schriftlich festzuhalten (im Notizbuch....), was du verändern und verbessern willst und auf welche Nah- und Fernziele du wie hinarbeiten möchtest. Oder noch mal alle heute gelernten Fakten aus der Schule durchzugehen (weniger Lernzeit vor der Klassenarbeit, bessere mündliche Beiträge im Unterricht).

Motiviere dich mit deinen eigenen bisherigen, auch ganz kleinen Erfolgen. Wenn du heute eine halbe Stunde früher ins Bett gehst, war das ein Erfolg. Wenn du heute etwas getan hast, das du gestern aus Faulheit gelassen hast, war das ein Erfolg. Wenn du heute ein Ziel festgesetzt hast, das du in der nächsten Woche mit konkreten, geplanten Schritten erreichen willst, war das ein Erfolg. Hast du so ein Ziel festgelegt, fange heute mit dem ersten Mini-Schrittchen an. Halte deine Erfolge fest und gönne dir nach einer bestimmten Zeit etwas, z.B. eine längere Netflix-Session am WE, aber nicht die ganze Nacht hindurch, sondern z.B. den doppelten Filmkonsum eines Wochentages oder einen besonderen Film, den du dir die Woche über versagt hast, und auf den du dich freust (Qualität statt Quantität).

Bleib´ doch wie Du bist! Dann kannst Du Dein ganzes Leben auf der faulen Haut liegen! Darauf scheint es doch hin zulaufen!

Irgendwie willst Du gar kein anderes Leben führen. Was sollen wir im Forum denn raten? Du wirst eh keinen Rat annehmen.

Möglich, dass Du eines Tages ärgerlich über Dich selbst bist, dass Du nichts aus Deinem Leben gemacht hast.

Du hast heimliche Selbstzweifel (" Ich habe viele Ziele die ich so oder so nicht erreichen werde") und kompensierst diese durch Selbstflucht ("ich will irgendwie eines tages softwareentwickler werden aber irgendwie ist es unmöglich weil ich nie bock habe zu lernen"). 

Du hast übersteigerte illusionäre Erwartungen und hast die Allüren des hübschen verwöhnten Einzelkindes. Darum arrangierst und manipulierst du deine Verpflichtungen so lange, bis du sie nicht mehr als zumutbaren Zwang empfindest ("ich habe irgendwie meine innere uhr und will dinge machen wenn ich sie machen will").

Du lebst in der Vorstellung, du müsstest aus den bestehenden Verhältnissen ausbrechen ("irgendwie ist es unmöglich weil ich nie bock habe zu lernen."), da sie dich in der Entfaltung deiner Möglichkeiten hindern. Du empfindest jede Lebenssituation, in der dir nicht alle Möglichkeiten offen stehen, als Einengung und unzumutbaren Zwang.

Du erhebst den Anspruch auf alles, was du für möglich hältst. darum schiebst du Entscheidungen hinaus (" erledige ich meine hausaufgaben erst um 22 uhr oder so") und lebst im Provisorium.

Was du benötigst ist Integration und vertrauensvolle Kommunikation.

Ich empfehle dir dich von einem Psychologen beraten zu lassen, wie du deine persönliche Situation ändern und ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln kannst.

Hilfsweise gebe ich dir eine Literaturempfehlung zur Selbsthilfe.

der 4-Farben Mensch - (faul, unmotivitiert)

Hast du privat Probleme oder in deiner Kindheit vielleicht? Wenn das nicht der Fall ist, dann gehe ich stark davon aus, dass dir es einfach stark an Disziplin fehlt. Jemand muss dir auf gut deutsch in den Hintern treten. Das wird früh genug passieren, sobald dich irgendwann deine ganzen Freunde verlassen, weil niemand faule, orientierungslose Menschen um sich herum will. Das Leben ist kein Ponyhof. Bald musst du für dich selber sorgen und da wird dir weder Mama noch Papa helfen können, außer deine Bildung. Schule heißt Geld. Ohne Bildung wirst du kein gescheites Leben führen. Wer nur zu Hause rumsitzt und praktisch nichts tut, den übermannen irgendwann die Depressionen. Reiß dich zusammen, dir stehen alle Türen offen, nutz es aus, du bist doch nicht blöd. Geh raus, triff dich mit Freunden, somit therapierst du dich selbst. Anfangs wird dir es schwerfallen rauszugehen, aber du musst weitermachen und dann hast du auch den Dreh raus. Geh raus, zwing dich, die anderen Dinge kommen automatisch im Laufe der Zeit hinterher!

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