Ich bin evangelisch und seit 24 Jahren von meinem katholischen Mann geschieden.Wir haben nur standesamtlich geheiratet. Kann ich kirchlich katholisch heiraten?

10 Antworten

Du bist schon auf der richtigen Fährte: Deine erste (rein standesamtliche) Ehe war aus Sicht der katholischen Kirche wahrscheinlich nicht gültig. Denn Katholiken sind gehalten, ihre Ehe vor einem katholischen Geistlichen zu schließen. Sonst wird sie kirchlich normalerweise nicht anerkannt. Das gilt auch, wenn die Partnerin nie katholisch war.

Aus katholischer Sicht gültig könnte deine erste Ehe nur sein,

  • wenn ihr vor der standesamtlichen Eheschließung eine kirchliche Ausnahmegenehmigung für eine rein standesamtliche Eheschließung beantragt hättet (die wäre dann ersatzweise in die kirchlichen Bücher eingetragen worden) oder
  • wenn ihr nach der standesamtlichen Trauung ausdrücklich eine kirchliche Anerkennung der standesamtlichen Eheschließung beantragt hättet (die wäre dann auch in die Kirchenbücher eingetragen worden).

Vermutlich war beides bei euch nicht der Fall. Aus katholischer Sicht giltst du daher als ledig, als noch nie verheiratet gewesen. Du kannst also prinzipiell katholisch heiraten.

Allerdings musst du einen Antrag an die bischöfliche Behörde auf Feststellung der Nichtigkeit deiner ersten Ehe wegen Formmangels stellen. (Formmangel bedeutet, dass ihr nicht in der von der katholischen Kirche verlangten Form, nämlich vor einem katholischen Geistlichen, geheiratet habt.)

https://recht.drs.de/fileadmin/user_files/117/Dokumente/Offizialat/antragsformular_formmangel.pdf

Das Ganze ist eine Formalie. Wenn ihr wirklich nie kirchlich verheiratet wart, dann wird die kirchliche Behörde das auch so feststellen. Diesen Antrag brauchst du nicht vorab zu stellen, sondern er kann gleichzeitig mit dem Ehevorbereitungsprotokoll ausgefüllt und an die bischöfliche Behörde geschickt werden, wobei dir der Geistliche helfen wird.

(Das Ehevorbereitungsprotokoll ist ein Formular, mit dem alle für die katholische Eheschließung wesentlichen Daten aufgenommen werden.)

https://www.katholisch.de/media/pdf/Ehevorbereitungsprotokoll.pdf

In dem Antrag auf Feststellung der Nichtigkeit wird ein aktueller Taufschein deines Exmannes verlangt. An den kommst du natürlich nur, wenn er mitspielt. (Der Vorteil für ihn wäre, dass auch er dann kirchlich heiraten könnte ...) Wenn er nicht mitspielt, wird der Antrag nicht daran scheitern. Es wäre dann aber schon gut, wenn du angeben könntest, wo dein Exmann getauft wurde und/oder wo er jetzt wohnt.

Ach ja, ganz nebenbei: Natürlich muss auch dein künftiger Mann aus kirchlicher Sicht ledig sein. Falls er irgendwann mal (standesamtlich oder kirchlich) verheiratet war, muss das auch geklärt werden. (Sollte er Witwer sein, kann er ohne Weiteres wieder kirchlich heiraten.)

Für eine Eheschließung mit einer Evangelischen braucht ein Katholik auch noch eine kirchliche Ausnahmegenehmigung, aber die wird in Deutschland absolut routinemäßig erteilt und stellt kein ernsthaftes Hindernis dar, wenn ihr sowieso heiraten wollt.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Mit dieser Antwort kann ich weiterarbeiten...ich denke nämlich auch,dass 1991 noch kirchlich geheiratet werden musste und ich habe dies nicht mehr gewollt.Somit wäre es aus katholischer Sicht keine rechtmässige Ehe.

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@Michaela1202

Wendet euch einfach an einen Geistlichen der für euren Wohnort zuständigen Gemeinde. Der wird euch gern mit den Formalien weiterhelfen.

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irgendwie klingt das unlogisch. Das hieße, man kann 5 x standesamtlich heiraten und den sechsten Ehepartner dann endlich auch kirchlich.

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@adelaide196970

Wenn an den fünf standesamtlichen Eheschließungen ein katholischer Partner beteiligt war, dann ist das im Prinzip so, ja. Allerdings gehört zur katholischen Ehe auch der Grundsatz der Unauflöslichkeit der Ehe. Wer den ablehnt, kann nicht kirchlich heiraten. Insofern könnte es schon sein, dass der Pfarrer bei einem solchen Kandidaten schon mal ein paar Fragen mehr stellt.

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Das hängt von ein paar Bedingungen ab:

1.) Hast du in der Zwischenzeit als Evangelische nochmals geheiratet, egal ob nur standesamtlich oder evangelisch kirchlich?

Wenn nein, dann kein Problem.

Wenn ja, dann melde dich nochmal, denn dann müssen wir an dieser Stelle weiter schauen.

2. Dein jetziger Partner ist katholisch. War er schon mal katholisch gültig verheiratet?

Wenn nein, dann kein Problem.

Wenn ja, dann melde dich nochmal, denn dann müssen wir an dieser Stelle hier weiter schauen.

Wenn du beide Fragen mit Nein beantworten kannst, dann sieht es sehr gut für euch aus 😊. Ansonsten kannst du per Email bei mir anfragen mit einer "Gute-Frage-Freundschaftsanfrage". Bitte da gleich reinschreiben, warum, da ich normalerweise keine Freundschaftsanfragen annehme. Ich kenne mich mit kirchenrechtlichen Fragen recht gut aus. LG

ich kann beides mit "nein" beantworten..ich habe nie wieder geheiratet und mein jetziger Partner (katholisch) war noch nie verheiratet

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Soweit mir bekannt ist, musst du erst "katholisch" werden.

Das bleibt aber "in der Familie" (2.Kor.11,14; Offb.12,9).

In Bälde wird dieser "Glaubensorganisator" (Joh.8,44) eh' verhaftet (Offb.20,2)

Woher ich das weiß:Recherche

ist man katholisch, so gilt das Kirchenrecht und es ist eine kirchliche Heirat erforderlich; wenn aber einer der Partner konfessionslos oder evangelisch war, als er die erste standesamtliche Trauung einging, dann kann das Paar nach einer Scheidung nicht mehr katholisch heiraten. Denn jemand, der nicht katholisch ist, unterliegt nicht dieser Formpflicht, das Kirchenrecht einzuhalten und kirchlich heiraten zu müssen. Hier wird aber theologisch gedeutet, dass jede Eheschließung (egal ob die Hochzeit vor einer evangelischen Kirche, dem Standesamt oder vor einem Medizinmann stattfand) eine gültige ist und damit prinzipiell unauflösbar ist.

ich schließe mich dieser antwort an

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sag ich doch, jede Eheschließung egal ob standesamtlich oder nicht gilt vor der röm.-kath. Kirche bei einer Wiederverheiratung als Ehe. Und somit kann man nur als Witwe wieder heiraten.

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Ja, denn ihr habt nur standesamtlich geheiratet.

Eine Annnullation ist etwas mit vielen Hürden, nicht so einfach.

vor der kath. Kirche gilt auch die standesamtliche Ehe, komischerweise aber nur dann, wenn man wieder heiraten will. Das Annulieren der vorigen Ehe kann man beantragen, wird aber nur in Ausnahmefällen zur Wirkung kommen. Z. B. Scheinehe, kein sexueller Vollzug, Zwangsehe.

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