Ich bin Beamter im Ruhestand und ich habe mich noch vor der Regelaltersgrenze wiederverheiratet mit 62 jahren. Wie hoch ist die Witwen Pension bei Tot?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Manchmal hilft ein Blick ins Gesetz:

§ 19 Witwengeld

(1) Die Witwe eines Beamten auf Lebenszeit, der die Voraussetzungen des § 4 Abs. 1 erfüllt hat, oder eines Ruhestandsbeamten erhält Witwengeld. Dies gilt nicht, wenn

1.
die Ehe mit dem Verstorbenen nicht mindestens ein Jahr gedauert hat, es sei denn, dass nach den besonderen Umständen des Falles die Annahme nicht gerechtfertigt ist, dass es der alleinige oder überwiegende Zweck der Heirat war, der Witwe eine Versorgung zu verschaffen, oder
2.
die Ehe erst nach dem Eintritt des Beamten in den Ruhestand geschlossen worden ist und der Ruhestandsbeamte zur Zeit der Eheschließung die Regelaltersgrenze nach § 51 Abs. 1 und 2 des Bundesbeamtengesetzes bereits erreicht hatte.

§ 22 Unterhaltsbeitrag für nicht witwengeldberechtigte Witwen und frühere Ehefrauen

(1) In den Fällen des § 19 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 ist, sofern die besonderen Umstände des Falles keine volle oder teilweise Versagung rechtfertigen, ein Unterhaltsbeitrag in Höhe des Witwengeldes zu gewähren. Erwerbseinkommen und Erwerbsersatzeinkommen sind in angemessenem Umfang anzurechnen. Wird ein Erwerbsersatzeinkommen nicht beantragt oder wird auf ein Erwerbs- oder Erwerbsersatzeinkommen verzichtet oder wird an deren Stelle eine Kapitalleistung, Abfindung oder Beitragserstattung gezahlt, ist der Betrag zu berücksichtigen, der ansonsten zu zahlen wäre.(2) Der geschiedenen Ehefrau eines verstorbenen Beamten oder Ruhestandsbeamten, die im Falle des Fortbestehens der Ehe Witwengeld erhalten hätte, ist auf Antrag ein Unterhaltsbeitrag insoweit zu gewähren, als sie im Zeitpunkt des Todes des Beamten oder Ruhestandsbeamten gegen diesen einen Anspruch auf schuldrechtlichen Versorgungsausgleich nach § 1587f Nr. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs in der bis zum 31. August 2009 geltenden Fassung wegen einer Anwartschaft oder eines Anspruchs nach § 1587a Abs. 2 Nr. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs in der bis zum 31. August 2009 geltenden Fassung hatte. Der Unterhaltsbeitrag wird jedoch nur gewährt,
1.
solange die geschiedene Ehefrau erwerbsgemindert im Sinne des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch ist oder mindestens ein waisengeldberechtigtes Kind erzieht oder
2.
wenn sie das sechzigste Lebensjahr vollendet hat.
Der Erziehung eines waisengeldberechtigten Kindes steht die Sorge für ein waisengeldberechtigtes Kind mit körperlichen oder geistigen Gebrechen gleich. Der nach Satz 1 festgestellte Betrag ist in einem Vomhundertsatz des Witwengeldes festzusetzen; der Unterhaltsbeitrag darf fünf Sechstel des entsprechend § 57 gekürzten Witwengeldes nicht übersteigen. § 21 gilt entsprechend.(3) Absatz 2 gilt entsprechend für die frühere Ehefrau eines verstorbenen Beamten oder Ruhestandsbeamten, deren Ehe mit diesem aufgehoben oder für nichtig erklärt war.

Dies trifft für Bundesbeamte zu.

Sollte das Landesbeamtenrecht zutreffen, dann suche dir bitte das entsprechende Landesversorgungsgesetz heraus.

Sinnvollerweise sollte die 20 Jahre jüngere Frau sich eine Arbeitsstelle suchen und für ihre eigene Rente etwas tun.

Gruß Apolon

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Silberheim
03.03.2017, 13:09

Wenn die Ehe drei Jahre besteht und du nun 62 bist, gehe ich davon aus, dass du zum Zeitpunkt der Eheschließung die Regelaltersgrenze (s.u.) noch nicht erreicht hattest, daher müsste §19 Abs. 1 Satz 1 ( s.o. bei Apolon) gelten. Und deiner Frau Witwengeld zustehen. In welcher Höhe würde ich bei der Versorgung zahlenden Stelle erfragen.

 

 

 

 

§ 51 Ruhestand wegen Erreichens der Altersgrenze

(1) Beamtinnen auf Lebenszeit und Beamte auf Lebenszeit treten mit dem Ende des Monats in den Ruhestand, in dem sie die für sie jeweils geltende Altersgrenze erreichen. Die Altersgrenze wird in der Regel mit Vollendung des 67. Lebensjahres erreicht (Regelaltersgrenze), soweit nicht gesetzlich eine andere Altersgrenze (besondere Altersgrenze) bestimmt ist.

(2) Beamtinnen auf Lebenszeit und Beamte auf Lebenszeit, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Beamtinnen auf Lebenszeit und Beamte auf Lebenszeit, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze wie folgt angehoben:

Geburtsjahr

Anhebung

um Monate

Altersgrenze

Jahr

Monat

1947

 1

65

 1

1948

 2

65

 2

1949

 3

65

 3

1950

 4

65

 4

1951

 5

65

 5

1952

 6

65

 6

1953

 7

65

 7

1954

 8

65

 8

1955

 9

65

 9

1956

10

65

10

1957

11

65

11

1958

12

66

 0

1959

14

66

 2

1960

16

66

 4

1961

18

66

 6

1962

20

66

 8

1963

22

66

10

(3) Beamtinnen auf Lebenszeit und Beamte auf Lebenszeit im Feuerwehrdienst der Bundeswehr treten mit dem Ende des Monats in den Ruhestand, in dem sie das 62. Lebensjahr vollenden. Dies gilt auch für Beamtinnen auf Lebenszeit und Beamte auf Lebenszeit in den Laufbahnen des feuerwehrtechnischen Dienstes, die 22 Jahre im Feuerwehrdienst beschäftigt waren. Beamtinnen und Beamte im Sinne der Sätze 1 und 2 treten mit dem Ende des Monats in den Ruhestand, in dem sie das 60. Lebensjahr vollenden, wenn sie vor dem 1. Januar 1952 geboren sind. Für Beamtinnen und Beamte im Sinne der Sätze 1 und 2, die nach dem 31. Dezember 1951 geboren sind, wird die Altersgrenze wie folgt angehoben:

Geburtsjahr

Geburtsmonat

Anhebung

um Monate

Altersgrenze

Jahr

Monat

1952

 

 

 

Januar

 1

60

 1

Februar

 2

60

 2

März

 3

60

 3

April

 4

60

 4

Mai

 5

60

 5

Juni-Dezember

 6

60

 6

1953

 7

60

 7

1954

 8

60

 8

1955

 9

60

 9

1956

10

60

10

1957

11

60

11

1958

12

61

 0

1959

14

61

 2

1960

16

61

 4

1961

18

61

 6

1962

20

61

 8

1963

22

61

10

(4) Wer die Regelaltersgrenze oder eine gesetzlich bestimmte besondere Altersgrenze erreicht hat, darf nicht zur Beamtin oder zum Beamten ernannt werden. Wer trotzdem ernannt worden ist, ist zu entlassen.

0

Könnte sein, dass es inzwischen unterschiedliche Regelungen in den unterschiedliche Landesbeamtenversorgungsgesetzen oder dem Bundesbeamtenversorgungsgesetz gibt. Wahrscheinlich ist es avber überall das gleiche: Die Ehe muss mindestens ein Jahr alt sein. Dann gibt es das reguläre Witwengeld, das sind 55 % des Ruhegehaltes des verstorbenen Beamten oder Mindestwitwengeld (55 % des Mindestruhegehaltes - das sind 65 % der Endstufe von A4 zuzüglich 30,68 EUR).

Ist die der Beamte innerhalb des ersten Ehejahres verstorben, kann die Witwe einen Unterhaltsbeitrag erhalten (wie oben beschrieben).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?