Ich bin bald vor Gericht

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5 Antworten

Wenn du die Sache bis vors Gericht gehen lässt, wird der Gläubiger sich kaum mehr auf eine Ratenzahlung einlassen. In diesem Fall wird es für ihn erst mal darum gehen, einen vollstreckbaren Titel zu bekommen. Diesen erhält er, wenn er vor Gericht gewinnt. Dieser Titel verjährt erst nach 30 Jahren. Sofern du nicht freiwillig zahlst, kann der Gläubiger den Titel dem zuständigen Gerichtsvollzieher zur Vollstreckung übergeben. Sowohl die Gerichtsverhandlung als auch die Vollstreckung kosten nochmals Geld.

Wenn du nicht zahlen kannst oder willst, kann der Gläubiger die Vermögensauskunft (früher Eidesstattliche Versicherung oder Offenbarungseid) verlangen. Hierzu musst du alle Vermögenswerte und Einkünfte angeben, die du besitzt.

Eine Vollstreckung kann bei dir in der Wohnung als Sachpfändung stattfinden. Es können auch Konten und Lohn/Gehalt gepfändet werden.

Arbeitgeber und Banken reagieren in aller Regel nicht gerade mit grosser Begeisterung, wenn Pfändungen ins Haus stehen.

Ausserdem musst du mit einem negativen Schufa-Eintrag rechnen, der dir Probleme bei Krediten, Leasing und Versicherungen einbringen wird. Der Schufa-Eintrag wird erst 3 Jahre nach Begleichung der Schuld wieder gelöscht.

Derlinax 29.06.2014, 00:27

Es geht darum, dass ich eine Homepage programmieren sollte für ca. 1000€. Dies habe ich auch getan, allerdings meint er das es nicht so abgemacht wurde. Es ist kein Vertrag vorhanden. Ich habe das Geld erhalten und habe ihm auch die Homepage gegeben. Jetzt will er mich anzeigen, wenn ich ihm das Geld nicht bis nächste Woche zahle. Das Problem ist auch dass wenn ich vor Gericht verliere die Gerichtskosten zahlen muss. Ich habe dafür keine Rechtschutzversicherung

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Interesierter 29.06.2014, 00:39
@Derlinax

Wenn es so abgemacht wurde, dann ist auch ein Vertrag zustande gekommen. Auch mündliche Verträge sind rechtsgültig. Problematisch wird in solchen Fällen jedoch die Beweisführung.

Gibt es denn die Homepage, die du programmiert hast noch? Wurde sie evtl. von deinem Gläubiger online gestellt? Gibt es Nachweise, dass du diese programmiert hast? Wenn ja, würde ich an deiner Stelle versuchen, diese Daten zu sichern. Über diese kannst du nachweisen, dass ein Vertrag besteht.

Letztlich sind die genannten 1000 € doch dein Honorar, das dir zusteht. Wenn du also nachweisen kannst, dass du die Seite programmiert hast und er dir 1000 € gegeben hat, lässt sich der logische Schluss ableiten, dass die 1000 € die Bezahlung für deine Leistung waren.

Kannst du hier einen Nachweis führen, dann hast du auch vor Gericht gute Karten.

Die Drohung mit einer Anzeige macht mich stutzig. Wenn er eine zivilrechtliche Forderung eintreiben wollte, müsste er dich nicht anzeigen sondern eine Klage einreichen bzw. einen Mahnbescheid erwirken. Eine Anzeige ist nur in strafrechtlicher Hinsicht relevant. Hier ist dir jedoch nichts vorzuwerfen.

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Derlinax 29.06.2014, 00:50
@Interesierter

Die Seite hat er kaum verwendet. Ich habe allerdings alle Dateien dieser Seite auf meinem PC gespeichert.

Sind Skype Chat Verläufe ein Beweismittel vor Gericht? Immerhin kann man diese sehr leicht Manipulieren

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Interesierter 29.06.2014, 01:12
@Derlinax

Sollte diese Sache vor Gericht gehen, müsste er erst mal erklären, aus welchem Grund er dir 1000 € gegeben hat. Wenn es nie einen Vertrag gegeben hätte, hätte er dies auch nicht getan. Das heisst, die Zahlung stützt deine Darstellung.

Chat-Verläufe sind nicht sehr aussagekräftig. Als unumstösslicher Beweis werden sie wohl nicht herangezogen. Als Indiz zur Stützung von bestimmten Aussagen, können sie jedoch durchaus verwendet werden.

Weiter hast du die kompletten Dateien der Seite, was in Verbindung mit den Skype Chat Verläufen vielleicht nicht als direkter Beweis, jedoch in jedem Fall als Indiz gewertet werden müsste, dass ein Vertrag über die Erstellung der Seite besteht.

Die Drohung mit der Anzeige ist schon etwas seltsam. Eine Anzeige macht man bei der Polizei, wenn man eine Straftat melden will. Eine Straftat deinerseits liegt hier jedoch ganz sicher nicht vor. Er könnte allenfalls eine zivilrechtliche Zahlungsklage einreichen. Dies halte ich jedoch nach deiner Schilderung für recht unwahrscheinlich. Er weiss, dass er in diesem Fall den Sachverhalt offenlegen und den Grund für die Zahlung der 1000 € nennen müsste. Weiter muss er damit rechnen, dass du noch die Dateien hast und evtl. auch eine Kopie der online gestellten Seite erstellt hast. Obendrauf noch die Chat-Verläufe. Diese Klage stünde von vornherein auf tönernen Füssen. Für den Fall, dass er verliert, müsste er die Gerichtskosten, deine Auslagen, seinen eigenen und auch deinen Anwalt bezahlen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass seine Drohung nur heisse Luft ist, ist recht hoch.

Für eine qualifizierte Rechtsberatung solltest du dich jedoch mit einem Anwalt in Verbindung setzen. Das Honorar für die Erstberatung solltest du im Voraus vereinbaren.

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Derlinax 29.06.2014, 01:16
@Interesierter

Er weiß dass ich die Dateien habe. Allerdings meint er immer das wäre nicht das was er wollte (was es aber ist).

Wie kann er denn Nachweisen, dass er was anderes wollte? Wir habe nichts schriftlich abgemacht, sondern nur Skype Chat und Telefongespräch.

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Interesierter 29.06.2014, 01:33
@Derlinax

Er streitet also nicht ab, dass er dich beauftragte, eine Seite für ihn zu programmieren? Er ist letztlich nur mit dem Ergebnis nicht zufrieden?

Hier wäre wiederum dein Gegner in der Beweispflicht. Er müsste nachweisen, dass die Leistung nicht der Vereinbarung entspricht. Auch kann er nicht einfach das Geld komplett zurückverlangen. Er könnte allenfalls Nachbesserung verlangen und bei fehlgeschlagener Nachbesserung den Preis entsprechend mindern.

Inwiefern er Nachbesserung gefordert hat, diese Forderung berechtigt war und du dieser evtl. Forderung nachgekommen bist, ist mir leider nicht bekannt. Ergibt sich denn aus den Verläufen, was ihm nicht gefiel und wie er es gerne hätte?

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Derlinax 29.06.2014, 18:40
@Interesierter

Ich erkläre den ganzen Fall mal:

Ich habe ein Auftrag bekommen, habe mein Auftrag erledigt. Habe 650€ bekommen. Er sagt, dass er es anders haben wollte und fordert sein Geld wieder unzwar 1000€. Ich kann aber in den Kontoauszügen nachweisen, dass es nur 650€ waren. Das ganze hatten wir immer über Skype Chat und Telefon abgesprochen, also ist es für den "Gegner" schwer nachzuweisen wie er es unbedingt haben wollte, denn Skype Chats sind instant messages die keine Signatur enthalten, somit kommen die vor Gericht nicht durch, Ich weiß jetzt nicht was ich machen soll. Hätte ich eine Chance vor Gericht? Immerhin habe ich alle Datein der Homepage und beweise dass ich die Seite erstellt habe.

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Interesierter 29.06.2014, 21:22
@Derlinax

Bewerten wir die Sache mal von der rechtlichen Seite:

Folgende Fakten sind gegeben und unstrittig:

  1. Er hat dir einen Auftrag erteilt. Vereinbart war ein Honorar von 650 €.

  2. Du hast geliefert und er hat dir die vereinbarten 650 € gegeben.

  3. Danach hat er reklamiert und auf einmal 1000 € zurückgefordert.

Folgende Fragen stehen von meiner Seite aus noch im Raum:

  1. Wie genau war seine Reklamation formuliert? Hat er genau formuliert, was nicht in Ordnung sei und wie er es gerne haben möchte?

  2. Bist du dieser Aufforderung zur Nachbesserung nachgekommen?

  3. Wie kommt es, dass er erst die Seite annimmt, bezahlt und danach Forderungen stellt, die Seite jedoch trotzdem benutzt?

Ich würde mich an deiner Stelle nicht darauf verlassen, dass die Skype Chats nicht als Beweis zugelassen werden. Sie liefern zumindest einen Anscheinsbeweis, der eine Reklamation nahelegen würde. Falls du dieser nicht nachgekommen bist, hättest du evtl. ein Problem. Wobei dein Gegner hier erst mal beweisen müsste, dass deine gelieferte Leistung mangelhaft war.

So oder so, halte ich es für sehr zweifelhaft, wenn er 650 € bezahlt hat und nur weil ihm etwas daran nicht gefällt, auf einmal 1000 € zurückfordern will. Dies wäre nur über Schadensersatz möglich. Den entstandenen Schaden müsste er jedoch nachweisen.

Ich sehe an deiner Position nur einen Schwachpunkt. Dies ist die Reklamation. Wie wurde diese genau formuliert? Damit diese für dich problematisch würde, hätte er den "Mangel" beschreiben und dir die Möglichkeit zur Nachbesserung geben müssen.

Wenn dieser Punkt zufriedenstellend geklärt ist und du dir hier kein Versäumnis vorwerfen lassen musst, hast du auch für eine gerichtliche Auseinandersetzung gute Karten. Die verlangten 1000 € bekommt er bestimmt nicht einmal annähernd zugesprochen.

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Derlinax 29.06.2014, 23:38
@Interesierter

Das Geld hat er mit im voraus schon gegeben bzw. jede Woche Teilzahlungen getätigt.

Er wollte jedesmal Änderungen an der Seite haben, die ich natürlich auch kostenlos vorgenommen habe.

Ende der Geschichte war, dass er am Ende gesagt hat dass er es gar nicht so haben wollte und es zeitlich knapp wird und sein komplettes Geld wieder will + 350€

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Interesierter 30.06.2014, 12:29
@Derlinax

Was du nun machen willst, musst du natürlich selbst entscheiden.

Wäre ich in deiner Situation, würde ich die Zahlung selbst bei Androhung einer Anzeige oder eines Gerichtsverfahrens ablehnen.

Der Vertrag ist nicht strittig, es wurden Änderungen gefordert und auch eingearbeitet. Er hat die Seite bekommen und auch benutzt. Er hat bezahlt und dann den Betrag wieder zurückgefordert.

Um in irgend einer Art und Weise recht zu bekommen, müsste er folgende Probleme umgehen:

  1. Er müsste den Beweis führen, dass deine Leistung mangelhaft war.

  2. Er müsste den Beweis führen, dass du nicht nachgebessert hast.

  3. Er müsste den Nachweis über einen tatsächlich entstandenen Schaden führen.

Ich weiss natürlich nun nicht, wie gut oder schlecht deine Arbeit war. Bisher ging ich immer davon aus, dass die Arbeit professionell und ordentlich ausgeführt wurde. Vorausgesetzt, du hast ordentliche Arbeit geleistet, kann er die 1000 € von dir nicht fordern. Mit einer Klage würde er in dem Fall höchstwahrscheinlich scheitern.

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Unabhängig vom Hintergrund:

Was man nicht hat, hat man nicht. Ein Gerichtsvollzieher kann auch nix holen was nicht da ist. Allerdings sollte man wertvolle Sachgegenstände auch berücksichtigen. Dinge, die man zum bescheidenem Leben und zur Berufsausübung braucht, darf der nicht pfänden. Auch darf der nix pfänden, was dem Schuldner nicht gehört bzw. muss es beim pfänden berücksichtigen.

Ich wüsste nicht, wieso man eine Ratenzahlung ablehnen sollte. Eine geregelte Ratenzahlung ist besser als nix. Sofern man nicht gerade wohlhabend ist, wird man mit Pfänden nicht schneller ans Geld kommen.

Eine Ratenzahlung, die deinem Einkommen entsprechend ist, kann nicht abgelehnt werden. Schau dir mal Alexander Hold an, da wird immer gefragt, was du verdienst. Und danach richten sich die Strafen und auch monatliche Zahlungen.

Derlinax 28.06.2014, 23:52

Ich bin Schüler und habe nur ein Einkommen von 400€ im Monat.

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Interesierter 28.06.2014, 23:59

Schulden abzahlen hat nichts mit einer Geldstrafe, die nach Tagessätzen bemessen wird, zu tun. Hier geht es um eine zivilrechtliche Forderung. Strafen gibt es nur im Strafrecht.

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konzato1 29.06.2014, 00:11
@Interesierter

Ja das habe ich jetzt auch so mitbekommen. Habe die Frage erst nicht richtig verstanden.

Unklar ist ja noch, ob der Fragesteller 1000 € Schulden hat oder nur aus irgendeinem Grund 1000 € zahlen soll.

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Derlinax 29.06.2014, 00:25
@konzato1

Es geht darum, dass ich eine Homepage programmieren sollte für ca. 1000€. Dies habe ich auch getan, allerdings meint er das es nicht so abgemacht wurde. Es ist kein Vertrag vorhanden. Ich habe das Geld erhalten und habe ihm auch die Homepage gegeben. Jetzt will er mich anzeigen, wenn ich ihm das Geld nicht bis nächste Woche zahle. Das Problem ist auch dass wenn ich vor Gericht verliere die Gerichtskosten zahlen muss. Ich habe dafür keine Rechtschutzversicherung

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TBase 29.06.2014, 01:17
@Derlinax

Das klingt so als hätte der dich schwarz beschäftigt. Ich glaub nicht, dass da Rechtswege klug sind.

Zudem muss der, damit der was zurückfordern kann, erst mal nachweisen, dass du das Geld von ihn bekommen hattest.

Und im Falle eines mündlichen Vertrages ist der bei einem Rücktritt für bereits geleisteten Leistungen Schadensersatzpflichtig.

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Wenn du den Prozess verlierst, musst du auch die Gerichtskosten übernehmen. Ich glaub dann muss der andere sich damit abfinden. Aber nur wenn du wirklich komplett blank bist.

Derlinax 28.06.2014, 23:50

Wie viel wären die Gerichtskosten? Habe ein Brief bekommen in dem steht dass ich bis nächste Woche zahlen muss ansonsten werde ich angezeigt und muss vor Gericht.

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Wenn du es nicht zahlen kannst, hast du scghulden.

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