Ich bin am verzweifeln mit meinem allgemeinen Leben, habe mal wieder selbstmord Gedanken. Ratschläge?

Support

Liebe/r Irishpotato21,

solltest du Suizidgedanken haben, dann möchte ich dich ermutigen, mit Vertrauenspersonen - wenn möglich - zu sprechen.

Oder mit der www.telefonseelsorge.de, die bietet auch Beratung über das Internet an, wenn du ungern telefonierst. (Es gibt auch für Jugendliche spezielle Hotlines: z. B. nummergegenkummer.de, junoma.de, u25-deutschland.de, youth-life-line.de etc.).

Herzliche Grüße

Eva vom gutefrage-Support

7 Antworten

Ein Kindergarten hat mich rausgeschmissen, als ich da ein Praktikum gemacht habe. Die wollten wohl keine Behinderte da haben.

Hier würde ich mich nochmal schlau machen, ob du nicht als Behinderter Sonderkündigungsrechte hast. Es kann sein, dass sie dich gar nicht einfach so hätten rausschmeißen dürfen.

Ansonsten stehst du vor der Wahl, überhaupt zu erwähnen, dass du diese Behinderung hast. Im Kindergarten, wo du viel mit Menschen arbeitest, ist es vielleicht angebracht, es zu erwähnen, aber wenn die Anfälle, wie du schreibst, hauptsächlich nachts kommen, ist es meiner Meinung nach kaum erwähnenswert, sodass du kein schlechtes Gewissen haben bräuchtest, von deinen nächtlichen Anfällen nichts zu erzählen.

Schön, dass du bei deiner Familie einen Ruhepunkt gefunden hast, zu dem du immer zurück kehren kannst, wenn du am Rest der Welt zweifelst.

Mit einer Krankheit umzugehen ist nicht immer leicht. Ich spreche da aus erster Hand.

Seit nun gut 5 jahren bin ich nahezu blind. Im selben Jahr, als das mit meinen Augen geschah starb meine Freundin bei einem Autounfall. Ich habe selbst mehr als nur einmal darüber nachgedacht einen Schlussstrich zu ziehen.

Immerhin gin alles in die Brüche: Meine ganzen Hobbys konnte ich in die Tonne kloppen. Meinen Akademieplatz und somit meine geplante berufliche Zukunft konnte ich vergessen und auch meine private Zukunft war im Eimer.

Um ehrlich zu sein gibt es kein Allheilmittel gegen die Probleme des Lebens. Nachdem ich das Gröbste überwunden habe machte ich mich an eine Umschulung zum Softwareentwickler. Man sagte mich dort in der Einrichtung auch, dass es mit meinen Augen sehr schwer sein wird, dass ich das überhaupt schaffe. Das Gegenteil war der Fall: Anstatt den Mut zu verlieren habe ich meine Situation als Antrieb genommen endlich mal etwas zu leisten und so einen der besten Abschlüsse im gesamten Bundesland geschrieben.

Gleichzeitig habe ich während der Zeit in der Umschulung meine jetzige Freundin kennengelernt. Nein, sie war nicht in der Umschulungsstätte.

Nun zu der Sache, in der du gewissermaßen auch drinnensteckst: Nach meiner Umschulung habe ich über ein halbes Jahr unzählige Bewerbungen geschrieben. Keiner wollte mich. Sehr wahrscheinlich wegen meiner Erkrankung...

Letzten endes hat mich dann doch ein Programmierschuppen genommen indem ich nun seit einiger Zeit arbeite. Mein Leben läuft wieder stabil: Ich lebe mit meiner Freundin zusammen und habe einen recht angenehmen Job mit netten Kollegen.

Was ich dir sagen will ist, dass man sich nicht unterkriegen darf. Mach aus deinen Leben das beste und kämpfe auch mal um etwas. Nur weil etwas unwahrscheinlich ist, ist es noch lange nicht unmöglich.

Das einzige, was einen dabei helfen kann sind Leute, die einen wirklich verstehen. Egal ob nun gute Freunde oder auch Menschen, denen es ähnlcih ergangen ist.

Ich weis, wirklich hilfreich ist meine Erzählung wohl auch nicht. Aber denk' daran, dass du nicht alleine bist mit solchen Problemen. Glaub an dich und an deine Kompetenzen. Auch wenn du gerade in einer schlimmen Lage bist liest sich dein Roman (mit etwas wenig Absätzen) doch nach dem Text einer eigentlich netten Person. ;)

Dankeschön. Dein Text ist wirklich sehr aufbauend :) 

Ich habe ja auch direkt im Vorraum geschrieben, dass es schlimmeres gibt und so, aber wie gesagt, und wie du es quasi erwähnt hast stecke ich in so einer depriphase, dass ich so verzweifelt bin wie lange nicht mehr.

Ab und zu verstehe ich einige Dinge auch falsch und ich bin für alle Leute gerade "erst" 20. Aber in der eingenen Situation denkt man dann, ich bin schon alt, vo

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@Irishpotato21

Ist ja auch schließlich kein Wettbewerb :D

Auch das mit dem falsch verstehen kenne ich gut. Generell diesen Typ von Mensch. Ich bin so ein Typ, meine Freundin auch und du wohl auch.

Mir ging es bei meinem Text vor allem darum dir etwas Mut zu Machen, dich zu beruhigen und dir zu zeigen, dass andere das auch hinbekommen haben.

PS: Schau mal in deine Freundesanfragen ;)

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So ganz verstehe ich nun nicht, weshalb die dich im Kindergarten nicht wollten. Dachte du hast die Anfälle nur noch nachts? Hattest du im Kindergarten auch einen oder haben die dich aus anderen Gründen nicht genommen?

Du schreibst du bist schon 20. Du bist doch noch so jung! Du kannst immer noch einen Beruf finden. Ich kenne mich mit Epilepsie jetzt nicht aus und wusste gar nicht, dass man irgendwann nicht mehr laufen/sprechen kann??

Dass du das Abi machen willst, find ich eine gute Idee! Schade dass dich die Therapeutin da so entmutigt. Ich denke man kann das schaffen, wenn man es will. Auch mit Krankheit. Bei der Suche nach einem Beruf mag es sein dass du es schwerer hast. Aber gib nicht auf! Es gibt auch Arbeitgeber, die Menschen mit Behinderungen eine Chance geben. 

Vielleicht ist auch deine Therapeutin nicht die Richtige für dich?


Ich finde deine Antwort ermutigend, danke dafür. :) 

Ich weiß 20 ist auch noch irgendwie jung, aber wenn man selber drin steckt hat man das Gefühl, dass es anders ist...

Ich sage so etwas auch meistens. Ab und an verstehe ich Ratschläge auch falsch, aber deiner ist sehr aufbauend, Dankeschön. :)

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@Irishpotato21

das freut mich. Ich denke, man sollte echt alles dransetzen, um so glücklich wie möglich zu sein.

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