Ich bin 31 Jahre und mein Beruf bringt mich an die Grenzen meiner psychischen Belastbarkeit. Arbeite im sozialen Bereich. Umschulung möglich und als was?

5 Antworten

Hallo!
Zunächst würde ich einen anderen Job in der fachlichen Nähe suchen. Deine Erfahrung hat einen hohen Wert! Sonst bekommst du nach einer Umschulung das gleiche Gehalt wie ein 19jähriges Büblein... das möchte keiner. Aber vom Geld mal abgesehen: Was ist der Grund für dein ausgepowert sein? War die Berufswahl wirklich komplett falsch? Das sind die Fragen die du mit Ruhe klären solltest - und wenn es 10 neue Fragen bei GF oder eine Diskussion mit Spiegel wird :-)
Viel Glück!

 Vielen Dank für deine Antwort. Die Berufswahl war eine Notlösung (müsste aber einen Roman verfassen um dies zu erklären;)) Ich denke es ist alles. Die kranken Menschen mit denen ich in meinem Beruf immer zutun hatte, der Zeitdruck und natürlich spielt auch das finanzielle eine Rolle...  womit wir beim Thema "Sonst bekommst du nach einer Umschulung das gleiche Gehalt wie ein 19jähriges Büblein... das möchte keiner" wären. Bei einer 35 Stundenwoche muss ich ergänzend Hartz4 beziehen... bzw hatte ich kurze Zeit einen Nebenjob, aber das musste ich aufgeben, weil die Arbeitszeiten nicht passten. Naja mit einem kleinen Gehalt könnte ich am Anfang gut leben, wenn ich etwas mache, was mich glücklich macht und zufrieden stellt

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Ok Viel Glück!

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Umschulung ist sicher möglich aber würde erst mal wenn möglich nachfragen ob in dieser Einrichtung sowas wie Gruppengespräche möglich sind. Nach jedem Ereigniss bzw abends werden die Ereignisse noch mal durchleuchtet und versucht sie erträglicher darzustellen so dass dieser psychische Stress abgebaut wird. Dies kannste mit psychischer Seelsorge z.B. bei Rettungskräften gleichsetzen die nach einem Einsatz noch mal alles was die Helfer als negativ empfunden haben durchsprechen um sie besser verarbeiten zu können.
Wenn dies fehlt und du alle Ereignisse über Jahre in dich reinziehst gehste wie in deinem fall kaputt daran

Naja es werden diverse Fortbildungen zum Thema Selbstachtsamkeit bei uns gemacht, aber so ehrlich hat mir das nichts gebracht. Mein Arzt hat mir auch bescheinigt, dass dieser Beruf mich psychisch zu sehr belastet (wegen dem Arbeitsamt). Nach langem überlegen habe ich um einen Aufhebungsvertrag gebeten. Ich bin schon vor Jahren soweit gewesen, als ich auf einer Demenzstation tätig war. Damals habe ich als Aushilfe in die Gastronomie für einige Jahre gewechselt. Dann wollte ich aber wieder etwas solides machen und nicht immer bis morgens arbeiten und so bin ich in meinem jetzigen Job gelandet, nur hat es diesmal wesentlich kürzer gedauert bis ich an meine Grenzen gekommen bin. Leider hat mir das Jobcenter schon zweimal eine Umschulung verweigert, als ich vor meinem jetzigen Job ein Jahr arbeitslos war. Aber ich möchte unbedingt eine Umschulung machen (am liebsten ins Handwerk) und dann arbeiten, denn zuhause sitzen und krank machen ist keine Alternative für mich. Vielen Dank für den Link und deine Antwort

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@claire3005

was du im Moment brauchst ist psychosomatische Reha um das Erlebte verarbeiten zu können. Sobald du da Fortschritte machst kannste über neuen Beruf nachdenken der aber ohne solche Eindrücke sein sollte denn für sowas bist du nicht stabil genug.
War selbst einige Jahre bei FFW. Nach 2 schweren Verkehrsunfällen bei denen ich Personen mit aus dem Auto geholt hatte war der Punkt der psychologischen Belastbarkeit überschritten. Nach wenigen Tagen bin ich zusammengebrochen und das ohne erkennbaren Grund. seit dem ist FFW für mich tabu

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@newcomer

Wie bist du darüber hinweg gekommen, wenn ich fragen darf? Eigentlich bin ich immer eine starke Person gewesen und wusste mir irgendwie zu helfen egal in welchen Bereichen. Als ich auf der Demenzstation "gescheitert" bin habe ich mir einfach was anderes gesucht und es ging weiter. Aber seit etwa 2 Jahren, also seit Beginn meiner Arbeitslosigkeit, verliere ich den Boden unter den Füssen, deshalb habe ich eine Therapie begonnen. Ich hoffe, dass mir dies hilft die Dinge anders zu betrachten

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@claire3005

nun ja der Zusammenbruch hat zu Schädelbruch und 14 tägiger Bewusstlosigkeit geführt. Als ich dann nach 3 Wochen aus KKH entlassen wurde hatte ich viel Zeit über mein Leben nachzudenken und fasste den Entschluss dass ich nicht überall dabei sein muß.
Als zweites hatte ich mit dem Unfallopfer des zweiten Unfalles nach meiner Genesung öfters Gesprächskontakt und wir haben damit die Geschehnisse beide gut verarbeitet

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@newcomer

Das ist wirklich schlimm... Aber gut, dass du es so verarbeiten konntest

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@claire3005

wegen dieser "Kleinigkeit" hat mich mein Arbeitgeber nach weiteren 6 Wochen vor die Tür gesetzt aber das Leben geht und ging weiter

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@newcomer

Netter Arbeitgeber.... leider sind die Berufe, besonders im sozialen Bereich, sehr undankbare Berufe. Undankbar was die Arbeitgeber betrifft. Leider.

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da machen sie etwas falsch , reduzieren sie ihren täglichen  stundenaufwand - in absprache mit der betriebsleitung . die größte belastung ist nicht die arbeit am patienten, sondern die bürokratieanforderung der politker . oder ?

da müssten die gewerkschaften etwas tun - aber die interessieren sich nur für massenbewegungen .

Ja... stunden reduzieren ist unmöglich, da ich a) die Leitung eines Bereichs mit 8 psychisch erkrankten Mitarbeitern bin und b) sowenig verdiene, dass ich bei einer 35 Stundenwoche ergänzend Hartz 4 beziehen muss. Allerdings habe ich jetzt eine ärztliche Bescheinigung und auch schon den Aufhebungsvertrag unterschrieben. Das war auch ok fürs Amt, nur wie bekomme ich durch eine Umschulung machen zu dürfen? Denn ich habe wirklich Angst wieder in meinen Beruf zu müssen...

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@Kuestenflieger

Doch leider ja... eine Gehaltserhöhung wäre erst nach 2 Jahren möglich, wenn der Vertrag auf unbefristet verlängert wäre. Habe ein Einkommen von weniger als 1000€ und werde aufgestockt vom Jobcenter. Mein Arbeitgeber hat sich diese Stelle auch vom Amt mit Zuschüssen fördern lassen, weil ich vorher im Leistungsbezug war und es sich um eine "soziale" Einrichtung handelt

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@Kuestenflieger

Den Arbeitgeber kann darf ich nicht nennen. Aber soviel, es ist eine soziale Einrichtung. Ich habe Hauswirtschaft gelernt und ausgeweitet auf Wirtschafterin und Betreuungsassistentin.

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