Ich bin 2 Tage Krank geschrieben, habe ich bei meinem Nebenjob Anspruch auf Lohn?

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3 Antworten

Es besteht ein grundsätzlicher Anspruch nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 3 "Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall". Auf diesen Anspruch kann weder "freiwillig" noch erzwungen vertraglich verzichtet werden; was ein Arbeitsvertrag dazu (zu dem grundsätzlichen Anspruch) sagt, ist völlig belanglos.

Es spielt auch keine Rolle, ob es sich im Falle der Krankheit um den Hauptjob oder einen Nebenjob handelt; genau so wenig spielt es eine Rolle, ob es einen schriftlichen oder nur einen mündlichen Arbeitsvertrag gibt (kurze Anmerkung zum mündlichen Vertrag: Innerhalb eines Monats nach Arbeitsbeginn muss der Arbeitgeber die wesentlichen Vertragsbedingungen niederschreiben und dem Arbeitnehmer unterschreiben aushändigen Nachweisgesetz NachwG § 2 "Nachweispflicht" Abs. 1).

Für das fortzuzahlende Entgelt gilt das Lohn- oder Entgeltausfallprinzip des EntgFG § 4 "Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts" Abs. 1: Danach hast Du im Krankheitsfall dasjenige an Entgelt zu erhalten, was Du auch ohne Krankheit erhalten hättest!

Wenn Du also an den beiden Tagen, an denen Du erkrankt bist, für je 7,5 Stunden zur Arbeit eingeteilt warst, dann bist Du auch für diese je 7,5 Stunden trotz Krankheit zu bezahlen!

Von allein wird da bestimmt nichts kommen... Also eher nicht weil ich mir sonst wohl nen neuen Job suchen darf ;) 

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@Maxwell77

"Recht haben" und "Recht bekommen" ... ...

Natürlich ist es immer auch eine Frage, wie viel einem das Durchsetzen seines Rechtes wert ist, ob man bereit ist, einen möglichen Konflikt mit seinem Arbeitgeber einzugehen.

Für mich hätte sich die Frage nie gestellt, vor allem nicht, wenn ich weiß, welches Recht ich habe, und dann noch weiß, dass der Arbeitgeber eine eklatante Rechtsverletzung begeht, die ich ihm mit einem "Stillhalten" durchgehen lassen würde.

Leider sind wohl auch viele Arbeitgeber (umgekehrt Arbeitnehmer wohl genau so) nicht in der Lage, die Klärung einer Streitfrage, von unterschiedlichen Auffassungen rein sachlich zu betrachten.

Anders ist es aber - wie wohl bei Dir, nehme ich an -, wenn es gar nicht um die Klärung unterschiedlicher Rechtsauffassungen geht, sondern nur darum, dass ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer "über den Tisch ziehen", übervorteilen will, um auf seinem Rücken geld zu sparen.

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Wenn es keinen schriftlichen vertrag gibt, gilt das Gesetz. Es stellt Minijobs dem Vollzeitjob gleich. Wenn Du zur zur Arbeit eingeplant warst muss die Zeit der nachgewiesenen Arbeitsunfähigkeit bezahlt werden.

Du hast keinen Anspruch!

Wie kommst Du denn auf diese völlig falsche Behauptung?!?

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