Ich bereue mein verhalten weil er mir leid tut (langer Text)?

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3 Antworten

Ach Lucas, du Armer!

Ich bin 54 Jahre alt und Mutter eines 18jährigen Sohnes und einer 16jährigen Tochter. Ich kann mir also vorstellen, wie es ist, mit dir umzugehen und ein wenig auch, mit welchen Problemen du dich so rumschlägst.

Ich finde es ganz bemerkenswert, was du hier schreibst. Du denkst über Vieles nach, bist dir bewusst, dass eine Situation verschieden beurteilt werden kann und dass du vielleicht nicht immer Recht hast mit deinen Reaktionen.

"Ich weiß auch nicht, wie ich sein soll", schreibst du am Schluss. Es tut mir richtig weh, das zu lesen. Ich glaube dir gern, dass du nicht weißt, wer du eigentlich bist und wie du dich verhalten sollst, damit du mit anderen Menschen gut zurechtkommst. Soetwas weiß man nicht einfach, das lernt man durch den Umgang mit anderen Menschen, die einen liebevoll und zuverlässig unterstützen. Solche Menschen gab es in deinem Leben viel zu wenige, deshalb bist du verwirrt und unsicher.

Was kannst du also jetzt in dieser Situation machen?
Ich versuche mal, ein bisschen Ordnung hineinzubringen:

  1. Du freust dich, weil dein Zimmer ordentlich ist.
  2. Du hast ein schlechtes Gewissen, dass du es nicht schon längst selbst aufgeräumt hast.
  3. Du schämst dich, weil dein Betreuer deine persönlichen Sachen gesehen hat.
  4. Du warst wütend, weil man deine Privatsphäre nicht geachtet hat.
  5. Du weißt, dass du den Betreuer eigentlich magst und es nicht richtig war, so wütend, laut und bedrohlich zu werden.

Lieber Lucas, all diese Reaktionen kann ich verstehen. Sie sind richtig und angemessen, das Problem ist am ehesten ihre Heftigkeit.

Ich gehe davon aus, dass das Aufräumen des Zimmers schon länger Thema war? Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Betreuer es einfach so tut, wenn du nicht da bist, wenn er dir nicht vorher die Gelegenheit gegeben hat, es noch selbst zu machen. Also kam das nicht völlig überraschend.
Dass deine Privatsphäre verletzt wurde, ist zwar grundsätzlich nicht in Ordnung, aber wenn ich Recht habe und du wissen konntest, dass dein Zimmer aufgeräumt werden muss, blieb deinem Betreuer am Ende einfach nichts anderes übrig. Denn Ordnung und Sauberkeit müssen sein, sonst verwahrlost man. Und wie man das verhindert, sollst du ja in der WG lernen, weil es dir früher niemand beigebracht hat.
Dass du austickst, wenn du das Gefühl hast, jemand nimmt dich nicht ernst und entscheidet über dich hinweg, weiß dein Betreuer ja sicherlich. Und er kann mit Jugendlichen, die so heftig reagieren, umgehen, sonst würde er nicht bei euch arbeiten. Er versteht auch sicherlich, warum du so reagiert hast.

Aber was kannst du nun tun, damit es dir besser geht und die Situation für alle Vorteile bringt?
Ich rate dir, geh zu deinem Betreuer und rede mit ihm.
Sag ihm, dass du dich über das aufgeräumte Zimmer freust. Das ist ganz wichtig, damit er weiß, dass du Ordnung auch schön findest, dass er dir das also nicht mehr beibringen muss.
Dann sag ihm, dass es dir unangenehm ist, was er da alles gefunden hat und dass das ein Grund für dein Ausflippen ist. Auch das wird er verstehen.
Und dann kannst du ihm sagen, dass dir klar ist, dass du nicht so heftig hättest reagieren sollen, dass du dir selbst wünschst, ruhiger zu bleiben, aber dass du das noch nicht kannst. Auch das wird er verstehen.

Wenn du dieses Gespräch geführt hast, kannst du dich über dein Zimmer freuen und darüber, dass du deine erste heftige Reaktion gegenüber deinem Betreuer erklärt hast. Das ist ganz viel wert, für dich und für ihn! Es ist keine Schwäche, wenn man zugeben kann, dass man sich falsch verhalten hat. Jeder kann mal ausflippen und falsch reagieren. Dafür muss jeder Verständnis haben. Und dein Betreuer hat es bestimmt, weil er dich kennt und weiß, wie jung du noch bist und wie schwer dein Leben schon war. Aber du und er zusammen könnt dein Leben jetzt ändern, damit du dich in Zukunft nicht mehr so in Schwierigkeiten bringst, wenn du mit etwas nicht gleich klarkommst.

Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir alles, alles Gute für deine Zukunft! Du hast noch so viel davon! Wenn du jetzt daran arbeitest, kann sie ganz toll werden, auch wenn du leider so einen schlechten Start ins Leben hattest!

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Kommentar von nutzer02
29.12.2015, 19:56

bemerkenswerte deine Antwort ist Klasse . stimmt alles kann nur recht geben ja und ja danke das du mich verstehst

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Ne aussprache mit dem Betreuer wäre vlt hilfreich , in der du ihm klar sagst das du es als Eingriff in deine Privatsphäre gesehen hast und du deswegen überreagiert hast es ihm aber auch nicht passen würde wenn sich jemand in seinen Rückzugsort eindringt ohne seine Erlaubnis. Du hast Fehler gemacht , er aber auch. Wenn du Ordnung hältst wird auch keiner dort eindringen. Ihr müsst klare Regeln dazu haben und sie beide einhalten das wäre mein Vorschlag.

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Kommentar von nutzer02
29.12.2015, 19:39

dein Vorschlag gefällt mir

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Kommentar von nutzer02
29.12.2015, 19:40

der gefällt mir sogut das ich ihn sogar notiert habe gerade eben

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Eine Entschuldigung bei dem Betreuer wäre gut.

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Kommentar von nutzer02
29.12.2015, 19:34

habe ich schon un ihn nach Hause begleitet auch

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Kommentar von nutzer02
29.12.2015, 19:59

danke du verstehst es

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