Ich benötige ein interessantes Ethikthema, mit dem man eine Unterrichtsstunde halten kann. Habt ihr vielleicht paar Vorschläge?

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6 Antworten

Schwangerschaftsabbruch


Vorgehensweise:

Thema Geheim halten.


Die Klasse per Abstimmung zu Anfang fragen, ob man nach persönlicher Neigung/Glauben/Weltanschauung/Meinung entscheiden soll, ob und wessen Rechte man nun respektiert und wessen nicht, oder ob man sich dabei vielleicht auch wenigstens ein wenig am Grundgesetz orientieren sollte, da das eben quasi der Wertekanon unserer Gesellschaft ist. Also nur zwischen diesen beiden Optionen abstimmen lassen.


Jeder der für eine wenigstens geringe Orientierung auch am GG gestimmt hat, kriegt ein entsprechendes Kärtchen damit man das nachher noch weiß.

Dann alle in der Klasse würfeln lassen mit 6-seitigen Würfel.

Allen, die eine 5 oder 6 würfeln (bzw. eine andere Zahl auswählen, falls zufälligerweise keine oder nur eine 6 fällt) verdeckt eines von zwei Kärtchen geben, männlich das eine, weiblich das andere.

Dann alle gleichzeitig umdrehen lassen und vorlesen, was für männlein:

"Glückwunsch, deine Ehefrau, Lebenspartnerin, Lebensabschnittspartnerin, Freundin+, Affäre, One-Night-Stand, Frau vom Samstag abend auf der Diskotoilette (such dir was aus) ist von euch beiderseits völlig ungeplant von dir schwanger."

bzw. für weiblein draufsteht:

"Glückwunsch, du bist vom Ehemann, Lebenspartner, Lebensabschnittspartner, Freund+, Affäre, One-Night-Stand, Typen vom Samstag abend auf der Diskotoilette (such dir was aus) von euch beiderseits völlig ungeplant schwanger."


Dann daraufhinweisen, dass gemäß der von der Budneszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Auftrag gegebenen Studie "frauen leben 3", S. 182:

http://www.bzga.de/infomaterialien/sexualaufklaerung/studien/?idx=2748

29,9% aller Frauen im Laufe ihres Lebens schon einmal eine nicht beabsichtige Schwangerschaft erlebt haben, womit 5 und 6 auf W6 eine realisitsche Abschätung für die Chance ist, dass die 18-20-jährigen Frauen in der Klasse sowas noch erleben; und da immer 2 dazu gehören, ist es auch eine realistische Chance für die 18-20-jährigen Männer, dass halt sowas bei einer Partnerin mal passiert.


AUF KEINEN FALL JETZT SCHON EIN DISKUSSION ZULASSEN.


Sondern erst soll jeder von den "ungeplant schwangeren/zeugenden" ggf. sein "bin pro Orientierung am GG" Kärtchen hochhalten und ihr verlest folgendes:

http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv088203.html

"Aus dem für die Auslegung von Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 2 GG bindenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts:

'1.
Das Grundgesetz verpflichtet den Staat, menschliches Leben, auch das
ungeborene, zu schützen. Diese Schutzpflicht hat ihren Grund in Art. 1
Abs. 1 GG; ihr Gegenstand und - von ihm her - ihr Maß werden durch Art. 2
Abs. 2 GG näher bestimmt. Menschenwürde kommt schon dem ungeborenen
menschlichen Leben zu. Die Rechtsordnung muß die rechtlichen
Voraussetzungen seiner Entfaltung im Sinne eines eigenen Lebensrechts
des Ungeborenen gewährleisten. Dieses Lebensrecht wird nicht erst durch
die Annahme seitens der Mutter begründet.

2. Die Schutzpflicht für das ungeborene Leben ist bezogen auf das einzelne Leben, nicht nur auf menschliches Leben allgemein.

3. Rechtlicher Schutz gebührt dem Ungeborenen auch gegenüber seiner
Mutter. Ein solcher Schutz ist nur möglich, wenn der Gesetzgeber ihr
einen Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich verbietet und ihr damit die
grundsätzliche Rechtspflicht auferlegt, das Kind auszutragen.
'

und

'd) Das Beratungsverfahren löste die ihm zukommende
Aufgabe nicht hinreichend, wenn nicht berücksichtigt würde, daß
Personen, die der schwangeren Frau nahestehen - insbesondere der Vater
des ungeborenen Kindes und die Eltern einer minderjährigen Schwangeren
-, zu ihrer Unterstützung berufen sind und sie in ihrer Entscheidung für
oder gegen das Kind beeinflussen können.'

Was heißt, dass der Vater des Kindes dazu berufen ist, der Schwangeren zu helfen, so dass eine Abtreibung vermeidbar ist."


Dann die "man orientiere sich am GG" Leute - vor allem die "schwangeren"/"zeuger" - darunter fragen, ob sie vielleicht das Kärtchen zurückgeben wollen, das zum Ausdruck bringt, sie fänden man solle sich auch am GG orientieren.


Und dann Spass an der Diskussion haben, die sich ergeben kann, z.b. was dem BVerfG überhaupt einfällt, von einem Lebensrecht des ungeborenen zu sprechen, z.b. was die "Frechheit" einer "grundsätzlichen Rechtspflicht", "das Kind auszutragen" soll, z.b. ob man deshalb vielleicht eher versuchen sollte eine Abtreibung zu meiden, z.b. über die aktuelle strafrechtliche Regelung, z.b. darüber, ob den Erzeuger nun ethische Pflichten treffen, etc.


Viel Spaß (und schreib darüber)

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  • ...
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