Ich behandle gerade das Thema Wiedervereinigung Deutschlands und wollte fragen was Friedensgebete sind?

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4 Antworten

Um das zu verstehen, benötigst du ein paar Vorkenntnisse. In der DDR musste man mit allem was man öffentlich gesagt hat sehr vorsichtig sein. Jedes öffentlich gesagte Wort konnte die Stasi erreichen und gegen einen selbst verwendet werden. Für einen politischen Witz KONNTE man eingesperrt werden. Für jede öffentlich vorgetragene politische Kritik am Staat oder am Sozialismus wurde man definitiv eingesperrt. Das wurde dann staatsfeindliche Hetze genannt und wurde mit mehreren Jahren Gefängnis bestraft. 

In den Kirchen saßen immer auch Stasi Mitarbeiter und so war man auch dort nicht frei, auch wenn man sich dort ein paar Freiheiten mehr leistete. 

In den Achtziger Jahren fanden in den Kirchen Oppositionelle eine Zuflucht. Sie nutzten den kleinen Freiraum der Kirche um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Unter dem Deckmantel und unter dem Schutz der Kirche besprachen sie politisch brisante Themen, wie zum Beispiel die Wahlfälschung der SED. Hätten diese Leute sich in einer Kneipe oder auf dem Fußballplatz getroffen, wären sie sofort verhaftet worden. Denn jede dieser Gruppen war von der Stasi unterwandert. Jedes Wort das dort gesprochen wurde, konnte man später in den Stasiakten nach lesen. 

Nur in der Kirche war es überhaupt möglich, sich mit Gleichgesinnten zusammen zu setzten und solche Themen zu besprechen. Getarnt wurden diese Gespräche mit einem Orgelspiel und einer Andacht zu Beginn. Erst danach kam man dann ganz zufällig auf die Politik zu sprechen. Am Ende wurde dann natürlich noch einmal gebetet. In diesen Gebeten ging es häufig darum, dass die Leute sich Frieden wünschten und sich gegen Atomraketen aussprachen. Dagegen konnte die Stasi nichts ausrichten. Selbst wenn die Leute in ihren Gebeten keinen Unterschied zwischen den Pershing Raketen des Westens und den SS20 der Russen machten, konnten sie so gut wie nichts dagegen machen. 

Das heißt jedoch nicht, dass man in der Kirche sagen konnte was man wollte. Denn so bald man diesen geschützten Raum verließ, war man wieder Freiwild und konnte jederzeit verhaftet werden. Alle Leute die in der Kirche den Mund aufmachten, mussten damit rechnen dass ihre Wohnung verwanzt war. Die konnten noch nicht einmal zuhause frei reden. Die Stasi hörte immer mit. Jeder Oppositionelle musste sich selbst immer und überall voll unter Kontrolle haben und konnte nicht einfach mit "irgend jemand" über politische Themen reden. Das war einfach zu gefährlich. 

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Ob es denn Friedensgebete waren, sei dahin gestellt.
Die Opposition traf sich in der Nikolai Kirche von Leipzig, zum vermeintlichen Gebet.

Zu diesem Zeitpunkt wußte niemand, ob die Russen, wie 1953 eingreifen würden oder ob die Stasi draufhalten würde.
Daher zog man sich auf "sicheres" Terrain zurück, in eben die Kirche.

In der weiteren Entwicklung bewegte sich der Protest auf die Straßen, eben den Montagsdemonstrationen.

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Viele Religionen beten gemeinsam um Frieden.

Ein Beispiel. 2002 kamen Führer vieler Religionen in Assisi (Italien) zusammen, um für Frieden zu beten. 

Gebetet haben Religionsvertreter der Christenheit — Katholiken, Protestanten, Anglikaner, Orthodoxe, Methodisten, Baptisten, Pfingstler, Mennoniten und Quäker — der Islam, der Hinduismus, der Konfuzianismus, der Sikhismus, der Dschainismus, die Tenrikyo, der Buddhismus, das Judentum, die afrikanischen Stammesreligionen, der Schintoismus und der Zoroastrismus. Ebenfalls anwesend waren Delegationen anderer Religionen sowie Vertreter des Weltkirchenrats. ("ERWACHET" 02, 22.10., S. 4-5)

Allerdings haben diese Gebete nichts gebracht, denn heute ist der Weltfrieden nach wie vor bedroht. Der Terror beherrscht die Welt wie nie zuvor.

Bereits 1986 und 1993 hatte der Papst zu einem Welttag des Gebets in derselben italienischen Stadt geladen. Den Gebeten sind leider keine Taten gefolgt.

im Namen der Religion wurden weiter Kriege geführt. Religiös motivierter Hass entfachte blutige Kriege in Uganda, im früheren Jugoslawien, in Indonesien, in Pakistan, im Nahen Osten und in Nordirland.

Jesus sagte, dass seine Nachfolger „kein Teil der Welt“ seien (Johannes 15:19; 17:16). Hätten sich die Religionen der Christenheit an diese Worte gehalten, wären sie nicht mit politischen Mächten zusammengegangen und hätten weder deren Armeen gesegnet noch deren Kriege gutgeheißen.

Statt scheinheilig um Frieden zu BETEN, müssten die Religionen einfach gemäß dem Willen Gottes HANDELN.

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