Ich arbeite,Ehemann nicht.Hat er Anspruch auf Hartz 4,obwohl ich sehr gut verdiene?

10 Antworten

Ihr seid verheiratet also eine Bedarfsgemeinschaft.

Heißt das Jobcenter sieht nicht "dich" und "ihn" sondern immer nur euch gemeinsam.

Er hat Anspruch auf Unterhalt von dir. Dieser Unterhalt ist vorrangig vor der Unterhaltspflicht des Steuerzahlers. Dein hälftiges Einkommen wird ihm zugerechnet, ähnlich wie ihr steuerlich veranlagt werdet.

Und wenn das Einkommen, abzgl. der Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11b SGB II, größer ist als 2 x 90% Regelbedarfsstufe I + KdU dann seid ihr nicht bedürftig und habt keinen Anspruch auf aufstockende Leistungen.

Leider ist dein "sehr gut" ein sehr nichtssagender Begriff und absolut nicht aussagekräftig.

Für manche Leute sind 5.000,- € Brutto für eine Vollzeitstelle ein sehr guter Verdienst, ich würde dafür nicht morgens aufstehen.

Nenn uns also ein paar Zahlen, dann rechnen wir.

Woher ich das weiß:
Studium / Ausbildung
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Unterhalt und Bedarfgemeinschaft sind 2 verschiedene Paar Schuhe. Unterhalt steht einem Bei Trennung, getrennt leben zu.

Wenn man zusammen lebt, lebt man in einer Bedarfsgemeinschaft, Wie man dort unter sich die Gelder verteilt ist eine gemeinschaftliche Entscheidung. Wenn es weniger Geld ist, als einem laut Staat zustehet, kann man je nach Lebenssituation Aufstockung beim Staat beantragen, Wohngeld, ALG2, Grundsicherung etc. Es hat gar nichts mit der Unterhaltspflicht zu tun.

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@berlina76
Unterhalt steht einem Bei Trennung, getrennt leben zu.

Nein Unterhalt steht einem Ehegatten immer zu.

Derjenige der mehr verdient muss denjenigen der weniger verdient unterhalten. Ob man es Unterhalt, Taschengeld oder sonst wie nennt ist belanglos. Der nicht arbeitende Ehegatte hat Anspruch auf Geld vom Arbeitenden.

Ansonsten bestünde ja für jeden nicht-arbeitenden Ehegatten unabhängig vom Verdienst des Partners ein Anspruch auf Sozialleistungen und das ist nicht der Fall.

Wenn man zusammen lebt, lebt man in einer Bedarfsgemeinschaft

Das stimmt so pauschal nicht.

  1. Ehegatten, die nicht dauernd getrennt lebend sind (= im Vorlauf einer Scheidung weil die Ehe als gescheitert angesehen wird) sind immer eine BG. Selbst wenn diese nicht gemeinsam leben.
  2. Nicht alle Menschen, die unter einem Dach leben, sind eine BG. Ich bin 34. Wäre ich bedürftig und würde zu meiner Mutter zurückziehen (grausame Vorstellung), wären wir keine BG.

Ich glaube du hast meinen Beitrag falsch verstanden.

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Verdiene 2300 ,- netto

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@Rehlein163

Dann dürfte ein Anspruch auf aufstockende SGB II Leistungen ehr zu verneinen sein, allerdings sind die KdU halt nicht überall gleich.

Wohngeld käme alternativ noch in Frage.

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Auch wenn das bei euch umgekehrt ist, gilt das gleiche wie bei anderen Ehepaaren.

Eheleute sind gegenseitig zum Unterhalt verpflichtet.

Nein!

Ihr bildet eine Bedarfsgemeinschaft, aber es ist ihm freigestellt eine bezahlte Tätigkeit anzunehmen und seine (Krankenkassen) Schulden zu begleichen.

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