Ich arbeite 3 Tage a 10 Stunden,Abrechnung 5 Tage a6 Std. Ein Tag krank bedeutet 4 Minusstd,da nur 6 Std angerechnet werden,ist das rechtens?

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2 Antworten

ist das rechtens?

Schlicht und einfach: Nein!!

Dein Arbeitgeber ist im Unrecht, und Du hast Anspruch auf Entgeltfortzahlung auf der Basis von 10 Tagesarbeitsstunden an 3 Arbeitstagen.

Geregelt ist das im Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 4 "Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts" Abs. 1:

Für den in § 3 Abs. 1 oder in § 3a Absatz 1 bezeichneten Zeitraum [Anmerk.: gemeint ist der Zeitraum unverschuldeter Erkrankung oder von Organspende] ist dem Arbeitnehmer das ihm bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit zustehende Arbeitsentgelt fortzuzahlen.

Diese etwas komplizierte Formulierung beschreibt das Lohn-/Entgeltausfallprinzip:

Demnach hast Du dasjenige an Entgelt zu bekommen, das Du auch bekommen hättest, wenn Du nicht krank wärst, sondern arbeiten würdest.

Zwar steht dann im Abs. 1 a dieses Paragraphen, dass bei der Berechnung der Entgeltfortzahlung Überstunden nicht zu berücksichtigen sind, aber:

Wenn Du also dauerhaft und regelmäßig an 3 Tagen je 10 Stunden statt der vertraglich 5 Tage mit je 6 Stunden arbeitest und/oder wenn diese Arbeitszeiten auch angefallen wären, wenn Du nicht krank geworden wärst, dann muss der Arbeitgeber bei der Berechnung der Lohnfortzahlung die tatsächliche Arbeitszeit von 10 Stunden an 3 Arbeitstagen als Berechnungsgrundlage heranziehen.

Von dieser Regelung zur Berechnung der Entgeltfortzahlung kann aber aufgrund eines Tarifvertrages abgewichen werden, sofern ein solcher Tarifvertrag auf Dein Arbeitsverhältnis anzuwenden ist.

Anspruch besteht auch auf möglicherweise gezahlte Zuschläge, die in Zusammenhang mit der Arbeit anfallen. 

Alle diese Bestimmungen zur Entgeltfortzahlung gelten übrigens entsprechend auch für das Urlaubsentgelt - also die Bezahlung im Urlaub - und für die Bezahlung an Feiertagen, die auf einen Arbeitstag fallen und an denen deshalb nicht gearbeitet werden muss.

Ein Tag krank bedeutet 4 Minusstd

Und generell: Durch Krankheit können keine Minusstunden entstehen!

Das ist natürlich nicht gerecht. Deshalb solltest du deinen Arbeitgeber zur Rede stellen und dein Recht auf Gerechtigkeit bei der Lohnabrechnung einfordern.

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