Ich (12) werde nächste Woche Freitag operiertet und habe Angst, was tun?

9 Antworten

Hallo KleineDame,

beim Durchlesen einiger deiner Beiträge hier ist mir aufgefallen, welche Reife aus ihnen spricht. Ich hätte dich jetzt nicht für gerade 12 Jahre geworden gehalten, sondern für älter. Deshalb bin ich auch überzeugt davon, dass du die Operation und den Krankenhausaufenthalt eigentlich ganz gut wegstecken wirst.

Ich möchte vor allem auf deine Fragen zur Narkose eingehen und schreib mal ausführlicher, ich denke, mit deinem Verstständnis wirst du das sicher gut einordnen können.

Das Risiko, dass dir in der Narkose etwas zustößt, dürfte nicht wesentlich über deinen Alltagsrisiken sein. Sprich: Während du auf dem OP-Tisch liegst, kannst du eben nicht die Treppe runterfallen und dir so das Genick brechen.
In deinem Fall kommt dazu, dass OP und Narkose geplant und damit vorbereitet sind und dein junges Alter ohne viel Vorerkrankungen machen dich zu einer eher problemlosen Patientin.

Die Narkose ist dazu da, damit du während der OP keine Schmerzen hast und dich nicht allzusehr langweilst, während du die drei Stunden stillliegen musst.
Sie ist daher kein Grund, sich zu fürchten. Stell dich lieber auf ein interessantes und spannendes Erlebnis ein.
Im Prinzip kannst du das mit einer Karusell oder Achterbahnfahrt auf dem Rummel vergleichen. Erst steigst du mit einem mulmigen Gefühl ein, dann hast du kurz einen Heidenspass, und dann ist es auch schon vorbei. :)

Bevor du die Narkose bekommst, wirst du im OP an die Überwachungsgeräte angeschlossen. EKG misst den Herzschlag, Blutdruckmessgerät und dann noch ein Klip an den Finger, der dir den Sauerstoff im Blut misst.
Du kriegst dann noch einen venösen Zugang in die Vene gestochen.

Es ist kaum allgemein zu beschreiben, wie sich der Eintritt der Narkose anfühlt. Das erleben die Patienten ganz verschieden. Es kommt auch darauf an, welche Medikamente in welcher Reihenfolge gespritzt werden.
In der Regel ist es aber nicht schlimm, manche finden das sogar angenehm.
Es wird auch als "irres Gefühl" geschildert.

Oft geht dem Verabreichen des Einschlafmittels die Injektion eines Schmerzmittels aus der Familie der Opiode voran. Die Wirkung kann sich darin zeigen, dass dein Körper ganz schwer wird, dir schwindlig und schwummrig wird und du dich irgendwie high fühlst.

Im Normalfall wird das Schlafmittel durch eine Spritze gegeben. Auch das kann Schwindel auslösen, die Augenlider werden dir schwer, es verschwimmt alles vor deinen Augen und vor allem verfliegt deine Angst und dir wird alles total egal.
In manchen Fällen brennt die Injektion des Schlafmittels in den Venen.

Wahrscheinlich setzen sie dir vor oder bei der Injektion des Schlafmittels eine Atemmaske auf, aus der reiner Sauerstoff strömt und du kannst daraus wunderbar leicht einatmen, während du wie geschildert in die Narkose sinkst.

Es besteht auch noch die Möglichkeit, dass du Narkosemittel über die Maske einatmest. Das wird in der Regel nicht gemacht, aber manchmal eben schon.
Wenn du z.B. das Brennen in den Venen vermeiden willst, das durch die Injektion entsteht, kannst du beim Vorbereitungsgespräch nach dem Einatmen fragen. Insbesondere, wenn du den Geruch von Klebstoff oder so magst, dann wäre das die angenehmere Möglichkeit, die Narkose zu bekommen.
In diesem Falle atmest du das Narkosegas, das nach Kleber riecht,  ein, dir wird schwummrig und schwindlig, die Augen fallen dir auch zu und alles verschwimmt vor deinen Augen. Je nachdem wie stark dosiert wird, kannst du in einem Atemzug nichts mehr merken oder atmest bis zu 10 mal ein und aus. Allerdings birgt diese Möglichkeit das erhöhte Risiko einer Übelkeit, muss aber nicht sein.

Es kann aber auch alles ganz schnell gehen und du weißt hinterher gar nicht mehr, wie du eingeschlafen bist, du wachst einfach wieder auf. Normalerweise noch auf dem OP-Tisch. Aber da du dich in der Regel daran nicht erinnern wirst können, wachst du ganz woanders wieder auf, also im Aufwachraum oder Krankenzimmer und das kann auch ganz lustig sein. Und wenn sich das alles etwas unglaublich anhört, dann wart erst mal ab, bis du es erlebst!

Solltest du die Narkose lieber einatmen wollen, dann sagst du das am besten bei der Voruntersuchung, was auch das Narkosegespräch beinhaltet. Hab gelesen, dein Vater ist Arzt, möglicherweise mag er dich dabei unterstützen.

Und ein weiterer Tipp noch: Immer wenn du dich wegen der Narkose zu ängstigen anfängst, mal dir doch lieber einen Traum aus, den du während der Narkose haben willst. 

Dem stimme ich vollkommen zu! :)

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Zu 1:

Nein, absolut nichts!

Zu 2:

Natürlich kannst Du während der Operation sterben, wie Du auch während eines Aufenthaltes in Deinem Zimmer sterben kannst. Aber wahrscheinlicher ist das keineswegs. Die heutigen Narkotika werden so auf den Patienten abgestimmt (immerhin ist meist ein Narkosenarzt zugegen), dass Komplikationen diesbezüglich unendlich unwahrscheinlich sind.

Zu 3:

Wahrscheinlich wirst Du ein paar Tage im Krankenhaus zu liegen haben, und wie die ablaufen (was Du essen darfst, wie es mit dem Aufstehen ist, etc.), darüber sprichst Du am besten mit dem Personal.

Zu 4:

Lass Dir von Deinen Eltern ein Buch, ein einfaches Spiel, etc. mitbringen. In vielen Krankenzimmern gibt es auch Radio und Fernseher (oft mit Kopfhörer, damit niemand gestört wird).

Zu 5: In der Regel ja. Deine Eltern können sich darüber informieren, was erlaubt ist und was nicht. Aber hier sind die Einschränkungen meist eher gering.

Zu 6:

Essen - darüber wird Dich das Personal aufklären.

Zu 7

Und während der Besuchzeit dürfen Dich Eltern, Freunde, etc. besuchen.

Zu 8:

Nein, das ist heute zu Tage eine gewöhnliche Narkosespritze.

Zu 9:

Hast Du Schwierigkeiten mit Angstanfällen? Vielleicht sprechen Deine Eltern hierüber mit dem Personal.

Abschließend: Ich wünsche Dir gute Besserung. Natürlich ist es nicht schön, so etwas entgegenzusehen. Aber - heute ist das schon lange nicht mehr so tragisch wie früher. Ich bin vor 42 Jahren am Blinddarm operiert worden. Schon damals eine ganze Kleinigkeit. Hab keine Angst! Das ist alles andere als tragisch!:

Uii, Du machst Dir wirklich Sorgen. Gibt es niemanden, mit dem Du in Echt reden kannst?

1. Bei der Narkose merkst Du nichts

2. Sicher wachst Du wieder auf.

3. Du wirst in den ersten Tagen sehr gut durch die Schwestern betreut.

4. Langeweile wirst Du sicher haben. Ob es bei euch auf der Station was gibt, weiß ich leider nicht.

5. Sicher darfst Du Bücher, MP3-Player usw. mitbringen.

6. Direkt nach der Narkose wirst Du nur etwas trinken dürfen. Meist gibt es nach einer Mandel-OP Eis bis zum Abwinken. Danach kannst Du sicher normal essen.

7. Deine Freunde dürfen Dich besuchen.

8. Die Narkose selber tut nicht weh. Es gibt einen kleinen Piks mit der Spritze. Dann wird Dir schwindelig und Du denkst, dass Du durch eine Nebelwand läufst.

9. Wenn Du Nachts Angst bekommst, rufst Du die Schwester,

Habe keine Sorge, alles wird gut :-)

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