Hypochondrie selbst bekämpfen?

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2 Antworten

Hey du! Also vielleicht kann ich dir ein bisschen helfen, da mein Freund ein Hypochonder ist (er will aber auch keine psychologische Hilfe).

Ich muss dir erstmal sagen: Gut, dass du festgestellt hast, dass es Mist ist, sich im Internet zu informieren xD
Das mit den Büchern könnte nach hinten losgehen, oder auch nicht. Hmm. Ehrlich gesagt würde ich es lieber nicht riskieren. Denn es besteht schon die Gefahr, dass du dann noch mehr Symptome an dir entdeckst, die du bis dahin noch gar nicht kanntest, quasi die negativen Seiten.

Bei meinem Freund habe ich festgestellt, dass es ihm sehr hilft wenn ich (als Mensch, dem er vertraut und der sich medizinisch ganz gut auskennt) ihm etwas über eine Krankheit erzähle, ihm aber eben nur die Punkte aufzähle, warum er die Krankheit sicher nicht hat.
Sozusagen nur die positiven Zeichen.

Ich würde dir eher zwei andere Sachen vorschlagen: Wende dich erstens an einen Menschen, dem du vertraust. Schadet nichts, wenn dieser Mensch ein bisschen medizinisches Wissen hat, muss aber nicht sein. Sei ehrlich zu diesem Menschen, und erzähl ihm von deinem Problem. Bitte ihn, dich einfach zu beruhigen wenn du gerade wieder Angst hast.

Um meinem Freund zu helfen, mache ich es immer so: Er erzählt mir, wenn er Angst vor einer Krankheit hat. Dann hol ich meine Medizinbücher hervor und schlage nach (wenn ich die Symptome nicht auswendig kenne). Dann beruhige ich ihn, und sage so etwas wie "Keine Sorge, das kannst du nicht haben, das passiert nur wenn dieses oder jenes zutrifft. Ist sicher nur dies und das, also harmlos. Das beruhigt ihn meistens sehr. Wenn er aber selbst nachschlägt, sieht er nur die negativen Punkte und meint plötzlich "Oh, Mist, dieses Symptom habe ich ja auch! Verdammt, es ist sicher wirklich dieser oder jener Krebs".

Also, naja, denkst du du würdest auch so jemanden finden der einfach für dich nachschlägt und dich da beruhigen kann? Ich denke fast, dass das die bessere Lösung wäre, vor allem weil du dann auch deine Sorgen jemandem anvertraust.

Ok, noch die zweite Sache: Führe ein Tagebuch, in dem du aufschreibst, wann du welche Symptome fühlst, und wie du dich allgemein an dem Tag fühlst (psychisch). Mein Freund hat zum Beispiel herausgefunden, dass er immer Atemnot und einen Druck auf der Brust fühlt, wenn er sich eben von etwas "unter Druck gesetzt" fühlt. Und wenn er sich traurig oder melancholisch fühlt, hat er das Gefühl dass ihm etwas im Hals festsitzt. Quasi ein Problem, dass ihm regelrecht "in der Kehle steckt".

Achte auf die Symptome deines Körpers und lerne, sie zu übersetzen und zu deuten. Dann macht das alles gleich viel weniger Angst und du könntest sicher auch einige, vielleicht tiefsitzendere Probleme selber lösen... Es könnte übrigens vielleicht nicht schaden, dich allgemein über Hypochondrie zu informieren. Da gibts sicher auch ein Internetforum oder so, vielleicht lernst du da mehr darüber. Also ich deute Hypochondrie zur Zeit am ehesten so, dass der Körper einem da wirklich was mitteilen will. Merke selbst manchmal "hmm, ich hab heut so Rückenschmerzen, was könnte das sein... Stimmt, ich bin den ganzen Tag so verkrampft dagesessen, weil mir sprichwörtlich ein Problem auf den Schultern liegt"

Also ja, jedenfalls wünsch ich dir viel Glück und hoffe dass es dir bald besser geht! Kannst es ja mal versuchen, aber such dir bitte Hilfe wenn es dich mal wirklich sehr stark belastet.

Liebe Grüße! :-)

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Kommentar von Annie12467
29.10.2015, 19:05

Da hab ich leider niemanden :( Aber vielen Dank für deine ausführliche Antwort und das mit dem Forum werde ich auf jeden Fall machen :)

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Hmmm...das ist wohl eine Typfrage. Ich  neige überhaupt nicht zu so etwas,  aber wenn ich mir zu irgendeinem Thema Sorgen mache dann informiere ich mich bis mir mein Bauchgefühl sagt dass ich für mich die richtige Lösung gefunden habe. Allerdings tritt das eben nur auf mich zu.

Ich würde versuchen mich mit einem der Ängste auseinander zu setzen, hilft dir das dann kannst du ja weitermachen,  wenn nicht solltest du dir über professionelle Hilfe Gedanken machen. 

Ich kann dir noch sagen dass diese höchst wahrscheinlich völlig unbegründeten Ängste dir positive Energie rauben und das solltest du versuchen nicht zuzulassen :-)

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