HWZ beeinflussen bei Diazepam möglich?

4 Antworten

Wie lange ist die aktive Wirkung von Diazepam zB 30mg abends eingenommen und wann endet sie?

Die Halbwertszeit von Diazepam ist 24-48 Stunden, die der Metabolite 50-80 Stunden. Bei jungen Menschen ist die Halbwertszeit meist im niedrigen Bereich der Angabe also 24 h. Die Metabolite tragen zur Wirkung übrigens nur äußerst wenig bei.

Mit der Wirkung ist das so eine Sache, die subjektiv spürbare Wirkung liegt geschätzt im Bereich von 18 bis 36 h bei jungen Menschen, selten auch länger. Diazepam und die Metabolite wirken zwar länger, aber nach 36-48 h sind diese nicht mehr subjektiv wahrnehmbar. (Außer bei Überdosis!)

gibt es Maßnahmen , welche sie beeinflussen und was kann man aktiv tun , um Diazepam bzw. die übrig "nicht aktiv" spürenden Bestandteile aus dem Körper zu bekommen.

Eher wenig bis gar nicht. Dazu gehören: Sport, Trinken, gesund ernähren, keine anderen Arzneimittel oder Drogen einnehmen.

Es gibt CYP-Induktoren die die Verstoffwechslung über CYP3A4 (wichtig für Diazepam) beschleunigen. Dazu gehören Johanniskraut und ich glaube auch das Tabakrauchen. Und einige Arrzneimittel ("Inducers"):

https://en.wikipedia.org/wiki/CYP3A4#Induction

https://en.wikipedia.org/wiki/CYP2C19#Ligands

Ob du damit im nachhinein Erfolg hast, ist dahingestellt, aber eher nicht. Dafür ist die CYP-Induktion wahrscheinlich zu langsam.

Gruß Chillersun

Das ganze wird über die Leber verstoffwechselt und dann die Stoffwechselprodukte nach und nach über die Nieren ausgegeben. Deiner Leber was gutes tun (z.B. nicht zusätzlich Alkohol), deinen Nieren was gutes tun (genug trinken) und die Richtigen Eltern haben (passendes Gen z.B. für das Cytochrom das den Stoff abbaut) helfen beim Verstoffwechseln. Je schneller Du es umsetzt, desto schneller läßt aber auch die Wirkung nach.

Warum willst Du da bei irgend was nachhelfen? Wenn Du es im Rahmen einer Therapie einnimmst werden deine Leberwerte überwacht oder du bekommst so wenig, das man das nicht muß und es kann nichts passieren.

Wilst Du das ganze "schnell loswerden" um bei einem Drogentest zu schummeln? Wird Dir nicht helfen, die Abbauprodukte kreisen noch lange in deinem System und wenn Du abhängig bist ist das hier nicht der richtige Ort um zu Fragen und die Frage oben nicht die Frage, die Du dir wirklich stellen solltest...

Es gibt kein Antidot, dass die HWZ reduziert. Lediglich eine hohe Flüssigkeitsaufnahme kann durch die vermehrte Diorese / Urinausscheidung den Medikamentenabbau etwas beschleunigen.

Was hat ein Arzt davon, wenn er ein Privatrezept ausstellt?

Ein bekannter ist wahrscheinlich mittlerweile Benzodiazepinabhängig. Er ging zum Arzt (Allgemeinmediziner) und erklärte seine Beschwerden (Scheidungskrise, schwierige Lebenssituation etc.). Es dauerte nicht lange, da schrieb der Arzt ihm Diazepam auf. Das nimmt er nun schon seit einiger Zeit und hat auch keine Schwierigkeiten, an immer neue Rezepte zu kommen (und immer gleich N3 - die größte Packung).

Oft genügt dazu der Anruf, in dem er mitteilt, neue zu brauchen und er kann sich sein Privatrezept in der Praxis abholen. Und das in Zeitabständen, die nahe legen, dass der Patient ziemlich hochdosiert sein muss.

Jetzt frage ich mich, was der Arzt davon hat, wenn er so fleißig Rezepte ausstellt. Es muss ihm doch anscheinend irgendetwas einbringen, weil er sich ja mit Sicherheit darüber im Klaren ist, was das für eine suchterzeugende Substanz ist. Aber das Medikament bezahlt der Patient ja in der Apotheke und nicht beim Arzt, oder?!

Verliert der Arzt da etwas aus den Augen, oder ist es ihm völlig egal, dass der Patient drauf ist, weil es sich in irgendeiner Weise für ihn lohnt?

Kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht weiß hier jemand eine Antwort darauf, warum der Doc wohl so handeln könnte.

Vielen Dank!

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