Hutsi und Tutsi? Rebellen im Kongo .

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5 Antworten

So viel ich sagen kann liegt das Problem darin, dass sich die beiden Bevölkerungsgruppen immer noch mit gegenseitiger Abgrenzung begegnen. Vor allem in Ruanda und Burundi hat jeweils eine Bevölkerungsgruppe über die andere geherrscht. In beiden Fällen war jeweils die Minderheit an der Macht. Nach dem Völkermord haben sich die Machtgefüge wieder verändert. Vermutlich liegt der Ursprung der ethnischen Konflikte an gegenseitigen Ressentiments und Abgrenzung, die durch die Vergangenheit geschürrt wurden und anstatt beigelegt weiterbetrieben und durch neue rücksichtslose Konflikte ausgebaut werden.

Hi,

Wie sehr eilt die Antwort. Das ist nicht in kurze Worte zu fassen, und ich bin jetzt gleich weg hier. Habe die Frage auf meinem Merkzettel. Rusty hat schon eine recht gute Antwort gegeben. Aber Konflikte sind nie nur ethnisch begründet. Das wollten die Kolonialmächte so sehen: divide et impera, also teile und herrsche. Heute greifen verschiedene Mechanismen: ökologische wie Nahrungsmittelressourcen, mehr oder weniger latenter Einfluss anderer Länder, die wirtschaftliche, strategische, politische Ziele verfolgen uvm. Wenn Du ein wenig Zeit hast, schreib ich Dir gerne ausführlicher.

VG yonga

PS: im Kongo (vor allem Ostkongo) ist es vorrangig ein wirtschaftliches Interesse, dass alle gleichermaßen verfolgen. Die Kontrolle über Gold und andere Ressourcen. Weiß nicht, ob Du noch Hilfe brauchst. Ich sehe heute nochmal nach einer Antwort von Dir, dann lösche ich die Frage auf meinem Merkzettel. VG yonga

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Hallo,

du meinst die Hutu und die Tutsi. Von zentraler Bedeutung ist hierbei aber, um den Entstehungsprozess der feindlichen Beziehungen zu verstehen, eher Ruanda als Kongo. Ruanda war bis Ende der 50er Jahre belgische Kolonie. Die Kolonialherren teilte die Bevölkerung indirekt in 2 Klassen: zum einen die Hutu und zum anderen die Tutsi. Letztere war aus belgischer Sicht die "bessere" Schicht und diese bekamen deswegen Verwaltungsaufgaben zugeteilt. Die Hutu rückten immer weiter in den Hintergrund und fühlten sich unterdrückt. Den Feind sahen sie in den Tutsi's.

Als die Belgier das Land in Unabhängigkeit entließen überrannten die Hutu's die Tutsi Minderheit und kamen im Land an die Macht. Viele Tutsi sind nach Uganda ins Exil geflüchtet. Dort organisierten sie sich in der Ruandisch Patriotischen Front und kämpften ab 1990 gegen die Hutu. Diese Kämpfe zogen sich etwa 3 Jahre bis der ruandische Präsident dem Friedensvertrag von Arusha zustimmte und die RPF politische Mitsprache bekam. Hier fürchteten sich die Hutu wieder zu diskriminierten Klasse degradiert zu werden und die Kämpfe radikalisierten sich.

Ein Jahr später wurde dann eine Flugmaschine mit dem ruandischen Präsidenten abgeschossen und die Hutu propagierten die Schuld der Tutsi, obwohl diese höchstwahrscheinlich nicht ihre Finger im Spiel hatten, sondern die Hutu selbst. Die Folge war eine systematische Verfolgung der Tutsi und zum allbekannten Genozid in Ruanda 1994.

MfG Rusty

Ich glaube es heißt Hutu und Tutsi und hängt auch mit dem Genocid in den neunziger Jahren zusammen, kann man aber bestimmt alles googeln.

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