Hundetraining, Clickertraining?

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6 Antworten

Nein, eher umgekehrt.

Der Clicker ist zum Lernen da, damit der Hund weiß, "aha, DAS soll ich machen, DAS wird belohnt". Denn wenn er sich z.B. hinsetzt, macht er parallel noch viele andere Dinge, die er auch als das Verhalten, das belohnt wurde, interpretieren könnte, z.B. dich ansehen, Ohren spitzen etc. 

Das kann man selbst testen, wenn man sich mal von einem Freund clickern lässt - man ist anfangs verunsichert, was denn jetzt genau geclickt wurde.

Das Training verläuft so:

Kleine Ansätze des Verhaltens belohnen, bis sie häufiger gezeigt werden.

Nur noch deutliche Ansätze des Verhaltens belohnen, bis sie häufiger gezeigt werden.Nur noch das Zielverhalten belohnen, bis es häufig gezeigt wird.

Kommando hinzusetzen, wenn der Hund das Zielverhalten (sich setzen z.B.) zeigt.Kommando leicht vorverlegen.

Wenn der Hund das Zielverhalten dann immer noch zeigt, Kommando vorher geben.Wenn der Hund sicher immer das Zielverhalten zeigt, sobald man das Kommando gibt, übt man in verschiedenen Situationen (zu Hause, draußen, bei Fremden, unter Stress, aus dem Spiel heraus etc.).

Spätestens DANN zeigt der Hund das Verhalten sicher. Spätestens dann (man könnte es auch vorher bei den einzelnen Schritten machen, aber das würde ich als Anfänger lassen) belohnt man VARIABEL, das heißt, mal clickt und belohnt man, mal nicht - dann lobt man verbal - einmal clickt und belohnt man zweimal, dann dreimal hintereinander, dann bekommt er mal zweimal, dreimal etc. gar keine Belohnung (und keinen Click), aber ein verbales Lob, Streicheln etc. Am Ende kann man den Clicker ganz weglassen.

Das Prinzip dahinter ist das gleiche, das wir kennen, wenn uns jemand lobt: Wenn dich jemand spontan für etwas lobt, das du nicht so gerne machst, bist du stolz. Du machst es dann lieber und häufiger. Wenn er dich immer wieder lobt, bist du begeistert von deinen Fähgikeiten, die er mit dem Lob ja hervorhebt, bist stolz auf dich und machst die Sache immer öfter. Irgendwann muss er nicht mehr loben, weil du inzwischen die Sache sehr gerne machst, weil durch das Lob die Sache zu etwas Positivem wurde (bei Erwachsenen kann das auch mit Geld/ Gehalt klappen, aber Lob funktioniert mMn besser, weil man dadurch ein gutes Gefühl mit der Handlung verknüpft, alternativ:

 Spontane Geschenke etc. von Freunden für Hilfe etc.).

Zwischendurch sollte der Hund immer mal wieder, aber in langen Abständen, für die gelernte Handlung belohnt werden - spontanes Leckerli. Der Clicker kommt erst wieder raus, wenn eine neue Handlung gelernt werden soll, dann beginnt man wieder bei Schritt 1: 

Kleinste Ansätze zum Zielverhalten oft belohnen.IMMER, wenn man clickt, bekommt der Hund eine Belohnung, aber mit zunehmender Lernerfahrung des Hundes (Richtung Zielverhalten) muss man immer seltener clicken.

Anfangs clickt man immer sehr oft, belohnt üppig, lobt verbal ausgiebig und dann lässt das Clicken und Belohnen nach, nicht jedoch das Lob.Durch das Nachlassen des Clickens (s.o.) wird der Hund bestärkt, die Handlung durchzuführen, er macht das dann sicherer/ lieber.

Ist wie beim Lotto: Mal gewinnt man und die Hoffnung darauf lässt einen jede Woche spielen.

So funktioniert das Clickern mit dem Hund: Anfangs gewinnt er immer und später macht er weiter, weil er ja mal gewinnen könnte; man sollte ihn dann nicht enttäuschen sondern hin und wieder doch eine lange bekannte Übung belohnen, ihn also gewinnen lassen.

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T4YFUN23 21.06.2016, 11:15

Die mit Abstand beste Antwort die du bekommen konntest! 

Ganz wichtig ist aber vorher den klicker noch zu konditionieren...

Klick ist eine Vorankündigung für eine Belohnung 

Machst du am besten in dem du kommentarlos ohne das du irgend etwas von deinem Hund verlangst ganz oft klickst, gibst Futter, klickst, gibst Futter etc...

Irgendwann fängt dein Hund beim klick schon an zu sabbern, dann ist er richtig aufgebaut 

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Einafets2808 21.06.2016, 12:37

Sehr tolle Antwort

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Nein. Du sollst den Clicker generell nur zum Lernen der Übung verwenden (zumindest machen wir das schon lange so und es klappt). Das heißt, schon gelernte Tricks werden nicht mehr mit Clicker, sondern nur noch mit Leckerlie und später auch nur noch mit mündlichem Lob belohnt. Der Clicker wird nur benutzt, damit der Hund auf die richtige Idee während des Trainings kommt.

Wenn der Hund also "Pfote" lernen soll, bekommt er am Anfang immer wenn er die Pfote hebt, einen Klick. Aber später im Alltag, soll er es ohne Klick machen, da er dann ja weiß, was er machen soll.

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Du kannst sitz und platz clickern und gerade wenn du einen Welpen bekommst ist das am Anfang hilfreich.

 Für diese Grundkommandos benutze ich den Clicker, bzw. ich arbeite lieber mit einem Markerwort, nicht mehr.
Meine Hunde sind aber auch bereits erwachsen. Als meine Hund sitz und platz
gelernt haben habe ich sie mit „fein“ gelobt.


Ich clickere gern die Leinenführigkeit, Aufmerksamkeit in stressigen Situationen auf mich oder den Aufbau anspruchsvoller Tricks.

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Du sagst zum Beispiel Sitz, clickerst und gibst ihm dann das Leckerchen und so machst du das immer weiter und nach ein paar Wochen fängst du an es ohne das leckerchen nach dem klick zu versuchen wenn er sich freut dann hat er es verstanden. 

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Meiner Meinung nach gibt es 2 völlig unnütze Dinge,die bei einem Hund erfunden wurden, :

1:Die Ausziehleine . Der Hund lernt niemals an der lockeren Leine zu laufen und auf lleichtes zupfen zu reagiere. Kommunikation über Leine gleich NULL !!Zudem hat er ständig Spannung am Körper.

2!Der Klicker. nervig und ohrenbeteubend für den Hund! Wo bleibt da die verbale Kürpersprache und nonverbale Körpersprache,die bei Hunden untereuinander so wichtig sind? Klickern sich Hunde gegenseitig an? nee,sicher nicht. Für ein Belohnungsgeräusch kann man auch ein langgezogenes feiiii,,oder suuuper sagen. Die vertraute Stimme bekräftigt die Belohnung doch vielmehr als so ein artfremder Knackfrosch !!

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Der Clicker ist wichtig für ein gutes Timing. Wenn der Hund etwas lernen soll, klickt man genau in der Sekunde, in der es ausführt. So verbindet der Hund das was er getan hat und das Geräusch viel besser miteinander als wenn der Klick ein paar Sekunden später kommt. Hat er einmal begriffen, was dieser Klick in verschiedenen Situationen bedeutet, ist es viel leichter ihm neue Sachen beizubringen. Irgendwann weiß der Hund was man von ihm will, dann braucht man den Clicker nicht mehr.

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