Hundekot schädlich für Kühe

... komplette Frage anzeigen

11 Antworten

Glücklicherweise bin ich selbst Landwirt. Unsere landwirtschaftlichen Nutztiere - ohne Ausnahme - fressen sehr selektiv. D. h. sie achten sehr darauf, was auf der Weide liegt. Aus diesem Grund haben wir auch die vielen Geilstellen auf unseren Wiesen und Weiden. Wo ein anderes Tier hingepinkelt oder gekotet hat, bleibt das Gras stehen und wächst besonders kräftig, bedingt durch den zusätzlichen Stickstoff der da hinterlassen wurde. Wir wissen als Landwirte, wie wir damit umzugehen haben.

Alle anderen Theorien, die hier hinsichtlich der Schädlichkeit von Hundekot geäußert wurden, sind fachlich nicht zu belegen.

Bei Schafen, Ziegen oder Pferden ist kein anderes Verhalten festzustelllen. Sie fressen alle sehr selektiv und mögen dann auch kein verschmutzes Grünfutter oder Heu.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es gibt unterschiedliche Ursachen weshalb Rinder "verkalben", also Fehlgeburten haben:

  • Neospora = hier angesprochen und zwei gute Links (@antschnobe, @Crazydaisy) sind schon vorhanden. Im Link von @ Crazydaisy wird sehr schön beschrieben, dass der Übertragungsweg über den Hund nicht zu 100% im Versuch nachvollzogen werden kann.

Denn der Hund = infiziert sich über das Rind (fressen von toten Kälbern und Nachgeburten infizierter Rinder) und kann erst dann als Überträger von Neosporen erkannt werden.

Das ist eher selten und bei Hunden betreffender Landwirte der Fall.....

  • Brucellose = eine Rinderseuche welche zum verkalben führt, Übertragungsweg durch zugekaufte Rinder. Seit 1999 von der EU in Deutschland als "besiegt" erklärt (im Bezug auf Seuche)

  • Glyphosat (Unkrautvernichtungsmittel) = eingebracht in die Nahrungskette durch Sojahaltige Futtermittel.

http://umweltinstitut.org/gentechnik/aktionen/hintergrund-roundup-912.html

Hier Information zu Embryonen schädigender Wirkung auch im Kuhstall. Weitere Links und Quellen im Kommentar.

Speziell der Umgang mit den Unkrautvernichtungsmitteln welche Glyphosat enthalten steht im Verdacht erhöhte Fehlgeburten bei Milchkühen verursacht zu haben (Kanada, Montana).

Der Landwirt indes wird nicht umfassend aufgeklärt und so ist es empfehlenswert, dass Landwirte den Weg der Nahrungsmittelkette - auch für ihr Futter - genau kennen.

Erkrankungen an Rindern - durch Futter und Einstreu übertragen - kommen auch vor durch:

  • Botulismus = der Übertragungsweg erfolgt über das Futter, das Düngen mit der Jauche infizierter Tiere oder das Silieren von "Tierkadavern" (z.B. Hase, Reh im frisch gemähten Gras)

Wie der Hundehalter sehen kann hat es der Landwirt nicht leicht. Zudem kann sich Botulismus auch auf Hunde und Menschen übertragen. Der Einsatz von Herbiziden aus dem Bereich Glyphosat (Roundup) ist all gegenwärtig.

Schon aus diesen Gründen ist jedem Hundehalter zu empfehlen seinen Hund, Hunde von Futterwiesen, aus Ackerflächen und auch Obstplantagen - fern zu halten!!!

Neospora und Hund mag nur eine kleine Ursache von vielen sein. Doch Hund und Halter müssen - wie so oft - als Buhmann herhalten, so dass jeder Hundehalter dem keinen Vorschub geben sollte.

Achtet darauf, dass sich eure Hunde nicht auf gejauchten Futterwiesen mit Botulismus infizieren!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von YarlungTsangpo
21.03.2012, 11:21

Für Fehlgeburten auch bei Kühen kommt nun noch hinzu:

  • Schmallenberg Virus Eine Seuche welche derzeit rasant in Europa und auch Deutschland die Viehhalter heimsucht und zu Fehlgeburten führt. Nicht nur bei Schafen und Ziegen auch bei Rindern und wohl durch Zukäufe "eingeführt"

http://www.fli.bund.de/de/startseite/aktuelles/tierseuchengeschehen/schmallenberg-virus.html

Wie man sieht der Hundehalter ist nicht die Hauptursache für Fehlgeburten bei Kühen, sondern es gibt viele Ursachen...

Trotzdem kein Grund Hunde in Futterwiesen laufen zu lassen!

0

das ist kein geruecht -siehe den guten link von antnschnobe...

meine eltern lebten in einem bauerndorf mit vielen milchbauern -zusammen mit meinen schwestern, mehreren pferde, eseln, gaensen, enten und einem unerzogenen berner sennenhund.

weil dieser hund oft ohne aufsicht war(meine eltern hatten einen gasthhof) hat sich dieser hund oft auf den weiden rumgetrieben. nachdem eine kuh des nachbarn verkalbte -wollte dieser milchabuer meinen vater verklagen... sie habn sich dann irgendwie geeinigt

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Liberty66
21.03.2012, 11:40

Sollte man dann nicht auch die ganzen Schäfer warnen, die ihre Herden noch mit Schäferhunden hüten?

0
Kommentar von YarlungTsangpo
21.03.2012, 11:43

Unser Nachbar & Milchviehhalter käme nie auf die Idee uns- als Hundehalter - für eventuelles Verkalben bei seinen Kühen verantwortlich zu machen.

Landwirte welche ständig Hunde in Futterwiesen und Futterfeldern haben sind zu Recht - sauer !

Hundekot, getrocknet und mit dem Heuwender verwirbelt führt dazu, dass Kühe stark damit belastetes Heu nicht mehr fressen mögen!!

0

Hallo, die Hundehinterlassenschaften können Krankheiten auf die Kühe übertragen, die evt. solche Folgen haben können. Im Winter, wo das Gras so gut wie nicht vorhanden ist, macht ein Hundehaufen bestimmt nichts aus, der zerfällt rechtzeitig; da sind streunende Füchse viel gefährlicher. Aber wenn das Gras hochwächst, haben da Hunde nichts mehr zu suchen, ebenso nicht auf dem Kornacker, wenn das Korn höher als 5 cm ist! Ich bin übrigens Hundebesitzer. Auf abgeernteten Flächen oder frisch umgepflügten lasse ich mein Schatzi frei laufen, aber sobald etwas höher gewachsen ist als die Mähmaschine stehen lässt, ist das Feld oder die Wiese tabu. Und dort, wo nur abgeweidet wird und kein Heu gemacht wird, hat der Hund sowieso nichts zu suchen. Gott sei Dank gibt es bei mir im hessischen Bergland immer noch einen Acker, der brach liegen darf.Gg

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Normalerweise fressen die Kühe natürlich den Kot nicht mit, nur wenn der erstmal gut verteilt ist durchs Rumlatschen, lässt sich das nicht vermeiden. Auf Wiesen, die zum Heumachen genutzt werden, gilt das natürlich auch.

Durch Hundekot werden Clamydien und irgendein ein Einzeller übertragen, die beide häufig zum Abort führen, übrigens auch bei Pferden und Schafen. Die Verluste für die Bauern sind stellenweise ganz immens, abgesehen davon, dass eine Fehl- oder Totgeburt sowieso nix Schönes ist, auch bei Kühen nicht.

Und nebenher find ich auch die Vorstellung nicht schön, Milch von Kühen zu trinken, die Scheiße gefressen haben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das ist Quatsch, aber es ist schon so, daß die Kühe an den Stellen und in näherer Umgebung das Gras verschmähen. Natürlich können sie sich auch theoretisch mit Würmern bzw. Wurmeiern infizieren.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von CrazyDaisy
20.03.2012, 22:34

Hat nichts mit Würmern zu tun, sondern mit Einzellern.

0

google hat massenweise infos dazu: zum beispiel- http://www.schaette.de/corporate/file-198.pdf

hunde haben eh nichts auf koppeln zu suchen. das ist eine absolute unsitte, die tiere dort spielen und koten zu lassen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Bei der Sch.... die wir heute in den Lebensmittelmärkten angeboten bekommen, schadet auch der Hund auf der Wiese nichts mehr.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ja, das stimmt. Gilt auch nicht nur für Rinder, sondern auch für Schafe und Ziegen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?