Hund zerkaut plötzlich alles wenn er allein ist?

8 Antworten

" Sowas hat sie vorher nicht gemacht, "

Doch, genau sowas hat sie ja vorher auch schon gemacht und ihr habt dieses Zeichen, dass sie nicht allein sein kann ignoriert. Ein Hund der wirklich KEIN Problem hat mit dem Alleinsein, macht sowas nicht. Sie hat den Frust in sich reingefressen und jetzt war es eben zu viel. Jetzt hat sie auch eine Bindung zu euch aufgebaut und evtl. Verlustängste kommen noch mehr hoch.

Sie ist ja gerade mal erst einen Monat da, deshalb kann man davon ausgehen, dass ihr viel zu schnell wart! Bei einem Welpen baut man das im Minutentakt auf, ebenfalls bei einem erwachsenen Hund, der ein Problem hat mit dem Alleinsein. Also: Nochmal auf Anfang und viel langsamer. Und ganz wichtig: JEDEN Tag üben, auch wenn ihr frei habt. Es muss selbstverständlich sein, dass ihr geht.

Möglicherweise drehst du mit dem Programm vorher den Hund noch zusätzlich auf. Stell dir vor, du hast gerade so eine richtig, richtig tolle und super spaßige Zeit mit einer Person, bist voll mit Adrenalin und auf einmal geht sie einfach weg.

Mach lieber nur was ruhiges und warte dann bis Hundi pennt.

Hallo,

nach einem Monat hat sich der Hund gerade mal richtig eingelebt, erst jetzt hätte man mit dem Training für´s Alleinsein beginnen können. Ihr seid ziemlich wahrscheinlich viel zu schnell vorgegangen.

Nach kurzer Phase des Jaulens. Natürlich hat sie in der Anfangszeit mal n Schuh aus den Regal geklaut (aber nicht kaputt gemacht) oder Kleinigkeiten angestellt

Und diese Aussage bestätigt meine Vermutung. Der Hund sollte weder jaulen, noch irgendwas anstellen - das alles ist ein Zeichen von Stress. Der Hund hat es also gar nicht gelernt.

Wenn man sich einen Hund anschafft, dann gibt man diesem mindestens mal einem Monat zum einleben. Es ist alles neu für den Hund - Umgebung, Alltag, Menschen. Er hat noch kein Vertrauen zu euch, keine Basis und keinen Grundbaustein. Das braucht alles Zeit.

Das Alleinebleiben auch. Wenn sich der Hund WIRKLICH eingelebt hat, dann beginnt man mit wenigen Sekunden. Man kommt also wieder rein bevor der Hund auch nur ans Jaulen o.Ä nachdenkt, geht an dem Hund vorbei und macht auch kein großes Tamtam draus, wenn man nach Hause kommt. Stückweise (in Sekundenschritten) wird die Zeit dann verlängert. Es kann übrigens helfen, wenn man den Hund vorher auspowert und er dann in Ruhe schlafen kann. Grade so ein Mischling braucht viel Beschäftigung.

Ihr solltet nochmal ganz von vorne anfangen.

Mit freundlichen Grüßen

Hufpfote

Offensichtlich ist es ihr eben doch zu lange. Hunde haben ja ein anderes Zeitgefühl als Menschen. Und ein für einen Hund, der ja ein Rudeltier ist, ist allein sein von Natur aus bedrohlich, weil ein Hund (oder Wolf) alleine keine Überlebenschance hätte.

Ihr habt es ja im Prinzip sehr gut gemacht und kennt euch ja auch gut aus. Ich würde es jetzt noch einmal nach trainieren, wie am Anfang. Kurz allein lassen, dann wieder reingehen und wenn sie nichts angestellt hat belohnen. Die Zeiten langsam steigern. Vielleicht könnt ihr auch feststellen, nach wie langer Zeit sie anfängt Sachen zu zerlegen. Dann könnt ihr es vielleicht so einrichten, dass ihr rechtzeitig kommt, sie belohnt und dann die Zeiten langsam wieder ausdehnen. Und nicht schimpfen oder so, wenn sie was zerlegt hat, sondern ignorieren. Aber ich glaube das wisst ihr ohnehin.

Was meiner Erfahrung nach auch Wunder wirkt ist ausführlich knuddeln vor dem weggehen und wenn ihr wieder das seid (aber nicht gleich beim reinkommen, weil das nach Hause kommen sollte eher unspektakulär sein). Ich habe mit viel knuddeln erstaunlich gute Erfahrungen gemacht.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung
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Da muss ich leider widersprechen, aber Abschiedsrituale verschlimmern eher noch! Besser ist kommentarloses Raus-rein-raus-rein usw, das aber in immer längeren Abständen dazwischen.

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@Maxetix

Nein, Abschiedrituale geben dem Hund Sicherheit, er weiß was nun passiert und darum geht es, falsch aufgebaut und das tun die meisten eben, verschlimmern sie das Verhalten, zumeist machen Laien das eben so das sie dem Hund Tschüß sagen und gehen und das ist kein Aufbau eines sinnvollen Abschiedsrituals, so macht man sich eher selbst noch mehr Probleme!

Baut man das ganze aber über ein Pause-Signal auf, dann sind Abschiedsrituale sehr gut und verschlimmern in keinem Fall das verhalten, aber dafür muß man eben wissen, wie man ein solches aufbaut!

Der Kommentator hier hat beschrieben er hat den Hund durchgeknuddelt, auch das ist sehr gut, denn beim Heim kommen und dann in Folge Berührung der Bezugspersonen, senkt sich der Stressspiegel um 3/4 ab im Gegensatz zu verbaler Begrüßung und erst Recht wenn der Hund beim Heim kommen missachtet wird, da senkt sich nämlich nichts ab sondern stresst das noch mehr!

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@Maxetix

Ja, du hast vollkommen recht. Ich habe das vielleicht nicht gut ausgedrückt. Ich habe einfach die Erfahrung gemacht, dass ausführliches Knuddeln viele Probleme löst. Aber natürlich nicht vor dem rausgehen und auch nicht nach dem reinkommen, sondern z.B. eine halbe Stunde vorher oder irgendwann am Tag. Einfach generell mehr knuddeln.

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@Elocin2910

So ist es. Ich habe diesen veralteten Tipp mit dem ignorieren beim kommen und gehen bei meinem Hund damals versucht und er ist regelrecht krank geworden, so sehr hat ihn das verunsichert. Tut mir heute noch leid. Ich sage ihm heute ganz normal tschüss und "du bleibst hier", damit er Bescheid weiß. Wenn ich wieder komme, begrüße ich ihn ruhig (!) und er wird dann auch geknuddelt. Dass der Hund zwischendurch geknuddelt wird ist doch eh klar.

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Und kontrolliert haben wir Unseren in der Zeit per Webcam. Da sahen wir live, ab wann er anfing am Rad zu drehen und konnten die Übung darauf einstellen.

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Vielen Dank für die tollen Tips. Wir werden jetzt nochmal von Anfang an üben ganz klein anfangen und langsamer angehen das ganze. Vor Abschiedsritualen lass ich die Finger da ich Job bedingt oft kurzfristig los muss. Da bleibt dann nicht immer Zeit für so ein Ritual da möchte ich nicht dass das dann nach hinten los geht weil ich mal ohne Ritual gehe und die dann völlig durcheinander ist. Geknuddelt wird die kleine ganz viel *-* Zuwendung ist uns sehr wichtig.

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@pferdeloverin91

Ein Abschiedsritual heißt nicht, dass man 30 Min. mit dem Hund redet oder ihn knuddelt oder was auch immer macht, man baut es auch vorher auf und wendet es erst an, wenn man sich sicher ist, dass der Hund das Prinzip verstanden hat.

Das Pause Signal baust Du zu Haue auf wenn Du da bist und sagst z.B. "Ich komme gleich wieder!". Ab diesem Zeitpunkt wird der Hund ignoriert. Das ist aber kein klassisches ignorieren sondern sollte dabei auf den Frustpegel des Hundes geachtet werden. Das baut man auch gaanz kleinschrittig auf.

Auch löst man dieses Signal wieder auf z.B. mit einem "Bin wieder da!".

Die Worte selbst versteht der Hund natürlich nicht, aber er lernt, dass innerhalb dieser Zeitspanne keinerlei Interaktion mit ihm stattfindet. Weder guckt man ihn an, streichelt ihn, noch redet man mit ihm. Am Anfang ist das nur ein ganz minimaler Zeiraum, z.B. einmal ein bewußtes wegdrehen vom Hund, dann wieder hindrehen und sagen "Bin wieder da!". Bis man eine Zeitspanne von 30 Min. erreicht hat, in denen der Hund natürlich nicht frusten sollte.

Ab wann der Hund zu Anfang anfängt zu frusten könnte man mit einem Leckerchen in der Hand testen. Offensichtlich ein Leckerchen in die Hand legen und Hand schließen, die geschlossene Hand dem Hund hinhalten. Abwarten ab wann er anfängt zu knabbern oder mit der Pfote zu kratzen an der Hand, das ist die anfängliche Zeitspanne die genutzt werden sollte beim Aufbau des Pause-Signals.

Zudem ist es ratsam während der Zeit während der man das alleine sein aufbaut, den Hund nicht alleine zu lassen.

Vereinfacht ausgedrückt hat der Hund nun im Gehirn eine "Bahn" für den Stress respektive ein Verhaltensprogramm angelegt, welches dann in Gang gesetzt wird, sobald er alleine ist.

Um diesem entgegen zu wirken sollte man Alternativen schaffen, z.B. eine Ruhe- bzw. Entspannungszone, eine konditionierte Melodie und einen konditionierten Duft. Auch das baut man alles VOR dem eigentlichen alleine sein auf. Denn dafür müssen auch "Bahnen" bzw. Verhaltensprogramme im Gehirn angelegt werden und das diese genutzt werden und als Alternative angenommen werden können, darf die schon bestehende "Bahn" für den Trennungsstress nicht noch weiter eingeübt werden.

Aber das muß man nicht bei jedem Hund machen, wäre aber ratsam wenn es schon solche Ausmaße angenommen hat, wie Du hier bei Deinem Hund beschrieben hast.

Da kann es sein, dass das normale "kurz den Raum verlassen und wieder reinkommen"-Training per Habituation (Gewöhnung) nicht mehr funktioniert, denn wenn Du raus gehst und der Stress dann extrem schnell hoch schießt, dann kann Habituation nicht mehr funktionieren, denn die funktioniert nur dann wenn der Hund zumindest in einer "lernen können" Verfassung ist und bei zu starken Stress ist kein lernen mehr möglich.

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Hund kann im Auto alleine bleiben, in der Wohnung aber nicht?

Hallo ihr lieben,

Folgendes mein Hund kann im Auto längere Zeit alleine bleiben, erst bellt er die ersten zwei drei Minuten aber dann legt er sich hin und wartet entspannt, bis ich wieder komm.

In der Wohnung jedoch geht das geheule endlos lange. Selbst wenn ich besuch habe und nur kurz mal weg muss, dann heult er laut meiner Freundin bis zu einer halben Stunde.

Wie kann es sein, daß er im Auto so gelassen ist aber nicht in der Wohnung?

Ich übe schon mit ihm aber ich verstehe nicht so ganz wieso es da klappt aber nicht in der Wohnung.

Insbesondere muss er lernen mindestens vier Stunden mal allein bleiben zu können.

Wenn man mal zum Arzt muss oder was besorgen möchte. Denn ihn immer im Auto warten zu lassen finde ich blöd.

Grade auch im Sommer ein totales NOGO.

Über Tipps und Hilfen bin ich dankbar!

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