Hund vom Züchter oder Tierheim holen?

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Hallo,

grundsätzlich musst du ersteinmal zwischen Züchter und "Züchter" unterscheiden.Züchter sind im VDH angemeldet und züchten unter dessen Schirmherrschaft. "Züchter" können irgendwo "züchten, viele Vermehrer nennen sich auch überaus gerne so.

Natürlich sind auch nicht alle Züchter beim VDH wirklich zu empfehlen, ebenso, wie nicht alle Hobbyzüchter schlecht sind. ABER: die größtmögliche Sicherheit, einen gut gezüchteten, gesunden und super gut aufgezogenen und sozialisierten Welpen zu bekommen, hat man nun mal bei einem VDH-Züchter.

Nur eine kontrollierte VDH/FCI-Zucht garantiert eine Reinrassigkeit, denn irgendwelche Abstammungsnachweise - völlig unkontrolliert - kann sich jeder "Züchter" und jeder "Zuchtverein" selbst drucken - das ist sogar erlaubt. Sagt aber über die Qualität der Zucht dann leider so gar nichts aus.

Wichtig ist es, wie die Züchter mit ihren Hunden selbst umgehen, ob sie im Haus und Garten aufgezogen werden - und nicht in einer Etagenwohnen, einem Verschlag, im Hinterhof, in einem Kellerraum etc.

Wichtig ist auch der Eindruck, den die erwachsenen Hund machen: sind sie menschenbezogen, sind sie gepflegt, gut genährt, freundlich, aufgeschlossen? Bitte nicht glauben, dass auch der Rüde vorhanden sein muss. Gute Züchter suchen sich einen passenden Rüden von einem anderen Besitzer aus - wer ständig mit einem eigenen Rüden züchtet, der betreibt Inzucht - das wäre sehr schlecht und ist ein sicheres Zeichen für einen sehr unseriösen Züchter (denn im VDH wäre dies gar nicht erlaubt).

Sinnvoll ist es immer auch, sich bei 3 - 4 Züchtern umzusehen - denn nur so kann man tatsächlich Unterschiede erkennen. Wer nicht so im "Geschehen" drin ist - und das ist man nicht, weil man ja nur selten einen Welpen kauft - der weiß gar nicht, was "normal" und was "nicht normal" ist.

Und jeder Züchter wird gerne bei Interesse seine Welpen und seine Zucht "vorführen" und potentielle neue Eltern beraten. Macht er dies nicht - dann sollte man darüber froh sein, denn er hat etwas zu verbergen und hätte man dann niemals einen gut aufgezogenen Welpen bekommen.

Dann gibt es natürlich die Tierheime/den Tierschutz

Bitte bedenke immer, dass die Hunde aus dem Tierheim häufig eine leidvolle Vorgeschichte haben. Es waren zumeist keine "geliebten" Hunde, denn sonst wären sie nicht im Tierheim gelandet (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel). Sie sind oft kaum bis gar nicht erzogen oder völlig falsch erzogen worden, haben häufig Gewalt erlebt, sind verschüchtert oder ängstlich oder mehr oder weniger aggressiv.

NEIN, ich will niemanden davon abhalten, sich einen Hund aus dem Tierheim zu nehmen - ich habe selbst zwei aus dem Tierschutz. Aber die Problematik, die jeder Hund mit sich bringt, sollte im Vorfeld ausgiebig und gründlich mit den Betreuern im Tierheim besprochen werden. Was erwartest DU von dem Hund - was hast DU dem Tier zu bieten? Wieviel Erfahrung hast du bereits mit Hunden? Und genau nach diesen Kriterien muss der für dich (oder deine Familie) passende Hund ausgesucht werden, nicht nach einer Farbe, oder nach "traurigen Augen" oder langem oder kurzem Fell, oder weil die Freundin auch so einen hat ....

Dann solltest du dir Zeit nehmen, 2 - 3 Wochen, und mit diesem Hund ausgiebig spazieren gehen und ihn besuchen. So könnt ihr euch schon einmal gut kennenlernen.

Und wenn dann noch alle anderen wichtigen Faktoren stimmen (Zeit, Zeit, Zeit, Zeit .... Wohnung, Geld etc.) - dann kannst du ihn adoptieren.

Aber bereite dich darauf vor, dass ein Hund aus dem Tierheim häufig eine ziemlich lange Zeit braucht, bis er wirklich bei dir "angekommen" ist. Das geht nicht von heute auf morgen und auch nicht in wenigen Wochen. Bis Hunde wieder Zutrauen zu neuen Menschen fassen und verinnerlichen, dass man es jetzt gut mit ihnen meint und ihnen nichts Böses mehr droht - das braucht einfach seine Zeit - und man selbst braucht viel Geduld. Schwirrt einem doch immer so im Hinterkopf herum: Mensch, der muss doch "dankbar" sein, dass ich ihn dort herausgeholt habe.

Ja, er wird auch "dankbar" sein und dich feste in sein Hundeherz schließen - aber du musst ihm dafür die notwendige Zeit lassen.

Gutes Gelingen

Daniela

Sie sind oft kaum bis gar nicht erzogen oder völlig falsch erzogen worden, haben häufig Gewalt erlebt, sind verschüchtert oder ängstlich oder mehr oder weniger aggressiv.

Also entweder laufen bei uns nur die verkehrten Hunde herum - sehr viele Straßenhunde aus Rumänien und Griechenland - oder es ist gewaltig übertrieben. Bis auf eine Griechin sind alle südlichen Hunde im Dorf liebe Hunde. Im Gegensatz zu zwei Rassehunden, die richtig gefährlich sind (Hunden gegenüber). Und auch die besagte Griechin ist eigentlich lieb und nett, nur sie und meine Hündin können sich halt nicht ausstehen.
Ein neuer Hund aus Spanien begegnet mir und meiner Hündin oft draußen. Ein Dackel-Terriermix. Ein Möchtegern Casanova, wie er im Buch steht. Ich finde den nur toll.

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@Dahika

Das Geschriebene bezog sich auch auf Hunde aus dem Tierheim - nicht aus dem Auslandstierschutz - das ist immer noch eine völlig andere Geschichte.

Aber genau aus diesen Gründen - kaum bis gar nicht oder falsch erzogen (und daher Problemfälle), oft recht gewaltsam erzogen, daher verschüchtert, ängstlich, aggressiv - landen viele Hunde in Tierheimen. Spontan angeschafft, nach kurzer Zeit kein Lust mehr, keine Ahnung von Erziehung - und dann weg mit dem Hund!

Hunde aus dem Auslandstierschutz bringen ganz andere Problematiken mit sich ....

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Wenn du einen ganz speziellen Hund haben möchtest wie z.B. einen Hütehund, Jagdhund oder Wachhund wäre der Weg zu einem guten (!), eingetragenen Züchter. Auch wenn es eine spezielle Rasse sein soll wirst du auf dem Weg fündig.

Hast du keine so speziellen Ansprüche macht es viel Sinn erstmal die umliegenden Tierheime zu besuchen, da finden sich oft ganz tolle Hunde. Der Vorteil ist, das die erwachsenen Hunde meistens schon zumindest teilweise erzogen sind und man ihren Charakter zumindest in etwa erkennen kann während Welpen in der Hinsicht meistens Überraschungspakete sind.
Man sollte aber sehr genau hinschauen und seine eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen, Angsthunde, eingefangene Streuner oder Tiere die bisher nur 2m² Zwinger kennengelernt haben gehören nicht in dei Hände von Anfängern.

Bist du für so etwa alles offen finden sich auch immerwieder Welpen im Tierheim, was da raus wird weiß man oft nicht so genau weil es fast immer Mischlinge sind aber da kann man ganz gut mit fertig werden.
So ist meine Ma zu ihren Hunden gekommen, beides "Labrador Mixe", bei der Hündin ist Windhund mit drin, das zeigt sich in ihrem ganzen Wesen. Bei dem Rüden war vermutlich nichtmal ein Labrador beteiligt, eher Dogge + etwas mit einem breiten, kräftigen Kopf. Das sind halt Ü-Eier aber da der Halter dafür zuständig ist das es nette, freundliche Hunde werden ist da auch kein Ding.

Die Frage ist ob man einen Welpen möchte oder ob das keine Rolle spielt. Ein Welpe macht deutlich mehr Arbeit und man kann dort auch massive Fehler begehen, wenn man eben "keine" Ahnung hat.

Sofern ich nun keinen "Rassehund" haben muß (verstehe ich sowieso nicht warum es immer Rassehunde sein müssen), kann ich mir einen Hund auch aus dem Tierheim zulegen. Tierheime gibt es genug und Hunde die dort ein neues Zuhause suchen ebenso.

Tierheim-Hunde sind ja nicht schlechter, nur weil sie im Tierheim gelandet sind. ;-)

An sich bin ich immer dafür Tiere aus dem Tierheim zu erlösen. Unsere Katze (ich bin eher der Katzen-Typ…) stammt auch aus dem Tierheim und das war eine sehr gute Entscheidung.

Das Problem bei Hunden aus dem Tierheim ist, dass du ihre Vorgeschichte nicht sicher kennst. Du weißt nicht was sie für Erfahrungen gemacht haben und worauf sie wann wie reagieren.

Mein Bruder ist selbst Tierarzt, hat sich vor einigen Jahren mal eben auch unter dem Gesichtspunkt, dass man dem Tier weiterhilft, einen Hund aus dem Tierheim geholt. Es war ein wohlerzogenes Tier, so schien es, hörte aufs Wort, war lieb, pflegeleicht und unproblematisch. Plötzlich, nach zwei oder drei Monaten, steht das Tier scheinbar völlig ohne Grund vor ihm mit gefletschten Zähnen und geifernd – das ist schon beeindruckend, wenn das ein Hund ist, der dir als erwachsener Mann bis zur Hüfte geht…

Seit diesem familiären Erlebnis bin ich mit der Empfehlung, speziell Hunde aus dem Tierheim zu holen, sehr zurückhaltend. Du weißt halt, salopp formuliert, nicht, welche Klatsche die Tiere psychisch in ihrem Leben bereits erlitten haben und worauf sie plötzlich bei dir wie reagieren… Du siehst ihnen das eben halt leider auch nicht unbedingt an. Bei einer Katze, beim Hamster, bei Rennmäusen oder sonst was, hast du vielleicht einen nassen Teppich, weil sie die drauf gepinkelt haben, oder du hast ein paar Kratzer, weil die Katze gekratzt hat. Aber je nach Hund und dessen Größe, kann das schon gefährlich werden.

T3Fahrer

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Hi! Ich habe bis heute den 5ten Hund aus dem Tierheim. Warum? In der Hauptsache weil ein Welpe auf Grund des Zeitbedarfes nicht in unser Leben passt. Wir nehmen auch gerne eher ältere Hunde, die sonst nur schwer vermittelt werden, weil jeder einen jungen Hund möchte.

Was die anderen Aussagen der "Mitschreiber" angeht: ja, es stimmt, oftmals weiss man nichts und es können nach X Wochen oder Monaten auch mal Verhaltensweisen auftreten, mit denen man nicht rechnen würde ... aber man muss das nicht dramatisieren ... ein bisschen Verständnis und dann funktioniert das. Wichtig ist, dass das Tierheim Dir mal ein paar Wochen Zeit lässt, das Tier kennen zu lernen, regelmässig Gassi zu gehen und vielleicht auch mal ein Probewochenende zulässt. Macht man da Druck und will den Hund schnellstmöglich loswerden, dann solltest Du bei diesem Tierheim Abstand nehmen ... das sage ich aus eigener Erfahrung!

Zusammenfassend: ich würde jederzeit wieder zum Tierheim meines Vertrauens gehen! Jedes Tier dort hat eine neue Chance mehr als verdient und wenn auch der Hund Dich aussucht und zu Dir möchte, dann hast Du den besten Freund, den man sich wünschen kann ... und dann ist die eine oder andere vielleicht vorhandene Macke gar kein Problem ;-) Gruss

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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