Hund verträgt Autofahren nicht. Eigentlich eine nicht seltene Erscheinung, nur hier verhält es sich anders. Hat jemand Tipps für Abhilfe?

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5 Antworten

Systematische Desensibilisierung, unter der Reaktionsschwelle anfangen zu trainieren, Wahrnehmung des Autos aber keine Reaktion auf das Auto. 

D.h. da wo der Hund von weitem das Auto sieht und aber noch nicht anfängt zu speicheln wird er am besten mit einem primären Verstärker hier wohl die Distanzierung zum Auto verstärkt. Am besten wird das ganze mit einem auftrainierten Marker gemacht, so kann man zeitnah verstärken. 

Die optimalste Lösung dafür ist das das Verhalten bis ans Auto ran nicht wieder auftritt, nur so wird man wohl irgendwann ins Auto kommen. Dort scheint sich ein emotional bedingtes reflektives Verhalten etabliert zu haben und somit würde ich das in wirklichen Minischritten trainieren. 

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Kommentar von TheoBN
11.07.2017, 22:58

Danke für die Antwort.

Kannst Du "auftrainerter Marker" näher erläutern?

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Hallo TheoBN, 

was Du hier beschreibst, das klingt nach einer klassischen Konditionierung. Bekannt ist der Pawlowsche Hund, der jedesmal beim Erklingen einer Glocke zu fressen bekam... und bald auch zu sabbern anfing, wenn nur die Glocke ertönte. Weniger bekannt sind andere Experimente in diese Richtung, bei denen Pawlow Hunden immer im selben Raum Morphium verabreichte. Nach einiger Zeit zeigten die Tiere bereits typische Morphiumsymptome, sobald sie in den Raum gebracht wurden, aber bevor ihnen das Morphium gespritzt wurde.

Was hier am meisten erfolgsversprechend wäre, wäre eine Gegenkonditionierung, indem man das Auto ganz gezielt mit einem positiven Reiz besetzt. Das kann und sollte ganz langsam gehen, dass der Hund neben dem Auto ein Leckerli kriegt zum Beispiel, aber nicht einsteigen muss. Wenn das ohne Speicheln geht, kann man das Leckerli auf der Rückbank geben. Und wenn das geklappt hat, eine kurze Runde drehen. 

Wichtig ist, parallel negative Reize zu vermeiden - also nicht zu unangenehmen Adressen wie dem Tierarzt fahren...

https://magazin.mydog365.de/erziehung/methoden/gegenkonditionierung-in-der-hundeerziehung/

Homöopathika werden Dir wahrscheinlich von allen Seiten empfohlen, sind aber reine Placebos.

Grüße

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Kommentar von TheoBN
11.07.2017, 21:24

Danke für Deine Info und den interessanten Link.

Leckerchen funktioniert nicht wie bei all unseren Königspudel. Die Leckerchen bekommt man in hohen Bogen wieder zurück! 

Die Motivation, z.B. beim Hundesport, funktioniert über Lieblingsspielzeug, aber das haben wir schon alles durch bei dem Hund.

Zum Tierarzt fährt der Hund mit der Besitzerin 3x die Woche, weil die Besitzerin dort halbtags arbeitet und die beiden Hunde mitkommen. In der Tierarztpraxis fühlen sie wohl.

An Homöopathika glaube ich auch nicht und die Besitzerin sicher auch nicht, aber ich will nichts ausschließen. Eine Methode, die ich hier noch nicht genannt habe, weil ich abwarten will, wäre noch ein Lösungsansatz.

Die übrigen Lösungsansätze sind längst alle durch wie langsames Gewöhnen etc. Die Besitzerin versucht jeden Tag was Neues. Vorne im Auto (Beifahrerfussraum), wo es die geringsten Fahrzeugbewegungen gibt und der Hund nicht rausschauen kann .. alles schon probiert.

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Der Hund sollte langsam wieder an das Autofahren heran geführt werden. Das ist bei ihm ein psych. Problem.

Zunächst mal nur mit ihm um das Auto rum gehen und dann wieder weg gehen, bis er merkt, dass es ja garnicht schlimm war.

Dann die Kofferraumklappe öffnen und wieder herum gehen und weg gehen.

Wenn er nach einiger Zeit etwas entspannter ist, ihn vor dem Kofferraum sitz machen lassen und eine Weile dort bleiben.

Später kann man ihn dann mal mit etwas Leckerem in den Kofferraum locken.

Wenn er das irgendwann entspannt macht, die Kofferraumklappe schließen, ohne zu fahren.

Im nächsten Schritt dann nur mal kurz ein paar Meter fahren.

Jeden Schritt so lange proben, bis der Hund entspannter wirkt und immer mit positiver Bestärkung, wie überschwängliches Loben und besondere Leckerli´s .

Das wird ! Hat bei meinem Hund auch geklappt :)

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Okay, ich fasse zusammen:

Der Hund hat das Autofahren erlernt, als die Halterin einen Leihwagen fuhr, begann der Hund Unwohlsein zu zeigen und speichelte stark.
Organische Ursachen können augenscheinlich ausgeschlossen werden, es handelt sich wohl eher um ein mentales Problem von Hund und Halterin.

Ein Leihwagen ist ein geliehenes Objekt, der Fahrer eines solchen Gefährts wird wohl ein erhöhtes Augenmerk auf die Handhabung eines solchen Wagens richten und entsprechend aufgeregt sein.

Ein aufmerksamer und loyaler Hund wird da mitgehen...^^

So erlebte ich es zumindest, als mein erstes Auto zu Schrott wurde und der Meinige (Hund) sich an mein neues Auto gewöhnen musste...^^
Er hechelte über die Maßen, er tropfte und manchmal k.tzte er auch...
Einmal machte er sogar Pipi in das neue Auto...^^

Aber es half ja nix: Der alte Wagen war Geschichte und das Leben geht weiter...^^

Leider fuhr ich dieses neue Auto zu Schrott und der Meinige war dabei...
Er sah sich also genötigt, nochmals meinen Fahrversuchen mit einem neuen Wagen beiwohnen zu müssen...^^

Inzwischen hatte ich doch etwas dazu gelernt: Meine Unsicherheit bezüglich des neuen Autos übertrug sich offenbar auf meinen Hund...^^

Überraschung! :)

Der neue Wagen war schick und es ist mir somit leicht gefallen, dem Meinigen gegenüber Zuversicht zu signalisieren!

Entspannung kehrte also ein.

Kürzlich ging das Auto auch wieder den Bach hinab und den letzten Wagen, eine knallende Knatterkiste, den hat der Meinige mit stoischer Gelassenheit quittiert: Kein Speicheln, kein K.tzen und auch keine Rückfälle was die Stubenreinheit angeht!

Meiner Ansicht nach wurde bei dem von Dir berichteten Hund das Augenmerk zu sehr auf die "Schwachstelle" gerichtet, bzw. dieser eine zu große Bedeutung beigemessen.

Was ist denn am Speicheln so bedeutungsvoll?!
Der Hund schwitzt, er regt sich auf, er lebt...!
Wenn der Meinige eine dufte Hündin in der Nase hat oder auf Futtersuche ist, dann speichelt er wie ein Boxer und sieht aus wie ein tollwütiger Hund...^^

Deswegen renn ich nicht zum Tierarzt... :)

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Kommentar von TheoBN
11.07.2017, 22:10

Da die Besitzerin öfter mal in unseren Pudelgarten kommt, habe ich sehen können, dass es dem Hund richtig Sch... geht, das tut schon beim Hinsehen weh und damit will sich die Besitzerin auch nicht abfinden. Das Speicheln ist ja nur ein deutlich sichtbares Symptom.

Wenn es nicht zu ändern ist, wird sie damit wohl leben müssen und der Hund auch.

Da in der Tierarztpraxis täglich zig Hunde kommen und ein paar mit Problemen beim Autofahren, hat die Truppe auch Behandlungserfahrung. Interessanterweise kam der Fahrzeugtyp schon mal öfter vor, obwohl nicht sicher ist, dass er wirklich der Auslöser war.

Und jetzt wird eine neue Behandlung durchgeführt, aber die ist hier noch nicht gefallen und ich habe keine Erfahrung damit.

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Klingt nach negative Konditionierung. Versuche das Auto wieder positiv aufzubauen ( Spiel usw) 

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