Hund verloren - wann geht es einem besser?

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8 Antworten

Hallo Segnbora

Wenn der beste Freund geht, ist das eine schwere Zeit. Ich weiss das, aus eigener Erfahrung. Du bist also keineswegs alleine! Und diese Leere im Haus...Kenne ich auch nur zu gut.
Wichtig ist: Trauern!

Lass dir Zeit: Lass dich nicht unter Druck setzten, auch nicht von deinem Mann. Lass dir Zeit mit dem trauern. Lass alles raus. Weine, schreie und mach all das was dir auf dem Herzen liegt.
Wenn du das Bettchen wieder aufstellen willst, dann mach das!
"Möglichst schnell, die Sachen weg kommen"...Nein. Sag deinem Mann, dass du mehr Zeit brauchst. Ich weiss, Männer trauern anders ;)

Der Abschied: Mache ihm einen würdevollen Abschied. Kremiere deinen Vierbeiner und vergrabe ihn in eurem Garten oder stelle die Urne in deine Nähe. Mache aus schönen Bildern von deinem Hund eine Collage und beware sie bei dir auf oder bestelle eine Halskette, bei der du ein kleines Bild von deinem Hund hineintun kannst. 

Nach dem Tod, kommt Leben: Jeder muss mal sterben und unsere Vierbeiner haben leider nicht so eine lange Lebensdauer, wie wir. 
Ich persönlich glaube daran, dass unser Hund uns einen würdigen Nachfolger "zeigt".
So ging es mir bis jetzt. Ich hatte mal einen Hund, der hat Füchse geliebt. Als er gestorben ist, sah ich 1 Woche später auf einer Tierretungseite einen Hund, der wie ein Fuchs aussah und das war für mich das Zeichen.

Wenn einige Trauerzeit vergangen ist, zögere nicht, dir einen neuen Weggefährten zu suchen. Du kannst einem neuen Hund ein schönes Leben schenken. Das heisst nicht, dass man den Alten ersetzen will!
Aber ein neuer Hund bringt neues Leben und neue Energie.

Mit der Zeit, werden die wunderschönen Erinnerungen an deinem Hund die Überhand gewinnen und du wirst mit einem breiten lächeln an ihn denken.

Ich wünsche dir alles Gute. Lasse dir deine Trauerzeit und starte wieder neu!

Liebe Grüsse

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Kommentar von wotan0000
03.01.2016, 18:17

**Lass dich nicht unter Druck setzten, auch nicht von deinem Mann**

Man sollte die Trauer des Partners nicht ignorieren und sollte einen gemeinsamen Weg suchen.

Mein Mann nahm ein Foto unserer Katze auf dem PC und versah es mit einem Trauerflor, mit Geburtsdatum und Todestag sowie einem kleinen Spruch.

Dieses Bild steht seit bald 17 Jahren im Wohnzimmer.

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Wir haben unsere Schäfine unter sehr dramatischen Umständen im Januar 2015 verloren. Ich habe noch nichts weggeräumt, außer dem Körbchen.

Ich kann es noch nicht. Die Leinen hängen im Flur, die Tüte mit den für sie wichtigen Medis und sonstigem Kram steht noch im Wohnzimmer. Auch unten im Flur liegen noch Halsbänder und Handtücher.

Wir haben sie kremieren lassen und die Urne steht im Wohnzimmer im Regal.

Wenn ich alles außer Sichtweite räumen würde, würde mir etwas fehlen. Sie ist noch so präsent, daß sie und ihre Sachen einfach noch in die Wohnung gehören.

Ich kann dir nicht sagen, wann die Schmerzen nachlassen. Ich kann sie jetzt noch bellen hören, fiepen hören, wenn ich nach Hause komme, etc.

Manch einer ist schnell bereit für einen neuen Gefährten, andere brauchen Jahre, um darüber hinwegzukommen.

Ich habe seit ihrem Tod nicht geträumt, bis Mitte letzter Woche. Da habe ich sie im Traum getroffen. Aber insgesamt war der Traum negativ. Ich bin den Tag wie ein Zombie durch die Welt gelaufen.

Zum Thema zeigen: Es ist natürlich erklärbar, aber seit meine geliebte Seele nicht mehr ist, kommt zum Trost die Nachbarskatze zu mir. Auch scheue Katzen von Kunden kommen zu mir. So als ob sie mich trösten wollten. Ich bin kein Katzenmensch und wundere mich sehr über diese Kontaktaufnahmen. Wenn man will, kann man alles erklären. Hundekontakte spielen seit ihrem Tod übrigens überhaupt keine Rolle, weil sie nicht existent sind.

Ich wünsche dir, daß du nicht an deinen Schmerzen zerbrichst und daß du einen guten Weg finden kannst, mit dem Tod klar zu kommen.

Viele liebe Grüße

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Ach du Arme, mein aufrichtiges Beileid ;o( .

Wenn du das Bedürfnis hast, die Sachen stehen zu lassen, dann tu das doch einfach, wenn du dich damit besser fühlst.

Das, was du meinst, dass sich das Tier von einem "verabschiedet", erlebt wahrscheinlich jeder, der sehr an seinem Tier gehangen hat. Es ist im Prinzip so, dass du den Hund  ja gewöhnt bist. Er war immer da, du kanntest seinen Geruch und seine Geräusche, seine Lieblingsplätze, und seine "Macken". Daher spielt dir dein Unterbewusstsein einen Streich, indem du das Tier manchmal immer noch um die Ecke biegen siehst, obwohl es gar nicht sein kann, weil dein Körper diese Geschehnisse abgespeichert hat. 

Solche Dinge erlebt man nicht nur, wenn ein Tier stirbt, sondern auch, wenn man einen Menschen verliert. Als vor knapp 8 Jahren meine Mutter starb, die in der Wohnung unter mir wohnte, hörte ich noch Monate danach von unten das Nähmaschinengeräusch (meine Mutter war Näherin). - Als meine letzten Katzen starben, habe ich mich auch manchmal erschrocken, weil ich dachte, eine liegt da auf dem Sofa.... . 

Das dauert seine Zeit, bis man sich selbst wieder neutralisiert hat. Deshalb ist eine Zeit der Trauer ganz wichtig.

Ich finde es gut, dass ihr darüber nachdenkt, wieder einem anderen Hund ein Zuhause zu geben. Das ist nämlich die beste Medizin für eine wunde Seele :o) .

Alles Gute für euch, und lasst die Trauer erstmal zu. In ein paar Wochen geht ihr dann mal in ein Tierheim und schaut euch um, ob da der richtige neue Mitbewohner für euch ist :o) .

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Hi! Mein Beileid erstmal. Ich kann Dir das absolut nachfühlen und mal unabhängig davon, ob man selbst glaubt, dass es so etwas wie das Verabschieden wollen gibt, so muss jeder seine art des trauerns finden. Und ich kann verstehen dass jemand sagt "alles weg" aber für mich wäre das nichts. Wir haben alles stehen lassen - wenigstens noch ein zwei Tage, bis die leere Decke dann auch zu schmerzhaft wurde. Wenn es Dir hilft, hebe noch etwas auf, dass dir die Erinnerung ermöglicht - und man weiss ja nie, ob sie/er nicht doch nochmal vorbeischaut. Es ist schwer, gerade wenn es plötzlich kommt, aber so ist leider das Leben. Sei froh und dankbar, dass Du die lange und schöne Zeit mit Deinem Wuffi verbringen konntest und lass ihn/ sie jetzt auf seine nächste Reise gehen und erinnere Dich mit Freude an ihn. Und wenn es einen höheren Plan geben sollte, dann ist vielleicht wenn Du dazu bereit bist wieder ein Hündchen für Dich vorgesehen. Und falls nicht, wirst Du von Dir aus irgendwann wieder bereit sein - Du wirst wissen wann. Bei uns hat es zwei Jahre gedauert, bis das Herz wieder frei war und jetzt ist wieder ein Wuffi aus der Tierrettung bei uns eingezogen und wir sind mega happy mit ihm. Also, verabschiede Dich von ihm mit möglichst positiven Gedanken und Wünschen - gute Reise kleiner/grosser Freund - und Du wirst sehen, es wird besser. Ich wünsche Dir viel Kraft dafür. Gruss Don

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Das ist eine echt traurige Sache. Vor ca zwei Jahren verstarb mein Pony, richtig drüber 'hinweggekommen' bin ich bis heute nicht und werde es auch nie. Es ist vollkommen verständlich dass du seine Sachen noch nicht wegräumen möchtest, dass ging mir genauso, ich hätte am liebsten nichts angerührt... Doch bei mir war es so, dass ich noch andere Pferde hatte und habe mit denen ich mich ablenken und trösten konnte.
Es war natürlich kein Ersatz, jedoch wurde ich dadurch nicht ganz 'herausgerissen'.
Ich würde dir jetzt die Frage stellen, ob ein neuer Hund in Frage kommen würde, doch es ist moralisch schwierig weil man sich dadurch oft schlecht fühlt und als ob man den anderen sofort ersetzt hätte...

Klar wird der Schmerz mit der Zeit weniger, doch es dauert bei jedem unterschiedlich lange.
An deiner Stelle würde ich die Sachen so lange stehen lassen wie du es für richtig hältst. Klar möchtest du ihn nicht direkt aus deinem Leben verbannen und das ist auch richtig so! Lass dir selbst etwas Zeit damit.
Bei mir war es so, dass mein Tierchen mit öfters im Traum erschienen ist, und es war echt schön.
Ich hoffe, ich konnte etwas helfen.
LG Equestrianlove

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So wie Dein Mann habe ich damals auch bei unserer Katze reagiert.

Als wir vom TA kamen habe ich alles zusammen gepackt, entsorgt oder verschenkt.

Ich war froh, dass ich arbeiten musste und dadurch 8 Std abgelenkt war.

Ja, es war ein tiefes Loch, dass sich aber langsam schloss, als man drüber reden konnte. Alles erlebte wurde schöne Erinnerung und mein Mann und ich konnten über unsere Katze lachen.

Trotzdem, wir wollten das nicht nochmal erleben "das gehen lassen".

Wir dachten immer mal, dass unsere Katze als Schatten in der Wohnung sass. Schauten wir genau, war sie wieder weg. :(

Nach 2 Jahren wollte ich langsam das Fehlende ausfüllen und brauchte nochmals 2 Jahre bis mein Mann auch bereit war. Also zog 4 Jahre nach dem Tod unser Chihuahua ein.

Er war ungefähr 1 Jahr alt, als ich nachts zum Klo musste und den Schatten meiner Katze am Türrahmen *sah?*.

Ich sagte, dass es uns gut geht und der Lütte bei uns bleibt, ging zum Klo und weg war sie.

Seit dem ist unsere Katze natürlich nicht vergessen. Sie lebt jetzt bald 17 Jahre nicht mehr, ist aber oft noch bei uns im Gespräch.

Lasst Euch einfach die Zeit für die Trauer, es wird auch wieder vergehen.

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Es kommt immer auf den Menschen drauf an wie lang das geht. Es kann sein eine Woche oder paar Tage kommt auf den Mensch drauf an

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@Segnbora,

ich verlor meinen Kater Blacky am 16.09.2007. und hatte aber noch meinen Hund. Jeden Tag mindestens einmal habe ich in Erinnerung gerufen und geweint. Bis vor 1,5 Jahren!!! Da merkte ich, daß ich ihn los ließ!!!

Nun habe ich ununterbrochen dieses Problem, immer wenn ich meine Hündin Pippa 8,75J ansehe, denke ich daran, wie lange werde ich dies noch genießen dürfen. Ich bin 61!

Wenn Du jünger bist, hole Dir schnellstens einen Welpen - nur so, wirst Du eher lassen können!!! Dir stehen furchtbarsten Gefühle noch bevor. 

Ich wünsche Dir viel Kraft und ein starkes Nervenkostüm!!! <(●_●)> Pippa & Rozina. 

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Kommentar von Segnbora
03.01.2016, 21:00

Danke dir.

Allerdings können wir jetzt mittelfristig keinen neuen Hund mehr holen. Als unser Hund zu uns kam, arbeitete ich nur einen Nachmittag die Woche - es war also immer jemand da. Dann konnte ich die Arbeitszeit steigern, mein Mann arbeitet Schicht, und ich habe zwei Kinder, die damals Schüler waren. Daher war der Hund nie mehr als 4 - 5 Stunden alleine.

Jetzt arbeite ich 30 Stunden die Woche und die Kinder sind groß.Einer hat schon eine Ausbildung und wohnt bei seiner Freundin, der zweite tritt in diesem Jahr eine Ausbildung an. Er war immer um 14 Uhr zuhause als Schüler und konnte mit ihm Gassi gehen

Somit wäre ein neuer Hund zu lange alleine. Unser Hund wurde somit über die Jahre hinweg an unseren Rhythmus gewöhnt und hatte keinerlei Probleme damit - im Gegenteil. Wenn wir Urlaub hatten, schlich er vormittags mit komischem Gesicht durch die Wohnung und suchte "seine Ruhe".

Ich möchte unbedingt wieder einen Hund  - aber dann, wenn ich ihm die Zeit geben kann, die er braucht. Mit drei berufstätigen Personen im Haushalt ist das leider nicht möglich.

Ich vermisse ihn so sehr. Er war einfach ein Freund. Das versteht jeder, der ein geliebtes Haustier auf die andere Seite gehen lassen mußte, egal ob Hund, Katze, Hase oder sonstiges Wesen.

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