Hund und Katze zusammenleben?

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Zwar wird hier behauptet, den Hund nur und ausschließlich zu loben wenn er nicht bellt, da aber die Katzen nicht auf den Hund reagieren würde ich da anders vorgehen, nämlich mit klassischer Gegenkonditionierung.

Dazu würde ich auch ein Markersignal etablieren bevor das eigentliche Training beginnt.

Ein Markersignal ist so etwas wie ein Clicker, das darf aber auch ein Wort sein, ein immer gleiches, dazu bieten sich am besten kurze und prägnante Worte wie Tip, Top oder Click an.

Dieses erst zu genüge aufbauen, damit es eben auch physiologisch wirken kann und nicht nur psychisch.

Du schreibst weiter unten der Hund würde auf vieles ängstlich reagieren. Angst initiiert Stress und dieser wieder löst eine Kaskade von hormonellen Vorgängen aus, somit ist es sinnvoll nun diesen Hormonen etwas entgegen zu stellen, sinnvollerweise sollten das Hormone sein, die eben die Stresshormone (Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol) verringern und mit der Zeit dessen Produktion ganz versiegen lassen.

Nun kann man sich denken, dass das am besten mit Hormonen funktioniert, die Antagonisten (Gegenspieler) zu den oben genannten darstellen. Das sind Serotonin und Oxytocin. Leider aber ist das auch mit einer gewissen Vorarbeit verbunden, nämlich mit dem Aufbau eines Markersignals.

Auch könnte man noch zusätzlich ein Entspannungssignal konditionieren.

https://blog.dogitright.de/konditionierte-entspannung/?cn-reloaded=1

Dann erst beginnt das eigentliche Training.

Sofort bei Sicht der Katze ertönt das Markersignal und da ist es erst einmal irrelevant ob der Hund bellt oder nicht, denn hier geht es erst einmal nur darum, dass der Hund das Auftauchen der Katzen als Signal für etwas positives verbindet, er wird mit der Zeit etwas gutes mit dem Anblick der Katzen verbinden.

Hat man nun auch schon ein konditioniertes Entspannungssignal, wird dieses kurz vor dem Training genutzt und um das ganze noch zu verstärken könnte man auch noch die aktive Entspannung nutzen, aktive Entspannung heißt, der Hund wird runtergestreichelt.

Als sinnvoll würde es sich auch anbieten, wenn man das auftauchen der Katzen bestimmen kann, z.B. einer nimmt eine hoch und kommt dann ins Sichtfeld des Hundes.

Dann ertönt sofort das Markersignal und der Halter mit der Katze verschwindet wieder aus dem Sichtfeld des Hundes.

Wichtig soweit möglich wäre auch, das Hund und Katzen außerhalb der Trainingszeiten nicht unverhofft aufeinandertreffen, denn für das Verhalten des Hundes sind eigens dafür angelegte Bahnen im Hundehirn (vereinfacht ausgedrückt) zuständig, diese sollen nun nicht mehr vom Hundekörper genutzt werden. Tritt das Verhalten nun aber außerhalb der Trainingszeiten auf, werden diese weiter verfestigt und genau das wollen wir ja nicht.

Dann wäre es auch gut, wenn ihr die Körpersprache des Hundes zu lesen lernt.

Bellen en ist etwas offensichtliches und für jeden Menschen gut erkennbar, aber die Körpersprache gibt weitere notwendige Informationen über die emotionale Lage des Hundes preis.

Denn bei dieser Art des Trainings kann es zu einer weiteren unerwünschten Verhaltensweise des Hundes kommen, die aber und genau darum geht es aus einer anderen Motivation heraus stattfindet. Der Hund kann lernen, bei Sicht der Katzen zu bellen, aber er bellt dann nicht mehr aus Unsicherheit/Angst, sondern weil er gelernt hat, das er das erscheinen der Katzen mit einem bellen ankündigen soll und erhält dann dafür ein Goodie.

Das aber wäre nur wünschenswert, denn die Motivation ist dann nicht mehr abwehrend gestimmt. Auch das Klangbild des bellens wird sich dann verändern, eben auch wie die Körpersprache.

Je nach Lerntempo des Hundes dürfte das ganze nicht mehr als 1-1,5 Wochen in Anspruch nehmen. 1,5 Wochen wären wohl dann der Fall wenn noch ein schlimmes Erlebnis mit einer Katze mit einspielt.

Aber eine genaue Zeitangabe ist nicht möglich, das ist eben immer individuell zu betrachten.

Das bellen, wenn der Hund es eben so erlernen sollte, kann dann durch eine geeignete Alternative ersetzt werden. Dazu bieten sich gerne gezeigte Verhaltensweisen an, z.B. setzen sich viele Hunde gerne hin, da es Ihnen zumeist mit pos. Verstärkung beigebracht worden ist.

Aber das wäre dann erst der Fall wenn der Hund das auftauchen der Katzen mit etwas positiven verknüpft hat.

Dann wird das bellen ignoriert (wichtig das bellen überhören und nicht den Hund ignorieren) und er zu einem sitzen aufgefordert, es ertönt erst das Markersignal wenn der Hund sich hinsetzt.

Dann im letzten Schritt wird das Markersignal ausgeschlichen.

Aber erst einmal abwarten ob der Hund überhaupt erlernt zu bellen, wenn die Katzen auftauchen. Das tun eher die Hochbegabten unter den Fellnasen 😊

Was ich Euch aber noch gerne mit auf den Weg geben möchte ist, für das nächste mal, nicht einfach ein Tier einem anderem vor die Nase setzen und nun erwarten, dass sie sich auf Anhieb verstehen, das sollte immer erst vor Einzug des neuen Tieres erfragt oder getestet werden.

Ps: Hier ist auch der Vorschlag gefallen, die Decken zu tauschen, wegen des Geruchs, auch das kann gut beim Training unterstützend wirken.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Habt ihr ein paar Infos über die Vergangenheit des Hundes? Wisst ihr, ob er irgendwann mit Katzen schlechte Erfahrungen gemacht hat? In diesem Fall kann es problematisch werden. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, ist der Hund den Katzen gegenüber nicht aggressiv, sondern er bellt sie einfach nur an, richtig?

Leider gibt es da ganz viele Faktoren, die hier mitspielen können, das lässt sich ohne Hund und Katze zu kennen schwerlich in einer kurzen Antwort unterbringen.

Grundsätzlich sprechen Hund und Katze eine andere (Körper-)Sprache. Das kann in der ersten Zeit zu Missverständnissen zwischen den beiden führen.
Wichtig ist, den Hund immer dann zu loben, wenn er etwas richtig macht, auch, wenn das nur Zufall ist. Hört er z.B. zwischendurch mit dem Bellen auf, müsst ihr ihn kräftig loben. Mit dem Loben aber sofort aufhören, wenn er wieder zu Bellen beginnt. Ihr müsst also die gewünschte Verhaltensweise immer belohnen, wenn sie auftritt. Außerdem müsst ihr aufpassen, dass der Hund nicht vernachlässigt wird. Ist er eifersüchtig, weil die Katzen sehr viel mehr Aufmerksamkeit bekommen als er selbst, kann das schwierig werden.

Wie gesagt, es kann dafür sehr viele Gründe geben. Vielleicht reichen die oben gegebenen Tipps schon aus. Wenn der Hund bisher noch keine Katzen näher kennengelernt hat und jetzt in eine neue Familie, eine neue Umgebung mit neuen Katzen kommt, kann ihn das schon durcheinander bringen.

Gebt ihm etwas Zeit, gebt ihm Aufmerksamkeit und macht ihm klar, dass er Teil dieses "Rudels" ist. Ich drücke euch die Daumen!

Viele Infos haben wir leider nicht. Er ist gegenüber allem ängstlich, da er von der Tötungsstation aus Rumänien kommt. Katzen hat er aber sowohl in Rumänien, als auch beim vorherigen Besitzer, welcher ihn nur für ein paar Tage hatte, kennengelernt. Danke für ihre Hilfe!

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Haltet den Hund bei der ersten Begegnung an der Leine, damit er die Katze nicht jagen kann. Die Katze wird am besten erst einmal in ihrer Box gelassen, damit sich beide von weitem beschnüffeln können. Nun heißt es: Beobachten, wie beide Tiere aufeinander reagieren. Zeigt der Hund ein positives Verhalten, solltet Ihr ihn auf jeden Fall loben. Bei dem kleinsten Anzeichen von Aggression – egal von welcher Seite – werden beide sofort getrennt und später ein neuer Versuch gestartet. Lasst beide anfangs auf keinen Fall ohne Aufsicht zusammen.

Um die Fellnasen an den Geruch des jeweils anderen zu gewöhnen, könnt Ihr Hund und Katze jeweils eine Decke in den Korb legen, die Ihr alle zwei Tage untereinander austauscht. Außerdem sollten beide getrennt voneinander gefüttert werden und sichergestellt sein, dass sowohl Hund als auch Katze einen Ort zum Zurückziehen hat. Am besten wird der Katze ein Zimmer zur Verfügung gestellt, in das der Hund keinen Zutritt hat. Auch das Katzenklo sollte so platziert sein, dass die Katze in Ruhe ihr Geschäft verrichten kann, ohne sich vom Hund gestört zu fühlen.

Generell solltet Ihr immer ein Auge auf die Beiden haben, um kleinste anfängliche Spannungen sofort im Keim zu ersticken. So könnt Ihr Euch hoffentlich bald an einer innigen Hund-Katze-Freundschaft erfreuen.

viel Glück

LG

Klasse beschrieben ! Gefällt mir sehr.

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