Hund knurrt manchmal und beißt. Ratlos!

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5 Antworten

Sofort zum Tierarzt !!!!

Lasse die Patella, die Hüftgelenke, Ellbogen, die Wirbelsäule untersuchen und abklären ob dein Hund Schmerzen hat.

Ebenso muss eine Augenuntersuchung bei einem DOK Augentierarzt durchgeführt werden.

Denkt bitte auch an die Untersuchung der Schilddrüsenfunktion.

Wenn das alles ohne Befund sein sollte (was ich nicht glaube) dann brauchst Du einen guten Hundeverhaltens Spezialisten.

http://www.ibh-hundeschulen.de/

Hier kannst du solche gut ausgebildeten Hundemenschen finden.

Daumendrück...

Jedes Tier, jeder Mensch hat einen Indiviualbereich, den es gilt zu wahren. Das hat etwas mit Respekt zu tun. Nicht jeder Hund mag gerne angetatscht werden. Und selbst wenn, hängt es auch noch vom WIE ab. Hunde hassen es, im Schlaf angefasst zu werden, sie hassen es gewuschelt zu werden, sie hassen es ohne Vorwarnung angefasst zu werden. Ich finde es selbstverständlich, dass man seinem Tier diesen Respekt entgegen bringt. Schließlich konnte er es sich ja nicht aussuchen, wo er landet.

Lerne, mehr auf die Körpersprache Deines Hundes einzugehen. Lerne Dich klar zu verhalten und zu bewegen. Lerne Achtsamkeit, das ist ganz wichtig. Ihr sprecht nicht die gleiche Sprache, also achtet aufeinander. Lerne souverän zu sein, gelassen, freundlich und wachsam.

Jeden Schimpfen, Strafen und Massregeln zerstört Eure Beziehung immer mehr und übrig bleibt Hass gegeneinadner.

Fangt noch mal ganz von vorne an.

Hier noch ein Link zum Mittelalterlichen Denken, dass man Hunde strafen müsste:

http://markertraining.de/marchenstunde-wir-arbeiten-gewaltfrei/

Gegen Bestrafung von Hunden bin ich selbst.

Aber was ich mich seit gestern auch frage: Wie soll ich am besten reagieren, wenn er zubeißt? Ich hab es mit "Aus" und "Nein" versucht (auch unterschiedliche Tonlagen), aber das hat rein gar nichts gebracht...

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@blackshiine

Meiner hat in seinem Leben zweimal geschnappt und dreimal geknurrt. Selbst, wenn ich das wohl auch selbst verursacht habe, macht es das nicht besser.

Nun beim Schnappen: keinesfalls wegziehen.

Und beim Schnappen und Knurren - kann ich jetzt nur als Wirkungsvoll bei meinem Floh nennen: den Hund wortlos ansehen, bis er Gesten der Unterwürfigkeit zeigt (Kopf senken/einziehen, sich klein machen), was der eigene Hund eben als Unterwürfig zeigt.

Bei meinem reicht das voll und ganz. Kein Wort sagen, also nix mecker oder dergleichen.

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Hallo, man glaubt gar nicht, was Schmerzen bei Hunden an Reaktionen auslösen können, bevor man selber überhaupt an Schmerzen glaubt (Hunde können da sehr viel verstecken). Ich habe da schon unglaubliche Sachen gehört von nicht erkannten Zahnschmerzen, die zu extremer Geräuschangst führten bis hin zu Gelenkproblemen, die eine Artgenossen-Unverträglichkeit auslösten. Auch die Schilddrüse kann bei Fehlfunktion binnen kurzer Zeit enorme Verhaltensauffälligkeiten verursachen. Also erster Weg ist immer erst mal zum Tierarzt. Wenn gesundheitliche Probleme ausgeschlossen wurden bzw. parallel dazu kannst/solltest du natürlich schnellstmöglich daran arbeiten, ein evtl. verfestigtes Verhaltensmuster anzugehen. Wenn es also tatsächlich daran liegt, dass du deinem Hund einfach zu sehr auf die Pelle rückst, dann kannst du das schnell abstellen - unabhängig von irgendwelchen Diagnosen. Akzeptiere die Individualdistanz deines Hundes, dann hat er auch keinen Grund mehr, dich zurechtzuweisen. Für mich hört sich das auf jeden Fall nach einem klinischen Problem an. Gruß, Kerstin

DH !! Ein Hund der sonst "ganz lieb, verwuschelt ist und auch hört" dann aber scheint es phasenweise geradezu richtig beißt - egal ob er warnt oder nicht....da scheinen wohl Schmerzen oder Krankheitszustände als ein Auslöser in Frage zu kommen.

So sehe ich das ebenfalls & ....immer wenn Hunde zum Biss greifen oder Aggressionen zeigen ist generell erst einmal die Gesundheit zu überprüfen - es ist mit einer der häufigsten Auslöser von Aggressionen wenn Hunde sich krank fühlen oder sogar Schmerzen haben.

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Mir ist schon das eine oder andere Mal aufgefallen, dass er die Zähne fletscht und einmal hat er auch geschnappt, dann war sofort wieder gut und ich dachte mir, dass er nur grad irgendein Problem hatte. Danach war monatelang Ruhe.

Das klingt mir doch sehr nach einer Entwicklung. Und damit wäre das Verhalten mitnichten grundlos. Knurren und Zähnefletschen sind Warnhinweise mit denen der Hund signalisiert, dass er das, was du gerade tust, nicht will. Vorher hat er sich schon öfter mal kurz steif gemacht und/ oder dich aus den Augenwinkeln fixiert. Das ist dir vermutlich entgangen.

Dass er nun beißt, ist schlicht die Folge davon, dass du seine Warnungen missachtet hast.

Der Grund liegt darin, dass der Hund bestimmt, was du im Zusammenhang mit ihm tun darfst und was nicht. Wenn er ankommt, um gestreichelt zu werden, darfst du - und wenn er signalisiert, dass es ihm jetzt damit reicht, sollst du aufhören.

Zugrunde liegt aller Wahrscheinlichkeit ein Einordnungsproblem. Das Alter des Hundes, der nun allmählich erwachsen wird, passt dazu, dass das Verhalten sich verstärkt.

Ich würde dazu raten, mal den Umgang mit dem Hund zu hinterfragen.

Ganz grundsätzlich schadet ein Besuch beim Tierarzt zum Abklären möglicher Schmerzzustände nicht, wobei ich das nicht vermute. Dazu scheint die Entwicklung zu konstant verlaufen zu sein, zudem wurden die unterschiedlichen Warnstufen gezeigt.

Was würdest du denn explizit empfehlen, woran man so im Allgemeinen arbeiten kann, wenn man keinen guten Hundetrainer in der Nähe hat?

Dass das ein, ich sag mal, Verhaltensproblem ist, scheint nach deinen Ausführungen irgendwie am sinnvollsten, da mir auch nie aufgefallen ist, dass er irgendwo Schmerzen hatte oder sich sonst anders verhält (zum TA geht es trotzdem mal zum Check, er muss demnächst sowieso wieder geimpft werden). Klar müsste man das individuell betrachten aber gibt es so ganz allgemeine Punkte, auf die ich achten sollte?

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@blackshiine

Ich würde auf zwei Ebenen arbeiten: Einer Reduzierung der Kontakte im alltäglichen Umgang und parallel dazu verstärktes Arbeiten mit dem Hund, bei dem er sich Zuwendung erarbeiten kann.

Hunde, die bei ihren Besitzern den Körperkontakt reglementieren, haben meist zu viel davon. Hilfreich könnte auch sein, den Hund zunächst genau zu beobachten, um rauszufinden, ab wann er zu drohen beginnt. Ich könnte mir vorstellen, dass er auch andere Dinge, wie z.B. seinen Liegeplatz verteidigt und bereits zu drohen beginnt, wenn du ihm hier zu nah kommst. Das Anfassen könnte dann das Ganze eskalieren lassen.

Achte darauf, was er tut, wenn du in seine Nähe kommst: Beobachtet er dich dabei (ein Schielen aus den Augenwinkeln reicht bereits)? Hebt er den Kopf und schaut in deine Richtung? "Friert" er ein? Behält er diese Position bei, wenn du dich neben ihn setzt? Wenn ja, ist das ein Hinweis darauf, dass er es bereits als Übergriff deinerseits betrachtet, dass du seinen Bereich beanspruchst.

In jedem Fall würde ich Folgendes tun:

1) Der Hund kriegt eine ca. 2 Meter lange Wäscheleine ans Halsband, die er in der Wohnung trägt. Ab sofort wird er kommentarlos von allen erhöhten Liegeplätzen (Couch, Sessel..) geholt, indem du das Leinenende anfasst und ihn einfach nach unten beförderst. Springt er wieder hoch, wiederholst du das Ganze. Die Wäscheleine dient dem Zweck, ihn nicht anfassen zu müssen, um Aggression zu verhindern.

2) Die Aufmerksamkeit für den Hund wird auf bewusst gewählte Situationen reduziert. Wenn der Hund von sich aus kommt, wird er in den nächsten Wochen ignoriert (auch nicht wegschicken!). Stattdessen rufst du ihn aus einer Situation, in der er mit etwas ganz anderem beschäftigt ist (z.B. Dösen) zu dir. Kommt er aufs erste Mal, begrüße ihn freundlich und kraule ihn unter dem Kinn. Mach das nur kurz, bevor er auf die Idee kommt, die Situation wieder bestimmen zu wollen.

3) Beginne mit ihm zu arbeiten: Futtersuche, Sitzen und mehrere Minuten sitzen bleiben, bis du das Kommando auflöst, schnelles Herankommen im Freien. Zeigt er sich sehr unlustig, stelle das Füttern ein und lass ihn sein Futter beim Arbeiten verdienen.

4) Wichtig beim Futtersuchen: Der Hund darf sich nie selbst bedienen, wenn er es gefunden hat. Da er rassebedingt vermutlich nicht der große Apportierer ist, kannst du Blickkontakt zum Signal machen: Der Hund sucht Futter, das so verpackt ist (Futterbeutel etc.) dass er nicht dran kommt. Du kannst das Schälchen mit Futter auch einfach hochstellen.

Du beobachtest ihn und wartest auf den Moment, wo er seine Versuche, ans Futter zu kommen, unterbricht und zu dir schaut. Das kann nur eine Sekunde sein, deshalb sei aufmerksam. In diesem Moment, bestätigst du ihn mit einem freudigen "Fein!" und lässt ihn fressen. Mach das immer mehrmals hintereinander, damit er verstehen kann, dass die Aufnahme von Blickkontakt zum Erfolg führt.

Wenn er das erst mal verstanden hat, wird er das auch in anderen Situationen tun. Sobald er draußen beginnt, von sich aus zu dir zu schauen (was du immer freundlich bestätigen solltest), hast du gewonnen.

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@Jule59

Okay, danke!

Hast du eine Idee, warum das Knurren/ Schnappen/ Drohen nur abends auftritt?

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@Jule59

Hallo Jule59

Wenn man Hund und Halter nicht persönlich in der Interaktion sehen kann verbietet sich jederlei "Dominanzreduktionsprogramm"

"Zum Biss greifen auch ängstliche, zu stark bedrängte und vor allem Kranke Hunde"!

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@YarlungTsangpo

Glaube nicht, dass er nachtblind ist, da er keinerlei Probleme im Dunkeln hat. Egal, ob wir im Haus sind oder irgendwo, wo er sich nicht auskennt, er hat, soweit ich das beurteilen kann, keine Probleme mit der Orientierung und findet sich sehr gut zurecht.

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@blackshiine

Könnte es sein, dass dir tagsüber manches entgeht? Was ist in eurem Umgang abends anders als am Tag?

Ich könnte mir vorstellen, dass du abends "mehr Raum" beanspruchst als tagsüber - aber das ist nur Spekulation.

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@YarlungTsangpo

Der Hund zeigt seit Längerem Drohverhalten, das sich zunehmend steigert. Auf eine potentielle Schmerzgeschichte habe ich hingewiesen.

Das, was du "Dominanzreduktion" nennst, ist ein Wahren des Abstandes in beide Richtungen. Der Mensch ist für den Hund kein Selbstbedienungsladen, kontrolliert aber gleichzeitig auch seine (körperliche) Nähe zum Hund.

Ängstliche Hunde brauchen Struktur - und genau die passiert dabei. Dass der Hund nicht mehr die Sitzplätze seines Menschen teilt, reduziert auch für ihn das Problem des Bedrängtwerdens.

Unterm Strich geht es immer um das Selbe: Berechenbarkeit und Sicherheit.

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@Jule59

Tagsüber sind wir öfter draußen und er kommt meistens von selbst, kuscheln. Abends streichel ich ihn dann manchmal, aber das lass ich vorerst und lass ihm seine Ruhe. Möglicherweise war das auch sein Problem und er will abends komplett in Ruhe gelassen werden.

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Gehe erstmal zum TA und kläre ab,ob er körperliche Beschwerden hat. Dann frage dort, ob sie einen Trainer kennen? Evtl auch mal im Tierheim fragen.

Wenn er so oft zulangt, dann hat er oder habt ihr ein grundlegendes komplexes Problem. Nur rumdoktern und ausprobieren würde einfach zu lange dauern.

Okay, also mal ab zum TA. Danke!

Oft war es ja in dem Sinne nicht. Es war jetzt nur die zwei Tage hintereinander, was mich stutzig macht.

Kann es sein, dass er, als er gestern gebissen hat, einfach zu müde/ verschlafen war? Denn er hat zugebissen, als ich schlafen gegangen bin und ihn vorher nochmal streicheln wollte. Er hat zuvor schon einige Zeit geschlafen.

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@blackshiine

Es wäre möglich, dass er sich erschreckt hat. Aber, wenn er richtig festhält und nachsetzt?!? Zumindest dem Doc mal schildern, die wissen auch oftmals mehr.

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