Hund kann mit Stress nicht umgehen..

...komplette Frage anzeigen Das ist der 'kleine' Zwerigi :-) - (Hund, Training, Stress)

4 Antworten

Hallo,

ich finde euer weg klingt schon gut! Ich würde darauf achten, dem Hund immer nur soviel Stress auszusetzen, wie er in irgendeiner Form kompensieren kann. Zudem könntet ihr anfangen seine Frustrationstoleranz langsam zu steigern (die gerade bei vielen Schäferhunden nicht besonders hoch ist^^). Es wäre auch eine Möglichkeit sich über "kondotionierte Entspannung" schlau zu machen und sich mit dem TTouch auseinanderzzusetzen. Letzteres habe ich bei Hunden noch nicht versucht, wirkt beoi Pferden und Menschen aber hervorragend!

Bei meinem Hibbelmors hat es geholfen, sich auf Spaziergängen einfach mal eine halbe Stunde bis Stunde irgendwo hinzusetzen und samt Hund die Umgebung anzuschauen (gut ich habe dabei gelesen und der Hund hat irgendwann geschlafen), dass haben wir dann auch immer mehr in Richtung Hundeplätze verlagert - hat ganz gut geklappt.

Zu dem versuche mal auf Dich zu achten - ich bin auch immer so extrem unter Spannung, dass mein Hund schnell zur Sprungfeder wird. Da gibt es ganz tolle Atemübungen, die ich jetz immer vor der UO mache - und siehe da, dass Fußlaufen funktioniert schon am BOden und nicht mehr immer in der Luft ;-)

Viel Spaß mit eurem Hund!

Konditionierte Entspannung kennen wir & wenden es so gut es geht auch an :-) Aber vielen Dank, der Tipp sich auf eine Bank beim spazieren gehen zu setzen gefällt mir gut, werde ich auf jeden Fall mal versuchen!

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Nun ja. Ich sehe einen traurigen Hund auf dem Bild. Schönes Tier aber traurig. Mir fällt dazu spontan ein dass er sicher sein sollte vom vorhandenen Rudel beschützt zu werden, also in der Hierarchie als kleines Kind unten zu stehen. Sonst wird er sich überfordert fühlen. Also klare Regeln die vom ganzen Rudel eingehalten werden. Zeit für reichlich Unfug scheint mir wichtig. Aber auch Raum um emotionalen Schutz zu finden.

Ich hatte ja öfter Wegnahmen, Abgaben und so. Sie versuchen gerne zu viel zu leisten, sich selbst aus lauter Dankbarkeit zu überfordern. Und hier und da braucht ihre Psyche einfach ihre eigene Zeit um schlimme Erlebnisse zu verarbeiten. Hilfreich ist eine eigene Hütte. Wenn sie nicht irgendwo auf Balkonia oder draußen stehen kann und soll kann sie auch als Blumeninsel dienen. Hunde müssen nicht auf ihren Höhlen Ausschau halten. Dann hat der Hund auch wenn es klingelt, Besuch kommt seinen eigenen festen Platz auf den er geschickt werden kann, der sein eigenes Reich ist von dem aus erst mal beobachtet werden kann wie das Rudel mit dem Besuch umgeht.

Ja. Und, natürlich: Besser Brustgeschirr als Halsband.

Von Kurzleine halte ich Null. Eine lange Leine lässt sich auch gut kurz halten, erfordert von mir als Mensch dann aber mehr Aufmerksamkeit. Bestenfalls wird sie locker von beiden Händen gehalten. Auf youtube findest Du Videos in denen der Umgang damit gezeigt wird.

Ich bin übrigens mit einem neuen Hund erst dann in Kontakt mit anderen Hunden gegangen wenn der Hund mir signalisierte dass er sich als Teil der Herde wahrnimmt. Dabei denke ich hier vor allen Dingen an eine Arbeitshündin die auch jung zu uns kam und ihre Zeit brauchte sich einzufügen. Wir sind in dieser Zeit nur zu immer dem gleichen Hunde-Ausführbereich am Ort gegangen und immer dann wenn keine anderen Hunde da waren. Als ich dann sicher war dass sie auch ohne Leine auf mich hört habe ich zunächst dafür gesorgt dass sie mit gut geführten Hunden die frei laufen in Kontakt kommt. Auch ohne Leine. Da konnten sich die Hunde dann in Ruhe austauschen. War anfangs von ihrer Seite ein Theater. Welches ich nicht weiter beachtete da keine Verletzungen zu befürchten waren. Sie wurde dann bald ruhig. Ich war bis dahin öfter hinterher in Schweiß gebadet weil es doch anstrengend ist gefühlsmäßig gelassen zu bleiben bei dem unsicheren Gebelle und Verhalten. In dem Alter lassen sie sich aber noch leicht von gut erzogenen anderen Hunden in artgerechtes Verhalten einweisen. Will ja auch erst mal erlernt werden.

Hundeschule ist übrigens für mich ein falscher Begriff. Oft genug sollten vor allen Dingen wir Menschen erst mal lernen mit einem Hund umzugehen, seine Bedürfnisse zu erkennen, seine Sprache verstehen zu lernen. Und uns dem Hund gegenüber emotional sauber zu verhalten.

Ich finde ihr macht das wirklich gut und nun heist es einfach geduld haben und weiter Tranieren. Tipps? Fällt mir nix ein da ihr wirklich die dinge macht wo ich dir raten würde. (Vieleicht findest du herraus was ihn besser Ablenkt bei meinem Hundi ist es z.B der Ball da lekerlies ihn nicht interessieren drausen dan ist das ganze leichter)

Ihr habt einen wirklich süßen Hund :D Macht echt einfach weiter so!

Danke, tut natürlich gut so etwas zuhören :-)

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Wunderschöner Hund! Mein wichtigster Tipp, der bei meinen Kunden schon so viel bewirkt: Brustgeschirr statt Halsband. Brustgeschirr lösten bei jedem Hund, der nur ein wenig zieht massiven Stress aus, und potenziert jeden Hauch von Streß zigfach hoch. Es ist für jedes Wesen ein schreckliches Gefühl, Druck an der empfindlichsten Stelle des Körpers zu haben. Der Sauerstoff wird reduziert, und niemand empfindet das als neutral. Der Augeninnendruck steigt, die Hauptschladadern werden abgedrückt. Bitte nimm ein gutsitzendes Brustgeschirr mit Kehlkopffreiheit (kein K9) und eine kurze Leine (80 cm ). Und ab da gehst Du mit einer Gelassenheit, wie wenn Du ein Glas Rotwein getrunken hättest mit Deinem Hund raus. Mit einer Kurzleine kannst Du die Wucht des Losschießens elegant und ruhig abfangen. Egal was um Dich rum passiert, Du bleibst entspannt und souverän, gehst nicht darauf ein. Ignoriere nie den Hund, aber ignoriere das, was Dich an seinem Verhalten stört und zeig ihm durch Dein Verhalten, die Alternative. Lebe Deinem Hund das Verhalten vor, welches Du von ihm wünschst. Das geht nicht von heute auf morgen, ist aber dann umso beständiger. So habe ich alle Hunde in die Ruhe bekommen. Jedes Massregeln, ablenken, Stimmer erheben, macht eine Situation umso bedeutsamer. Denke "ommmm, mich kann nichts erschüttern". Da hilft einem auf Dauer auch selber, in den unmöglichsten Situationen gelassen zu bleiben und einen kühlen Kopf zu bewahren.

Wenn Besuch kommt, leine den Hund immer erst mal an und halte ihn Dicht bei Dir, und zwar so, dass Du Dich immer als Puffer zwischen Deinem Hund und dem Besuch positionierst. Auch hier: Egal was passiert, Du bleibst ruhig und entspannt. Ein Lächeln auf den Lippen hilft dabei, sich selber zu kontrollieren, dass man ruhig bleibt. Schwierig? Ja, das ist es, aber es bewirkt Wunder. Ich habe aus diese Weise hektische, ignorante und leinenaggressive Hunde in die Ruhe gebracht - und vor allem die Besitzer ;-)

Viel Glück :-)

Brustgeschirr lösten bei jedem Hund, der nur ein wenig zieht massiven Stress aus, und potenziert jeden Hauch von Streß zigfach hoch.>

Kann es sein, dass Du "Halsband" meinst?

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Danke erstmal für deine nette & sehr ausführliche Antwort :-) Also wir benutzen sowieso immer ein Brustgeschirr - besitzen sogar ein Maß- angefertigtes für ihn. Und Flexileine benutzen wir ebenfalls nicht. Also eh auch eine kurze 'normale' Leine. Ich werde auf jeden Fall weiter Üben und mich zusammen reißen, dass ich in jeder noch so schwierigen Situation ruhig bleibe. Liebe Grüße :-)

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Da kann ich nur zustimmen (auch wenn mich die Worte ignorant und leinenaggressiv etwas stören; aber das ist ja nur eine Formulierung - jeder wird wissen was gemeint ist). Ich selbst habe meinen Hund so erzogen. Anfangs war auch er oft unsicher gegenüber anderen Hunden und hat sich auf diese fixiert (versteifte Körperhaltung und "ignorieren"). Das verunsichert einen dann ebenfalls, was der Hund sofort merkt. Ich denke der Hund kennt seinen Besitzer besser, als er seinen Hund (daher halte ich auch nicht viel von übermäßiger Belohnung... das überdramatisiert alles nur). Meist sind das kleinste Veränderungen die man selbst nicht merkt (z.B. wie man die Leine hält). Mit souveräner Körperhaltung und dazupassenden Gedankengängen, weiß dein Hund, dass er dir vertrauen kann und verändert demnach auch seine Haltung. Bei meinem Hund hat eine leichte Berühung ausgereicht, um ihn aus seiner Fixierung zu lösen, sodass er sich wieder auf mich konzentriert hat. Funktioniert nicht bei jedem Hund, aber du kannst es ja probieren. Auch im Bezug auf Halsbänder stimme ich vollkommen zu. Ein Hund der nicht zieht, braucht nicht unbedingt ein Geschirr, aber wenn er zieht und zerrt kommt man um ein Geschirr nicht rum. Empfehlen kann ich da die Trekkinggeschirre von Hunter. Die sind ziemlich breit verarbeitet und zusätzlich an empfindlichen Stellen gepolstert (bei Geschirren ist ja oft das Problem, dass sie sehr schmal sind). Auf jedenfall ist die obenstehende Antwort kompetent und verlässlich. Hundeerziehung ist in erster Linie Training an der eigenen Person.

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