Hund geht nicht von alleine aus Räumen raus (Angst)?

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7 Antworten

Erstmal schön das ihr so einen Wurm aus dem Tierschutz adoptiert habt.

Zu deinem Problem, was auch immer der Welpe vorher erlebt hat, warum er sich nicht von einen Raum in den anderen traut, kann dir niemand sagen.

Ich würde das folgender Maßen angehen. Egal was dein Hund an Futter bekommt, nass oder trocken.

Bei nass würde ich den Hund täglich in anderen Räumen füttern und aus der Hand. Wenn Sie nichts von der Hand nimmt, ist auch nicht so schlimm. Gib dem Zwerg etwas Zeit sich mehr einzugewöhnen.

Stell einfach den Napf zwischen den Räumen. Und gucke dir das aus weiter Entfernung an. Futter sichert das überleben, und ich vermute der Hund wird instinktiv fressen, oder es wird ihn hin locken. Einfach nur beobachten. Frisst der Hund ok. Noch besser ist es wenn er aus der Hand frisst, so kannst du ihn Stück für Stück aus den Raum locken.

Bei Trockenfutter würde ich die Kroketten, alle beim Ausgang platzieren und hundi darf fröhlich vor sich hin knabbern. Mal ein paar Tage den Raum, dann im Flur, Küche usw.

So verknüpft der Hund positives mit den Verschiedenen Räumen. Sowas brauch Geduld und viel Einfühlungsvermögen, garnicht so viel quatschten oder tam tam machen. Bleib ruhig und versuche das mal übers Futter zu managen.

Ansonsten noch Spielzeug.
Besuch würde ich die ersten Wochen nicht empfangen. Trefft ihr draußen aufdringliche Welpenknuddler, sie fragen zwecks streicheln, ebenso wenig zulassen. Oder zumindestens die Lage erklären und wie sich dem Hund nähern sollten.

nicht angucken oder von oben herab schauen. Sondern seitlich nähern, Hand hinhalten, runter beugen. nähert sich der Hund dem Menschen von alleine, alles prima. Möchte sie keinen Kontakt auch ok. Ebenso solltest du da ruhig bleiben, und den Hund zu nichts zwingen.
Dann geh aus der Situation. Dein Welpe muss lernen, das ab sofort, Menschen nichts schlimmes bedeuten. Führe deinen Hund, gib ihm Sicherheit.  Wenn Zeit ist Besuch zu empfangen Druck den Besuchern mal ein Leckerlie in die Hand, so merkt er auch Fremde haben auch was positives an sich.

Nur Geduld das wird schon.

Also Leckerlie frisst sie mitlerweile ohne Probleme aus der Hand, nur in ungewohnter Umgebung noch nicht. 

Ich werde deine Tips mit dem Futter auf jeden Fall ausprobieren.

Vielen Dank für deine Ratschläge! :)

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Der kleine wurm wird doch bestimmt 3-4x am Tag Futter bekommen. So kannst du das prima positiv verknüpfen.

Seine Futter Portion gibt's ab sofort aus der Hand und zwischen den einzelnen Räumen.

Das würde ich ruhig mal 1-2 Wochen so durchziehen.

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da ihr sie auch nicht so lange habt wurde ich mir da nicht so die sorgen machen. Tiere brauchen immer eine weile bis sie sich sicher fühlen in einer neuen Umgebung - bei einem Hund wie diesem, der noch nicht so viel kennt, ist es nicht verwunderlich dass sie etwas länger braucht. ich würde einfach darauf achten dass du, oder wer auch immer die hauptbezugsperson für sie sein soll, eine solide Vertrauensbasis aufbaut. andere Familienmitglieder sollen natürlich auch involviert werden, aber oft sieht ein Hund eine spezifische person als "seinen" Menschen.
ich würde ihr einfach etwas zeit lassen und sehen dass sie vertrauen fasst. ich bin mir recht sicher dass sie mit der zeit einfach neugierig sein wird und von selber auf "entdeckungstour" gehen wird :)

Hallo ellalea,

es ist schön, dass ihr einem heimatlosem Hundewesen ein Zuhause geben wollt.

Allerdings darfst Du anfangs nicht zuviel von so einem verunsichertem Hund erwarten. Wenn Hunde in Tötungsstationen sitzen oder in Auffangstationen wie diese Einrichtungen auch genannt werden so werden sie depressiv und verunsichert.

Deine Hündin braucht jetzt zum Anfang vor allen Dingen Eines:

- Ruhe

- Schlafen, schlafen, schlafen

- Stress abbauen

- Einfühlungsvermögen

- Vertrauensaufbau

So in etwa in dieser Reihenfolge läuft das ab. Biete ihr einen Rückzugsraum in dem sie sich sicher fühlt. Arbeite in der Wohnung mit ihr - aber bedränge sie dabei niemals. Hilfsmittel sind:

- ruhiges dort sitzen und Hund nicht anschauen

- ruhiges Sprechen mit dem Hund

- Abgewandtes Gesicht und mit ausgestrecktem Arm Futter anbieten.

- Futterjackpot, das kann Kuchen sein, Essen welches Du isst, Handfütterung ohne jedes Fordern.

- Mit positiver Futterverstärkung aus dem Bereich heraus locken

- Ein Tipp - streiche auf Deine Hand Kalbsleberwurst und lasse diese abschlecken. Die Geschmacksexplosion auf der Zunge hilft dem Hund dieses längere Verweilen bei Dir auszuhalten.

- Spazieren laufen nur dreifach gesichert !!!! 

http://entlaufenehundeberlinbran.jimdo.com/der-umgang-mit-einem-angsthund/

Hierzu ein Link! Die Leine am eigenen Körper befestigen - noch zusätzlich. 

Viele Hunde aus Auffangstationen müssen die erste Zeit bei ihrer Familie zum Gassi gehen getragen werden! Gib nicht auf, denn es lohnt sich. Der Erfolg wird Euch zusammen schweißen.

Nach der ersten Eingewöhnungszeit - in der Du sie niemals überfluten  solltest mit neuen Reizen - wäre eine mit Süden/Rumänienhunden erfahrene Hundeschule durchaus vorteilhaft. Zum Nachsozialisieren an Hunde und verschiedene Menschen.

Hierzu in die Suchmaschine eingeben: IBH-hundeschulen und Eure Postleitzahl.

Buchtipp: Einwanderer auf vier Pfoten, Autor: Christiane Liebold-Eich 

...ich wünsche Dir und Deiner Fellnase alles Glück und viel Freude miteinander.

Noch angefügt:

Hunde brauchen, genauso wie Kinder und Menschen - Rituale um Sicherheit zu empfinden.

Deswegen ist es wichtig ein festes Tagesgerüst mit festen Tagesabläufen zu haben, denn danach kann der Hund dann beginnen sich zu richten.

Es gibt ihm Sicherheit wenn er immer zu einer bestimmten Zeit sein Futter bekommt und notfalls auch damit alleine gelassen wird.

Bitte acht geben, daß Ihr nun nicht zuviel Brimbrorium um das Futter macht, das kann einen Hund völlig verunsichern. Die Ressource Futter wird sicher gegeben und niemals der Anschein erweckt er würde wieder weg genommen!

Sie kennt soviel Aufmerksamkeit nicht, das könnte sie überfordern. Nicht komplett "auf sich gestellt" alles von ihr alleine lösen lassen, durchaus helfen aber behutsam und niemals dabei bedrängen oder zu viel erwarten.

Rituale beim Füttern, sind enorm wichtig es ist die Grundsubstanz zum Überlebenswillen, das Futter. Rituale vor dem Gassi gehen usw. Ruhige Löseecke aufsuchen und gar nicht so viel umherlaufen. Alles von sicher Entfernung begucken lassen.

Geht sie an der Leine zurück - habt ihr dem Hund zuviel zugemutet.

Viel Glück

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