Hund frisst nicht zu unterwürfig?

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7 Antworten

Hallo, an deiner Stelle würde ich mir um das Fressverhalten deines Hundes nicht so viele Gedanken machen. Das ist halt das "Problem" bei der Haltung von Straßenhunden. Keiner weiß, was diese Hunde früher erlebt hatten. Das Leben auf der Straße ist ja oftmals wirklich der pure Kampf ums Überleben, Futter wirds in den wenigsten Fällen regelmäßig gegeben haben und ungestörte Futteraufnahme eher auch nicht. Und man weiß eben nicht, was die auf der Straße so alles erlebt hat. Man muss davon ausgehen, dass der Hund nicht nur von anderen Hunden, sondern auch von Menschen davon abgehalten worden ist, in  Ruhe zu fressen. 

Das Vorgehen in der Pflegestelle hat jetzt auch nicht dafür gesorgt, dass der Hund lernen konnte, dass Futter in Menschenobhut eine sichere Ressource ist und er ungestört fressen kann. 

Nach vier Monaten kann man meiner Meinung nach nicht erwarten, dass dieses früher Erlebte tatsächlich verarbeitet worden ist und er sich bereits an die neue Situation gewöhnt hat. Man meint das bei Straßenhunden oftmals, weil sie sich oft sehr nahtlos in den neuen Haushalt einfügen. Wir haben selber einen Hund aus Griechenland und ich habe echt gestaunt, als die Pflegestelle den Hund uns damals gebracht haben, wie der Hund sich verhalten hat, als die Dame unser Haus verlassen hat. Scheinbar ruhig, als wäre er immer schon bei uns gewesen. Hätte ich mit keiner meiner anderen Hunde machen können, ihn bei einer wildfremden Person "abzuladen", die Wohnung zu verlassen, ohne dass der Hund mir nicht hinterher hätte wollen. Der kleine Grieche dagegen saß da und harrte der Dinge, die jetzt mit ihm passieren... Man hat eigentlich erst an so gewissen Kleinigkeiten gemerkt, wo er sich anders, verhaltener benommen hat, als meine bisherigen, ganz normal bei einem Züchter aufgewachsenen Hunde. 

Insofern braucht meiner Meinung nach, dein Hund einfach noch sehr viel mehr Zeit, um eben das, was er erlebt hat, zu verarbeiten und zu lernen, dass er jetzt wirklich die Sicherheit hat, sein Futter in aller Ruhe und ohne verjagt zu werden, fressen kann. Auf der Straße war vermutlich seine Unterwürfigkeit das einzige Mittel, dass er wenigstens etwas abbekommen hat. 

An deiner Stelle würde ich den Futterplatz tatsächlich wo hinstellen, ob er ganz und gar ungestört ist, wo ihr auch nicht gar nicht erst "ignorieren" müsst. Möglicherweise reicht ihm schon das Gefühl, es könnte ihm jemand zuschauen, dass er vorsichtig ist. 

Ebenso wirds möglicherweise auch mit den Leckerli sein. Es ist ja auch nicht schlimm, wenn er die nicht frisst. Eher im Gegenteil. 

Beim Futter würde ich wahrscheinlich eine hochwertige Sorte füttern, wo einfach in einer geringen Menge schon alles drin ist, was der Hund braucht. 

Wie gesagt, bei Straßenhunden ist die unbekannte Vorgeschichte immer ein Thema. Manchen Hunden, die aus dem Tierschutz kommen, merkt man gar nichts an, andere schleppen den Ballast und die erlittenen Traumata sehr lange mit sich herum. Da kann man letztlich nur die Zeit für sich arbeiten lassen und den Hund auch nicht unter Druck setzen, indem man ihn in seiner Sorge bedrängt. Im Endeffekt ist der Hund ja auch ohne menschliche Einmischung irgendwie zurechtgekommen und nicht verhungert. Natürlich will man dem Hund helfen, aber manche Dinge brauchen eben auch ihre Zeit. Vier Monate sind da nicht viel - auch wenn der Hund nicht lange auf der Straße gelebt hatte. 

Unser Hund war noch im Welpenalter bei der Tierschutzorganisation gelandet, das was er bis dahin erlebt hat, hat ihn aber so nachhaltig traumatisiert, dass wir noch Jahre danach damit zu kämpfen hatten. Es macht einen einfach nur traurig, wenn man sich vorzustellen versucht, was der kleine Hund alles erlebt haben muss, damit er so wurde, wie er ist...

Mit Zeit, Geduld und viel Liebe kriegt man das aber alles gut hin...

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Das was Du beschreibst hört sich für mich nach einem unsicheren/ängstlichen Hund an. 

Futter wird oftmals in beängstigenden Situationen verweigert und wenn sie ein ehemaliger Strassenhund ist, kann das gut in die These unsicher/ängstlich reinpassen. 

Das was die Pflegefamilie so gemacht hat, finde ich nun einmal gar nicht gut, bei mir bekommen meine Hunde alle zur gleichen Zeit ihr Futter und da gibt es keine Streitereien wobei ich einen ehemaligen Ressourcenverteidiger dabei habe, den hatte ich auch schon als ich damalig noch 6 Hunde zeitgleich gehalten habe. 

Warum also sollte ein Hund zu letzt etwas zu fressen bekommen, welchen Sinn soll das bitte erfüllen? 

Ich würde mit diesem Hund (ungesehen beurteilt) recht vorsichtig umgehen, d.h. Erziehung sollte nur auf positiver Verstärkung basieren. Welche bei mir sowieso immer nur genutzt wird. 

Futterplatz wechseln wäre eine Möglichkeit aber die andere Frage ist, was bekommt sie überhaupt zu fressen? 

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Hallo,

nicht jeder Hund nimmt Futter als Belohnung an - ob mit oder ohne Trauma und nicht jeder Hund saugt alles Futter in sich rein.

Ich würde kein riesen Gewese um das Futter machen. Feste Zeiten können helfen, wirklich ganz ruhige Ecke suchen (manche Hunde mögen keine Metallschüssel), Futter hinstellen, weggehen, nach 10 - 12 Minuten Futter wegstellen.

Wenn sie keine Leckerlies will, bekommt sie halt keine, geht die Welt ja auch nicht von unter, macht mitunter nur die Erzeihung etwas schwieriger ;-)

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Solange es nicht zu heftige ausmaße an solltest du ihr einfach Zeit geben.
Mein Hund ist auch sehr unterwürfig beim Essen und hat es früher auch immer weit weg getragen und denn ganz versteckt gefuttert. Mittlerweile macht sie das nicht mehr. Hat bestimmt ein halbes Jahr gedauert bis sie es komplett unterlassen hat. Gib deinen Hund Zeit. Wichtig ist genug Wasser..

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Unter anderen Umständen, würde ich behaupten, dass schlechte Fresser erzogen werden. 

In diesem Fall hat Trauma und Unsicherheit Oberhand. Schon wieder ein Wechsel nach Pflegestelle mit Hunden zur Orientierung. Mit einem selbstbewussten Hund an der Seite würde es ihr besser gehen. 

Mein Tipp, ganz klare Tagesstruktur aufbauen und wirklich minutiös einhalten. Gassi, Beschäftigung  und Fütterung stets zur gleichen Zeit. Diese Struktur führt zu Reflexen und stabilisiert. 

Fütterung in absoluter Ruhezone und nach 10 Min. beenden. Das hilft dem Hund mehr als Zureden oder aus der Hand füttern. Er lernt seine Bedürfnisse zu bestimmtem Zeit zu erfüllen. Diese "Roßkur" ist hart, aber notwendig um den angeborenen Überlebenswillen zu aktivieren. Voraussetzung ist Gesundheit. 

Unsicherheit kann man einem geschundenen Tier nur nehmen, wenn man weiß wie es tickt, man selber fest strukturiert und Sicherheit vermitteln kann. Nicht einfach, wenn man so ein Tier ohne entsprechende Erfahrung aufnimmt. Der Wille allein zum Helfen reicht nicht. Eigne Dir bitte mehr Wissen um Hunde an. 

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Hi! Vielleicht ist genau das das Problem
... evtl. Kommt sie mit ihrer neuen Rolle am Fressnapf nicht klar und weiss nicht dass sie fressen darf weil ihr "Leithund" nicht da ist. Ein unsicherer Hund tut sich oft leichter, wenn er sich an ranghöheren orientieren kann. Ich denke mit der Zeit wird sie es schon lernen. Gruss

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Schon mal probiert sie aus der Hand zu füttern?

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Kommentar von SnickersFreak
09.07.2017, 22:17

Darauf bin ich noch nicht gekommen. Allerdings nimmt sie auch oft ihre Leckerlis nicht an also ist es wohl eher unwahrscheinlich dass sie s nimmt aber ich werd s versuchen👌🏻

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