Hund dreht ab wenn andere Hunde da sind

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4 Antworten

Aggression bei fremden Hunden und wie löse ich das Problem!

Stellt dir mal bitte vor ihr möchtet eurem Partner das Tangotanzen beizubringen und ihr habt selbst keine Ahnung davon wie das geht. Haltet ihr es für möglich dass das ein harmonisches Bild abgeben würde-wahrscheinlich nicht. An diesem Beispiel wird vielleicht etwas klarer, worauf ich hinauswill. Solange du dich darauf konzentrierst was dein Hund alles falsch macht, wirst du es nicht schaffen ihn das „Richtige „ zu lehren. Ein klassisches Beispiel für das „Aufschaukeln“ eines negativen Verhaltensmusters ist die Unart mancher Hunde, an der Leine den großen Macker zu spielen wenn sie einem Artgenossen begegnen. Ohne Leine dagegen haben sie oft keine Probleme in derselben Situation. Wie kommt das? Der Hauptgrund dafür ist sicherlich die Halsung und die zu kurze Leine, die den Hund daran hindert, einen für ihn richtigen Abstand zu halten um sich seinem Gegenüber „hundehöflich“ benehmen zu können. Das allein macht die ganze Situation für ihn schon unangenehm. Er ist beunruhigt und verunsichert, ganz besonders wenn der Mensch an der Leine seine „Not“ nicht erkennt und die ganze Situation fasch einschätzt und falsch reagiert. Der Beginn einer negativen „Eskalationsspirale“ ist gemacht. Hier wäre es sehr hilfreich die „calming signals“ der Hunde zu kennen. Guter Link dazu „spassmithund.de“ Je mehr die Situation eskaliert, desto geringer werden seine Möglichkeiten, gelassen zu reagieren. Wenn sich jetzt noch die Leine strafft oder sogar strafend an ihr geruckt wird, bedeutet das für den Hund eine zusätzliche Bedrohung. Es aktiviert seinen Selbsterhaltungstrieb und steigert damit sein aggressives Verhalten enorm. Der Hund reagiert immer heftiger, bis schließlich wieder genügend Abstand zwischen ihm und dem anderen ist. Zu guter Letzt glaubt der Hund wahrscheinlich auch noch, dass er die ganze Aufregung nur „überlebt“ hat, weil er ein derartiges Theater gemacht hat. Noch ein paar solcher Erfahrungen mehr und dein Vierbeiner lernt weil er mit diesem Verhalten erfolg hatte dass es absolute Energieverschwendung ist ruhig zu bleiben und er steigt bei der nächsten Begegnung mit Aggression um ein paar Ebenen höher ein. Das ganze Verhalten verfestigt sich durch wiederholtes „Lernen am Erfolg“! Die gute Nachricht ist jedoch, dass der Hund im Prinzip alles, was er jemals gelernt hat, auch wieder Verlernen kann. Wie geht das? Distanztraining Wir arbeiten nur mit Brustgeschirr

Ziel des Trainings ist es, dass der Hund eine neue positive Erfahrung mit anderen Hunden an der Leine macht. Er soll eine positive Assoziation bei dem Anblick eines Artgenossen herstellen. Wenn er Hunde anbellt, ist das eine Sache von einer wahrscheinlich falsch verknüpften Wahrnehmung wie ich sie oben beschrieben haben. In diesem Fall hat er wahrscheinlich seinen obligaten Leinenruck und wahrscheinlich ein paar nicht sehr freundliche Worte von dir bekommen. Die falsche Verknüpfung wird sein - er sieht Menschen und Hunde- aha - jetzt kommt ein Auto und es tut mir gleich weh. Schmerzen um den Halsbereich weil wahrscheinlich sein Halsband auf den Kehlkopf drückt. Frauli wird ungehalten weil ich belle-das müssen böse Leute, Kinder, Hunde was auch immer sein-beelllleeenn und durchdreehen!!!Er bezieht das nicht auf sich und sein Verhalten sondern auf die Menschen oder Hunde oder was auch immer er in diesem Moment sieht. Darum ist hier auch die Halsung so wichtig. Wir arbeiten wie gesagt nur mit Brustgeschirr. Er verknüpft die Schmerzen den er bei einem Leinenruck empfindet nicht mit seinem Verhalten.Er verbindet den Schmerz mit den anderen Hunden und glaubt, dass der andere Hund jetzt schuld ist dass es ihm so weh tut. Du kriegst das in den Griff wenn du darauf achtest, dass wenn er Menschen und Hunde sieht (hier ist die richtige Distanz ganz wichtig)und er noch ruhig ist - ein supergutes Leckerli bekommt! Kategorie Käse und Wurst kein" Alltagskrümeltrockenzeug". Er bekommt auch keine anderen Kommandos wie Sitz oder Platz. Wenn er bellt passiert gar nichts er wird auch nicht bedauert oder geschimpft. Bringe genügend Distanz zwischen den "imaginären Feinden" bis er wieder ruhig sein kann. Besser ist es die Distanz zu dem andern so zu wählen dass dein Hund den andern zwar wahrnimmt aber noch nicht negativ reagiert. Du musst sozusagen noch im grünen Bereich trainieren. Mit der Zeit dann die Distanz verringern. Zusätzlich noch mit einem befreundeten Hund im Freilauf spazieren gehen. Dann wieder gemeinsam an der Leine gehen und dann wieder Freilauf. So dass der Hund lernt es ist nicht so schlimm an der Leine und der andere Hund tut mir nichts wenn ich an der Leine bin.

royalbenji 19.11.2012, 14:32

Erstmal danke für deine Antwort. Nach 4 Wochen kann ich sagen das er sich zu 90% einwandfrei an der Leine verhält. Wir haben einfach ein positives Denken und eine neutrale positive Energie benutzt und ihn somit keinerlei Gründe gegeben durchzudrehen. Er läuft super an der Leine mit seinen 8 Mon. Klar ist er interessiert an andern Hunden aber er dreht nicht komplett ab, was ich von 99% der Menschen hier mit Hund nicht sagen kann. Wir sind der Rudelführer und das merkt er und so verhält er sich auch. es macht riesen Spass mit ihm und es freut uns das unsere Arbeit mit ihm ein positives ergebnis zeigt.

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"euer hund dreht natuerlich voellig ab.." na, zum glueck machen meine und andere wohlerzogene hunde das nicht.

ein guter tip wenn man da so hilflos ist -gehe mit deinem hund in eine hundeschule -gerade dort wird das komplikationslose begegnen mit anderen hunden geuebt. die uebungen setzt du natuerlih parallell dazu zu hause fort und trainierst es immer weiter...

ein hund und seine halter sind eine gemieinschaft, wie verhaelst du dich ,wenn dein hund so reagiert?

Ich würde mir vor Ort erfahrene Hilfe suchen, die mir zeigen kann wie ich in so einem Fall mit dem Hund umgehe.

Zunächst aber das Übliche: durch mein Verhalten dem Hund zeigen, dass ich Führungsqualitäten besitze, dass ich jede Situation regeln kann, der Hund also nichts für mich regeln muss. Ruhig bleiben, die Richtung wechseln, nicht bellend und donnernd rein ins Getöse. Nie schreien, schimpfen, an der Leine zerren... Locker bleiben.

Nicht vorher schon an der Leine rupfen, da man Angst hat vor dem was kommt, nicht vorher schon beschwörend auf den Fiffi einreden. Einfach locker weg. Das fängt zuhause im Kleinen an und es zeigt sich dann draußen, ob der Hund einen anerkennt als "Rudelführer" und einen machen läßt... Oder eben selbst das Zepter in die Pfote nimmt.

Manche Hunde differenzieren auch je nach Mensch. Bei Mensch A Engel an der Leine, bei Mensch B Bestien, je nachdem was dieser Mensch ihnen vermitteln kann an Sicherheit und Souveränität...

Da hilft nur eine gute Hundeschule und dann konsequente Erziehung und Beschäftigung für den Hund.

royalbenji 12.10.2012, 14:12

Eine Hundeschule alleine hilft nicht. Da man nach der Hundeschule ja auch daheim rausgeht und da dieses Problem ebenfalls auftritt. Klar ist die H.S die Basis....

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bienle123 12.10.2012, 23:52
@royalbenji

Genau das meinte ich. Das hab ich vorausgesetzt, daß ein halbwegs normaler Mensch das dann weiterübt! Aber da bekommt er/sie die Grundlagen gezeigt. Wenn sies nicht macht, ist natürlich Hopfen udn Malz und irgendwann, wenn sichs weiter hochschaukelt, auch das Ordnungsamt...

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