Hund beißt Paketboten Urteil?

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7 Antworten

Wenn ich einen scharfen Wachhund auf dem Grundstück halte, muss ich auch ein Auge darauf haben!

Gerade über Tag gehört ein solcher Hund so gesichert, daß er keinen Schaden anrichten kann. Zu den typischen Dingen des Lebens gehört, daß der Paket-, oder Postbote kommt.

Entweder ich verhindere das, in dem ich mein Grundstück so sicher verschließe, daß wirklich niemand hinein gelangen kann und lasse den Hund frei laufen, oder ich setze dem Hund Grenzen und er kann halt nur anschlagen.

Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, daß das Urteil völlig in Ordnung geht.

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"Grundstückseigentümer trifft die Verpflichtung für einen
verkehrssicheren Zustand ihres Grundstücks zu sorgen. Im zumutbaren
Rahmen sollen Gefahren von Dritten abgewendet werden. Diese
Verpflichtung gilt insbesondere für Grundstücke von denen aufgrund
besonderer Umstände, erhebliche Gefahren ausgehen. Hierzu gehört auch
das uneingeschränkte Herumlaufen eines bissigen Hundes. Wird ein Besucher in solch einem Fall gebissen, so haftet der Grundstückseigentümer nicht nur als Hundehalter, sondern auch, weil er seine Sorgfaltspflicht gegenüber anderen verletzt hat. Ein am Tor angebrachtes Schild "Warnung vor dem Hund" stellt keine ausreichende Sicherung dar, weil es ein Betretungsverbot nicht ausspricht und auch nicht auf die Bissigkeit des Hundes hinweist ... . "

(Landgericht Memmingen, Az: 1 S 2081/93)

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Ohne das Urteil zu kennen würde ich behaupten, dass wenn jemand sogar Warnschilder aufstellt ist er sich der Gefährlichkeit des Hundes bewusst. Dass tagsüber Postboten, Polizeibeamte,. Gerichtsvollzieher etc. das Grundstück betreten könnten, damit muss man doch als Hundehalter dann auch rechnen.

Für mich daher ein gutes Urteil. Auch wenn die Begründung evlt. eine ganz Andere ist.

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Ja, eigentlich sind alle Gesetze gegen Hundehalter, da braucht man schon einen spezialisierten Anwalt, den hatte der Angeklagte anscheinend nicht.

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Das spielt keine Rolle:

In Deutschland muss ein Hund grundsätzlich so gehalten werden, dass er andere nicht verletzen kann. Das gilt auch für Menschen, die das Grundstück unbefugt betreten.

Lg, LordZnarf

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Kommentar von creative85
17.01.2017, 21:21

Und genau sowas ist doch lächerlich. Wozu soll ein Wachhund auch sonst da sein.
Allein schon, das dann jemand klagen kann, der ein Grundstück unbefugt betritt.

Das ist dann schon Schmarotzerverhalten.

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Ich hab den Bericht auch gelesen.

Ich persönlich verstehe das Urteil auch nicht so ganz.

Ich weiß zwar, dass ein Wachhund oder ein normaler Familienhund nicht beißen darf, wenn jemand unbefugt auf das Grundstück kommt. Auch ein Warnschild "Vorsicht, bissiger Hund" hilft da nichts.

Wenn es sich hier um eine ganz normale paketzustellung gehalten hätte, dann könnte ich es verstehen.

Aber der postbote muss schon recht verwirrt gewesen sein. Erst ist er an der falschen Adresse, dann versucht er mit allen Mitteln das paket los zu werden, indem er alle Hindernisse überwindet.

Warum gibt es nicht wenigstens eine Teilschuld?

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Auch ein Wachhund hat nicht einfach zu beissen.

Das Urteil ist nachvollziehbar.

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