Hund auf Radweg - Unfall. Wer schuld?

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Ohne den ganz genauen Ablauf zu kennen dürfte nach aller Erfahrung der Hundehalter haftpflichtig sein und somit für den Schaden aufzukommen haben.

Eine Tierhalter ist für die Schäden, die sein Tier verursacht, verantwortlich und er haftet sogar nicht nur nach der üblichen Verschuldenshaftung nach § 823 BGB,  sondern gar nach der deutlich schärferen Gefährdungshaftung nach § 833 BGB, der Hundehalter haftet somit verschuldensunabhängig!

Du bist vorschriftsmäßig auf de Radweg gefahren, dann kommt der Hund auf diesen gesprungen und bringt Dich durch ein Ausweichmanöver zu Fall. das ist m.E. ein eindeutiger Haftungsfall des Hundehalters.

Hast Du ihn schon mit dem Sachverhalt konfrontiert? Man kann davon ausgehen, dass er eine Tierhallterversicherung hat die für den Schaden aufkommt. Wenn diese den Sachverhalt so sieht wie ich wird sie leisten.

Danke für die Antwort. Die Sache ist letzten Sommer passiert, seitdem traue ich mich kaum mehr auf dem Radweg zu fahren. Zu dem Zeitpunkt stand ich so unter Schock, daß ich auch nichts unternommen habe, wollte mich jetzt aber zum Frühjahr hin grundsätzlich informieren.

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@Kiree

Naja, da würde ich dennoch weiterhin auf dem Radweg fahren, aber mit erhöhter Aufmerksamkeit. Vor allem dann, wenn man Personen sieht, die eindeutig einen Hund dabei haben müssten (Hundeleine in der Hand), aber den Hund nicht. Oder wie in deinen Fall, eine feiernde Personengruppe.

Ich hatte schon drei mittelschwere Motorradunfälle durch Fremdverschulden, habe mich aber dennoch nach meiner Genesung gleich wieder aufs Krad gesetzt. Man sollte sich das Leben durch solche Erfahrungen nicht schwerer machen oder sich einschränken, aber daraus lernen. 

Übrigens: Ob der Hund angeleint ist oder nicht spielt grundsätzlich für die Haftung keine Rolle, da nach Gefährdungshaftung gehaftet wird. Könnte höchstens für den Grad des Verschuldens und damit  bei Zuwiderhandlung die Höhe einer Strafe für den Hundehalter entscheidend sein. Z.B. dann, wenn Du einen Personenschaden davonträgst (fahrlässige Körperletzung oder grob fahrlässige Körtperverletzung).

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@robe53

Hast natürlich recht, man sollte sich von schlechten Erfahrungen nicht grundsätzlich vom Leben abhalten lassen, aber daraus lernen. Leben bedeutet nun einmal Risiko. Danke nochmal für Deine weiteren Ausführungen und auch dafür, mich daran erinnert zu haben! Also auf an den Rhein! : ))

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Hi das sind immer so Situationen wo ich mir auch net sicher bin. Wird sicherlich drauf ankommen ob da an der Stelle eine Leinenpflicht besteht oder eben nicht.

Eigentlich hättest den direkt die Halter ansprechenn müßen, wegen Adresse, Name und Co, eigentlich hat jeder Halter für sowas eine Haftpflicht, die den Schaden dann reguliert, dann müßtest nun nur auf Unfallbogen warten. Wenn das nicht getan hast und weitergefahren bist, wird es sicherlich schwer die zu wiederzufinden, Golden Retriever werden ja sehr häufig gehalten. Da geht nur evtl Aufruf in Zeitung starten oder eben Anzeige gegen unbekannt...

Und da ich auch schon ein paar Mal in eine Böschung reinhüppen mußte, um nicht von Radlern überfahren zu werden, kann ich halt nur dazu raten auch als Radfahrer vorrausschauend zu fahren und ggf die Geschwindigkeit grad an solchen Bereichen runterzuschrauben. Manchmal merkt man als Radfahrer seine eigene Geschwindigkeit gar net, aber für jemanden zu Fuß kann das schon zu schnell sein um einzugreifen, der Hund hätte ja genauso gut ein Kind sein können und dann wäre das Geschrei sicher groß gewesen. Also im Hinterkopf behalten das man hier in DE sich die Wege mit in etwa 80 Mio anderen Menschen teilen muss ;)

(gilt übrigens auch für den Halter des Hundes, er hätte sehen müßen was sein Hund macht....)

Es bleibt natürlich die Frage, wie schnell oder langsam man nun auf einem vom Fussweg durch eine Böschung abgetrennten und klar als Fahrradweg ausgewiesenem Weg fahren darf. Ich bin relativ langsam unterwegs gewesen (mein 8-jähriges Kind fährt da deutlich schneller). Übrigens nutzen auch viele Sportradler den Radweg und von denen hätte keiner mehr bremsen können und es wäre zu einem schlimmen Unfall gekommen. 

Deshalb auch meine Frage: Hätte man in einem solchen Fall nicht vom Halter erwarten können, daß er seinen Hund anleint, wenn er sich direkt an einem vielbefahrenen, schmalen Radweg (gerade mal Platz für zwei Radfahrer nebeneinander) aufhält?

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@Kiree

ja das aufjeden Fall, wie ich schon schrieb nicht nur du musst auf deine Umgebung achten beim fahren, sondern auch der Hundehalter hat sein Hund zu beaufsichtigen das er nicht einfach Wege kreuzt, wenn jemand kommt, zumal ich mir halt fast sicher bin, das er da eigentlich Leinenpfilicht gehabt hätte....Es wäre also gar nicht so weit gekommen wenn er sich an geltende Gesetze gehalten hätte..deswegen wären die Personalien von denen wichtig gewesen zwecks Zahlung der Schäden. Und Geschwindigkeit ja kann ja nur von mir nun ausgehen, auf gut einsehbaren Fahrradwegen drehe ich auch den Hahn auf, aber spätestens bei engen Kurven wo man nicht reinschauen kann und auch bei Picknick-Plätze, Bänken, Imbissbuden direkt am Fahrtweg bremse ich so ab, das ich jederzeit sofort stehenbleiben könnte. Sprich es mir keine Schmerzen machen würde mal kurz abzuspringen. Vor den Rennradlern hab ich auch Angst...lach, die sind mir deutlich zu schnell, wobei ich sagen muss das dank Ebikes ja nun auch Rentner unterwegs sind die seit Ewigkeiten nicht mehr Rad gefahren sind und die fahren auch echt gruselig und vor allem unsicher...an denen fahr ich mit Fahrrad auch immer mit großen Bogen und sehr langsam vorbei damit nix passiert :) Wenigstens ist euren Kind nix passiert, das ist schonmal viel Wert :)

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Bei der Tierhaltung wird überhaupt nicht nach dem Verschulden gefragt. Der Tierhalter ist schon aus der Gefährdungshaftung her verpflichtet Schadensersatz zu leisten.

Hast du denn die Daten des Hundehalters? Wenn du ihn nicht kennst, kannst du das sowieso vergessen.

Hilfe... 25-Meter-Baum stürzt auf Spazierweg. Eiche erschlägt Französische Bulldogge. Kann man gegen das Grünflächenamt vorgehen? Was kann ich tun?

Letzte Woche ist eine 25-Meter große Eiche auf den Spazierweg (im Wald) gestürzt und hat meine Französische Bulldogge erschlagen. Meine Schwiegermutter, die den Hund an der Leine führte, kam mit einer Prellung, Schürfwunden und einem Schrecken davon. Unser Hund hatte leider keine Chance. Meine Schwiegermutter ist weiterhin in ärztlicher Behandlung. Das Grünflächenamt (zuständig für die Verkehrssicherung) stellte bei der Eiche Stockfäule fest.
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