Hund an Reizangel gewöhnen?!

5 Antworten

Ein unsicherer Hund wird schnell in Konflikte geraten, wenn er mit seinem Menschen in Beutekonkurrenz gerät. Bei deiner Hündin scheint das ohnehin bereits recht ausgeprägt zu sein. Das Reizangeltraining zielt darauf ab, den Hund in seinem Beutetrieb kontrollieren zu können.

Es ist keinesfalls Sinn und Zweck, den Hund irgendwie hinter einem Beuteobjekt herrennen zu lassen, nur damit er "ausgepowert" wird.

Dabei geht es um die "Macht" des Hundeführers über die Beute. Der Hund lernt - zumindest, wenn man es richtig macht - dass er nur an die Beute kommt, wenn er mit dem Menschen kooperiert und den Jagdimpuls hemmt.

Ich bezweifle demzufolge, dass ihr mit Reizangeltraining glücklich werdet. Nasenarbeit in Form von Fährten oder Zielobjektsuche wären da sicher geeigneter.

Das kann ich nur bestätigen, im Welpen wie im Hundekurs hat man unseren Golden damit völlig irritiert und verschreckt. Selbstredend, dass wir diese Experiment abgebrochen haben. Jede Modeströmung muss an dem Mann bzw. Hund gebracht werden ohne Rücksicht auf Verluste. Bleibt noch zu sagen, dass die wenigsten Hundetrainer etwas von Golden Retrievern verstehen. Es wundert echt nicht, dass es die Behauptung gibt, dass Goldens aggressiv seinen. Bei so viel Mist kein Wunder.

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@Goodnight

Oh, ich kann dir nur zustimmen! Und möchte noch soweit gehen, dass "recht wenig Trainer" überhaupt was von Rassen verstehen :-(

Schwachsinn bei einem Jagdhund "nach dem Schuss" so ein Training anzufangen!

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@NoradieHexe

Da hast du wohl recht, wir beobachten sogar richtige Wut gegen Goldens und auch andere Rassen.

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@Goodnight

Die Beobachtung habe ich bei Trainerkollegen auch oft gemacht. Nicht wenige sind "Rassisten", die gegenüber bestimmten Rassen deutliche Vorbehalte haben. Das wirkt sich leider oft negativ auf den Umgang mit Hund und Besitzer aus.

In aller Regel sind sie irgendwann mal an dieser Rasse gescheitert :).

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Gerade für ältere oder "desinerressierte" Hunde sind Suchspiele, die du individuell auf deinen Hund zuschneiden kannst sehr gut, um ihn möglichst lange in all seinen Fähigkeiten auszulasten.

Suchspiele für Hunde

Die folgenden Tricks kannst du nach eigenem Können und der Leistungsbereitschaft deines Hundes bis zur Höchstform ausbauen. Dabei solltest du jede Übung immer mit einem Erfolg für ihn beenden, dass ist wichtig für ihn und auch für dich ;-D). Wenn dein Hund nicht ausgelastet ist, dann mache doch einmal Suchspiel mit Ihm, dass fordert und fördert ihn sowohl geistig und auch körperlich, mit all seinen Sinnen.

Diese Spiele, die du da mit ihm bisher machst, sind eine wunderbare Ergänzung, füllen ihn aber in seinen Fähigkeiten nicht wirklich aus. Darum schlage ich dir mal einen Full-Time-Job für dich und den Hund vor und ich denke auch, du selbst wirst begeistert sein und erstaunt sein, was dein Hund so alles drauf, wenn du seine Fähigkeiten geduldig und in Ruhe weckst.

Also keinen Druck, keine harte Leistung abverlangen, dass kommt mit der Arbeitsfreude später ganz von selbst. Zuerst, damit er weiß, worum es geht, versteckst du etwas, so dass er es sieht und noch leicht hat, ein Leckerchen. Wenn er es findet, ganz groß loben und ein Leckerchen. Z.B. nimm als Suchobjekt eine alten Socken vor dir, den du aber vor her noch getragen hattest.

Dann versteckst du es, wenn er es nicht sieht. Dabei ziehst du die Socke leicht über den Boden. Merke dir immer den Anfangs und Endpunkt. Dazu nimmst du ihn an die Leine und schickst ihn Voraus und sagst dabei Name- Such verloren****. Immer wieder ** Name-such verloren, die ganze Strecke, wenn er abgelenkt ist, wieder neu auf die Spur bringen und wieder **Name- Such verloren, mit heller, begeisterter Stimme, solange bis er Erfolg hat und immer wieder loben. Dann gönne ihm eine Pause, spiele etwas herum und dann lege eine andere Spur, woanders.

Wenn er das gefunden hat, machst du es Tage später schwerer, du steckst den Socken an einen Stock und tupfst damit dann alle 30-50cm den Boden lückenlos bis zum Versteck (später alle 1m oder noch später alle 2m). Wieder groß loben und belohnen, wenn er es gefunden hat.

Dieses Spiel ist von der Riechleistung sehr anstrengend für ihn, also Anfangs nur 15-20-30 Minuten, solange, wie er mit Interesse dabei bleibt. Immer mit einem 100% Erfolg beenden. Dann frühestens am Nachmittag wiederholen oder am nächsten Tag. Wichtig: Am Endpunkt eine Beute finden lassen, also eine besondere Belohnung.

Dann machst du er noch schwerer, so eine Woche später, wenn er sonst alles gefunden hat. Machst du eine Z-Spurenfigur, so ca. 60m lang. Dann eine U-form und dann was dir einfällt, sehr viel später kannst du deine Spur, die du gelegt hast, auch kreuzen (Achtung, besonders schwer, darum vorher niemals, sozusagen aus Versehen in die Nähe der gelegten Spur kommen), da musst du ihm beim ersten male aber wirklich helfen und dir ein Zeichen (einen Zweig, Stein, ... immer etwas anderes, denn sonst such er nur noch nach deinen Zeichen ;-DD)., an den Kreuzungspunkt machen.

Achtung mit den Sichtzeichen, also nicht auf dem Boden /die Gleichen: Clevere Hunde merken sich die Sichtzeichen, wenn sie allzu offensichtlich sind und stürmen auf die Sichtzeichen zu und halten nicht mehr die Spur.

Mache es immer so, dass der Hund Erfolg hat. Immer mit einem Erfolg aufhören. Er darf maximal, je nachdem wie lange du die Strecke machst, 2-3 Spuren pro Spaziergang suchen. Dienst-Suchhunde dürfen nur 1,5h lang arbeiten. Darum baue Pausen ein.

Du wirst sehen, erleben, wie sich mit der Zeit, die innere Verbindung zu deinem Hund und dir sehr stark vertieft, wenn das so ist, seit ihr ein "Starkes Team".

Zur Krönung, so nach ein paar Wochen "verlierst" du mal im Garten ein Portmonee oder ein Mütze, ohne ein Spur gelegt zu haben und sagst Name-such-verloren (immer mit gleicher begeisterter Stimmlage, die Ihn aktiviert und anreizt Höchstleistung zu bringen) dann wird er Chaotisch, also unsysthematisch suchen, lass ihm erst einmal diese Freiheit, später kannst du immer noch ganz sanft lenken, aber lass ihn soviel wie möglich alles von alleine machen, denn er muss ja erst einmal von der geführten Spur auf Chaotisches Suchen umschalten lernen.

So ist der Hund in all seinen Sinnen ausgelastet und auch du hattest wahrscheinlich sehr viel Spaß, bei diesem für Euch Beide, sehr anstrengenden "Hochleistungs-Arbeitsfreude". Das ganze ist kein Spaß, sondern für den Hund lustvolle Arbeit, womit du respektvoll umgehen solltest. Viel Vergnügen und viel Spaß für euch Beide. So habe ich das als Kind auch gemacht, als Vorbereitung für unsere Jagdhunde zur Fährtenarbeit am Wild, aber alle Hunde können es lernen.

http://www.gutefrage.net/nutzer/Portbatus/tipps/neue/1

Weitere Tipps zum Thema Hund findest du in meinem Profil, wenn du auf diesen Link klickst und bei meinen Tipps "rumschnüffelst".

Hallo, wie kommst du ausgerechnet auf die Reizangel? Ganz abgesehen davon, dass die damit verbundenen Bewegungen (schnelle Stopps und Wendungen) deinem Hund auf Dauer nicht gut tun werden und die Reizangel eigentlich eher zur Umleitung eines starken Jagdtriebs eingesetzt wird (der ja offenbar bei deiner Hündin nicht vorhanden ist), solltest du dir mal überlegen, ob es nicht doch sinnvoller wäre, was zu finden, was deinem Hund Spaß macht und nicht nur dir. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das Apportieren, wenn es richtig aufgebaut wird, nicht klappt. Was aber ganz sicher bei den meisten Hunden gut funktioniert, sind Such- und Fährtenspiele. Die powern garantiert aus. Auch eine gute Unterordnung ist für den Hund anstrengend und hat gleichzeitig den Vorteil, dass ihr gemeinsam Spaß daran habt, die Bindung stärkt und der Hund auch noch Dinge lernt, die im täglichen Leben vieles erleichtern. Was vielleicht auch gut wäre, ist Longieren. Schau dich doch mal in den Vereinen oder Hundeschulen der Umgebung um, ob das da angeboten wird. Longieren ist zum einen für große Hunde besser geeignet als Reizangel oder z.B. Agility, und der Hund lernt Körpergefühl, was bei einem unsicheren/ängstlichen Hund (so deine Hündin das überhaupt ist) viel bewirken kann. Auch hier wird die Bindung extrem gestärkt. Gruß, Kerstin

Reizangel ist so ziemlich das Dümmste was man einem Golden antun kann. Lass deinen Golden Dinge suchen und geh mit ihm Schwimmen. Wahrscheinlich hast du das mit dem Apportieren völlig falsch angefangen. Wenn man das falsch macht will ein Golden nichts mehr davon wissen. Der Golden ist ein sensibler Hund, wenn man gegen seine Natur arbeitet ist er sehr unglücklich und unmotiviert.

DH! Perfekte Antwort, da kann ich mir die "Tinte" sparen! :))

Ich hätte genauso geantwortet!

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Ich halte es für vollkommen sinnbefreit, einen 5jährigen golden Retriever einer Reizangel hinterherhoppsen zu lassen!!!

Du hast einwandfrei zuviele dieser Hunde-Erziehungs-Comedy-Serien im Fernsehen angeschaut...

Wenn man es innerhalb von 5 Jahren nicht geschafft hat, eine gute Bindung zum Hund aufzubauen, dann klappt das auch nicht mehr!!!

...es sei denn, man wäre als Fragesteller bereit zu lernen wie man mit Golden Retrievern ein angenehmes Familienleben führt.

Wenn ich dann sowas lese:

Meine Hündin mag auch kein Spielzeug außer ihrer "Schnuffeldecke".

...weiß ich sehr gut, dass der Fragesteller bis heute nichts dazugelernt hat!

Wer will denn eigentlich spielen? Du vielleicht... ...aber die Hündin nicht mit dir!!!

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