Hufschuhe/Hufeisen Vor- und Nachteile

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5 Antworten

Ich kopier dir mal meine Antwort auf eine ähnliche Frage rein (der Anfang passt zwar vielleicht nicht ganz, aber so im Großen und Ganzen schon)


Die Hufkapsel außen, die ist tatsächlich totes Horn, so wie menschliche Fingernägel. Aber darunter bzw innendrin, da laufen jede Menge Nerven und Blutgefäße. Wie sonst würde ein Pferd spüren, wenn es auf einen Stein tritt und einen hoppelnden Schritt machen um das Bein nicht zu viel zu belasten auf dem spitzen Ding?

Hufeisen beeinträchtigen die Sensibilität der Hufe. Das Aufnageln der Eisen selbst tut nicht weh, denn die werden eben in der Kapsel verankert und die Nägel kommen mit den fühlenden Teilen nicht in direkten Kontakt. Da sich die Kapsel dann aber nicht mehr so bewegen kann wie sie es bei Barhufern tut (sie wird bei jedem Auftreten minimal breiter, beim Abfußen zieht sie sich wieder etwas zusammen), behindert das den Blutfluss im Huf.

Du musst dir vorstellen, da drin sind Blutgefäße, dünner als ein Haar, und auf jedem Huf lasten bei einem durchschnittlichen Haflinger 125kg Pferd, wenn er steht - sobald ein Reiter draufsitzt und dann noch der Schwung der Bewegung dazukommt, wird das natürlich viel mehr. Das Pferdeherz ist zwar sehr stark, aber nicht stark genug, um genug Blut durch diese winzigen Gefäße, auf denen so starker Druck lastet, zu pumpen und braucht daher Hilfe - die kommt vom Hufmechanismus, eben diesem weiter-enger werden beim Auftreten, das durch physikalische Kräfte das Blut richtiggehend in den Huf saugt und wieder hinausdrückt.

Wenn jetzt also dieser Mechanismus gehemmt bzw sogar komplett blockiert wird, je nachdem welche Eisen drauf sind und wie genagelt wurde, kommt zu wenig Blut in die Hufe und es herrscht dauernder Sauerstoffmangel. Das ist so, wie wenn du dich in der Nacht versehentlich auf deinen Arm legst, dadurch die Blutzufuhr zum Teil abdrückst und den Arm am Morgen die ersten paar Minuten kaum bewegen kannst und auch kaum was fühlst. Genau so fühlen sich Pferdebeine an, wenn Eisen drauf sind - taub.

Das erklärt dann auch von selbst, warum Pferde mit Eisen plötzlich über Schotter laufen können, obwohl die Steine ja trotzdem in die Sohle drücken, weil es ist vom Eisen ja nur der Tragrand abgedeckt, Sohle und Strahl (also der empfindsamste Teil des Hufs) sind ja frei. Und trotzdem laufen die da plötzlich einwandfrei drüber - weil sie eben die Steine nicht mehr spüren. Die haben dann aber trotzdem die gleichen Auswirkungen wie wenn das barhufe Pferd voll auf einen Stein tritt - nämlich eine Prellung der Lederhaut, eventuell mit Einblutung, die dann beim nächsten Ausschneiden als verfärbter Fleck sichtbar wird. Das barhufe Pferd wird danach ein paar Tage lahmen, weil der Fuß ja weh tut, die Lederhaut kann sich erholen und weiter gutes Horn produzieren. Das Eisenpferd spürt die Prellung nicht, läuft weiter in voller Belastung auf der gequetschten Lederhaut herum und die wird noch mehr gequetscht und beleidigt, produziert daher kein so gutes Horn mehr und schon haben wir den Hufschmiedkunden, der ohne Eisen nicht laufen kann, weil die Hornqualität so schlecht ist...


So. Hufeisen haben also den einzigen Vorteil, dass der Huf vor Abrieb geschützt ist - den er aber braucht, um physiologisch gutes Horn zu produzieren. Ein gut mineralisiertes Pferd mit gut bearbeiteten Hufen kann ohne Probleme mehr auf Asphalt laufen, als bei einem durchschnittlichen Freizeitpferd auch bei intensiver Reiterei zusammenkommt. Weil aber, ich schätze mal, 90% aller Pferde hierzulande eben keine gut bearbeiteten Hufe haben, werden ihnen Eisen aufgenagelt - wenn der Besitzer dann mal versteht, was der Huf eigentlich bräuchte und die schlechte Bearbeitung durch gute ersetzt (zB von der DHG oder dem DIfHo), brauchen sie zumindest für die Übergangszeit, bis der gute Huf nachgewachsen ist (dauert bis zu einem Jahr!), anderen Schutz um auch auf Schotter geritten zu werden. Meine Kleine ist barhuf und hat keine Hufschuhe - bisher haben wir erst ein Stück Weg getroffen, wo sie nicht drüber wollte - das war ganz frischer, lockerer Bruchschotter. Ansonsten war alles kein Problem :)

Also mein Isländer hat keine Eisen, sie läuft auch sehr gut. Ich reite im Moment aber auch meistens auf einem Sandplatz und nur hin und wieder mal Gelände. Hufeisen machen auf hartem Boden (z. B. Feldweg mit Steinen) schon Sinn. Das kommt meiner Meinung nach auch sehr stark aufs Pferd an, es gibt Isis die können sehr gut ohne Hufeisen auf Teer oder anderen harten Böden laufen, andere hingegen gehen nur auf Gras oder weichem Boden wenn das möglich ist und sie keine Eisen haben.

Ich glaube der Hufschutz (egal ob Eisen oder Schuhe) ist bei Isländer so verbreitet, besonders auf den Isländerhöfen, wegen der Ovalbahnen, weil der Boden ja ziemlich rau ist und der Abrieb echt doll wäre bei normalem Reiten

Ohje, les dich am besten im Internet ein, das ist ein seeeeeeeeeehr aufwendiges Thema! Meine Meinung ist, dass Eisen okay sind bei Tunierpferden oder eben Pferden die hauptsächlich auf Asphalt laufen! Bei allen anderen sag ich nein zu eisen... Sie machen die Hufe kaputt und verändern die Hufe... Kostenfaktor ist meiner Meinung nach bei Barhufen geringer... Klar einmalige Kosten für Hufschuhe und alle ca. 6 Wochen Kosten für eine Hufpflegerin (für diejenigen, die es nicht selbst machen)....

ca. 6 Wochen Kosten für eine Hufpflegerin (für diejenigen, die es nicht selbst machen)....

Hufpfleger haben genauso wenig Wissen üer Hufbearbeitung wie Schmiede und selber an Hufen rum raspeln/schneiden sollte ein Leihe schonmal gar nicht.

les dich am besten im Internet ein, das ist ein seeeeeeeeeehr aufwendiges Thema!

Genau, bitte beherzige deinen Rat, bevor du das nächste mal eine Antrwort zu einem Thema formulierst zu dem du nur ein gefährlichhes1/8Wissen hast

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Eisen haben nur als Abriebschutz einen Sinn und selbst dafür gibt es heute die weitbessere Möglichkeit von Hufschuhen.

Wobei ein fachlichkorrekt bearbeiteter Barhuf erst ab ca 100km tgl. Trab und Galopp auf Asphalt ein Problem mit dem Abrieb haben sollte.

Hufeisen haben meiner Meinung nach nur Nachteile:

  • Sie beeinträchtigen den Hufmechanismus, der Huf kann sich nicht mehr ausdehnen (google Hufmechanismus, da findest du Videos), dadurch werden die Schritte nicht mehr abgefedert.
  • durch den fehlenden Hufmechanismus ist die Durchblutung gestört
  • das Pferd fühlt nicht mehr wo es seine Füße hin setzt.
  • durch das Eisen kommt es zu Huffehlstellungen, dadurch zu Fehlbelastungen/-stellungen aller Gelenke bis zur Wirbelsäule.
  • Durch das Eisen selber werden Stöße bei jeden Schritt an denn Bewegungsapparat weiter gegeben.
  • usw.

Aber, nicht jeder Barhuf ist automatisch gesund.

Im Gegenteil ich denke gut 95%.aller Pferdehufe weisen Bearbeitungsfehler auf und sind somit krank.

Leider ist es so, dass die Schmiede wenig bis gar kein Wissen über Anatomie,.Physiologie oder den Hufmechanismus haben.

Ohne dieses Wissen kann man aber Hufe nicht fachgerecht bearbeiten.

Ich würde jedem Pferdebesitzer einen Beratungstermin bei einem Huforthopäden der DifHo empfehlen.

Das Beratungsgespräch ist kostenlos, sobald die HO bearbeitet, nimmt Sie 40Euro und bearbeitet alle 4 Wochen.

Wenn Du interesse hast an weiteren Infos dann informiere dich auf der Seite der DifHo ( www.difho.de ) oder kaufe dir das Buch "Wege zum gesunden Huf" dass bekommst Du bei Amazon

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