Hufrolle beim Pferd. Hat jemand einschlägige Erfahrungen?

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3 Antworten

Ok, die Diagnose sieht ja nicht allzu wild aus und mit einem DIfHO-HO schaffst Du beste Voraussetzungen, dass das Pferd völlig beschwerdefrei wird. Die Diagnosestellung ist drei Monate alt und es wird noch medikamentös behandelt. Wie lange ist der HO schon dran?

Ich würde dem in aller erster Linie Zeit geben, denn Eingriffe sind nie nebenwirkungsfrei, auch die Medikation ist es nicht. Das Pferd wird voraussichtlich Risikopatient bleiben und sollte keine zu großen Sprünge mehr abfangen müssen. Ok, unser Patient, den wir zwar nie bildgebend untersuchen haben lassen, wo wir aber sicher sind, dass seine Diagnose weitaus schlimmer ausfallen würde als bei Deinem, bockt auf der Koppel so rum, dass er auch mal von 2 m runter kommt und sich abfangen muss und wenn ihm die anderen Pferde seiner Herde zu lang durch das Klapptürchen im Zaun brauchen, springt er übern Zaun, der auch ca. 1,50 Höhe hat, von der Weide in den befestigten Offenstallbereich. Aber gut, wir können ihn nicht am Boden anbinden, nur weil er ein Risiko hat.

Wir haben die Diagnose bei Kauf von einer manuellen Therapeutin und unserer DIfHO-HO als "höchstwahrscheinlich schon stärker geschädigt" erhalten und bisher auf Medikamente und alles weitere verzichtet und eben langsam auftrainiert. Aktuell ist die Hufrollenproblematik sein geringstes Problem. Er passt hier auch auf sich auf, indem er anders abrollt - sieht man an seiner immer etwas abgelaufenen Zehe.

Eventuell bringt es was, die Sehne mal mit einem Matrix-Rhythmus-Gerät behandeln zu lassen, das kann möglicherweise langwierige Verklebungen wieder etwas lösen. Hierzu würde ich an Deiner Stelle nach einem Tierarzt suchen, der sich auf manuelle Therapien spezialisiert hat und nicht einen Therapeuten wählen, wie sie momentan wie Pilze aus dem Boden sprießen, die meisten derer hätten mir zu wenig Ausbildungshintergrund.

Die genannten Spezialbeschläge würde ich in gar keinem Fall an mein Pferd lassen, auch nicht, wenn es stocklahm ist, denn die stellen das zwar taub, aber das Problem verschlimmert sich in aller Regel drunter. Die Pferde, die beschlagen sind, lahmen nicht, bis zum Druchbruch. Hab schon mehrere erlebt, denen man vorm Durchbruch überhaupt nichts angemerkt hat. Das wäre mir zu gefährlich, denn entsprechend passen sie nicht auf sich auf.

Vom Einspritzen hab ich von meiner HO auch schon gehört, dass das was bringen kann.

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Kommentar von kaltblueterin
25.11.2016, 17:53

Der DifHo ist seit knapp 6 Jahren an meinem Hof und bearbeitet seither u.a. meine beiden eigenen. Momentan guckt er alle 3 Wochen mal vorbei, er meint, dass es bereits angefangen hat aber noch nicht "Hopfen und Malz" verloren ist.

Er ist kein Springpferd, aber für Blödsinn und raufen auf der Koppel immer zu haben. Einzelhaft kommt aber auf gar keinen Fall in Frage, er soll bei seinen Kumpels bleiben, auch, wenn die Heilung länger dauern würde.

Cortison wurde bereits eingespritz, dies geschah vor gut 3 Wochen durch meine TÄ mit Rücksprache der Pferdeklinik, die Ärzte kennen sich.

Ist dieses Matrix-Rythmusgerät so etwas in der Art wie Stoßwellentherapie? Damit habe ich auch schon geliebäugelt...

Woher können denn die Verklebungen kommen? Bandagen und Gamaschen gibt´s nicht bei mir und übermäßige Belastung kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen. Evtl. doch Vererbung?

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Bei einer Hufrollenentzündung würde ich immer eine zweite Meinung einholen und das Ganze in einer guten Pferdeklinik überprüfen lassen. Ultraschall und Röntgen, vielleicht sogar noch ambulant, sind nicht rasend aussagekräftig.
Ich würde eine Szintigrafie machen lassen. Nicht billig, gebe ich zu, aber so bekommst du einen genaue Diagnose.

Vor allem ist dann klar, was an der Hufrolle entzündet ist. Die Hufrolle besteht ja nicht nur aus dem Strahlbein, sondern das ist ein ganzer Komplex samt Schleimbeuteln etc...
Hufrolle kann man heute ganz gut behandeln, wenn man weiß, wo die Entzündung sitzt.

Eine Freundin von mir hat eine Warmblutwallach, der wirklich gruselige Hufe hat. Klassische Hufrollenhufe: viel zu eng und zu klein für das große Pferd. Seine Mutter und alle seine Geschwister sind wegen Hufrolle eingeschläfert worden. Bei ihrem Pferd wurde die "Hufrolle" mit sieben diagnostiziert. Auch durch ambulantes Röntgen, das meiner Meinung nach, nie rasend aussagekräftig ist.
Meine Bekannte ließ das keine Ruhe und sie hat das Pferd in die Klinik gebracht. Ergebnis: Schleimbeutel war entzündet. Es bekam eine Spritzenkur. Jetzt ist er 20 und wird nach wie vor normal geritten, wenn auch nicht gesprungen.

Mir sagte mal bei einem Vortrag ein Schmied - Jochen Biernath - dass die Diagnose "Hufrolle" die häufigste Fehldiagnose ist.

Bei dem, was du so beschreibst, wie das Pferd lebt und wie mit ihm gearbeitet wird, kann es also gut sein, dass das auch eine Fehldiagnose ist.

Lass das mal genauer untersuchen.

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Kommentar von kaltblueterin
25.11.2016, 14:33

Danke dir. 

Ja die Szintigraphie habe ich bereits ganz zu Anfang der Symptome in der Pferdeklinik machen lassen, nicht preiswert aber dafür auch ebenfalls nichts, was eindeutig zu 100% darauf hinweist. Alles nur leichte Symptome, Strahlbein so gut wie gar nicht verändert, Sehnen unauffällig bis auf einen kleinen Knubbel (Abszess?)

Mit diesen Ergebnissen bin ich anschließend ca. 1 Woche drauf zu meiner TÄ gegangen, sie meinte eben auch, dass das Pferd wohl eine beginnende Hufrollenentzündung hat.

Aber kann es sein, dass sowas auch von einem Abszess kommt, auch, wenn dieses schon lange verkapselt bzw. ausgeheilt ist?

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Unser Trakehner ist jetzt 30. Er hatte mit 12 Jahren zum ersten Mal Hufrollenentzündung, hat dann eine OP gehabt, die aber nicht lange geholfen hat (Rezidiv). Er hat seitdem einen Spezialbeschlag mit Platten und Polster und bekommt Teufelskralle. Er ist immer noch reitbar und lahmt nicht.

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Kommentar von kaltblueterin
25.11.2016, 10:14

Lahmt er dann auch nicht phasenweise und ist das dann praktisch von selbst verheilt mit dem Beschlag? 

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