Hündin kastrieren lassen oder nicht?

13 Antworten

Hallo,

zwei Dinge solltest du in erster Linie bedenken:

- lt. Tierschutzgesetz ist eine Kastration OHNE medizinische Notwendigkeit verboten

- mögliche Erziehungsfehler werden durch eine Kastration NICHT behoben (auch, wenn viele Hundehalter sich das so vorstellen).

Weiterhin gilt zu bedenken:

- KEINE Hündin kann ungewollt trächtig werden, denn jeder
verantwortungsvoller Hundehalter passt während dieser Zeit auf seine
Hündin auf. Und frei laufen darf ein Hund ohnehin nur, wenn er sicher
abrufbar ist - aber NIEMALS während der 3 Wochen der Läufigkeit.

- eine Kastration schützt nur vor Krebs, wenn eine Hündin entweder
VOR der ersten Läufigkeit kastriert wird (ist absolut abzulehnen, weil
der Hund so nie erwachsen werden kann) oder wenn sie spätestens nach der
1. Hitze kastriert wird (auch dann ist sie meist noch viel zu jung).

- es können vielfältige Begleiterscheinungen auftreten, weil dieser
massive Eingriff in den Hormonhaushalt nicht kalkulierbar ist. Jede
Hündin kann darauf völlig anders reagieren.

- es kommt durchaus nicht selten zu Inkontinzenzproblemen, man hat
dann eine Hündin, die ihre Blase nicht wirklich sicher kontrollieren
kann - nicht wirklich angenehm.

- Neue Studien besagen zudem, dass kastrierte Hunde oft ein stark erhöhtes Risiko aufweisen, an anderen diversen Krebsarten zu erkranken (z.B. (Mastzelltumore, Hämangiosarkom, Lymphosarkom). Auch scheint das Risko einer Knochenkrebserkrankung bei kastrierten Hunden 3- bis 4fach erhöht zu sein.

- Ebenfalls können sich verschiedene Verhaltensstörungen (z.B. Ängste) deutlich schneller und stärker ausprägen.

Ob du all diese Gefahren in Kauf nehmen willst, nur weil es bequemer ist, wenn die Hündin nicht mehr läufig wird??

Gutes Gelingen

Daniela

- lt. Tierschutzgesetz ist eine Kastration OHNE medizinische Notwendigkeit verboten

Das hab ich in der Vergangenheit leider vergeblich gesucht. Kannst du mir da bitte ein Beispiel geben, damit ich das künftig zur Hand habe ?

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@rikks

Aktuelle Fassung des TierschutzG, dort der § 6

(1) Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von
Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder
Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres. Das Verbot gilt nicht, wenn ...

Die Entfernung der Gebärmutter/Eierstöcke oder der Hoden ist also verboten.

Die weiteren Einschränkungen, die dann folgen, treffen nur in wenigen Fällen zu, also z.B. bei einer medizinischen Indikation (Gebärmutterentzündung) etc.

Auch die immer wieder gerne angeführte Ausnahme "zur Verhinderung ungewollter Trächtigkeiten" kann beim Hund nicht angewendet werden, denn ohne ihren Besitzer dürfen Hunde nicht alleine draußen herumlaufen. Und ein verantwortungsvoller Hundebesitzer hält seine Hündin während der Läufigkeit an der Leine und kann somit einen Deckakt verhindern.

Die "ungewollte Trächtigkeit" zielt eher z.B. auf die Freigänger-Katzen ...

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@dsupper

Bitte den Text GANZ kopieren... es gilt nicht .... zur vermeidung der Fortpflanzung ... -.- Es ist nicht verboten zu Kastrieren ! Da kann mans ich auf den Kopf stellen wie man will.


Wäre es gegen das Tierschutzgesetz, würden Tierärzte bestraft und abgemahnt oder die Praxis geschlossen

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@Aluriel

Erstens kontrolliert das mit Sicherheit niemand und zweitens finden TA sicher immer eine (wenn auch fadenscheinige) Begründung.

Selbst der Tierschutz weiß, dass er mit der verpflichtenden Regelung zur Kastration in den Schutzverträgen NICHT mehr vor Gericht durchkommen würde.

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Vielen lieben Dank genau deswegen hab ich gefragt, wie gesagt mir ist ihre Gesundheit das wichtigste deswegen hab ich ja gefragt. Ob ich nun besser auf sie aufpassen muss das ist mir egal solange sie gesund ist. Nochmals vielen lieben Dank

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@IssiHerz99

Für mich ist das eine sehr kluge, weil tierliebe Entscheidung!

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@dsupper

ja sie ist mein baby und so brav und treu wie sie ist hat sie das beste und nichts weniger verdient :D

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Bitte keine Gesetze nur halb kopieren!

"Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von  Organen oder Geweben eines Wirbeltieres. Das Verbot gilt nicht, wenn:

zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung

oder - soweit tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen - zur weiteren Nutzung oder Haltung des Tieres eine Unfruchtbarmachung vorgenommen wird."

Kein Kastrationsverbot! Wäre dies so, würde alles auch völlig anders gehandhabt.

Kupieren ist z.B. wirklich verboten (Ausnahme einsatz bei der Jagd bezüglich des Schwanzes. Aber auch nur in Sonderfällen). tut dies ein Tierarzt, kommt er in Teufelsküche, denn es ist gegen das Gesetz.

Eine Kastration ist nicht gegen das Gesetz und kann von jedem Tierarzt auch durchgeführt werden!

https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__6.html

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@Aluriel

Am besten immer ALLES lesen:

Aktuelle Fassung des TierschutzG, dort der § 6

(1) Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von
Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder
Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres. Das Verbot gilt nicht, wenn ...

Die Entfernung der Gebärmutter/Eierstöcke oder der Hoden ist also verboten.

Die weiteren Einschränkungen, die dann folgen, treffen nur in wenigen
Fällen zu, also z.B. bei einer medizinischen Indikation
(Gebärmutterentzündung) etc.

Auch die immer wieder gerne angeführte Ausnahme "zur Verhinderung
ungewollter Trächtigkeiten" kann beim Hund nicht angewendet werden, denn
ohne ihren Besitzer dürfen Hunde nicht alleine draußen herumlaufen. Und
ein verantwortungsvoller Hundebesitzer hält seine Hündin während der
Läufigkeit an der Leine und kann somit einen Deckakt verhindern.

Die "ungewollte Trächtigkeit" zielt eher z.B. auf die Freigänger-Katzen ...

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Ich würde erst mal abwarten, wie die Hündin sich während der weiteren Läufigkeiten gibt.

Manche Hündinnen haben in dieser Zeit extremen Stress und werden sehr launisch. Schlimmer wird es, wenn sie auch noch scheinträchtig werden. Das kann dann auch gesundheitliche Probleme mit sich bringen, wie z.B. Gesäugeentzündung und im späteren Verlauf Gesäugetumore.

In solch einem Fall rate ich zu einer Kastration.


Im übrigen kann ich den neuen Hype bzgl. Kastrationen nicht wirklich verstehen. Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde von so ziemlich allen "Hunde-Experten" die Kastration befürwortet. Manche waren schier entsetzt, wenn ein Hund mal nicht kastriert war.

Heute spricht man von Verstümmelung, wenn ein Hund kastriert werden soll.

Ich bin bei diesem Thema -ehrlich gesagt- etwas zwiegespalten, da ich viele negative Erfahrungen mit unkastrierten Hunden habe, wie z.B. Gebährmutter- und Prostataentzündung bis hin zum Tod durch Gebährmutter-, Eierstock- und Gesäugetumore, Prostata- und Hodenkrebs ect.pp.

Auch frage ich mich, was es für eine Quälerei für die Tiere sein muss, wenn sie den Drang haben, sich zu verpaaren, aber ein Leben lang nicht dürfen. Das kann sogar ein Mensch nachempfinden ;)


danke

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was ICH nicht nachvollziehen kann,ist das genau die selben personen die gegen kastration sind, am lautesten schreien bei ungewollter vermehrung oder die ach so armen strassenhunden und überfüllten tierheimen

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@froeschliundco

Aber was hat eine Kastration denn mit wilder Vermehrung zu tun? Diejenigen, die ohnehin planen, entweder mal "so süße Welpen" haben zu wollen oder die ganz bewusst vermehren (schnelles Geld) würden eine Kastration ohnehin nicht ins Auge fassen.

Und die vielen Straßenhunde gibt es eben, weil sich in diesen Ländern überhaupt keiner Gedanken um die Hunde macht - die würden auch kein Geld für eine Kastration ausgeben.

Wirkliche Uups-Würfe gibt es wenige ....

Und die Tierheime sind sicher nicht überfüllt mit Welpen wegen fehlender Kastration - sondern, weil sich viele Menschen völlig unüberlegt Hunde anschaffen und diese dann nach mehr oder weniger kurzer Zeit wieder abschaffen. Auch daran würden Kastrationen nichts ändern ...

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Sicher werde ich von den Kastrationsgegners jetzt wieder erschlagen, aber in meinen 35 Jahren Tierschutz habe ich fast alle Tiere kastrieren lassen. NIE hat es diese vielbesagte Veränderung im Verhalten gegeben. 

Dagegen habe ich einige Hündinnen leider über die Regenbogenbrücke gehen lassen müssen, die wegen einer Gebärmuttervereiterung oder Gebärmutterkrebs zu krank und nicht heilbar waren. Am Schlimmsten jedoch fand ich die Tatsache, dass ich eine trächtige Hündin bekam (Pittbull, bissig, von der Polizei beschlagnahmt), die innerlich verfaulte, weil die Jungen im Körper abgestorben waren. Von der Trächtigkeit wußte ich nichts, sie gehörte einem Junkie.

Ich würde eine Kastration IMMER wieder machen lassen.

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