How to: gute Geschichte schreiben?

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6 Antworten

Worauf kommt es bei einer guten Geschichte an?
Das lässt sich eigentlich gar nicht so genau beantworten, da jeder etwas anderes gut findet. Grundsätzlich solltest du aber auf Logik, Spannung, Rechtschreibung und Grammatik achten. Wortwiederholungen vermeiden, nicht zu wenige, aber auch nicht zu viele Details einbauen, etc.


Muss ich mir erst eine Handlung überlegen, bevor ich mit dem Schreiben anfangen kann?
Ja. Du solltest mindestens Anfang und Ende deiner Geschichte kennen und grob wissen was passieren soll, bevor du beginnst. Wenn du dich allerdings oft schnell verzettelst, wäre evtl. auch mehr Vorplanung sinnvoll. Eine grobe Plotline sollte schon vorhanden sein.


Wie baut man eine Handlung auf?
Da gibt es ganz unterschiedliche Methoden. Erst einmal wäre es sinnvoll alle Ideen die du hast aufzuschreiben, das hilft auch dabei den Kopf frei zu bekommen. Dann schaust du dir an, was du in die Geschichte einarbeiten möchtest und bringst das Ganze in eine sinnvolle Reihenfolge. Es gäbe da auch noch die Schneeflockenmethode und andere, einfach mal etwas googeln.


Kennt ihr No-Go's wenn es ums Schreiben geht?
Perfekte, übermächtige Charaktere, auch Mary Sue oder Gary Stu genannt.
Die Anti-Sue - ein Charakter der nichts geschissen bekommt, von allen gehasst wird und trotzdem die Welt rettet. Meist bestückt mit einem super dunklen Geheimnis.
Keine Zeichensetzung.
Logikfehler a la: Wie zur Hölle kommen die Steckdosen in den Wald?
Miserable Rechtschreibung.
Ständige Wortwiederholungen.
Pseudodrama a la: Oh Gott, mein Bruder hat mir schon wieder mein Frühstück weggegessen, ich will sterben!
Zu verschachtelte Schachtelsätze.
Zu viele Klischees.
Peinliche Synonyme für Geschlechtsorgane, wenn es zur Sache geht a la: 'Lustschwert' oder 'Fleischpeitsche'.
Plumpe Ankündigen mitten im Text wie: POV von A, A's Sicht, etc.
Autorenkommentare in Klammern mitten im Text: (hihi, ist das nicht lustig?).
Smileys mitten im Text.
Der nächtliche Nachthimmel und ähnliche Pannen.
Ständiger Wechsel der Zeitformen.
Satzzeichen in Rudeln!!!!!!!!!!!!!!!!!111
... es gibt da sicher noch mehr, das mir aber gerade nicht einfällt.^^



Was muss unbedingt rein?
Logik
Spannung
Drama
Kommata, Punkte und andere Satzzeichen.
Absätze!
Beschreibungen von Orten, Gefühlen, Taten, etc.
... alles andere wäre eher subjektiv, da jeder andere Vorlieben hat.


Nach welchen Kriterien gestaltet man die Charaktere?
Wie du einen Charakter gestaltest bleibt ja dir überlassen. Wichtig ist nur, dass du ihnen sowohl Schwächen als auch Stärken gibst. Und mit Schwächen sind keine Pseudoschwächen gemeint a la: Sie ist so tollpatschig, dass sie ständig in die Arme ihres Love Interests fliegt. Außerdem sollten sich die Charaktereigenschaften nicht widersprechen. Niemand ist witzig, aber immer traurig, klug, aber irgendwie auch dumm, feige aber trotzdem irgendwie mutig. Entscheide dich! Gib ihnen auch gewisse Eigenarten die sie auszeichnen. Knabbert jemand an den Fingernägeln, wenn er nervös ist oder muss seine Hände anders beschäftigt halten? Kann jemand absolut nicht still sitzen? Ich verlinke dir mal dieses Kapitel: https://www.fanfiktion.de/s/44477bfd00002b900c905dc0/5/The-Art-of-Fiction-Writing
Der Fragebogen deckt so ziemlich alles ab, was man über seinen Charakter wissen sollte um behaupten zu können, dass man ihn kennt. Natürlich wird einiges nie Erwähnung in der Geschichte finden, aber es geht dabei auch eher darum, dass du als Autor deine Charaktere kennst.


Wie schaffe ich es die Geschehenisse möglichst spannend zu machen?
Schwierige Frage, die ich dir gar nicht so genau beantworten kann. Die Protagonisten sollten interessant, ja nahezu fesselnd sein. Du solltest die Handlung nicht zu vorhersehbar gestalten und dich auch mal trauen etwas ungesagt im Raum stehen zu lassen. Weiteres bitte Google fragen, das würde hier echt zu weit führen. xD


Braucht man sowas wie einen eigenen Schreibstil?
Definiere mir das mal. Wenn du schreibst, ist das ja schon dein Schreibstil. Wenn du aber damit meinst, ob du unbedingt etwas brauchst was deinen Schreibstil besonders macht: Nein. Das entwickelt sich auch erst mit der Zeit, wenn überhaupt.


Wie löst man beim Leser Gefühle aus?
Mit lebendigen Charakteren. Weder Tod, noch Herzschmerz oder sonst was berühren einen Leser, wenn der Charakter ihm am Ar... Hintern vorbei geht.


Wie sind eure persönlichen Erfahrungen und wie habt ihr angefangen?
Angefangen habe ich persönlich früher mit so genannten RPGs. Falls du nicht weißt was das ist: Man hat seinen Charakter und schreibt quasi mit anderen gemeinsam eine Geschichte, indem man die Charaktere (im Romanstil) miteinander interargieren lässt. Weiter ging es dann mit Fanfictions bishin zu komplett eigenen Geschichten.
Persönliche Erfahrungen ist jetzt weit gefasst, in welcher Hinsicht denn? So oder so kann ich nur berichten: Übung macht den Meister. Meine erste Geschichte wimmelte nur so vor Klischees, gruseliger Charakterentwicklung und Logikfehler. kein Witz, habe sie erst gestern wieder entdeckt und gedacht: Was zur Hölle hab ich da produziert? Na immerhin stimmte die Rechtschreibung größtenteils. Eine Sache weniger für die ich mich schämen muste.^^
Bei mir war es so, dass mir die Kritik anderer unheimlich geholfen hat mich zu verbessern. Autoren sind oft blind für ihre eigenen Fehler. Wir finden alles was wir produzieren spannend oder interessant, sonst würden wir es ja gar nicht erst schreiben. Fremde Leser betrachten das Ganze jedoch anders, unparteiischer, wenn man so will. War eine Szene vielleicht komplett unnötig? Der Dialog zu langweilig? Hätte man noch näher die Umgebung beschreiben sollen oder war es schon zu viel des Guten? Mag jemand den Charakter nicht - warum? Dadurch lernt man wo die eigenen Schwächen liegen und kann anfangen daran zu arbeiten.
Natürlich hilft es selbst viel zu lesen, keine Frage. Aber nur weil jemand viel liest, macht ihn das noch lange nicht zu einem guten Autor.
Im Endeffekt: Schreibe was das Zeug hält, lies selbst viel, mache Fehler und sei offen für konstruktive Kritik. :)


Ich hab zwar keine Ahnung, ob das auch nur im Entferntesten hilfreich war, da ich jeden Moment ins Schlafkoma falle, aber egal. xD

Liebe Grüße









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Kommentar von Niyan
27.06.2017, 22:00

Danke für den langen Text*-* hat sehr geholfen! Jtz hab ich endlich was woran ich mich orientieren kann :))

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1. Würde dir erst einmal raten mindestens 6 Bücher mit verschiedenen literarischen Strukturen zu lesen und dann versuchen den Style dieses Autos zu kopieren oder auf deine Art zu modifizieren. Bei mir war es "Robert Charles Wilson" mit "Spin". Ich versuche seitdem seinen Style zu verstehen und zu kopieren, aber gleichzeitig meinen Style hinein fließen zu lassen.

2. Damit hatte ich anfangs auch Probleme. Mir hat es extrem geholfen Notizen sofort aufzuschreiben. Ich persönlich schreibe das alles auf eine Word/Note Datei. Auf meinen Handy habe ich auch eine Note-App. Glaub mir, lass dich nicht verführen zu denken "Das merke ich mir schon". Das wirst du nicht. Schreib dir sofort alles auf. Diese Ideen sind später Gold wert! Wenn ich manchmal die Notes durchlese, dann wundere ich mich manchmal selbst, wie ich auf so gute Ideen kam und das ich mich an sie gar nicht erinnern konnte. Der nächste Schritt wäre es dann die Notes zu sortieren. Z.b wenn du viele Notes zu Personen hast, dann musst du sie zusammenfassen. Natürlich kannst du gleich eine Zusammenfassung anlegen, aber bei mir hat das nie funktioniert. Ich mag das Chaos und die Faulheit einfach :)

3. Die letzte Frage ist immer schwierig. Aber ich sage dir mal meine Meinung dazu. Ich habe schon so einiges gelesen und bemerkt, dass du auf jeden Fall Spannung aufbauen musst. Du musst immer daran denken, dass es andere lesen müssen und nicht einschlafen sollen! Um Spannung aufzubauen, musst du entweder einen Storytwist einbauen (der unvorhersehbar ist) oder du schreibst am Ende des Kapitels etwas extrem Spannendes, dass sie gleich Lust haben das Nächste zu lesen.

Du solltest schon einen groben Plan für die Handlung haben. Eine Art Skelett. Das Fleisch und die Organe kommen dann von selbst. Gibt auch viele Autoren die sowas nicht brauchen und sich während des Schreibens alles ausdenken. Für mich ist das nichts.

Charaktere sind auch immer so eine Sache. Die sollten schon interessant sein, aber nicht so extrem exotisch sein. Der Leser sollte sich mit ihm/ihr identifizieren können. Vor allem Frauen sind schwer zu schreiben, für mich zumindest. Vermutlich weil ich männlich bin. Er sollte sich vor allem entwickeln. Aber nicht zu schnell, damit es noch nachvollziehbar bleibt. Ein Beispiel von mir: Ein Schwarzer der gerade aus dem Knast kam. Er wollte sein Leben nach dem Knast verändern, aber niemand gab ihn einen Job. So wurde er wieder kriminell und stahl Autos und verkaufte Drogen (Stereotypen sind ok, aber nicht übertreiben). Dann gab es einen Bürgerkrieg, Rassismus und Hass auf andere stiegen sehr schnell. Seine Eltern wurden bei den Pogromen getötet. Er schloss sich einer Verteidigungsfront für Schwarze an und stieg langsam auf, bis er die rechte Hand des Anführers wurde und dann der Anführer selbst. Verstehst du was ich meine? Nicht zu schnell, aber nicht zu langsam. Der Grat ist sehr schmal.

Hoffe ich konnte dir etwas helfen.

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Kommentar von Niyan
03.07.2017, 13:56

Vielen dank für deine Antwort das hat mir echt geholfen :) werde das beherzigen! Das mit dem Style kopieren ist ein guter Tipp...

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Hallo!

Ich schreibe auch Geschichten und bin der Meinung, dass gerade bei längeren Geschichten noch nicht alles festgelegt sein muss. Ich weiß oftmals das Ende noch nicht und es wird trotzdem gut! Am wichtigsten ist, schreibe mit Gefühl und zwäng dich nicht in irgendwelche Normen! 

Und was den Überschuss an Kreativität angeht, das kenn ich;). Ich versuche, meistens, so viele Ideen wie möglich als kleine Details in die Geschichte einfließen zu lassen:)

Ich hoffe, ich konnte dir helfen! 

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Ich kann dir da vielleicht weiter helfen. Ich selbst habe mir die fragen oft gestellt was aber total unnötig ist. Ja, man sollte zwar überlegen wie was sein sollte, aber damit kriegt man keine vernünftige antwort.

Zu aller erst einmal solltest du überlegen mit was du schreiben willst.
Schreibst du am computer oder mit Füller und Papier?

Dann musst du dein schreib rythmus finden.
Du solltest erst schreiben wenn du auch wirklich Bock hast. Du solltest viel Geduld haben und dann auch ein Buch zuende bringen wenn es angefangen wurde. Nimm dir zeit. Ein Buch kannpaar Monate oder sogar Jahre dauern.

Dann solltest du nicht planlos loslegen. Nimm dir zeit und guck mal hier und da mal was von Filmen ab. Aber du solltest es nicht übertreiben.

Dann sind hier zwei Begriffe, welche Arten es von Autoren gibt:

Outliner = plant sein Buch genau durch
Discovery writer = legt los und lässt sich ohne großen Plan von sein Worten treiben.

Jetzt kommen die charaktere:
Du solltest den Charakteren Ziele geben, aber es beim erreichen möglichst schwer machen. Du solltest gründe kreieren um die Geschichte voran zutreiben.
Gute charaktere. Die Geschichte lebt von den darstellern. Die Charaktere in der Geschichte sind interessant und tiefgründiger.
Hauptdarstellern sollte interessanter sein als die anderen. Denn sonst wird es für die Leser langweilig.
Mach deinen Charakteren das leben schwer. Du solltest eine Geschichte glaubhaft machen und die Ideen verfeinern. Man sollte wissen über was man schreibt.

Recherche:
Du solltest dich mit Dingen informieren und Wörter die du nicht kennst nachschlagen. Dafür sind diese gut:

Google, wikipedia, youtube.

Wenn du dir Orte nicht vorstellen kannst, solltest du mal an verschieden Orten die du kennst nach denken.

Hier dann noch die wichtigsten punkte:

-wem passiert die Geschichte und warum?
-was ist daran interessant?
-warum dauert es so lang, bis unsere Hauptfigur sind Ziel erreicht?
-warum geht alles schief, was schief gehen kann?
-Herausforderung des lebens?
-warum und was macht er?
-warum wird das lang und nicht kurz?
-eigene Welt keieren!

Du solltest wenigstens nicht so schreiben das du die Leser nicht verwirrst und bei einer Zeit bleiben.

Hier ist ein weiteres Begriff aus dem englischen:

Show, don't tell = zeigen was man meint und nicht sagen.

Zum beispiel:

Langsam streicht er über seinen weißen bad und sah sich dabei im spiegel. = alt

Außerdem solltest du unnötige Adjektive vermeiden:

Wirklich
Fiese
Kleine
Störende
Hässliche

Dann gibt's zwei Arten wie du deine Geschichte schreiben kannst.

Passiv:
Die Planung hat 9 Stunden in Anspruch genommen.

Aktiv:
Wir haben 9 Stunden geplant!

Dann solltest du nicht Wörter in wörtliche rede schreiben die das Gefühl beschreiben und dann am Ende bei "sagte er/sie/es (gefühl)".

Hier ein beispiel:
,,aua, das tut weh", säuselte er mit schmerzverzertem gesicht.

Säuseln wirkt gesucht. Das mit schmerzverzertem erübrigt sich, weil das aua erklärt wurde.

Und als letztes solltest du deinen Eltern Geschwister oder Freunde deine Geschichte vorlesen oder lesen lassen damit sie dir hilfreiche Tipps und Meinungen geben können.

Hoffe es war hilfreich.

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Für diese Art Fragen wurden ganze Bücher geschrieben! Schreibratgeber für Autoren. Du erwartest jetzt nicht ernsthaft, dass ich den Inhalt von 3 - 4 Büchern, die ich über das Handwerk des Schreibens durchgearbeitet und verinnerlicht habe, dir hier in einer kurzen Antwort schreibe?

Kauf dir bei Amazon Thalia oder sonstwo ein Sachbuch "wie schreibt man Romane" oder "wie schreibt man gute Geschichten" und arbeite das durch.

Gleichzeitig solltest du 100 - 200 Bücher erstmal gelesen haben, um ein Gefühl für Literatur, für Sprache, für Erzählstimme, für Assoziationen und geile Spannungsbögen zu bekommen.

Bitte.

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Du musst erstmal viel lesen. Dann weißt du auch ungefähr was wichtig für ein Buch ist.

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