Homosexualität und der Fortpflanzungstrieb

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5 Antworten

Hi FragenAlex,

ich würde mal behaupten, dass Fortpflanzungstrieb und Sexualtrieb ein und dasselbe sind, bzw. dass es sehr, sehr schwierig ist, die beiden trennscharf auseinanderzuhalten.

Als wir noch als Affen auf den Bäumen herumgeturnt sind, da hat die Natur sich nicht darauf verlassen, dass ein Affe sich hinterm Ohr kratzt und sich denkt "Jetzt wäre doch eine gute Zeit den Fortbestand der Art zu sichern, deshalb rammel ich jetzt mal das nächste Weibchen". Vielmehr hat die Natur Tiere mit dem Sexualtrieb versehen, damit man nicht auf die Erleuchtung des Affen warten muss, sondern damit der Affe ohne nachzudenken von selbst das richtige tut. Sind die Kinder einmal da, haken dann wieder durch Babygesicht etc. Beschützerinstinkte ein. Der Affe wollte aus eigener Entscheidung nie Kinder, hat trotzdem welche gezeugt und kümmert sich auf seine Weise auch darum.

Jetzt mal zurück zum Menschen, wenn der Trieb kommt, dann kommt er. Deswegen hat man ja auch die Verhütung erfunden, denn wenn alle Menschen nur dann Sex hätten, wenn sie Kinder wollen, bräuchte man ja nicht verhüten.

Ich denke, dass bei einem Schwulen Mann der Sexualtrieb genauso ausgebildet ist wie bei einem heterosexuellen Mann. Mit dem kleinen Unterschied, dass der Trieb bei anderen Reizen ausgelöst wird.

Es ist ja auch heutzutage so meist so, dass die Kinder nicht einfach "kommen", sondern dass man sich, wenn alles geplant verläuft ;-), entscheidet die Verhütung abzusetzen und dann ein Kind zu bekommen. Wenn man in diesem Sinne Fortpflanzungstrieb als Kinderwunsch versteht, dann würde ich sagen, dass viele homosexuelle Paare den sicherlich haben, und wenn sie biologisch die Möglichkeit hätten, würden sie vielleicht auch Kinder haben wollen. Leider hat die Natur uns diese Entscheidung abgenommen, womit man sich als Schwuler eben abfinden muss.

Traurig ist in diesem Zusammenhang, dass das Adoptionsrecht in Deutschland hier noch keine Gleichberechtigung eingeführt hat. Ich verstehe den Grundsatz, dass das Wohl des Kindes vor geht, aber ich finde es nicht richtig, davon auszugehen, dass das Aufwachsen in einer Regenbogenfamilie sich negativ auf das Kind auswirken würde. Wenn man ganz neutral und ohne Vorurteile hinschaut, sind homosexuelle Paare einfach nur zwei Menschen, denen die Natur die Möglichkeit auf eigene Kinder mit dem Partner, den sie lieben, verweigert. Heterosexuelle Paare in der exakt gleichen Situation dürfen uneingeschränkt adoptieren, Homosexuelle nicht.

Und ich merke, das Thema ufert aus, aber es berührt mich doch sehr...

liebe Grüße!

FragenAlex 28.03.2012, 17:12

Etwas ähnliches habe ich auch aus einer unten stehenden Antwort gelesen. Die Verallgemeinerung davon finde ich gut, weshalb ich dieses hier zur hilfreichsten Antwort auszeichne.

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Bei sozialen Lebewesen, wie es der Mensch ist, ist auch der Fortbestand von Familienmitgliedern biologisch festgelegt. Es gibt die Theorie, dass Schwule und Lesben eine Art Superonkel, bzw. -tante sind und somit den Fortbestand des (Familien)Genoms sind.

Also ich bin lesbisch und ich möchte auf jeden Fall Kinder haben und ich kenne viele andere Homosexuelle, die Kinder haben wollen. Und ich denke der Fortpflanzungstrieb ist genauso ausgeprägt wie bei Heterosexuellen. Das Ding ist nur, dass man sich nicht zum anderen Geschlecht hingezogen fühlt. Aber es gibt ja Möglichkeiten trotzdem ein Kind zu bekommen.

FragenAlex 21.03.2012, 14:15

Danke vielmals. Heute ist es in der Tat möglich auch auf anderen Wegen Kinder zu bekommen. Also ein Fortschritt für jedes homosexuelle Paar. Aber wenn es diese Möglichkeit nicht geben würde, was wäre dann eine Option für Dich trotz Kinderwunsch? neugierigerweisefrag :-)

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SaskiaRainbow 21.03.2012, 14:21
@FragenAlex

Ein noch besseres Fortschritt wäre es, wenn die Adoption auch für Homosexuelle erlaubt wäre. Aber soweit ich informiert bin, gibt es dieses Recht ja leider (noch) nicht.

Ich denke, ich würde auf keinen Fall meine Sexualität unterdrücken nur um ein Kind auf natürlichem Wege zu bekommen. Wenn es die Möglichkeit der künstl. Befruchtung nicht gäbe, würde ich glaube ich komplett auf Kinder verzichten. Allerdings kann ich nicht sagen, wie es in 10 Jahren sein wird. Wer weißt vielleicht bin ich dann in einer Beziehung mit einem Mann?

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höchstwahrscheinlich beziehen sich diese Eigenschaften nicht auf die selben Gene, weshalb sie auch bei beiden Gruppen in unterschiedlichen Ausprägungen vorliegen können.

Auch gibt es die Theorie, dass Homosexuelle auf eigene Nachkommen verzichten (im Rahmen der Evolution natürlich, nicht als bewusste entscheidung), um anderen Paaren bei der Aufzucht zu helfen. Sie würden dann also kein Drang zur Paarung besitzen, aber trotzdem gerne Kinder großziehen etc.

Eine andere Theorie ist, dass Homosexualität ein Nebenprodukt von großer Fruchtbarkeit ist. Sprich eine genetisch sehr fruchtbare Frau hat schwule Söhne. Das würde dann halt nur was über die Ursache aussagen und hat nichts mit Fortpflanzungstrieb zu tun.

Und falls sich wer beschweren will, es gibt auch sehr viel Homosexualität bei Tieren, weshalb ich das hier etwas artübergreifend geschrieben hab. ;D

FragenAlex 23.03.2012, 11:59

Vielen Dank! Eine sehr interessante Antwort.

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Kinder sind auch bei homosexuellen Paaren sehr beliebt. Es gibt natürlich auch Machos, die keine wollen. Aber das gibts auch bei Heterosexuellen..

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