Homosexualität in der antiken Geschichte - welche Länder sind wichtig?

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Der Begriff Homosexualität ist im 19. Jahrhundert gebildet worden. Er bezeichnet eine Form der sexuellen Orientierung, bei der ein überwiegendes Interessen an gleichgeschlechtliches Partnerinnen und Partnern besteht, eine beständige Grundneigung und eine Praktik. Der Begriff wurde zunächst nur für Männer verwendet, dann auch auf Frauen (Lesben) ausgedehnt.

Als Erscheinung hat es Homosexualität zumindest als Neigung wohl in allen Ländern, Völkern, Kulturen, Gesellschaften gegeben. Unterschiedlich ist die Einstellung gegenüber Homosexualität gewesen. Sie wurde unter Strafe gestellt, toleriert oder teilweise institutionalisiert.

Homosexualität spielet eine Rolle bei Knabeninitiation, Tempelprostitution und in Verbindung mit Schamanismus.

Zwischen Antike und Neuzeit gibt es noch das Mittelalter, von dem auch etwas einbezogen werden könnte.

Was erwähnenswert ist, hängt auch ein Stück weit von der (nicht genannten) genauen Fragestellung der Arbeit ab.

Wichtig ist auch, wozu es aussagekräftige Quellen gibt und wozu ausreichende Informationen zu bekommen sind.

Wenn dies nur ein Unterpunkt ist, kann keine vollständige Ausbreitung verlangt werden, sondern eine Konzentration auf das, was an geschichtlichem im Zusammenhang der Fragestellung besonders wichtig ist, reicht aus.

Die antiken Griechen sind sicherlich besonders wichtig. Die Römer sind auch von Belang. Darstellungen über die Kelten enthalten Aussagen über Homosexualität. Das alte China ist zum Thema erwähnenswert. Zu institutionalisierten Formen der Homosexualität zwischen heranwachsenden und erwachsenen Männern gibt es etwas im mittelalterlichen Japan (Kriegerelite der Samurai, buddhistische Mönchsgemeinschaften). Mittelalterliche arabische und persische Literatur in der islamischen Kultur enthalten auch Homoerotisches. Auch zu einigen europäischen Ländern im Mittelalter gibt es einige Informationen.

Griechen

Sappho von Lesbos (um 600 v. Chr.) hat Gedichte geschrieben, bei denen einige Stellen als Ausdruck weiblicher Homosexualität vermutet werden.

Mädchen in Sparta hatten vor ihrer Heirat etwas ältere Frauen als Liebhaberinnen, die ihre Tugenden und erotische Erfahrungen auf die Jüngeren übertragen sollten und ihnen als Vorbild galten (Plutarch, Lykurgos 18, 9; Athenaios 602 d – e).

Aus Sicht männlicher Autoren wurde weibliche Homosexualität meist als widernatürlich und als Zeichen von Ausschweifung beurteilt (Platon, Nomoi 636 C; Anthologia Platina 5, 207).

Eine homosexuelle Verbindung war die sogenannten »Knabenliebe« (παιδεραστία), die Beziehung eines erwachsenen Mannes zu einem männlichen Jugendlichen (in der Pubertät, im Alter von etwa 12 – 18 Jahren). Die Männer waren gewöhnlich bisexuell. Wer einen diesem Alter bereits Entwachsenen umwarb, wurde verspottet (Aristophanes, Θεσμοφοριάζουσαι (Thesmophoriazusen) 49 – 50, 97 – 98).

Der Liebhaber (ἐραστής) hatte zum Geliebten (ἐρώμενος) eine Rolle als Erzieher, bei den Spartiaten war dies strukturelle mit der Erziehung und Ausbildung der Jungen für ein Leben als Krieger verbunden (Plutarch, Lykurgos; vgl. Platon, Nomoi 836 b).

Auch in Theben war Homosexualität dieser Art bekannt (Plutarch, Pelopidas; vgl. Platon, Symposion 182 b), es gab die »Heilige Schar« aus Liebespaaren.

Das Werben um die Jungen war normalerweise mit Geschenken verbunden (Aristophanes, Plutos 147 – 159).

In den Dialogen Platons wird Homosexualität unter dem Gesichtspunkt des Strebens nach dem Schönen gerechtfertigt (Platon, Symposion 178 c – 179 b), verschiedene Formen der Erotik mit Verständnis beschrieben (Platon, Symposion 191 e - 193 c), aber in einer erörterten Staatsgründung geächtet (Platon, Nomoi 835 b – 842 c).

Im antiken Athen gab es männliche Prostituierte für homosexuellen Verkehr, aber ihnen war untersagt, Ämter zu bekleiden und im Rat oder in der Volksversammlung zu sprechen (Aischines, Rede gegen Timarchos 19 – 20).

Homosexualität war in zentrales Thema schwarz- und rotfiguriger Vasenmalerei. Weit verbreitet war die Darstellung umworbener jungen mit den überreichten Geschenken, oft Tiere (Hahn oder Hase).

Römer

Obwohl Päderastie bei den antiken Römern moralisch nicht gebilligt wurde, galt sie nicht als sexuelle Abweichung. Gesellschaftlich geächtet war dagegen der »passive« Homosexuelle, der als weibisch/weichlich galt. In dieser Rolle waren vor allem junge Ausländer, Sklaven und Freigelassene.

Es gab Beziehungen zu jungen Sklaven (pueri meritorii).

Karl Wilhelm Weeber, Alltag im Alten Rom : das Stadtleben. Mannheim : Artemis & Winkler, 2010, S. 286 – 287 (über Homo- bzw. Bisexualität): „Sie wurde – wie im griechischen Raum, aber nicht mit der gleichen gesellschaftlichen Akzeptanz und Selbstverständlichkeit – vor allem als Knabenliebe praktiziert. »Objekte« dieses sexuellen Verlangens waren vorrangig hübsche Sklaven, die Wohlhabende sich eigens dazu »hielten«. (Petr. 74, 8f.) bzw. (meist unfreie) pueri meritorii, »Streichjungen«, die ihr Besitzer auf der Straße, im Bordell oder in der Kneipe »vermietete«. Homosexuelle Kontakte zwischen erwachsenen Männern waren sicher nicht unüblich, wurden aber doch weithin abgelehnt und verspottet (Juv. IX), insbesondere wenn sie mit effeminiertem verhalten einhergingen (Gell. VI 12, 5). Lesbische Verhältnisse waren nicht weit verbreitet; Martial gibt wohl die allgemeine Einschätzung wieder, wenn er von »unnatürlicher Liebe« (prodigiosa Venus; I 90, 8) spricht.“

Homosexueller Verkehr unter Frauen wird in Quellen der römischen Zeit nur äußerst selten erwähnt, dabei stets aus männlicher Perspektive thematisiert und durchweg negativ beurteilt (Martial 1, 90; 7, 67). Weibliche Homosexualität betreffende Gesetze sind nicht überliefert.

Leidenschaften gegenüber den längst schon erwachsenen Männern (lateinisch: exoleti) waren verpönt (Seneca, Epistulae morales 47, 7).

Im Unterschied zur griechischen Paiderastie wurden in Rom homosexuelle Verhältnisse zu Freien (ingenui) abgelehnt und der römische Diskurs zur männlichen Homosexualität thematisiert keine erzieherischen Absichten der Liebhaber.

Mit der Heirat des Liebhabers sollte sein Verhältnis zu einem Sklavenjungen beendet sein (Catull, 61, 141 – 145); dies scheint jedoch nicht immer der Fall gewesen zu sein.

Spätestens seit der Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. (Lex Scantinia) ist sexuelle Unzucht (stuprum) mit minderjährigen Freien unter Strafe gestellt worden. Iuvenal 2, 9 machte Homosexualität zur Zielscheibe seines Spotts, die Doppelmoral der Elite wird kritisiert, die ihr Treiben hinter der Fassade altrömischer Tugend zu verbergen sucht.

Homosexuelle Ehen waren bei den antiken Römern rechtlich nicht wirklich anerkannt. Es hat anscheinend Fälle gegeben, in denen homosexuelle Paare Hochzeitszeremonien begingen. Dies wird von Dichtern in satirischem Zusammenhang verspottet und abgelehnt (Martial 1, 14 und 12, 42; Iuvenal 2, 115 – 120).

Kaiser Nero soll sich so mit einem Freigelassenen namens Pythagoras bzw. Doryphoros/Doryphorus und mit einem Knaben Sporus/Sporos verheiratet haben (Sueton, Nero 28 und 29; Tacitus, Annales 15, 38; 15, 38; Sextus Aurelius Victor, De Caesaribus 5, 14 – 16; Cassius Dio 62, 28, 3 und 63, 13, 2). Kaiser Elagabal soll Hierocles/Hierokles, einen blonden Wagenlenker und Sklaven aus Karien, und Aurelius Zoticus, einen Athleten aus Smyrna, geheiratet haben (Cassius Dio 79, 14 – 15; Scriptores Historiae Augustae, Elagabal 10).

Die Hochzeiten mit Männern dieser Kaiser, die mehrmals mit Frauen verheiratet waren, erwähnt z. B. Alexander Demandt, Das Privatleben der römischen Kaiser, 1. Auflage (in der Beck'schen Reihe). München : Beck, 2007 (Beck'sche Reihe ; 1746), S. 103 und S. 105 – 106

Einer Reihe berühmten Männern ist Homosexualität zugeschrieben worden, darunter Kaiser (Sueton, Tiberius 43 -. 44; Sueton, Caligula 24, 3; 30, 1; nero 28 – 29, Galba 22; Scriptores Historiae Augustae, Hadrianus 11, 7; 14, 5 -7).

Mit dem wachsenden Einfluß des Christentums setzte sich eine schärfer einschränkende und bekämpfende Einstellung durch. So war im Corpus Iuris Civilis die Ahndung homosexueller Praktiken mit schweren Strafen bis hin zu Tod durch Enthauptung vorgesehen. Die Verurteilung der Homosexualität (insbesondere des passiven Partners) nahm zu. Verschiedene Gesetze (Einzelregelungen und Codex Thedosianus 9, 7, 6) sahen die Todesstrafe vor. Um die Anwendung der Aussagen dieser Regelungen beurteilen zu können, mangelt es an Quellen.

Kelten

Einige griechische Schriftsteller (Aristoteles Politik 2, 9, 1269 b; Diodor 5, 32, 7; Strabon 4, 4, 6; Athenaios 13, 602 – 603; Eusebios von Kaisareia (Eusebius von Caeserea; Εὐαγγελικὴ προπαρασκευή (Praeparatio Evangelica) 6, 10, 27) berichten von einer verbreiteten Homosexualität bei den Kelten, von Kriegern mit Kameraden, wobei dort gleichgeschlechtliche Liebe und Sexualität auch unter freien erwachsenen Männern nicht als anstößig galt, sondern solche Beziehungen von der Gemeinschaft gebilligt wurden.

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Germanen

Tacitus, Germania 12, 1- 2 erzählt, bei den Germanen seien Feiglinge, Kampfscheue und körperlich Unzüchtige durch Versenken im Morast von Sümpfen hingerichtet worden, wobei Deutungen bei den Unzüchtigen aufgrund anderer Textstellen Homosexuelle als eine wichtige Gruppe annehmen.

Σέξτος Ἐμπειρικός (Sextus Empiricus), Πυρρωνείαι ὑποτυπώσεις (Grundriß der pyrrhonischen Skepsis) 3, 199 erzählt dagegen, bei den Germanen sei Homosexualiät eine gewöhnliche Sache und nicht geächtet gewesen.

Einige spätantike Autoren schreiben bestimmten einzelnen germanischen Völkern/Stämmen (z. B. den Herulern) verbreitete Homosexualität zu.

China

In China gab es eine allgemeine Toleranz gegenüber Homosexualität unter Männern und Eunuchen. Beim Verkehr von zwei Männern konnte nur wenig männliche Yang-Essenz verlorengehen und weichliche Homosexuelle hatten praktisch freie Hand, da freiwerdende weibliche Yin-Essenz unbegrenzt regenerierbar war.

Viele Han-Kaiser unterhielten homosexuelle Beziehungen. In der Song(Sung)-Zeit (960 – 1279) gab es männliche Straßenprostituierte

Amerika

Von vielen Völkern Altamerikas ist Homosexualität bekannt und sie wurde allgemein toleriert. Unter den Inka soll allerdings Homosexualität mit der Todesstrafe belegt worden sein.

Mittelalter

Religionen wie Judentum, Christentum und Islam lehnten Homosexualität ab. Im christlichen Mittelalter galten homosexuelle Kontakte als heidnisches Laster, als sündhaftes Abweichen von gottgewollten und natürlichen/naturgesetzlichen Verhaltensweisen.

Als eine Art verdeckte Subkultur hat es Homosexualität gegeben, z. B. auch in Klöstern, und mystische Gedichte mit homoerotischen Anklängen.

In vielen kommunalen Archivbeständen des späten Mittelalters gibt es Hinweise auf die Existenz von »Sodomiten« (sodomitae, sodomitici und ähnlich) und deren Verfolgung, z. B. in Augsburg, Köln, Avignon, Paris, Florenz, Rom, Venedig.

Der Vorwurf der Homosexualität (ob real zutreffend oder nicht) konnte politisch funktionalisiert werden, z. B. gegen Papst Bonifatius VIII., König Eduard (Edward) I. von England, König Magnus II. Eriksson von Schweden, (Gegen-)Papst Johannes XXIII (Baldassare Cossa).

Gegen den Ritterorden der Templer war außer Ketzerei unter anderem praktizierte Homosexualität ein Vorwurf.

In Byzanz waren gleichgeschlechtliche Beziehungen verbreitet.

Homosexualität war im islamischen Bereich durch Koran und Ḥadīṯ verdammt und von Juristen als schweres Sittlichkeitsverbrechen beurteilt. Transvestiten und Homosexuelle (Lūṭī) wurden in den ehemaligen byzantinischen und iranischen Ländern trotz des religiös-moralischen Verdikts von der islamischen Obrigkeit geduldet.

Homoerotische Literaturzeugnisse sind vorhanden (Abu Nuwāsm gestorben 813 in Bagdad; »Mufāḥarat al-ğāwarī wa'lğilmān«, ein geistreiches Streitgespräch zwischen Homo- und Heterosexuellen von Gahiz, gest. 868/869 in Basra).

Homosexuelle Kontakte, üblicherweise zwischen älteren Männern und heranwachsenden Knaben, wurden durch die Geschlechtertrennung in den Städten gefördert. Juristische und populäre moralische Schriften warnen vor Verführung, unter anderem in Schulen und Sufi-Bruderschaften. In Liebesgedichten der arabischen, später der persischen und türkischen Literatur werden bevorzugt Knaben angesprochen, da die erotische Schilderung der Frau als unziemlich gilt und der fiktionale Schauplatz der erotischen Poesie in maskuliner Sphäre, vor allem in der Schenke, angesiedelt ist. Homoerotische Züge in der Dichtung sind oft nur Topoi. Aufgrund literarischer Belege erscheint Bisexualität noch bis ins 16. Jahrhundert in der muslimischen Oberschicht als schickliche oder gar empfohlene Verhaltensweise, wobei die homoerotische Seite öffentlich stärker hervortritt, das heterosexuell geprägte häuslich-private Leben dagegen geringere Beachtung erfährt. Sexuelle Exzesse jeder Art werden mißbilligt.

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In Bibliotheken gibt es Bücher mit Informationen z. B.:

Brockhaus : Enzyklopädie in 30 Bänden. 21., völlig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Band 12: Hanf– Hurr. Leipzig ; Mannheim : Brockhaus, 2006, S. 664 - 667

Lexikon Alte Kulturen. Herausgegeben und bearbeitet von Hellmut Brunner, Klaus Flessel, Friedrich Hiller und Meyers Lexikonredaktion. Band 2: Fis – Mz. Mannheim , Leipzig ; Wien ; Zürich : Meyers Lexikonsverlag, 1993, S. 279 – 280 (Homosexualität)

Elke Hartmann, Homosexualität. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 5: Gru - Iug. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 1998, Spalte 703 – 707

Bernd-Ulrich Hergenmöller, Homosexualität. I. Christlicher Bereich. In: Lexikon des Mittelalters, Band 5: Hiera-Mittel - Lukanien. München ; Zürich : Artemis, 1991, Spalte 113 – 114

Spyros Troianos, Homosexualität. II. Byzantinisches Reich. In: Lexikon des Mittelalters, Band 5: Hiera-Mittel - Lukanien. München ; Zürich : Artemis, 1991, Spalte 114 – 115

Cornell H. Fleischer, Homosexualität. III. Islamischer Bereich. In: Lexikon des Mittelalters, Band 5: Hiera-Mittel - Lukanien. München ; Zürich : Artemis, 1991, Spalte 115

Helmut Puff/Claudia Jarzekowski. Homosexualität. In: Enzyklopädie der Neuzeit: Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachwissenschaftlern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Band 5: Gymnasium - Japanhandel. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 2007, Spalte 637 - 643

Die Masken des Begehrens und die Metamorphosen der Sinnlichkeit : zur Geschichte der Sexualität im Abendland. Herausgegeben von Philippe Ariès und André Béjin. Aus dem Französischen von Michael Bischoff. Ungekürzte Ausgabe, 27. – 28.Tausend. Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1995 (Fischer : Wissenschaft ; 7357). ISBN 3-596-27357-9

Gisela Bleibtreu-Ehrenberg, Homosexualität : die Geschichte eines Vorurteils. Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1981 (Fischer-Taschenbücher ; 3814). ISBN 3-596-23814-5

Karl Hoheisel, Homosexualität. In: Reallexikon für Antike und Christentum : Sachwörterbuch zur Auseinandersetzung des Christentums mit der antiken Welt. Band 16: Hofzeremoniell – Ianus. Herausgegeben von Ernst Dassmann, Carsten Colpe, Albrecht Diehle, Josef Engemann, Bernhard Kötting, Wolfgang Speyer, Klaus Thraede. Stuttgart : Hiersemann, 1994, Spalte 289 – 364

Eckart Otto, Homosexualität im Alten Orient und im Alten Textament. In: Eckart Otto, Kontinuum und Proprium : Studien zur Sozial- und Rechtsgeschichte des Alten Orients und des Alten Testaments. Wiesbaden : Harrassowitz, 1996 (Orientalia biblica et christiana ; Band 8 ), S. 322 – 330

Kenneth J. Dover, Homosexualität in der griechischen Antike. München : Beck, 1983. ISBN 3-406-07374-3

Harald Patzer, Die griechische Knabenliebe. Wiesbaden : Steiner, 1982 (Sitzungsberichte der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main ; Nr. 19,1). ISBN 3-515-13762-4

Carola Reinsberg, Ehe, Hetärentum und Knabenliebe im antiken Griechenland. 2., unveränderte Auflage. München : Beck, 1993 (Beck's archäologische Bibliothek). iSBN 3-406-33911-5

Ingeborg Baldauf, Die Knabenliebe in Mittelasien: Bačabozlik. Berlin : Verlag Das Arabische Buch, 1988 (Ethnizität und Gesellschaft : Occasional papers ; 17). ISBN 3-923446-29-2

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@Albrecht

Wow, danke, ehrlich! Ich hätte nicht eine so umfangreiche, hilfreiche Antwort erwartet! Find ich unsagbar lieb, vielen, vielen Dank! :)

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Griechenland... Soweit ich weiß, war es bei den alten Griechen zumindest teilweise Sitte, dass man als Jugendlicher bei einem älteren Mann, sagen wir mal, lebenspraktische Dinge, die man später in der Ehe auch gut gebrauchen kann, lernte. Allerdings war das dann nur über eine begrenzte Zeit, und keine Alternative zu einer Ehe mit einer Frau (gleiches gab es auch bei Frauen, nachzulesen u. A. bei Sappho in zahlreichen Gedichten, die wir unter großem Gelächter in der 9. Klasse mal übersetzt haben). Ansonsten musst du mal googlen, es gibt Naturvölker, in denen Homosexuelle sogar verehrt werden, weil sie sich freiwillig dem Fortpflanzungskampf (oder wie man das nennen mag) entziehen, die könntest du dann auch erwähnen ;)

Generell sollte man so ein Thema immer eng eingrenzen. Homosexualität ist ein so weites Themenfeld, ebenso wie "Geschichte der Homosexualität", da ist in etwa so, wie wenn du eine Arbeit über "Literatur" schreiben würdest.

Wie viel Text möchtest du denn diesem Abschnitt einräumen? Soll es nur ein kurzer Abriss sein, weil du deinen Fokus woanders setzt, oder soll es zum Hauptteil der Arbeit gehören?

Der Begriff Homosexualität taucht erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf. Und erst ab 1860/70 gab es erstmals eine wissenschaftliche Auseinandersetzung damit - hauptsächlich in Deutschland. Denn obwohl Homosexualität damals keinesfalls legal war, unterlagen im Kaiserreich anders als in anderen Ländern zu dieser Zeit, wissenschaftliche Publikationen keiner scharfen Zensur. Ebenso gab es im Deutschen Kaiserreich die erste Bewegung für die Rechte Homosexueller: das Wissenschaftlich-humanitäre Kommitee unter Magnus Hirschfeld.

Ich würde nicht so viel über Antike oder Mittelalter schreiben, sondern den Fokus auf die Geschichte ab 1860 legen. Denn da wird's erst so richtig interessant. Ein wichtiger Punkt ist sicherlich auch die Lesben- und Schwulenbewegung der 70er Jahre ("sexuelle Befreiung")

Wichtige Stichworte: Karl Heinrich Ulrichs, Magnus Hirschfeld, Wissenschaftlich-Humanitäres Kommitee, Paragraf 175, Stonewall, Rosa von Praunheim.

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