Homöopathie zur Zeckenvorbeugung beim Hund?

15 Antworten

Hallo NicBee,

Ich habe gelesen, dass man Hunden zur Vorbeugung vor Zecken homöopathische Mittel geben kann.

Ich sag's mal so:

Wenn wir die Reiseprospekte für den Urlaub lesen, dann wissen wir alle, was eine Formulierung "Hotel in lebhafter Lage" bedeutet: Du tust nachts kein Auge zu. Und beim "Hotel nur durch die Uferstraße vom Strand getrennt" rechnen wir korrekterweise damit, dass diese Uferstraße die Hauptverkehrsstraße ist.

Kurz: Wenn es um den Urlaub geht, kenne wir alle die Formulierungen in den Texten, die eigentlich für jeden Kunden ein Warnsignal sein sollten.

Leider ignorieren wir die Warnsignale in den Texten, mit denen scheinwissenschaftliche Mittelchen beworben werden. Ich frage mich dann immer, warum wir bei gesundheitlichen Fragen so viel weniger kritisch sind als beim Buchen eines Hotels...

Wenn da stand "man kann das nehmen" - dann stand das da, weil bei wirkungslosen Mittel nach dem Heilmittelwerbegesetz eben nicht dastehen DARF "es wirkt gegen...". Genau das interpretieren wir aber nur allzu leichtgläubig in diesen Satz hinein.

Macht das jemand von euch und kann mit sagen, ob das was bringt.

Jeder Wissenschaftler und jeder seriös arbeitende Tierarzt kann das:

Nein. Homöopathika sind reine Placebos. Ein Placeboeffekt hilft hier aber gar nichts -der Zecke ist das völlig egal, ob Du an die Wirksamkeit des Mittelchens glaubst oder nicht und Dir Effekte erhoffst.

Und nein: Keine "Meinung", sondern auf umfangreichen Daten basierende wissenschaftliche Einschätzung. So schreibt der Wissenschaftliche Beirat der Europäischen Akademien (EASAC) (übersetzt):

In unserer Stellungnahme untersuchen wir folgende Punkte:

Wissenschaftliche Wirkmechanismen - wo wir zu dem Schluss kommen, dass die Behauptungen zur Homöopathie unplausibel und mit etablierten wissenschaftlichen Konzepten unvereinbar sind.

Klinische Wirksamkeit - Wir (...) stimmen mit früheren umfangreichen Evaluierungen überein, die zu dem Schluss kommen, dass es keine bekannten Krankheiten gibt, für die es robuste, reproduzierbare Beweise gibt, dass Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus wirksam ist.

(...)

Veterinärmedizinische Praxis - Wir schließen ebenso, dass es keine belastbaren Beweise gibt, die den Einsatz von Homöopathie in der Veterinärmedizin rechtfertigen.

Diese Übersetzung findest Du hier

https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/neuigkeiten/248-aktuell-urteil-des-wissenschaftlichen-beirats-der-europaeischen-akademien-zur-homoeopathie

Im Orginal ist das hier nachzulesen:

https://bilimakademisi.org/wp-content/uploads/2017/09/easac-homeopati.pdf

von welchem Mittel das ist?

Wo immer das im Web beworben wird, wird von Homöopathen meist Ledum C200 zur Vorbeugung genannt.

Nur um die obige wissenschaftliche Einschätzung der Homöopathie zu erklären:

C200 bedeutet, dass das Mittel - Ausgangsprodukt ist ein Pflänzlein namens Sumpfporst - bei der Herstellung 200 mal nacheinander im Verhältnis 1:100 verdünnt wurde.

Im fertigen "C200" hast Du deshalb (und unter uns: sogar das ist noch übertrieben) ein Wirkstoffmolekül auf 10 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 Lösungsmittelmoleküle. Rein rechnerisch jedenfalls, denn im gesamten beobachtbaren Universum wird die Anzahl der Atome nur auf 100 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 geschätzt.

Einfacher gesagt: Ledum C200 enthält kein Ledum. (Das gilt natürlich auch für andere in C200 empfohlene Mittelchen, Zeckenbiss-Nosode wird manchmal genannt - auch da sind sich Homöopathen nicht einig)

Es ist nichts - nicht ein einziges Wirkstoffteilchen - drin.

Und nein: Auch keine "Informationen", "Schwingungen", "Quanten", "Nanopartikel", "Gravitonen" oder anderweitige scheinwissenschaftliche Floskeln, die Homöopathen gerne auf den Tisch bringen, wenn man darauf hinweist, dass diese Mittelchen einfach alle gleich sind - und zwar reinster Zucker.

Der Witz ist nun aber: Wie überall in der Homöopathie sind sich die Homöopathen uneins: Während einige von ihnen eben solche Werbebehauptungen ins Web stellen, wie Du sie gefunden hast, schlagen andere Homöopathen hier die Hände über dem Kopf zusammen:

Homöopathie wurde ja vor 200 Jahren von Samuel Hahnemann erfunden. Und nach Hahnemann kann man mit einem Homöopathikum nue einen Kranken behandeln. Nimmt ein Gesunder regelmäßig sein Homöopathikum, dann würde er nach Hahnemanns Lehre Symptome entwickeln! - Symptome eben, die denen ähnlich sind, die das Mittel dann angeblich beim Kranken heilen kann.

Daraus ergeben sich drei wichtige Punkte:

  • Homöopathie ist von ihrem Wesen her kein prophylaktisches Verfahren; nach der Lehre sollte der gesunde Hund bei Gabe von Homöopathika Symptome entwickeln!
  • Dass man dennoch überall derartige Tipps findet, zeigt, wie wenig sich Homöopathen an die Regeln ihrer Lehre halten. Irgendwann hat mal irgendwer seinem Hund die Zuckerl gegeben und zufällig danach keine Zecken auf dem Tier gefunden... und "bumms" - schon hat man die "Erfahrung" gemacht, dass das so wirke!
  • Weil es oft so empfohlen wird, probieren überall da draußen Tierbesitzer Homöopathika als Vorbeugung gegen Zeckenbisse aus. Das heißt, sie geben die Mittelchen dem gesunden Hund. Und nirgends gibt es einen Aufschrei, dass all die Tiere wie von Hahnemann vorhergesagt Symptome entwickeln würden. Eindrucksvoller kann man eigentlich nicht belegen, dass Homöopathie nicht funktioniert.

Was kannst Du Sinnvolles tun, wenn Du keine Halsbänder einsetzen willst?

  • Den Hund wirklich konsequent mehrmals am Tag sauber nach Zecken absuchen; mindestens immer nach dem Spaziergang, am besten noch mal am Abend extra, falls man etwas übersehen hat.
  • Besonders gründlich absuchen sollte man dabei Kopf, Ohren , Nacken, Schultern und die Brust - das sind die Stellen, die beim Spazierengehen den Parasiten am nächsten kommen. Statistiken zeigen, dass die Zecken oft keine weiten "Wege" durch dichtes Fell zurücklegen und deshalb oft (wenn auch nicht immer) in diesen Regionen bleiben.
  • Unter Umständen ist es möglich, den Weg so zu wählen, dass das Tier nicht in hohes Gras oder in Büsche kommt
  • Bleib beim Spazieren in der Nähe des Tieres. Es gibt gerade jetzt "beim Saisonstart" regelrechte Zeckennester, wo die Tiere gehäuft sitzen. Das sieht man mitunter schon unterwegs, wenn man in so was gerät.

Grüße

Machen kann man das, und dafür wirst Du hier sicher uch Vertreter finden.

Aber mit wirklich exakt der gleichen Erfolgquote kannst Du auch Deinen Hund bei Vollmond an einen Baum binden und dann 3-mal um diesen Baum (natürlich mit Hund) herum tanzen.

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Ähnlich wie die verschiedenen homöopathischen Mittel, die sich nur im Aufdruck unterscheiden, aber nicht in ihrer Nichtwirkung, kann man auch das Tanzen um den Baum variieren.

--- Man/frau kann nackt tanzen.

--- Man/frau kann in Gruppen tanzen (mit Kleider oder nackt)

--- Man kann zusammen mit dem Hund tanzen - das spart das Anbinden.

Nur alle diese Tanzarten haben den gleichen Nachteil wie die Homöopathie: sie wirken in der Realität ganz einfach nicht.

Trotzdem - auch wenn es nichts hilft - man/frau kann es tun.

2

Kann man - aber damit ist man dafür verantwortlich wenn der Hund durch einen Zeckenbiss stirbt. Bei ihm wirkt Placebo nicht

Verweise hier mal auf das Buch von Dr. Theodor Much

"Der große Bluff: Irrwege und Lügen der Alternativmedizin"

Es handelt sich um eine Nonsense-Therapie, eine Geldverschwendung und auch deswegen nicht unbedenklich, weil bei derartigen Scheintherapien bei ernsten Erkrankungen wertvolle Zeit vergeudet wird." <

Sagt eigentlich schon alles. Jedes normale Kranwasser hat eine erheblich höhere Konzentrationen an Phosphat, Kalium, Calcium usw. als viele  homöopathische Mittel

Dabei gibt es da für Hunde viele wirksame Mittel

Alles Gute

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