Homoehe - Anerkennung gesellschaftlichen Wandels?

6 Antworten

Rechtliche Gleichstellung ist natürlich grundsätzlich schon zu befürworten.

Allerdings bin ich der Ansicht, dass wir in unserem Land nach wie vor ganz andere Probleme, was Homosexualität und deren Gleichstellung/Anerkennung in der Gesellschaft anbelangt, zu bewältigen haben, als die Frage, ob Menschen gleichen Geschlechts heiraten dürfen. Davon lenkt diese Aktion leider ab.

Zudem bin ich der Ansicht, dass das Konstrukt der Ehe gegenüber anderen Formen der Partnerschaft und/oder des Zusammenlebens ohnehin immer weiter an Bedeutung verlieren wird. Vor diesem Hintergrund wäre es eventuell sogar die bessere Entscheidung, sie gänzlich abzuschaffen, aber das würde vermutlich doch noch auf einigen Widerstand stoßen, insbesondere weil dadurch einige steuerliche Vergünstigungen wegfielen.

Allerdings suche ich ja nicht nach Argumenten für oder gegen die Homoehe, sondern pro und contra, ob die Homoehe ein Ausdruck von Anerkennung des gesellschaftlichen Wandels ist oder wäre

Gar nicht, denn du vertauschst Ursache und Wirkung, JessicaGrebert. Die Homo-Ehe ist das ERGEBNIS gesellschaftlichen Wandels; nicht dessen Ursache.

Gesellschaftlicher Wandel braucht einen Auslöser. Solange es den nicht gibt, ändert sich die Gesellschaft nicht. 

Beispiel: Fernsehen. Fast jeder hat einen Fernseher zu Hause. Und fast jeder starrt täglich stundenlang in diese Kiste. 

Das wird so lange geschehen, bis es einen Auslöser (sagen wir 3D-Projektoren mit interaktiven Filmen, in denen man "selbst mitspielen" kann; allerdings sind die Dinger so aufwändig und groß, dass es sie statt der alten Kino-Säle nur "pro Wohnviertel" und nicht in jedem Haushalt gibt) gibt, der der Gesellschaft ein verändertes Verhalten ermöglicht.

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Die Ehe ist eine virtuelle Institution, die einst geschaffen wurde, um Frauen abzusichern. Sie ist traditionell als "Mann + Frau = feste Beziehung, die nicht einfach aufgelöst werden kann" beschrieben.

Ohne Grund sieht die Gesellschaft keinen Anlass, daran etwas zu ändern. Selbst heute, wo die Frau längst nicht mehr so ultimativ vom Mann und seinem "Broterwerb" abhängt, sondern sich auf eigene Füße stellen kann, gibt es die Ehe als Institution immer noch. 

Obwohl sie sich vom "einst gesellschaftlich unbedingt erforderlichen Faktor" zu einem "fast reinen Spaßfaktor" entwickelt hat und damit FAKTISCH ÜBERFLÜSSIG geworden und zunehmend durch andere Spielarten, wie etwa "Freundschaft+", substituiert wird. 

(Ja, es gab mal Zeiten, da küsste man sich nicht einmal, bevor man verheiratet war. Und dann gab es Zeiten, da poppte man nicht, bevor man nicht verheiratet war. Heute küsst und poppt man sich erst mal zu "höheren Erfahrungen", bevor man sich auf eine "feste Beziehung" (manche nennen das "wilde Ehe") oder gar noch festere Bindung einlässt.

Welchen Anlass sollte die Gesellschaft also haben, völlig grundlos die Formel "Ehe = Mann + Frau" zu ändern und daraus "Ehe = Mensch + Mensch" zu machen?

Erst der Anlass, nämlich die Tatsache, dass Menschen aufstehen und sagen: "Was, zum Teufel, geht dich meine sexuelle Orientierung an, solange ich dich in Ruhe lasse?" zwingt die Gesellschaft zum Nachdenken ... und zum Wandel.

Stückchenweise, denn es gibt die menschenverachtenden Christen, die nicht anerkennen wollen, dass Gott die Menschen so macht, wie sie sind. Und denen kann man nicht zuviel auf einmal zumuten.

Also muss sich die Gesellschaft mit Rücksicht auf die Christen und andere Menschenfeinde langsam wandeln. Kleine Zugeständnisse machen. Stückchenweise weiterrücken.

... bis sie eines Tages sagt: "So. Nun könnt ihr auch heiraten. Wir haben uns als Gesellschaft damit arrangiert und festgestellt, dass die Ehe von Schwulen und Lesben keinesfalls unsere liebgewonnene Tradition einer 'Hochzeit in Weiß von Mann und Frau' in Gefahr bringt oder auch nur beeinflusst.."

Also: Erst Wandel, dann Homo-Ehe. 

Denn umgekehrt würde es zu gesellschaftlichem Chaos führen: Stelle dir nur mal vor, man hätte im Jahr 1950 beschlossen, die Homo-Ehe per Gesetz einfach einzuführen. (Das war die Zeit, als Frauen in Deutschland ihren Mann noch fragen mussten, ob sie ein eigenes Konto haben dürfen. Und das war die Zeit, als Frauen in der Schweiz noch nicht einmal wählen durften.)

Vielen Dank, 

allerdings werde ich trotzdem versuchen die Frage unter dem Aspekt ob die Homoehe die Anerkennung gesellschaftlcihen Wandels ist oder einen Werteverlust präsentiert beantworten :)

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Keine Ahnung wie Du Dich positionieren möchtest.

Ich jedenfalls bin ein Gegner einer solchen Verbindung.

Begründung:

Die Ehe ist nicht nur einfach eine Institution. Die Ehe ist die Grundlage für die Schaffung der nächsten Generation in Form von Zeugung, Erziehung, Begleitung und auch in den nachfolgenden Jahren eine Anlaufstelle der Kinder.

Die Ehe schützt folglich die sich verbindenden Partner, sowie deren Nachkommenschaft.

Damit dies eine Erleichterung erfährt, bekommt die geschlossene Ehe staatliche Vergünstigung, insbesondere auch im Steuerrecht.

Eine homosexuelle Ehe gibt sich einfach nur geistigem und körperlichen Verlangen hin. Man kann in diesem Fall auch von einer Lustehe sprechen. Eine Aussicht auf Familienplanung und Grundlage neuer Generationen besteht dabei aus biologischen Gründen nicht.

Aus diesem Grund sehe ich es nicht ein, warum eine homosexuelle Ehe gleichgestellt werden soll. Ich sehe es sogar als eine Ohrfeige für Menschen die eine Familie gründen, und die damit verbundenen Erschwernisse auf sich nehmen.

Vielen Dank^^
Ich stimme mit dir zwar nicht überein aber das ist ja auch nicht das wichtige. Mir geht es ja nicht um pro oder contra Homoehe, sondern ob die Homoehe die Anerkennung gesellschaftlichen Wandels ausdrückt :) und dort eben ob pro - die Homoehe die Anerkennung gesellschaftlichen Wandels ist - oder contra - dass die Homoehe keine Anerkennung gesellschaftlichen wandels ist^^

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"Eine homosexuelle Ehe gibt sich einfach nur geistigem und körperlichen Verlangen hin. Man kann in diesem Fall auch von einer Lustehe sprechen. Eine Aussicht auf Familienplanung und Grundlage neuer Generationen besteht dabei aus biologischen Gründen nicht."

Aha - dann ist also eine Ehe, wo einer der beiden Patner zeugungsunfähig ist auch eine Lustehe.

LG.

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@Gambler2000

Vermischen wir doch bitte nicht biologische Problematiken mit Spassfaktoren.

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