Home studio akustisch optimieren... wie?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Dachschräge ist schonmal gut, denn was es zu vermeiden gilt sind gegenüberliegende parallele Flächen.

Die Aufstellung deiner Lautsprecher klingt gut, sofern die Lautsprecher nicht in einem Winkel auf die Dachschräge gerichtet sind, dass die erste Reflexion von dort direkt bei deinen Ohren landet. Was du willst, ist das Direktsignal der Lautsprecher, welches unverfälscht zu deinen Ohren gelangen sollte und auch dabei auf keinen Fall von Reflektionen auch nur annähernd übertönt werden sollte. Das ist nicht nur wichtig wegen Klangverfärbungen und ungewünschter Raumresonanzen sondern auch um den Raumklang so zu hören, wie sich das der Mischer gedacht hat, bzw. um den Raumklang beim mischen überhaupt beurteilen zu können.

Die Lautsprecher sollten sich also auf Ohrenhöhe befinden, auf diese ausgerichtet sein und mit deinem Kopf (also deiner Abhörposition....wahrscheinlich dein Sitzplatz am Schreibtisch...) ein gleichseitiges Dreieck bilden. Hinter den Lautsprechern sollte mindestens c.a. ein halber Meter platz zur Wand sein. (am besten jedoch mehr). Ansonsten werden die Reflektionen der hinter dem Lautsprecher befindlichen Wand zu dominant im Gesamtklang.

Nun zur Raumakustik: Was vermieden werden sollte, sind zu starke Erstreflexionen im Hallanteil. (Erstreflexionen sind die jeweils ersten Schallreflexionen an jeder Wand und von Fußboden und Decke). Die Zeit zwischen Primärschall und Erstreflexionen trägt nämlich maßgeblich zur Ortung eines Schallereignisses bei. Um einen präzisen Raumklang zu erreichen werden diese Erstreflexionen mit einem Hallgerät künstlich einer Aufnahme hinzugefügt mit unterschiedlichen Verzögerungszeiten für jedes Instrument, je nach dem von wo es dann beim Abspielen einer Aufnahme zu hören sein soll. (bzw. werden die Erstreflexionen zu sammen mit der Schallquelle und dem natürlichen Raumklang bei einer AUfnahme mit Stereomikrophonierung auch direkt aufgenommen...). Kurz gesagt: Diese Erstreflexionen sind bereits auf der Aufnahme drauf und wenn der Raum in dem du Musik hörst nochmal welche hinzufügt, wird das Stereoabbild unpräzise. Du hörst dann nicht mehr die Phantomschallquellen (->wikipedia) da, wo sie hingemischt wurden, sondern kannst deutlich deine Lautsprecher orten, was schlecht ist. Um diese Erstreflexionen in den Griff zu bekommen, brauchst du diffusoren. (Wegen deiner Dachschräge wahrscheinlich gar nicht so viele und ein Bücherregal in dem die Bücher ungeordnet drinliegen, damit die Buchrücken keine Ebene Fläche bilden, eignet sich hervorragend als Diffusor )

Als nächster kann man sich dann noch um deine Nachhallzeit kümmern. Der Raum sollte relativ trocken, aber nicht tot klingen. Eine Nachhallzeit kleiner als eine Sekunde ist machbar und ganz gut zu gebrauchen für den Heimbereich. Die Nachhallzeit kannst du mit Akkustikschaumstoff verringern. (achte darauf, dass er ausreichend dick und fest ist und benutz bloß keine Eierkartons. Du würdest damit nur die Höhen aus dem Hallanteil filtern wodurch der Raum sehr unangenehm dumpf klingt.)

Was Bassfallen betrifft kommen die auch genau jetzt zum Einsatz: Da du sehr dicken Schaumstoff brauchst um Bass im Hallanteil zu dämpfen, solltest du dir welche davon in die Ecken stellen damit dein Raum hinterher eben nicht dumpf klingt. Außerdem liegen die Resonanzfrequenzen normal großer Räume im Bassbereich. Das sind die Frequenzen deren Wellenlängen genau so lang sind, dass eine Welle exakt in dein Zimmer passt. Diese Frequenzen fangen schnell an zu dröhnen und klingen im Raum immer fürchterlich überbetont. (Bei dir sind das c.a. 70Hz auf der langen Seite und c.a. 114Hz auf der kurzen. Die Resonanzfrequenz auf der Achse auf der die Lautsprecher ausgerichtet sind, wird sich um einiges stärker auswirken...) Das Mittel dagegen sind wie gesagt Vermeidung paralleler Flächen und eben Bassfallen.

Erstmal dankeschön für deine auführliche Antwort !

Alles klar, der Schall trifft zuerst auf meine Ohren, bevor er von der Schräge reflektiert wird. Ich weiss nicht, ob ich so viel Platz zwischen Boxen und der Wand zur Verfügung habe. Ich habe oft gesehen, dass hinter den Boxen Schaumstoff angebracht wurde, um zu absorbieren denke ich. Könnte man damit was machen und die Boxen dafür nur weniger als 50cm von der Wand entfernt positionieren ? Muss man sich beim Positionieren mit dem Abstand bisschen durchprobieren, oder gibt es klare Regeln ?

Ich hatte noch vor, einen grossen Teppich in mein Zimmer zu legen, der fast das ganze Zimmer ausfüllen würde. Wie wirkt sich der aus ? Absorbiert der stark ? Dann müsste sich der Raum doch angenehmer trockener anhören, oder ? Als wenn der Schall aufs Parkett trifft und reflektiert.

Noch zu den Bassfallen: Kann man sich solche selber bauen/basteln ? Müssen sie die ganze Höhe ausfüllen oder meinst du solche dreieckigen, die nur in die Ecke kommen ? Und wie breit (tief) müssen die sein ? Ich habe sowas gehört wie die Dicke (breite) des Schaumstoffes sollte 1/4 oder 1/2 Länge der Wellenlänge haben. War das darauf bezogen oder habe ich das falsch verstanden ?

Hat es noch Sinn, Diffuser an die beiden 3m Wände zu befestigen ? z.B. diese Holzdiffuser: Viele Holzstücke in verschiedener Höhe auf eine Holzplatte angebracht. Gibt es dort auch genaue Regeln, wo welches wie lange Holzstück angebracht werden muss ?

Ich habe das Gefühl, dass das ganze als Laie bisschen wie Lottospielen ist^^

Woher kennst du dich so aus ? Bist du Tontechniker ?

Dankeschön

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@willy420

Zunächst mal zum Abstand der Lautsprecher zur Rückwand: Je größer desto besser. Das sollte jedoch natürlich nicht auf Kosten des Abstandes der Lautsprecher zur gegenüberliegenden Wand gehen. In professionellen mixing- oder masteringstudios steht der Abhörplatz praktisch mitten im Zimmer.

Die Wand hinter den Lautsprechern zu dämpfen ist zwar eine gute Idee. Aber nicht um die Lautsprecher näher an der Wand positionieren zu können, sondern einfach weil es dort am effektivsten ist. Um wirklich jegliche Reflexionen von der Rückwand zu dämpfen, müsstest du einen Aufwand betreiben, der dann auch nicht unter einer Dicke von 50cm bleiben würde. Außerdem ist es in so einem Fall auch kritisch Lautsprecher mit rückseitigen Bassreflexöffnungen zu verwenden. (Bei solchen Lautsprechern sollte erst recht auf einen ausreichenden Abstand zur Rückwand geachtet werden.)

Zum Teppich: Holzfußböden klingen in der Regel ziemlich gut und da du eine Dachschräge hast und also Decke und Fußboden nicht parallel sind, seh ich da erst Recht keine große Problemquelle. (Viele Professionelle Studios haben Parkettboden) Im Falle des Falles würd ich nen Diffusor oder eine Schaumstoffplatte an der Decke anbringen.

Bassfallen: Die halbe Wellenlänge deiner Problemfrequenz würde bedeuten, dass deine Bassfalle den halben Raum einnehmen müsste... ;)

Am Effektivsten lässt sich Bass in den Ecken und Kanten dämpfen, da hier gleich zwei bis drei Flächen für die ungewünschten Reflexionen sorgen. Kantenabsorber könnten hier für dich die richtige Idee sein. Sie absorbieren ziemlich breitbandig, allerdings nur Frequenzen ab c.a. 60 Hz aufwärts. Da dein Raum aber relativ klein ist, liegen die Problemfrequenzen über diesem Bereich. Wenn du dich für Kantenabsorber entscheidest, solltest du die an mindestens zwei nicht gegenüberliegenden Kanten bis unter die Decke stapeln und die anderen Kanten damit auffüllen, bis du ein zufriedenstellendes Ergebnis hast. (Eigentlich kann man nicht zu viel von den Dingern benutzen. Ab einer gewissen Anzahl im Raum hat jeder zusätzlicher Absorber dann lediglich keinen hörbaren Effekt mehr...)

Wenn dir die Dinger zu ineffizient sind oder du Probleme mit tieferen Frequenzen hast, kannst du dir auch diese riesigen mit Steinwolle und Akustikschaumstoff gefüllten Röhren besorgen. Auch die solltest du aber an mindestens zwei Kanten bis unter die Decke stapeln.

Wenn dir diese beiden Lösungen zu breitbandig dämpfen und du nur deine Problemfrequenzen bearbeiten willst, kannst du dir auch einen Plattenresonator oder Helmholzresonator auf deinen Raum abgestimmt bauen lassen oder selbst bauen. (Anleitungen dafür findest du im Internet.)

Was die Diffusoren an den beiden kurzen Wänden angeht: Die größte Wirkung an deinem Abhörplatz erzielst du, mit Maßnahmen, die sich auf der Achse befinden, auf der deine Lautsprecher ausgerichtet sind. Wenn du ohnehin schon Breitbandige Bassfallen in den Ecken hast, würde ich mir um diese Wände erstmal nicht all zu viele Gedanken machen und erstmal das Ergebnis abwarten. Möglicherweise reicht auch eine Schaumstoffplatte an einer dieser Wände. (Falls du allerdings ein Bücherregal übrig hast, schadet es jedenfalls nichts, es an einer dieser Wände aufzustellen...)

Zur Bauweise und zu den Kantenlängen von Diffusoren gibt es keine festen Regeln. Die idee ist eben, dass die Erstreflexionen des Halls erstmal im Diffusor hin- und hergeworfen werden sollen, damit du auf deinem Abhörplatz nur noch den NAchhall ohne störende Erstreflexionen wahr nimmst.

Und zum "Lottospiel:" Natürlich kannst du nicht alle akustischen Maßnahmen für dein Studio hier im Internet vorausplanen. Stell erstmal deinen Schreibtisch und deine Lautsprecher auf und hör dir das Ergebnis an, überleg dir was dich stört und ergreife entsprechende Maßnahmen. (Das was ich über die Lautsprecheraufstellungen und über Bassfallen geschrieben habe, sind allerdings Probleme, die in deinem Raum auf jeden Fall auf dich zukommen werden...)

Alternativ kannst du auch dein Studio mit einer Software wie "cara" planen. Du kannst dort die genauen Maße deines Raumes angeben und die Software spukt dir ein Frequenzdiagramm des Raumhalls für jede Stelle im Raum aus. Auch die Wirkung des Einbaus von Akustikelementen kannst du ddamit simulieren.

Falls du noch Fragen zu Themen Akustik oder Tontechnik betreffend hast, empfehl ich dir die Seite: http://www.sengpielaudio.com

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@TheStone

Ok danke dir.

Ich werde jetzt mal anfangen, mir es einzurichten und schaue wie weit ich komme. Kann ich mich bei weiteren Fragen einfach an dich wenden ?

Bist du Tontechniker oder Raumakustiker ? Ich habe im September angefangen Tontechnik zu studieren am Sae Institut. Wurde auch oft auf die Seite verwiesen.

Gruss

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Also erstmal denke ich (wenn ich das nun richtog verstanden habe) Solltest du dir eine kleine kabine abtrennen also wenn du musik machen möchtest. was das mit denn boxen soll ist mir etwas unkla4r wichtiger sind mikro's... und eierkartons an die wände (alles voll ohne zwischenraum). Un wenn du so DJ mässig ein paar lieder machen möchtest like avicii... dann brauchst du ein laptop und gute kopfhörer.

wow...das ist wirklich mal ne Anleitung um einen Raum souverän akustisch zu versauen...

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@willy420

Vielleicht noch zum Thema Vocalbooth:

Der einzige Vorteil davon ist, daß du einen kleinen Schalldichten Raum hast, in dem du z.B. Gesang aufnehmen kannst, während im großen Raum gleichzeitig beispielsweise eine Band spielt ohne hinterher die Band auf der Gesangsspur hören zu können. (Das gibt dir mehr Möglichkeiten, die Gesangsspur zu bearbeiten, oder, da mit dieser Methode auch der Gesang nicht auf Mikrophonen der Instrumente zu hören ist, die Gesangsspur hinterher gegebenenfalls nochmal aufzunehmen)

Allerdings ist so eine Kabine in der Regel ziemlich kein und der Hall in solchen extrem kleinen Räumen klingt immer extrem schlecht. Daher muss er bei einer Gesangskabine komplett eliminiert werden, was nicht nur Geld kostet, sondern auch Fläche, denn du musst nicht nur die Gesangskabine akustisch vom Restlichen Raum abkoppeln sondern brauchst auch innerhalb der Gesangskabine sehr dicke Platten aus Akustikschaumstoff um den Hall zu eliminieren.

Wenn du es also nicht unbedingt nötig hast, einen extra Raum zu haben, der schalldicht vom Rest abgetrennt ist, ist es ratsam darauf zu verzichten. Es sollte eigentlich möglich sein, deinen Raum so in den Griff zu bekommen, dass er ziemlich gut klingt, mit einem relativ kurzen, warmen, natürlichen Hall, in dem Aufnahmen besser klingen, als in jeder Vocalbooth.

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