hollandse herdershond neigt zu Agresivität?

9 Antworten

wie die Bezeichnung schon sagt, holländischer Herdenhund, also dient er dazu Herden zu schützen. Da es sich um sehr arbeitsintensive und selbständige Herdenschutzhunde handelt, solltest du eine Artgerechte Haltung für ihn bereit halten. Agility und ähnliches sind für diese Hunde zu wenig. Hunde gehören nicht in jeden Haushalt, sie sollten wirklich nur an Personen abgegeben werden, die auch die Tätigkeit ausüben, wofür die einzelne Rasse jeweils einmal präsent waren. Arbeitsdienste stecken in den Genen.

Der Hollandse Herdershond, oder zu deutsch, Holländischer Schäferhund, ist ein Hüte-und Treibhund und kein Herdenschutzhund...

2

Hallo,

man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass unsere Hunde grundsätzlich dazu gezüchtet wurden, bestimmte Aufgaben = Arbeiten zu erledigen. Jagen, wachen, schützen und hüten.

Und egal, ob es uns nun gefällt oder nicht, es ist eigentlich in jedem Hund genetisch verankert, dass er das Bedürfnis zu dieser Arbeit hat – bei den „Arbeitsrassen“ ist dieses Bedürfnis immer noch sehr stark präsent, denn in einer guten Zucht wird darauf weiterhin noch extrem viel Wert gelegt. Denn für eine Ankörung (Zuchtfähigkeit) müssen z.B. auch Arbeitsprüfungen abgelegt werden.

Dieses Bedürfnis lässt sich grundsätzlich auch nicht einfach abstellen – mit keiner noch so guten Trainingsmethode

Daher gibt es Rassen, die dieses Bedürfnis auch heute noch ganz besonders stark in sich tragen. Bekommen sie keine wirkliche Aufgabe – dann suchen sie sich eben eine. Dann jagen sie eben Nachbars Katze, halten mit großer Hingabe ihrem „Chef“ alle Menschen vom Hals (ob der das nun möchte oder auch nicht ist egal!) oder hüten alles, was sich irgendwo und irgendwie bewegt.

Und die Besitzer meinen dann, Jagdhunde, die zwar Bällchen aber kein Wild jagen dürfen, oder Hütehunde, die zwar Agility machen aber nicht mehr hüten dürfen, wären bestens damit ausgelastet. Ein- oder bestenfalls 2stündige Spaziergänge (die gerne auch mal wegen des zu kalten oder zu nassen oder zu warmen Wetters ausfallen) ersetzen leider auch keine wirkliche Arbeit.

Verbunden mit einer solchen ständigen Unterforderung sind solche Hunde dann schnell „verhaltensauffällig“ – bzw. sie werden so erlebt. Ein guter Hütehund kann für einen Schäfer ein wunderbarer Mitarbeiter sein, in einer Familie ist er schnell ein „aggressiver Problemhund“.

Für solche Hunde braucht es eine tatsächliche Arbeit: Mantrailing, Fährtensuche, Gewürz- oder auch Teebeutelspürhunde – für den Hund sind das alles sinnvolle Arbeiten. Aber nicht nur 1 mal in der Woche 1 Stunde – das reicht bei weitem nicht.

Wer einen solchen Hund halten möchte, der muss sich darüber klar sein, dass er enorm viel Zeit mit seinem Hund verbringen sollte, bei eben dieser Arbeit – täglich am besten und ausdauernd.

Das kann enorm viel Spaß machen und für beide Seiten höchst beglückend sein – aber es erfordert eben viel Zeit – und damit viel Verzicht auf Zeit für andere Dinge. Die Beziehung zum Hund und die Arbeit mit ihm wird ein dauerhafter Mittelpunkt im Leben sein müssen – darüber sollte man sich ganz klar sein.

Und nur, wer dazu wirklich bereit ist, der sollte sein Leben mit einer solchen Arbeitsrasse bereichern - und ansonsten lieber verzichten.

Gutes Gelingen

Daniela

Vielen Dank für deinen hilfreichen Kommentar !

Kennst du noch eine Hunderasse die mir gefallen könnte ?

Mein Geschmack : Familienfreundlich,recht sportlich das ich ihm mit zum Laufen nehmen kann und mit ihm "Beißsport" betreiben kann, zudem sollte er nicht klein sein also ca. Eine SchulterHöhe von 60cm und ein Kurzhaar sein .

Vielleicht kennst du da noch eine gute Rasse !

1
@chatley

Das sogenannte "reißen" zb. Schutzhundeausbildung

1
@chatley

Mir ist der Begriff nicht dazu eingefallen ich meine damit das Training mit beispielsweise der Beißwurst

0
@30087

Ich hab aber gehört der Deutsche Boxer sei nicht besonders Intelligent

0
@David62002

Eine Rasse kann ich dir nicht empfehlen, da ich dich und deine Lebensumstände nicht kenne. Ebenso, wie ich dir keine Automarke empfehlen könnte, wenn ich nur wüsste, dass du gerne schnell fährst.

Aber wenn du Ambitionen im Gebrauchshundesport hast, dann stellt sich tatsächlich die Frage, inwieweit du überhaupt schon über Hundeerfahrung und -erziehung verfügst. Eine Schutzhundausbildung im sportlichen Sinne erfordert ein überaus hohes Maß an bereits vorhandener Hundeerfahrung, Hundeerziehung und Hundeverstand.

Wende dich an entsprechende Hundesportvereine - dort wird man dich beraten können ...

7

Aggressivität ist ein negativ belegter Begriff durch uns Menschen, im Bezug auf Hunde.

Das gilt leider für völlig normale Verhaltensweisen im Verhaltensreportaire der Hunde. Also:

  • der Verteidigung eines ( für Hund) lebensmotwendigen Territoriums,
  • dem Jagdverhalten und lebensnotwendige Nahrung zu erjagen

Genau diese grundlegenden Verhaltensweisen, das Jagdverhalten und das Territorialverhalten von Kaniden, also auch Hunden, hat der Mensch "genutzt" um Arbeitseigenschaften beim Hund zu erhalten, welche dem Menschen dienen.

Durch Zuchtauslese wurden und werden Verhaltensweisen aus diesen zwei Grundkomplexen gezielt verstärkt um diese für Zwecke beim Menschen zielgerichtet einzusetzen. Als das sind:

  • das Treiben
  • das Hetzen
  • das Umrunden
  • das Schützen
  • das Bewachen
  • das Aufspüren
  • das Bringen, sprich Apportieren

Lediglich die Endhandlung des Jagdverhaltens der Kaniden, das Töten hat der Mensch versucht "züchterisch zu eliminieren" was aber nicht bei allen Hundetypen zu 100% sicher gelungen ist.

In der Regel sind oben genannte Verhaltensweisen dann spezialisiert bei gewissen Arbeitshundetypen zu erwarten.

Auch beim Hollandse Herdershound, der als ein hütender Schäferhund selektiert wurde, also ein an der Hand des Schäfers arbeitender Hund, der dessen Weisungen zum Treiben, Wehren (Flankengriff) und Umrunden, aber auch auf kurzer Distanz auf Weisung des Schäfers hetzender Schäferhund.

Es war bei diesen "Allroundern", die in der zweiten Hälfte des Mittelalters, bis Neuzeit entstanden sind auch erwünscht, dass der Hund die Herde auch bewacht und beschützt. Auch vor Zweibeinern die mal ein Schaf abzweigen.

Werden nun solche Hunde von Menschen gehalten, welche die angeborenen Eigenschaften und Instinkte nicht auslasten, sondern den Hund nur im Garten und für kurze Spaziergönge draußen halten, dann sucht der Instinkt des Hundes eine eigene Beschäftigung....

Zum Beispiel das Treiben von Spaziergöngern und, wenn diese sich nicht wie Schafe treiben lassen, das kurze Anhetzen mit Flanken, bzw. "Wadengriff"

Schon heißt es der Hund hat gebissen, ist Aggressiv....

Wenn Hunde nicht - ihrer Art und Veranlagung gerecht werdend - gehalten werden sind die Halter verantwortlich für solches Verhalten des Hundes.

Also: Merke - Arbeitseigenschaften von Hunden kommen immer aus dem natürlichem Verhalten von Hunden, welche dem Aggressionsverhalten angegliedert sind.

Deswegen sind Hundehalter welche nicht in der Lage sind solches Verhalten auszulasten mit einem reinem Gesellschafthund besser bedient.

An der Rasse Hollandse Herdershound liegt das also nicht was Du schilderst.

wenn Arbeitshunde unterfordert sind, dann kommen diese auf alle möglichen Gedanken bis hin auch zur Agressivität.

wer einen Arbeisthund hält/halten möchte, sollte auch Zeit und das know-how haben, den Hund entsprechend auszulasten.

man braucht dazu Zeit und das Interesse an Hundesport, einen Hundesportverein beitreten und dort regelmäßig an den Arbeitsgruppen teilnehmen.

david ,auf der suche nach einem passenden hund ,würde ich auf jedenfall das tierheim empfehlen -- dort befinden sich gerade große rassen, die schlecht vermittelt werden können , womöglch sind sie dann auch noch schwarz -- dort findest du mit sicherheit einen partner mit dem du arbeiten kannst und der dir treu ergeben ist.

schau einfachmal auf der seite von "tiere suchen ein zu hause " oder aber " shelter tasso "

Was möchtest Du wissen?