Hohe Geldstrafe bei geringer Menge Hasch?

7 Antworten

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Die Eigenbedarfsregelung ist eine "Kann-Regelung", d.h. der Staatsanwalt kann das Verfahren einstellen - muss es aber nicht.

Geldbußen kann man in Raten abzahlen bzw. wenn überhaupt kein eigenes Einkommen erzielt wird, kann beantragt werden die Geldbuße in Sozialstunden umzuwandeln.

Urteile zu vergleichen macht keinen Sinn.
Die Justiz rühmt sich unabhängig zu sein. Das bedeutet u.a. auch, dass mehrere Richter bei exakt dem gleichen Delikt alle unterschiedlich urteilen können und dürfen.

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Wenn er sich einen Anwalt sucht, kostet das wieder Geld. 

Allerdings kannst du ja mal in einer Kanzlei anrufen und dich beraten lassen. Sag dazu dass dein Freund nicht viel Geld hat und auch bereit ist Sozialstunden zu machen. 

Allerdings denke ich dass die Chancen eher gering sein werden, denn die Freundin damals war ja erst 15 Jahre (also nicht volljährig) und dein Freund jetzt mit 21 Jahren ist volljährig ...

Aber 0,77 g ist ja nicht mal eine geringe Menge. Das ist nichts. Ich kenne das hier so das wenn es sich um weniger als 3g handelt die Anklage fallen gelassen wird

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Ich gehe mal davon aus daß er zu Tatzeitpunkt auch schon 21 Jahre alt war und somit Erwachsenenstrafrecht gilt.

Hat eine Verhandlung stattgefunden? Vermutlich nicht, er wird einen Strafbefehl bekommen haben über 30 Tagessätze zu je 10 Euro.

Er kann nun versuchen, da er als Schüler möglicherweise kein Einkommen hat, die Höher der Tagessätze niedriger nasetzen zu lassen indem er nur gegen die Tagessatzhöhe Wiederspruch einlegt.

Weiterhin kann er sich an die Staatsanwaltschaft wenden und eine Ratenzahlung beantragen, die Ratenhöhe legt die Staatsanwaltschaft fest.

Wenn er auch die Raten nicht zahlen kann, kann er auch noch die Umwandlung in gemeinnützige Arbeit beantragen. Er kann je Tagessatz mit 6 Stunden rechnen.

Wenn das nun alles nicht klappt, wird er die 30 Tage in einer JVA verbringen.

Die Höhe der Strafe ist, nach Erwachsenenstrafrecht eigentlich nicht zu beanstanden. Das die Freundin damals sozialstunden ableisten mußte ist klar, denn im Jugendstrafrecht gibt es in Grunde keine Geldstrafen.

Aber es gilt doch das in Sachsen bis zu 6 Gramm eine erlaubte Menge ist. Und das es bei so einer geringen Menge nicht zur Strafe kommen kann. Und vorallem bei "Ersttätern". Und auch das es nur zur Strafe kommt wenn es eine gefährdung der Allgemeinheit ist.

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@HalliHalloCiao

Aber es gilt doch das in Sachsen bis zu 6 Gramm eine erlaubte Menge ist.

Es gibt offiziell keine erlaubte Menge, das sieht das BtMG nicht vor. Zudem war 0,77 Gramm eben klar mehr als 0,6 Gramm. Der Besitz geringer Mengen wird meist nicht verfolgt weil man Eigengebrauch voraussetzt. Was nun eine geringe Menge ist, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und letztlich handelt es sich auch nur um Richtwerte an die der Staatsanwalt und das Gericht nicht gebunden sind. Das ist formell auch gar nicht möglich.

Du hast eben einen Staatsanwalt erwischt der es sehr genau nimmt, ändern kannst Du daran nichts. Natürlich kannst Du dem Strafbefehl widersprechen, dann kommt es zu einer Verhandlung. Es sit jedoch sehr unwahrscheinlich daß der Strafbefehl zurückgenommen wird. Dann kommen zumindest noch die Gerichtskosten dazu und die Strafe kann auch höher ausfallen.

Bezahle nach Möglichkeit und lass zukünftig die Finger von solchem Zeugs. Vorbestraft bist Du wegen dieser Sache nicht, Dein Führungszeugnis bleibt sauber.

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@Artus01

Das ist mir schon klar. Aber es es ist nicht mal 1 g. Und für Sachsen sind bis zu 6 gramm eine erlaubte Menge. Auf dem Strafbefehl steht außerdem das er sich das Zeug beschafft hätte was gar nicht der Fall war. Er hatte es nur bei sich und das schon seit langer Zeit ( er wusste es gar nicht mehr) und das kann doch die Polizei doch auch nicht einfach so festlegen? Das ist ja eine Lüge. 

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@HalliHalloCiao

Ups das mit den 0,77 g ist mir durchgegangen, aber egal, der Staatsanwalt hat es nunmal sehr ernst genommen und das kann er auch tun.

Na ja, das er sich das Zeug beschafft hat liegt letztlich auf der Hand, auch wenn er gar nicht mehr wußte das er es noch hat. Es wird kaum vom Himmel gefallen sein.

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@Artus01

Sicher aber in dem Falle hat er es lediglich bessesen also kann man ihn deshalb auch nicht anklagen. 

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@Artus01

Ich weiß! aber die Strafe muss mild ausfallen! Da es eine geringe Menge ist und er ein Ersttäter ist!

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@HalliHalloCiao

Daß die Strafe mild ausfallen muß steht nicht im Gesetz und nur was im Gesetz steht zählt. Zudem liegt der zulässige Strafrahmen zwischen einer Geldstrafe und 5 Jahren Knast. Da sehe ich schon eine gewisse milde.

Aber Bitte, es steht ihm natürlich frei dem Strafbefehl zu widersprechen. Mit dem Argument daß mit Milde geurteilt werden muß wird man den Richter allerdings kaum überzeugen.

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