Hohe Arbeitslosenzahlen gibt es in jedem Land...aber warum werden dann Reformen eingeführt, die den einfachen Menschen immer schlechter stellen lässt?

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4 Antworten

Fast alle Länder der EU haben starke Gewerkschaften. Man sieht es doch an den Streiks, die bei uns im letzten Jahr z. B. viele Probleme bei der Bahn ausgelöst haben, oder beim Streik der Kindergartenerzieher, weitreichende Folgen in die übrige Arbeitswelt hatten.

Welche Reformen zu Ungunsten der Arbeiter und Angestellten meinst Du denn z. B. konkret?

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Kommentar von Vollhorst123
10.04.2016, 09:09

in frankreich, Italien

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Kommentar von Snanifo
10.04.2016, 12:19

Die starken Gewerkschaften in der BRD haben es dazu gebracht, dass ein Mindestlohn ein guter Lohn ist. Was hat der Lokführerstreik erreicht? Dass die Gewerkschaft nach dem Erlass des Tarifeinheitsgesetzes durch die Bundesregierung bei der nächsten Tarifrunde weiterhin Verhandlungspartner ist, auch wenn sie in der Minderheit ist. Dafür hat sie viele ihrer berechtigten Forderungen bzgl. Löhnen und Arbeitszeit hingegeben. Die Kindergärtnerinnen haben sehr lange gestreikt und so ein Ergebnis von verdi erhalten, dass sie zunächst mal nicht damit einverstanden waren.

Allgemein ist aus den jährlichen Armutsberichten der Deutschen Bundesregierung abzulesen, dass ca 30 % der Menschen, ob arbeitend oder arbeitslos, ungefähr so viel Einkommen haben, dass sie sich mit Hartz IV vergleichen können. Und es ist jedem bekannt, dass viele Menschen im Alter mit ihrer Rente auf genau dieses Niveau oder kurz darüber abrutschen, obwohl sie ihr ganzes Leben gearbeitet haben. Auch welche, die sich das heute noch gar nicht vorstellen können. Das haben unsere starken Gewerkschaften erreicht.

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Du hast schon mitbekommen, dass wir in einem Land leben, in dem die Interessen der Unternehmer diametral konträr zu den Interessen der Arbeiter befinden. Das soll heißen, für die Unternehmer sind Arbeitslöhne Kosten, die es zu minimieren gilt, für den abhängig Beschäftigten ist der Lohn sein einziges Lebensmittel. Mit dem muss er alle seine Kosten für Miete, Ernährung usw. begleichen und muss demzufolge möglichst hoch sein. Nun gibt es für den Unternehmer nur Anlass, ein Unternehmen aufzubauen oder weiterzuführen, wenn er sich davon einen Gewinn versprechen kann, härter gesagt, der Gewinn muss sich einstellen, sonst geht die Firma in die Insolvenz oder sogar bankrott. Für den Staat wiederum ist es wichtig, zum einen gesunde Unternehmen zu haben, zum anderen sollten auch möglichst viel Arbeitskräfte beschäftigt werden, da sie ja sonst Hartz IV anheim fallen und auf Staatsseite 2 mal als Kosten anfallen, als weniger Steuerzahler und als Hartz IV - Empfänger. Dies hat aber mit Moral nichts zu tun, sondern ist harte ökonomische Realität.

Übrigens ist die Arbeitslosigkeit (in der BRD) gesunken mit den niedrigen Löhnen und dem daraus folgenden Gewinnen der Konkurrenz gegen die anderen europäischen Staaten. Sowohl Arbeitslosigkeit als auch Probleme bei der Staatsrefinanzierung in den Mittelmeerstaaten sind das Resultat und sprechen da ein deutliche Sprache.

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Kommentar von wfwbinder
10.04.2016, 17:02

   Interessen der Unternehmer diametral konträr zu den Interessen der Arbeiter befinden.

Und warum haben dann viele Unternehmen besonderen Erfolg, die ihre Leute gut bezahlen und auf kontinuität achten? Trigema, Porsche, Bosch, Daimler usw.

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weil die politik in fast jeden land, so auch in deutschland österreich schweiz, ein lobby-system ist.  zuerst mal werden die gehört welche die größten lobbies haben --- also politiker in ihren aufsichtsräten die was zu sagen haben.  die gesetzesvoragen machen dann meist nur dieser vereine bzw. unternehmen und die politiker unterzeichnen nur ....

arme leute haben meist nur kleine lobby, denn je mehr geld der verein ausgibt, desto mehr gute politiker kriegt er in seine lobby.

ok; wenn jetzt ein grosses unternehmen bevorzugt wird, dann argumentiert es natürlich mit schaffung von arbeitsplätzen ... aber ob es dann in der realität eingehalten wird steht auf nem anderen blatt.  oft kommen nur 10% der Subventionsgelder dann bei den armen an ...  90% nehmen die sowieso schon reichen ein.

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Kommentar von Vollhorst123
10.04.2016, 07:26

es ist jedem bekannt und dennoch wird es so weiter betrieben ?! Wenn alles schon klar ist, in welche richtung es geht, wozu gibt es denn noch rechte für den einfachen mann, wenn die immer mehr abgebaut werden ? Müssen wir erst wieder bei Null ( Sklaverei ) stehen, um dass ein Wandel in den werten / Moral wieder eintritt ?

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Kommentar von Snanifo
10.04.2016, 20:15

1. Warum gehe denn diese Lobbyisten zu den Politikern? Sie versuchen, den Politikern klarzumachen, dass es für den Staat einen Nachteil bedeutet gegenüber ausländischen Firmen, wenn sie nicht diese oder jene Gesetze erlassen bzw. geplante Beschränkungen neu planen. Im Innern machen diese Lobbyisten in dieser Beziehung keinen Sinn, weil ja konkurrierende Firmen, Konzerne, Verbände da sind, die auch ihre Wünsche erfüllt haben wollen. Da entscheidet die Politik nach dem Staat nützlichen Kriterien, ob sie per Gesetz oder Verfügung z.B. die Bedingungen für Entlassungen verschärfen oder erleichtern wollen. In den 70er Jahren war das eher eine Beschränkung der Entlassungen, heutzutage mit der Agenda 2010 und Hartz IV eher eine Erleichterung.

2. Warum sind denn die Politiker so empfänglich für Ratschläge der Wirtschaft? Ganz allgemein gesagt, setzt die Politik auf die ökonomische Schlagkraft der in ihrem Land befindlichen Ökonomie, um seine politischen Ziele mit hoher ökonomischer Grundlage und Schlagkraft zu versehen. Das soll heißen, dass sowohl sachlich als auch finanziell sich möglichst viel für den Staat dabei herausspringt. Dabei setzt er, der deutsche Staat (und nicht nur der), auf die kapitalistische Produktion, bei der die Arbeiter vorkommen als Mittel für den Gewinn dieser Unternehmen und Anleger. Arbeitsplätze "schaffen" Unternehmer nur dann, wenn sie sich einen Gewinn davon versprechen.

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Lobby, eigener Profit, Kapitalismus 

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Kommentar von Vollhorst123
10.04.2016, 07:11

und der staat/ Regierung / medien machen mit :(

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