Hört sich deutsch für Ausländer wirklich so hart an?

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Das hängt grundsätzlich davon ab, welche Muttersprache der Ausländer hat und ob die Laute, welche in der deutschen Sprache vorkommen, ebenfalls in seiner Muttersprache vorkommen.

So empfinden Deutsche das Russische meist sehr hart, wegen der vielen Konsonantencluster (aufeinanderfolgenden Konsonanten) und der vollkommen anderen Intonation.

Die Russen hingegen empfinden auch das Deutsche als sehr hart, weil die Deutschen sehr stark aspirieren.H alt dir mal einen Finger vor den Mund und sprich "p" und "b". Du wirst beim "p" einen wesentlich stärkeren Lufthauch spüren, als beim "b". Im Russischen gibt es keine Aspiration. Statt "ph" (das h soll den Lufthauch symbolisieren) und "b" unterscheiden sie also "p" und "b".

Weitere Gründe warum das Deutsche oft sehr hart klingt: Wir haben keine stimmhaften Auslaute. Dies liegt an der sogenannten Auslautverhärtung. Beispiel: "Tag" und "Tage". Wenn man genau hinhlrt, wird man feststellen, dass man das "g" in Tag als "k" ausspricht, das "g" in Tage jedoch als "g". Viele Sprachen (ua das Englische) haben stimmhafte Auslaute.

Desweiteren sind im Deutschen die Anlaute nicht vollkommen stimmhaft. Spricht man die Worte "Besen" und "Ebene" aus, so stellt man fest, dass das "b" in Ebene viel weicher klingt, als das "b" in Besen. Viele Sprachen (ua das Englische) haben rein stimmhafte Anlaute.

Das Deutsche wird ebenfalls oft als abgehackt empfunden, da wir keine wirklichen Silben haben, die mit einem Vokal beginnen. Dies mag sich ungewohnt anhören, aber im Deutschen beginnen Silben immer mit mindestens einem Knacklaut in der Kehle, dem so genannten Glottalverschluss. Im Arabischen ist dieser Laut zum Beispiel ein eigener Konsonant. Den Glottalverschluss kann man sehr gut bewusst produzieren, wenn man sehr oft hintereinander einfach nur den "e"-Laut aus dem Wort "haben" produziert. Da ist dann immer so ein unscheinbarer Laut zwischen, der aus der Kehle kommt.

Und über die Deutsche Silbenstruktur muss ich glaube ich nichts sagen. Gerade für asiatische Muttersprachler sind diese oft nur äußerst schwer aussprechbar. Das Wort Herbst zum Beispiel endet auf eine Folge von 4 Konsonanten (in manchen Dialekten 3, weil das r zum a wird). Wem das nicht schlimm erscheint, der soll bitte versuchen das slowenische Wort für Rucksack auszusprechen. Das h wird wie das Deutsche ch in Nacht ausgesprochen. Das r wird mit der Zungenspitze gerollt. Nahrbtnik (Ministerium heißt übrigens Ministrstvo). Selbst wenn man versucht das als Rachen-r zu sprechen, fällt es einem auf Anhieb nicht unbedingt leicht, so viele aufeinanderfolgende Konsonaten zu sprechen.

Ein wunderbarer Beitrag sehr gut gemacht!

Man kann vielleicht noch dazu sagen, dass Deutsch dafür sehr klar und deutlich klingt, Englisch ist dagegen ein Gebrabbel, als hätten sie eine heiße Kartoffel im Mund XD

Ich liebe meine deutsche Sprache aufjedenfall, die Sprache der kriegerischen Nordmänner, hehe^^

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Hochdeutsch klingt recht abgehakt,das stimmt. Hört euch doch an, wenn Frau von der Leyen (ihr sehr gutes Hochdeutsch) spricht. Und dann unsere vielen "ch"- Laute, wozu noch das rheinische "r" fast genauso ausgesprochen wird (krachen,Fracht,Pracht). Dann lassen wir gerne Vokale weg - wir sagen ja nicht "Das ist nicht wahr", sondern "snicht wahr", nicht "kommen", sondern "kommn" und so weiter. Die Dialekte sind deutlich weicher als die Hochsprache.

Das sind wohl Vorurteile aus dem Weltkrieg, weil man da nur "Schlachtrufe" hörte. ;D Klingt immer härter.

Ich kenne dagegen viele Ausländer, die der meinung sind, dass Deutsch eine sehr schöne fließende Sprache ist, aufgrund der vielen S-Laute. Ich glaub, das sieht aber jeder anders ;)

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